Seit 03:05 Uhr Tonart
Samstag, 08.05.2021
 
Seit 03:05 Uhr Tonart

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 08.02.2018

Landgrabbing weltweitWie die Landnahme durch globale Konzerne zunimmt

Roman Herre im Gespräch mit Andre Zantow

Ein zerstörtes Haus nach der Vertreibung der Dorfbewohner in Mubende 2001. Die Mauern sind eingerissen. Kinder und Frauen gucken fassungslos. (Michael Enger)
Opfer von Vertreibung und Landgrabbing in Uganda. (Michael Enger)

Wer sich gegen Landgrabbing wehrt, werde teilweise brutal verfolgt und mundtot gemacht, sagt Roman Herre. Der Agrarexperte der Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert transnationale Investoren, aber auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Schwerpunkte für Landgrabbing sieht Roman Herre in Afrika und Südostasien. Derzeit behandelt er Fälle aus Sambia und Kambodscha, in denen sich transnationale Konzerne bis zu 100.000 Hektar Land gesichert hätten, "zu Lasten der lokalen Bevölkerung".

Er sieht den Anfang dieser Entwicklung Anfang der 2000er Jahre. Damals kamen Nahrunsmittelpreiskrisen und Finanzkrise zusammen.

"So wurde das Geld arbeitslos und hat sich Land und Landwirtschaft als Anlagemöglichkeit gesucht. Dabei suchen sich die internationalen Konzerne immer das schwachste Glied in der Kette. Das kann die nationale Regierung sein, die mit Versprechen für Investitionen in Infrastruktur überredet wird, aber auch Korruption spielt eine relevante Rolle."

Die lokale Bevölkerung verliere oft ihre Existenzgrundlage und werde in den Hunger gestürzt, obwohl der Zugang zu diesen Ressourcen mit dem Recht auf Nahrung völkerrechtlich geschützt sei.

Verantwortung tragen laut Roman Herre auch deutsche und europäische Regierungen. Hier gebe es viele Profiteure dieser großen Landtransaktionen. Welche Fälle er der deutschen Entwicklungszusammenarbeit anlastet, hören Sie im Interview.

Exemplarisch ist die Vertreibung von 4000 Dorfbewohnern in Uganda für einen deutschen Kaffeekonzern.

Mehr zum Thema

Das Geschäft mit dem Acker
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 11.08.2011)

Wirtschaft - Land Grabbing
(Deutschlandfunk Nova, Agenda, 10.08.2011)

Land Grabbing für Biosprit
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 02.08.2011)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Weltzeit

Die Schweiz öffnet Ins Kino trotz Corona
Bei frühlingshaftem Wetter sitzen Gäste in der idylischen schweizer Kleinstadt Baden draußen an Tischen vor einem Restaurant namens "Zum Schwyzerhüsli". (imago / Manuel Geisser)

Mitte April hat die Schweiz massive Lockerungen beschlossen. Danach durften Kinos, Fitnessstudios und auch die Außengastronomie wieder öffnen. Die Regierung hält das Risiko für vertretbar. Nicht alle teilen diese Ansicht. Mehr

Coronapandemie in IndienDie Hölle von Delhi
Das Foto zeigt Arbeiter in Schutzanzügen und Familienmitglieder, die in Neu-Delhi am 1. Mai 2021 einen Leichnam zur Einäscherung inmitten mehrerer Scheiterhaufen auf ein Gelände tragen, das in ein Krematorium für Masseneinäscherungen umgewandelt wurde. (imago / UPI Photo / Abhishek)

Mehr als 400.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag - das ist die aktuelle Lage in Indien. Das Gesundheitssystem kollabiert: Es fehlt an Sauerstoff, Medikamenten und Impfstoff. Die höchsten Ansteckungsquoten im Land gibt es in Delhi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur