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Mittwoch, 25.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. November 2020

Landesmusikrat Sachsen-Anhalt hat neues Präsidium

Der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt hat ein neues Präsidium. Jutta Schnitzer-Ungefug ist neue Präsidentin, Peter Grunwald neuer Vizepräsident. Zudem seien sieben weitere Beisitzer von der Mitgliederversammlung gewählt worden, wie der Landesmusikrat in Halle mitteilte. Das Votum sei einstimmig gewesen. Schnitzer-Ungefug war bis zum September 20 Jahre lang Generalsekretärin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Der Landesmusikrat vertritt mehr als 120 000 musizierende Menschen und etwa 50 Institutionen der Musik in Sachsen-Anhalt. Er setzt sich auf Landesebene für die Interessen aller Musikbereiche in bildungs-, kultur-, sozial- und rechtspolitischen Fragen ein.

American Music Awards werden verliehen

In Los Angeles werden in der Nacht zu Montag (2.00 Uhr MEZ; Ortszeit Sonntagabend) die American Music Awards verliehen. Trotz strenger Corona-Beschränkungen soll es auch Live-Auftritte geben. Unter anderem wurden Billie Eilish, Katy Perry und Justin Bieber angekündigt. Einige Künstler werden zugeschaltet, zum Beispiel die K-Pop-Band BTS aus Südkorea und Dua Lipa aus London. Die meisten Gewinnchancen haben in diesem Jahr The Weeknd und Roddy Ricch mit je acht Nominierungen. Rapperin Megan Thee Stallion ist fünfmal nominiert, Taylor Swift, Lady Gaga, Justin Bieber, Doja Cat, Bad Bunny und DaBaby je viermal. Die Schauspielerin Taraji P. Henson moderiert die Trophäen-Gala. Die American Music Awards werden seit 1973 vergeben. Die Nominierungen basieren auf Albumverkaufszahlen der Musiker. Über die Gewinner können Fans im Internet abstimmen.

Proteste gegen Bildungsreform in Spanien

In mehr als 50 Städten Spaniens haben Tausende Menschen mit Autokorsos gegen eine umstrittene Bildungsreform der linken Regierung protestiert. Die größte Kundgebung fand in der Hauptstadt Madrid mit rund 5000 Fahrzeugen statt, teilte die Nachrichtenagentur Europa Press mit. Oppositionspolitiker Pablo Casado von der Volkspartei und die rechtspopulistische Vox-Partei kündigten Klagen vor dem Verfassungsgericht an. Das neue Schulgesetz sieht neben anderen viel kritisierten Änderungen die Abschaffung von Spanisch als einziger "offizieller Sprache" im Bildungswesen vor. Auch soll unter anderem der Religionsunterricht deutlich an Gewicht verlieren, was auch die katholische Kirche kritisiert hatte. Zudem wird den sogenannten "Colegios Concertados" - das sind Privatschulen, die vom Staat teilfinanziert werden - die Geschlechtertrennung im Unterricht untersagt. Die Regionen dürfen darüber hinaus Grundstücke nur noch für den Bau öffentlicher Bildungseinrichtungen kostenlos zur Verfügung stellen.

Filmfestival Mannheim-Heidelberg verleiht Preise

Der Film "My Mexican Bretzel" ist mit dem Hauptpreis "International Newcomer Award" des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg ausgezeichnet worden. Der Debütfilm der spanischen Regisseurin Nuria Giménez Lorang sei ungemein exzentrisch und unterhaltsam gewesen und habe zugleich hinterfragt, was ein Film ist und was er darf, begründete die Jury die Entscheidung. Der Film "Single Cycle" erhielt den Rainer Werner Fassbinder Award für das beste Drehbuch. Der Film "Lorelei" der US-amerikanischen Regisseurin Sabrina Doyle wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg hatte in diesem Jahr coronabedingt gänzlich digital stattgefunden. An elf Tagen wurden auf einer Online-Plattform etwa 40 Filme gezeigt.

Kinderpsychiater: Entwicklung durch Corona ungestört

Die Corona-Pandemie zeigt nach Erkenntnissen von Psychiatern bislang geringere Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als befürchtet. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Michael Kölch, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es keine Anhaltspunkte gebe, dass sich in der psychischen Entwicklung junger Menschen etwas nachhaltig verändern könnte. Trotz der Pandemie finde eine normale geistige Entwicklung statt. Kölch warnte auch davor, über mögliche Langzeitfolgen zu spekulieren. Das wäre wissenschaftlich nicht haltbar. Dennoch gebe es Tendenzen, die im weiteren Verlauf der Pandemie genau beobachtet werden müssten. So seien Menschen in sozial schwierigen Lebensumständen mehr von der Krise betroffen. Auch die aktuelle Überbelastung der Gesundheitsämter und damit der häufige Wegfall von Schuleingangsuntersuchungen könnten sich langfristig negativ auswirken. Dadurch sei es möglich, dass Entwicklungsstörungen nicht rechtzeitig entdeckt würden und die Kinder nicht die Unterstützung erhielten, die sie brauchen.

