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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Mai 2019

Laut Studie mehr Selbstmorde nach Netflix-Serie

Nach der Ausstrahlung der umstrittenen Netflix-Serie "13 Reasons Why" ist einer Studie zufolge die Zahl der Suizide unter Teenagern in den USA gestiegen. Die in der Fachzeitschrift "Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry" veröffentlichte Studie beziffert den Anstieg der Fälle auf knapp 200. In der Serie geht es um eine Schülerin, die sich das Leben nimmt. Der Untersuchung zufolge gab es in den neun Monaten nach Beginn der Serie 195 zusätzliche Suizidfälle in der Altersgruppe zwischen zehn und 17 Jahren. Das ist ein Anstieg von fast 29 Prozent. Betroffen waren dabei vor allem Jungen. Vor allem im ersten Monat, nachdem die Serie angelaufen war, habe es einen "signifikanten" Anstieg gegeben, hieß es weiter. Ob die Serie den Anstieg tatsächlich verursacht hat oder weitere Faktoren eine Rolle spielten, ergab die Studie nicht.

Randalierer verwüsten "Tatort"-Drehort

Echte Einbrecher in der TV-Polizeidienstelle: Mehrere Jugendliche haben im saarländischen Sulzbach einen "Tatort"-Drehort verwüstet. Sie stellten Requisiten um, beschädigten Möbelstücke mit einem Akkubohrer, brachen Türen auf und betätigten einen Pulverfeuerlöscher, wie die Polizei mitteilte. Die "Tatort"-Dienststelle befindet sich in einem unbewohnten Gebäude. Als der Hausmeister nach dem Rechten sehen wollte, flüchteten drei junge Männer und zwei junge Frauen in einen angrenzenden Wald, wie es weiter hieß. Der Hausmeister habe die Jugendlichen verfolgt, sie aber aus den Augen verloren. Die Höhe des Schadens konnte zunächst nicht beziffert werden.

Samba-Ikone Beth Carvalho gestorben

Im Alter von 72 Jahren ist die brasilianische Samba-Ikone Beth Carvalho gestorben. Die "Patin des Samba" starb in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro an den Folgen einer schweren Infektion, wie die Klinik mitteilte. Die Sängerin hatte seit Jahren unter schweren Rückenproblemen gelitten und konnte nur noch im Rollstuhl auftreten. Carvalho, die der Samba-Schule Mangueira angehörte, war eine der bekanntesten Vertreterinnen des berühmten brasilianischen Musikstils. In ihrer fünf Jahrzehnte währenden Karriere brachte sie 33 Alben heraus. Ihr größter Hit war der Samba-Klassiker "Coisinha do pai". 2009 wurde sie mit einem Latin Grammy für ihr Lebenswerk geehrt.

Julian Assange zu 50 Wochen Haft verurteilt

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in Großbritannien zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Ein Londoner Gericht verhängte die Gefängnisstrafe wegen Verstößen gegen Kautionsauflagen, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtete. Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks war am 11. April in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden, wo er sich fast sieben Jahre lang aufgehalten hatte. Ein Richter stellte fest, dass Assange 2012 gegen Kautionsauflagen verstoßen habe, als er sich in der diplomatischen Vertretung Ecuadors der britischen Justiz entzog.

Filmtrailer im Mittelpunkt der Kurzfilmtage Oberhausen

Im Lichtburg-Filmpalast in Oberhausen werden heute die Internationalen Kurzfilmtage eröffnet. Bis zum 6. Mai stellt das Festival mehr als 500 Filme vor. In fünf Wettbewerben konkurrieren 140 Filme um Preise im Gesamtwert von knapp 42.000 Euro.Das Themenprogramm beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Genre des Filmtrailers. Daneben zeigen die Kurzfilmtage Oberhausen unter anderem das Frühwerk des russischen Autorenfilmers Alexander Sokurow und Filme der griechischen Künstlerin Eva Stefani. Die Kurzfilmtage finden in diesem Jahr zum 65. Mal statt. Sie sind nach eigenen Angaben das älteste Kurzfilmfestival der Welt.

Ruhrfestspiele mit Kulturvolksfest gestartet

Mit dem traditionellen Kulturvolksfest zum 1. Mai sind die diesjährigen Ruhrfestspiele in Recklinghausen gestartet. Rund um das Ruhrfestspielhaus fand ein Programm aus Musik, Comedy, Straßentheater, Akrobaten und Mitmach-Aktionen statt. Die Ruhrfestspiele stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Poesie und Politik". Bis zum 9. Juni stehen insgesamt 90 Produktionen auf dem Programm, darunter sieben Deutschlandpremieren. Thematisch geht es um das Miteinander in einer Migrationsgesellschaft, die verschärfte Asylpolitik Europas und Strukturen von Populismus.

Neuseelands Medien einigen sich auf Kodex

Neuseelands große Medienhäuser haben sich vor dem Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Christchurch auf einen Kodex zur Berichterstattung verständigt. Die Sender und Zeitungen veröffentlichten eine Selbstverpflichtung, wonach sie dem 28 Jahre alten Australier keine Plattform für die Verbreitung von rassistischen und terroristischen Gedanken bieten wollen. Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen Mitte März wurden 50 Menschen getötet. Die Erklärung wird unter anderem vom Sender Radio New Zealand, verschiedenen Zeitungshäusern und dem Online-Portal Stuff getragen. Darin heißt es, man wolle "jede Berichterstattung über Äußerungen begrenzen, die Theorien zur weißen Überlegenheit oder terroristische Theorien aktiv fördern". Dazu gehört auch, dass keine Bilder verbreitet oder ausgestrahlt werden, die den Angeklagten mit rassistischen Gesten oder Symbolen zeigen.

