Dienstag, 27.07.2021
 

Weltzeit | Beitrag vom 17.06.2021

Landwirtschaft in der BretagneÖkoschwein statt Spritzpistole und Antibiotika?

Von Bettina Kaps

Ferkel auf einer Wiese (picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser)
Vom Leben auf einem Biobauernhof können Schweine in der französischen Bretagne derzeit nur träumen. (Symbolbild) (picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser)

Schweinemast, Geflügel, Milch und Gemüse: Die Landwirtschaft in der Bretagne ist äußerst produktiv – auch weil sie massiv Pestizide, Kunstdünger und Gülle aus Massentierhaltung einsetzt. Doch dagegen wächst nun der Widerstand.

Betton ist ein Vorort der bretonischen Hauptstadt Rennes. Der idyllische Sonntagsmarkt am Ufer eines Kanals zieht Menschen aus der ganzen Umgebung an.

Daniel Cueff verteilt Flugblätter mit seinem Foto und stellt sich als Kandidat für den neu zu wählenden Regionalrat vor. "Ihre Aktion war super." Einzelne Marktbesucher gehen auf den weißhaarigen Mann zu. "Ich bin stolz, Bretonin zu sein, mit so einem Bürgermeister, der sich ganz allein der Firma Monsanto in den Weg stellt. Für uns und unsere Kinder." – "Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Kampf gegen die Pestizide. Das ist vielen Menschen hier sehr wichtig. Ich bin zum Gericht gekommen, als man Sie vorgeladen hatte."

Die ökologische Wende einleiten

Cueff nickt. Die synthetischen Giftmittel in der Landwirtschaft sind ein Problem, sagt der 66-Jährige, aber auch ein Hebel, um die ökologische Wende einzuleiten. Dafür brauche es allerdings eine neue Art von Politik.

Er zeigt auf den runden Anstecker an seiner blauen Daunenjacke: "Die Bretagne, mein Leben", steht darauf. So heißt sein Wahlverein. Cueff will als Parteiloser Regionalpräsident werden. "Wir müssen die Umweltpolitik brüderlich angehen", meint er. "Heute fühlen sich viele Landwirte gedemütigt und angeschwärzt. Dadurch schalten viele von ihnen auf stur. Das macht alles nur schlimmer."

Ein Mann mit Mundschutz, blauem Anorak und Prospekten, die er vor der Brust festhält, unterhält sich mit einem Pärchen. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)Ex-Bürgermeister Daniel Cueff kandidiert für den Regionalrat. Er will konventionellen Landwirten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln rund um Wohnhäuser verbieten. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Die Bretagne gehört zu den produktivsten Standorten für Landwirtschaft und Nahrungsmittel in Europa. Schweinemast, Geflügel, Milch, Gemüse. Die meisten Betriebe betreiben intensive Landwirtschaft.

110 Millionen Zuchttiere  und 3,3 Millionen Einwohner

Nur ein paar Zahlen: Etwa 110 Millionen Zuchttiere leben neben 3,3 Millionen Einwohnern. 140.000 Menschen arbeiten in der Branche. Sie erzeugen Tierproteine für 13 Millionen Menschen.

Die Bretagne rühmt sich daher, dass sie entscheidend zur französischen Unabhängigkeit in Sachen Nahrungsmittelversorgung beiträgt. Aber das gewinnorientierte Modell birgt Gefahren für Gesundheit und Umwelt.

Bei den Wahlen zum Regionalparlament wetteifern nun 13 Parteien und Gruppierungen um die Stimmen der Bretonen. Nur drei fordern ausdrücklich die Abkehr von der intensiven Landwirtschaft.

Eine Sau liegt in einem Kastenstand mit vielen Ferkeln drumrum, die schlafen oder an ihr saugen. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)"Ohne intensive Landwirtschaft kann Frankreich nicht genug Lebensmittel produzieren", sagt der bretonische Schweinezüchter Julien René. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Der Markt ist zu Ende, der Politiker fährt nach Hause, nach Langouët, einem Ort mit 600 Einwohnern. 21 Jahre lang war er hier Bürgermeister und hat das Dorf in ein Öko-Vorzeigemodell verwandelt.

Die erste biologische Schulkantine in Frankreich

Cueff geht auf die alte Dorfschule zu und steigt auf das flache Vordach. "Dies ist die erste Solarstromanlage auf einem öffentlichen Gebäude in der Bretagne. In der Schulkantine servieren wir den Kindern seit 2004 nur noch Bioessen, Brot, Fleisch, Obst und Gemüse. Es war die erste komplett biologische Schulkantine in ganz Frankreich."

Ein Mann mit Glatze steht im blauen Anorak auf einem Hof. Im Hintergrund ein Kreuz und Büsche. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)Der einsame Rufer in der Wüste? - Daniel Cueff setzt sich für Umweltschutz in der Bretagne ein. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Vom Dach aus sieht man, dass Langouët von großen Feldern umgeben ist. In der Ferne erkennt man eine Siedlung aus Holzhäusern. Alles Sozialwohnungen aus bioklimatischem Material mit Energiegewinnung und Nutzung des Regenwassers, sagt der Ex-Bürgermeister stolz.

Bauern bekommen Krebs und Parkinson

Aber auf dem angrenzenden Acker werde Futtermais angebaut und kräftig gespritzt. Im Mai 2019, als sich die Hiobsbotschaften über die schweren Berufskrankheiten vieler Bauern häuften, wie Krebs und Parkinson, hat Daniel Cueff ein völlig neuartiges Dekret unterzeichnet.

Es sollte eine Schutzzone von 150 Metern um die Häuser des Ortes schaffen. In diesem Puffer wollte er alle Pestizide verbieten. Den Landwirten versprach er, etwaige Einnahmeverluste auszugleichen. Aber die Betroffenen hätten seinen Beschluss trotzdem als eine Art Kriegserklärung betrachtet. "Die Bauerngewerkschaft hat den Landwirten gesagt: Lasst euch nicht wie Giftmörder behandeln." Dabei stehe in dem Dekret kein einziges böses Wort über die Bauern. "Ich prangere nur die Chemikalien an. Wir kann es sein, dass derart gefährliche Substanzen auf dem Markt sein dürfen?"

Die Präfektin droht, ihn vor Gericht zu bringen

Kurz darauf erhielt er eine Beschwerde der Präfektin. Die Vertreterin des Zentralstaates im Departement erklärte darin, dass das Dekret illegal sei. Zuvor aber habe sie das Ökodorf gerne gelobt und als vorbildlich bezeichnet. "Aber nun suchte die Präfektin nicht etwa den Dialog, um gemeinsam eine Lösung für ein Problem der öffentlichen Gesundheit zu finden", erzählt Cueff. "Sie veröffentlichte vielmehr eine harsche Pressemitteilung: 'Wenn der Bürgermeister von Langouët seinen Erlass nicht augenblicklich zurückzieht, bringe ich ihn vor Gericht'."

Der Konflikt machte Daniel Cueff schlagartig bekannt. Presse, Funk und Fernsehen strömten nach Langouët, und selbst die "New York Times" titelte: "Eine Revolution in der Bretagne, ein Bürgermeister fordert den Staat heraus".

113 weitere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in ganz Frankreich folgten seinem Beispiel und erließen ebenfalls Verbotszonen für Pestizide. Aber die Justiz erklärte sie alle für nichtig. Über den Einsatz von Chemikalien darf kein Bürgermeister, sondern nur die französische Regierung entscheiden.

Viele wollen keinen Streit mit den Bauern

Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020 trat Cueff nicht mehr an. In Langouët wurden sie trotzdem zum Plebiszit für oder gegen seinen Kurs. Die Wahlbeteiligung war überdurchschnittlich hoch – und sein designierter Nachfolger wurde zur allgemeinen Überraschung geschlagen. Ein Grund: Viele Einheimische wollen keinen Streit mit den Bauern. Daniel Cueff will seinen Kampf nun im Regionalparlament fortführen.

Nicht nur die Pestizide sind ein großes Problem in der Bretagne. Auch der übermäßige Einsatz von Kunstdünger und Gülle aus der Massentierhaltung schädigt Umwelt und Gesundheit. Bretonische Umweltschützer warnen seit 50 Jahren vor überhöhten Nitratwerten in den Gewässern.

Eine grüne Landschaft mit Traktoren und eine Küste, die in weiten Teilen von Algen durchzogen ist. (Deutschlandradio / André  Ollivro)Verwesende Grünalgen entwickeln giftige Gase, die zum Tod führen können. Am Strand von Hillion werden sie schon seit Mai wieder tonnenweise eingesammelt. (Deutschlandradio / André Ollivro)

Die Folge: Auf vielen Stränden wuchern Grünalgen. Bei der Verwesung setzen sie giftigen Schwefelwasserstoff frei. Mindestens drei Menschen, ein Pferd, mehrere Hunde und Wildschweine sind schon im Kontakt mit dem tödlichen Gas gestorben.

Auf Kunstdünger und Gülle folgt der Algenteppich

Besonders betroffen ist die weite Bucht von Saint-Brieuc, an der auch das Städtchen Hillion liegt. Es ist Ebbe. Das Meer hat sich weit zurückgezogen. In der Ferne zeichnen sich Pfähle von Muschelbänken ab.

An diesem frischen Frühlingstag im Mai erstreckt sich der Algenteppich schon über die halbe Entfernung bis dorthin. Das sei eine Distanz von zwei Kilometern, sagt André Ollivro. "Dort mündet der Fluss Gouessant ins Meer." Der 78-Jährige deutet auf einen Einschnitt in der felsigen Küste.  "Zuvor ist er an 1700 landwirtschaftlichen Betrieben vorbeigeflossen. Wir hatten sogar im vergangenen Dezember Grünalgen. Das Meer vor uns ist damit getränkt. Das bedeutet: Im Sommer, wenn die Tage hell und warm sind und der Fluss die vielen Nährstoffe anschwemmt, werden sich die Algen wieder extrem ausbreiten."

Der Kampf gegen die intensive Landwirtschaft

Vor 20 Jahren hat Ollivro den Umweltverein "Stoppt die grüne Flut" gegründet, der die Methoden der intensiven Landwirtschaft bekämpft.

Ein älterer Mann mit roter Hose und rotem Käppi steht an einem Strand voll mit Algen und hält auch welche in der Hand. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)Der Umweltschützer André Ollivro kämpft seit 20 Jahren gegen die Grünalgenplage in der Bucht von Saint-Brieuc. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Die französische Regierung hat mittlerweile schon zwei Aktionspläne zur Eindämmung der Grünalgen verabschiedet. Beide seien gescheitert, so Ollivro. "Weil alles auf Freiwilligkeit beruht. Dabei sollten die Auflagen zur Pflicht werden, falls die Nitratwerte anders nicht genug sinken." Aber die Präfekten greife nicht durch. "In der Bretagne führt nicht die Republik das Kommando, sondern die Bauerngewerkschaft FNSEA. Wenn die unzufrieden ist, gibt es Demonstrationen. Und weil der Staat Gewalt vermeiden will, dankt er ab."

Bis zu 10.000 Tonnen Algen werden eingesammelt

Mickaël Cosson ist Bürgermeister von Hillion und außerdem für den Tourismus rund um die Bucht von Saint-Brieuc zuständig. Sobald die Grünalgen Überhand nehmen, schickt er Traktoren auf den Strand. In manchen Jahren sammeln die Arbeiter bis zu 10.000 Tonnen ein. Das entspricht einer Ladung von 400 Müllautos. Die Gefahr ist dadurch aber noch lange nicht beseitigt.

"Wir können gerade einmal zehn Prozent der Bucht reinigen", meint Cosson. Denn die Felsen und die tief eingeschnittenen Mündungen der Wasserläufe seien schwer zugänglich. "Die Algen werden auch dorthin geschwemmt. Das ist ein Problem."

Ein Mann mit Halbglatze, Jacket und hellblauem Hemd steht vor einem großen Wandfoto, auf dem eine Küstenlandschaft abgebildet ist. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)Bürgermeister Mickaël Cosson sperrt den Strand von Hillion, wenn die Grünalgen Überhand nehmen. Er fordert Hilfe vom Staat. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

An der Flussmündung des Gouessant ist vor fünf Jahren ein Jogger gestorben. Erst zwei Wochen nach dem Tod wurde die Leiche obduziert – zu spät für einen eindeutigen Beweis. Aber alles deutet darauf hin, dass der sportliche 50-Jährige Schwefelwasserstoff geatmet hat und daran erstickt ist.

"Die Regierung in Paris müsste eingreifen"

Nach dem Todesfall hat der Bürgermeister begonnen, den Strand zeitweilig zu sperren. Und das ausgerechnet im Hochsommer, wenn Hillion auf Urlauber hofft. Mickaël Cosson fühlt sich überfordert und alleingelassen. "Die Kommune muss die Algen einsammeln, entsorgen, und ich bin verantwortlich für die Entscheidung, ob und wann der Strand wieder gefahrlos geöffnet werden kann", sagt er. "Dabei ist das Algenwachstum hier bei uns eine Folge von nationalen und europäischen Entscheidungen in Sachen Agrarpolitik. Deshalb müsste die Regierung in Paris sehr energisch eingreifen."

Eine große Wiese vor Küste und Meer mit einigen Menschen und Paraglidern. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)In der riesigen Bucht von Saint-Brieuc gedeihen die Grünalgen besonders gut. Das schadet dem Ruf der Gegend und dem Tourismus. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Derzeit hagelt es Kritik am staatlichen Vorgehen gegen die Algenplage. So hat der französische Senat Ende Mai einen Bericht veröffentlicht, in dem die Maßnahmen der letzten 20 Jahre als – so wörtlich – "völlig unzureichend" verurteilt werden. Auch der französische Rechnungshof hat die Anti-Algen-Politik untersucht. Sein Bericht soll Ende Juni veröffentlicht werden, also erst nach den Regionalwahlen.