Schausteller fürchten Weihnachtsmarktabsagen

Angesichts abgesagter Adventsmärkte warnen Schausteller vor einem Sterben der Weihnachtsmarkttradition. Das Schaustellergeschäft lebe von etwa 5000 Unternehmen, allesamt Familienbetriebe, sagte Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Schaustellerbund (DSB), der Deutschen Presse-Agentur. Wenn diese die Corona-Krise nicht überlebten, werde es Volksfeste und Weihnachtsmärkte, so wie man sie kenne, zukünftig nicht mehr geben. Das diesjährige Verbot von Festen und Weihnachtsmärkten käme in seiner Wirkung einem Berufsausübungsverbot gleich und bedeute für die Mehrzahl der Vereinsmitglieder einen kompletten Einnahmeausfall. Vielen drohe der Untergang. Die Überbrückungshilfen des Staates seien lückenhaft und holten Schausteller kaum in der Lebenswirklichkeit ab. Der Verband glaube, dass Weihnachtsmärkte auch unter Corona-Bedingungen mit neuer Platzarchitektur, veränderten Angeboten und durchdachten Hygienekonzepten an frischer Luft möglich gewesen wären.

Emil Noldes Atelier- und Wohnhaus wird modernisiert

Das Atelier- und Wohnhaus des Expressionisten Emil Nolde im schleswig-holsteinischen Seebüll wird modernisiert. Seit den 1950er-Jahren ist es ein Museum. Die Renovierung sei eine besondere Gratwanderung, sagt der Direktor der Nolde-Stiftung, Christian Ring. Der Charakter des Hauses und möglichst viel der historischen Substanz sollen erhalten bleiben, gleichzeitig aber ein Museum entstehen, das modernen Ansprüchen entspricht. Der markante Klinkerbau wurde ab 1927 in mehreren Schritten nach den Plänen Noldes errichtet. Nach Noldes Tod wurde er umgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

"Guitar Center" stellt Insolvenzantrag

Das "Guitar Center", die größte US-amerikanische Einzelhändlerkette für Musikinstrumente und Zubehör, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen war schon seit Jahren hoch verschuldet. Zuletzt hatte das veränderte Kaufverhalten der Kundschaft wegen der Coronapandemie die Lage verschärft. Noch Anfang des Monats hatte das Unternehmen mit Gläubigern über einen möglichen Teilschuldenerlass verhandelt. Die landesweit etwa 300 Geschäfte sollen vorerst weiter geöffnet bleiben.

Große Berliner Silvesterparty fällt aus

Die traditionelle Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor in Berlin wird wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden können. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sagte der "Berliner Morgenpost", dass es keine Riesenpartys und Familientreffen geben könne. Ansonsten drohe im Februar die nächste Infektionswelle. Laut "Berliner Morgenpost" sei nun ein Geisterkonzert ohne Publikum geplant, das vom ZDF übertragen wird. Auch der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz wird laut Informationen der Zeitung allenfalls in sehr verkleinerter Form stattfinden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller habe den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf aufgefordert, entsprechend zu handeln.

Proteste gegen Sicherheitsgesetz in Frankreich

Aktivisten und Journalisten haben mit Straßenprotesten in Frankreich gegen ein Sicherheitsgesetzvorhaben protestiert. Die Proteste am Samstag wurden von Reporter ohne Grenzen, Amnesty International, Gewerkschaften und anderen Gruppen organisiert. Das geplante Gesetz würde es strafbar machen, Fotos von Polizisten mit der Absicht zu veröffentlichen, ihnen Schaden zuzufügen. Die Demonstranten sehen den Entwurf als Verstoß gegen die Informationsfreiheit. Die französische Regierung argumentiert, das Gesetz solle Polizisten vor Aufrufen im Internet zur Gewalt schützen. Wer gegen das Gesetz verstößt, könnte eine Höchststrafe von bis zu einem Jahr Haft bekommen und ein Bußgeld von 45 000 Euro zahlen müssen. Das Büro der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und der Ombudsmann für Menschenrechte in Frankreich haben ebenfalls Besorgnis wegen der Risiken durch das Gesetz zum Ausdruck gebracht.

New Yorker Gouverneur bekommt Internationalen Emmy

Der Gouverneur des US-Staats New York, Andrew Cuomo, erhält für seine einst täglichen TV-Briefings zum Coronavirus einen Internationalen Emmy. Die International Academy of Television Arts & Sciences teilte mit, sie wolle dem demokratischen Politiker bei einer live übertragenen Show am Montag die Auszeichnung präsentieren. Cuomo werde mit dem Founders Award der Akademie geehrt, weil er seine Ansprachen im Fernsehen dazu genutzt habe, um die Öffentlichkeit zu informieren und zu beruhigen, teilte der Präsident der Akademie, Bruce L. Paisner, mit.