Künstler werben zur Europawahl

Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen Mitglieder der Akademie der Künste Europa stützen. Auf die gläserne Fassade des Akademie-Gebäudes am Pariser Platz in Berlin werden dafür pro-europäische Statements von mehr als 50 Akademie-Mitgliedern projiziert. Zu den prominenten Künstlern gehören unter anderem Ai Weiwei, Olafur Eliasson, Ulrich Matthes, Michael Verhoeven, Achim Freyer, Klaus Staeck, Jürgen Flimm, Ulrike Ottinger, Kathrin Röggla, Matthias Sauerbruch, Margarethe von Trotta und Jeanine Meerapfel. Akademie-Präsidentin Meerapfel hatte die internationale Künstlergemeinschaft zu der Aktion eingeladen. "Die wunderbare Allianz von 28 europäischen Ländern gilt es zu erhalten und zu schützen. Zugleich setzen wir uns für einen offenen Kontinent ein, für ein soziales und gerechtes Europa", sagte sie dazu nach Akademie-Angaben.

Obamas produzieren Netflix-Serie über Trump

Der frühere US-Präsident Barack Obama wird zusammen mit seiner Ehefrau Michelle eine Netflix-Serie über seinen Nachfolger Donald Trump produzieren. Die Produktionsfirma der Obamas, Higher Ground Productions, arbeitet an einer Adaption des Buches "Erhöhtes Risiko" des Autors Michael Lewis über die Trump-Regierung, wie der Video-Streamingdienst mitteilte. In dem Buch beschreibt der Bestsellerautor, wie ein vollkommen unvorbereiteter Trump das Präsidentenamt antritt, wie er sich nur mäßig für die Berichte seiner Mitarbeiter interessiert und Behördenposten mit unqualifiziertem Personal besetzt.

Berlinische Galerie muss vorläufig schließen

Wegen unklarer Statikprobleme am Dach muss die Berlinische Galerie vorläufig für Publikum schließen. Die Vorsichtsmaßnahme gelte zunächst für zwei Wochen, teilte die zuständige Hausverwaltung mit. Probleme und Konsequenzen daraus sollen nun genau überprüft werden. Bis die genauen Ergebnisse vorlägen, bleibe das Museum geschlossen. Das Museum nannte zunächst den 15. Mai als Datum. Die 1975 als privater Verein gegründet Berlinische Galerie eröffnete 2004 im aktuellen Gebäude. Das Landesmuseum sammelt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute.

Adil Demirci muss weiter in der Türkei bleiben

Der wegen Terrorvorwürfen angeklagte Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci muss weiter in der Türkei bleiben. Ein Gericht in Istanbul lehnte während der dritten Verhandlung im Verfahren am Dienstag einen Antrag auf Aufhebung der Ausreisesperre ab. Demirci war Mitte Februar nach rund zehn Monaten aus der Untersuchungshaft freigekommen, durfte aber seitdem Istanbul nicht verlassen. Der Prozess soll am 15. Oktober fortgesetzt werden. Sicherheitskräfte hatten Demirci im April 2018 während eines Familienurlaubs in einer Privatwohnung der Familie festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) vor. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation. Demirci weist die Terrorvorwürfe zurück.

Gefängsnisstrafe nach Messerattacke auf Gemälde

In Russland muss ein Mann nach einer Attacke auf ein berühmtes Bild des russischen Malers Ilja Repin zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Ein Moskauer Gericht befand Igor P. für schuldig, das Gemälde von Zar Iwan dem Schrecklichen und seinem sterbenden Sohn beschädigt zu haben. Im Mai des vergangenen Jahres griff der Mann das Kunstwerk in der Tretjakow-Galerie mit einem Metallpfosten an und behauptete anschließend, er habe das Bild beschädigt, weil es seiner Ansicht nach historisch ungenau sei. Das Gemälde zeigt Iwan den Schrecklichen unmittelbar nachdem er seinen Sohn in einem Wutanfall niedergeschlagen hat. Das 1885 von dem Realisten Repin gefertigte Gemälde trug nach dem Angriff einige Löcher davon und konnte restauriert werden.

Wissenschaftspreis für Sozialtheoretiker Ashis Nandy

Der indische Sozialtheoretiker und Psychoanalytiker Ashis Nandy erhält den Wissenschaftspreis der Köhler-Stiftung. Nandy, geboren 1937, sei einer der führenden Intellektuellen Indiens und Mitbegründer der weltweiten Postcolonial Studies zur Entwicklung der indischen Gesellschaft und ihrer nachwirkenden Kolonialerfahrungen, teilte der Stiftungsverband mit. In seinem Lehrwerk suche er die Auseinandersetzung mit westlichen und östlichen Gesellschaften. Nandy hatte 1994 den Unesco-Lehrstuhl am Zentrum für europäische Studien der Universität Trier inne. Die Auszeichnung wird am 9. Mai an der Ruhr-Uni in Bochum verliehen. Der mit 80.000 Euro dotierte Hans-Kilian-Preis gehört zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften.

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