Aber ein Vorbericht hat schon Schlagzeilen gemacht. Demnach nimmt die Behörde alle Akteure ins Visier: den Staat, die Region, die Nahrungsmittelindustrie und die mächtigen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Niemand habe ernsthaft durchgegriffen. Im Gegenteil: Landwirte, die ihre Herde vergrößern oder eine neue Zucht aufziehen wollen, bekämen quasi automatisch die Genehmigung dafür – ohne Kontrolle und ohne Umweltauflagen.  

Die Rechnungshüter warnen: Frankreich laufe Gefahr, die allerletzte Frist zum Einhalten der "Europäischen Wasserrahmenrichtlinie" einzuhalten. Bis 2027 muss Paris alle Gewässer des Landes in einen "guten ökologischen und chemischen Zustand" bringen. Andernfalls droht eine saftige Geldstrafe.

Hoher Nitratgehalt in den Flüssen

Die Familie René züchtet Schweine. Ihr Hof liegt im Wassereinzugsgebiet der Bucht von Saint-Brieuc. Genau dort also, wo so viele Mastbetriebe auf engem Raum liegen, dass der hohe Nitratgehalt in Flüssen und Grundwasser auch in diesem Frühling wieder eine Algen-Plage ausgelöst hat.

Jean-Jacques René, seit Kurzem Rentner, hat sich jahrelang in der Landwirtschaftskammer um die Senkung der Nitratwerte gekümmert. Er betont, dass schon viel geschehen ist. "Früher hatten wir hier einen Mittelwert von mehr als 80 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser", sagt er. "Deshalb wurden Zwangsmaßnahmen verhängt. Mittlerweile haben wir es geschafft, unter 40 Milligramm zu gelangen. Noch besser zu werden, ist sehr schwierig, aber wir bemühen uns darum."

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In Europa beträgt die erlaubte Obergrenze heute 50 Milligramm pro Liter Wasser. Damit die Strände sauber bleiben, wird ein Idealwert von nur zehn Milligramm Nitrat angestrebt.

Mittlerweile betreibt Julien, der Sohn von Jean-Jacques den Hof – und hat ihn ordentlich vergrößert: von ursprünglich 200 auf 500 Säue, sie werfen etwa 12.000 Ferkel im Jahr. Nur so könne er rentabel sein, meint der 39-Jährige. Den Stickstoffgehalt seiner Äcker habe er dabei aber genau im Blick. "Am Ende des Winters nehmen wir Proben, um zu wissen, wie viel Stickstoff noch in der Erde ist. Wir müssen auch exakt nachweisen, wie wir den Kunstdünger eingesetzt haben und wo unsere Gülle geblieben ist."

Ein junger Mann in Jeans und roten Schuhen steht auf einem Hof neben einem roten Traktor mit ausgefahrener Schaufel. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)Intensive Tierhaltung muss es auch in Zukunft geben, findet Schweinezüchter Julien René. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

Julien René ist Mitglied der bretonischen Genossenschaft Cooperl. Sie gehört zu den größten Schweine-Produzenten und Schweinefleischverarbeitern in Europa. Kürzlich hat die Firma eine neuartige Biogasanlage in Betrieb genommen, wo sie Schweinekot zu Pellets verarbeitet.

René will nun in einen neuen Stall investieren, dessen Technik die Gülle vollautomatisch in ihre festen und flüssigen Bestandteile trennt. Die Dickgülle kann er dann an die Genossenschaft verkaufen, der Harn bleibt bei ihm. Aber die Menge an Stickstoff, die seine Zucht produziert, kann er auf diese Weise um zwei Drittel verringern. Geld verdient er mit diesem Konstrukt nicht. "Aber nur so können wir auch in Zukunft weiter Schweine züchten", sagt er. "Andernfalls müssten wir selbst bei uns eine Anlage bauen, um den Stickstoffgehalt zu reduzieren. Das wäre noch teurer."

Ferkel ohne Antibiotika aufziehen

Der dreifache Familienvater macht sich viele Gedanken über die Zukunft seines Betriebs und hat sich eine persönliche Herausforderung gesetzt: In einigen Jahren will er so weit sein, dass er seine Ferkel möglichst ohne Antibiotika aufziehen und die Pflanzenschutzmittel auf den Feldern verringern kann. Aber ganz auf Pestizide verzichten, wie es viele Umweltschützer propagieren, könne er nicht. "Ich glaube fest an meinen Beruf, obwohl die konventionelle Arbeitsweise heute oft angefeindet wird", sagt er. "Aber an dem Tag, an dem die französische Landwirtschaft nicht mehr genug Lebensmittel erzeugt, um unabhängig zu sein, wird die Bevölkerung ihre Ansicht ändern."

Für Julien René steht fest: Die Landwirtschaft in der Bretagne wird nachhaltiger werden. Doch intensive Tierhaltung müsse es auch in Zukunft geben.

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