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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.04.2018

Lana Del Rey in BerlinKonzert gewordenes Instagram-Profil

Von Christoph Möller

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Lana Del Rey bei den Grammy Awards in New York (imago/UPI Photo)
Die USA liegen ihr am Herzen - und dennoch muss sie sich davon distanzieren. (imago/UPI Photo)

Lana Del Rey galt lange Zeit als große, immer etwas melancholische Dokumentarin des US-amerikanischen Lebensgefühls. Doch damit ist es ein Stück weit vorbei, wie ihr einziges Deutschlandkonzert in Berlin zeigt.

Auf der Leinwand laufen Videos, die aussehen als seien sie mit Super-8-Kameras gedreht, das Licht ist angenehm orangefarben, und Lana Del Rey schreitet unprätentiös über die Bühne der Mercedes-Benz-Arena in Berlin. Ein Konzert wie ein Instagram-Profil: Retro, mit dem Blick in die Vergangenheit.

Del Rey singt über den Tod und wie sie sich wahrnimmt in dem Land, das ihr so sehr am Herzen liegt, und von dem sie sich ein Stück weit distanziert hat: die USA.

Das universelle Leid des Landes

Ihre Stücke haben etwas Gebrochenes, das universelle Leid des Landes, Del Rey scheint es persönlich zu treffen. Das ist ihr Geheimnis: Über die unangenehmen Zwischentöne singen, Raum lassen für Trauer, Angst und Sorgen. Das geht auf, selbst in einer Arena mit über 10.000 Menschen. Zu Ambient-Musik gibt Del Rey fast zehn Minuten lang Autogramme und macht Fotos mit ihren Fans, übertragen auf den großen Leinwänden der Halle. Es ist sind rührende Momente, die man sich stundenlang anschauen könnte.

Del Rey zeigt, dass sie mehr will als große Popstars wie Katy Perry oder Taylor Swift. Sie will ein Zeitgefühl einfangen, in all seinen Nuancen. In Berlin hat das extrem gut funktioniert.

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