Twitter will @POTUS-Account an Biden übergeben

Der Onlinedienst Twitter wird den offiziellen Präsidenten-Account @POTUS am Tag der Amtseinführung an den gewählten Präsidenten Joe Biden übergeben - auch wenn Noch-Amtsinhaber Donald Trump seine Wahlniederlage bis dahin nicht eingestehen sollte. Das bestätigte Twitter dem Internetportal "Politico". Gleiches gelte für die offiziellen Accounts des Weißen Hauses @whitehouse, des Vizepräsidenten @VP, der First Lady @FLOTUS sowie einige andere Accounts, die mit dem Präsidentenamt verbunden sind. Für die Übergabe der Accounts ist Twitter zufolge kein Informationsaustausch zwischen der Teams von Trump und Biden nötig. Alle existierenden Tweets würden archiviert, die Konten dann zurückgesetzt und an Bidens Team übergeben. Trumps wichtigstes Sprachrohr ist jedoch der private Account: Auf @realDonaldTrump folgen dem amtierenden Präsidenten rund 88,9 Millionen Menschen. Biden war am 7. November von führenden US-Medien zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl erklärt worden. Allerdings weigert sich Trump bisher, seine Niederlage einzugestehen.

Deutscher Theaterpreis "Der Faust" verliehen

Zum 15. Mal wurde der deutsche Theaterpreis "Der Faust" verliehen. Mit der Auszeichnung werden herausragende künstlerische Leistungen in acht Kategorien geehrt. Die Regisseurin Ewelina Marciniak erhielt die Auszeichnung für ihre Umsetzung von "Der Boxer" am Thalia Theater Hamburg. An Martin G. Berger ging er für seine Inszenierung der "Ariadne auf Naxos" am Deutschen Nationaltheater Weimar. In der Kategorie Tanz wurde der Choreograph William Forsythe für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Weitere Preisträger waren: Astrid Meyerfeldt (Schauspiel), Patrick Zielke (Sängerdarsteller), Bryan Arias (Choreografie), Lucy Wilke und Pawel Dudus (Darstellerin/Darsteller Tanz), Antje Pfundtner (Regie Kinder- und Jugendtheater) und Markus Selg und Rodrik Biersteker (Bühne/Kostüm).

Neue bedeutende Teilskelette in Pompeji entdeckt

In der antiken römischen Stadt Pompeji sind die Teilskelette von zwei Männern gefunden worden. Bei ihnen handele es sich vermutlich um einen reichen Mann und seinen Sklaven, die vor dem Ausbruch des Vesuv vor knapp 2000 Jahren geflohen seien, teilte die archäologische Stätte mit. Die Überreste wurden demnach bei Ausgrabungen einer Villa am Stadtrand von Pompeji entdeckt. In der gleichen Gegend war 2017 ein Stall mit den Überresten von drei Pferden gefunden worden. Die beiden Männer waren offenbar vor dem ersten Ascheregen im Jahr 79 nach Christus geflohen, dann einem heftigen Vulkanausbruch am darauffolgenden Tag zum Opfer gefallen. Archäologen vermuten anhand von Knochenuntersuchungen, dass es sich bei einem der Opfer um einen jungen Mann im Alter von 18 bis 25 Jahren handelt, der wie ein Sklave arbeitete. Der andere Mann sei wahrscheinlich etwa 30 bis 40 Jahre alt gewesen. Die Fachleute zeigten sich begeistert, wie viele Details, etwa zu der Kleidung, sie ermitteln konnten. Dies war möglich, weil die Skelette in Hohlräumen unter erstarrter Vulkan-Asche gelegen hätten.

Carsten Brosda ist neuer Präsident des Bühnenvereins

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda ist neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Das hat der Bühnenverein in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Auf der teilweise digital stattfindenden Jahreshauptversammlung wurde die Wahl des 47-Jährigen verkündet. In den nächsten Jahren wolle Brosda ein stärkeres Bewusstsein für die gesellschaftliche Notwendigkeit von Theatern und Orchestern schaffen und sie vermehrt ins Zentrum kulturpolitischer Aufmerksamkeit rücken. „Kulturorte sind Orte der Sinnsuche und der Erkenntnis und deswegen gerade in Zeiten wie diesen wichtig für unsere freie, offene und demokratische Gesellschaft", sagte Carsten Brosda nach seiner Wahl. Brosda ist Senator für Kultur und Medien in Hamburg und folgt Ulrich Khuon auf den Posten, der nicht wieder für das Amt kandidierte.

Die "Berlinale" wird nicht verschoben

Das Filmfestival "Berlinale" wird nicht verschoben. Denn auch das Frühjahr sei coronabedingt unsicher. Das sagte die Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek im Deutschlandfunk Kultur. Auch eine Verschiebung auf Mai schloss sie aus: "Eine Positionierung nach Cannes wäre für die Berlinale keine Option, weil die gesamte Branche nach Cannes reisen würde und dann nicht nochmal zur Berlinale kommen würde." Sollte das Festival stattfinden können, werde man sich auf Kinovorführungen konzentrieren und keine Empfänge organisieren. Im Falle einer Absage könnten Bereiche des Filmfests wie etwa der Europäische Filmmarkt digital stattfinden. Auf jeden Fall, so Rissenbeek, bleibe die "Berlinale" - sollte sie tatsächlich stattfinden - ein Publikumsfestival und werde nicht auf die Fachwelt reduziert.

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