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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 30.04.2020

Lakonisch Elegant#81 Ich will Eure Hände sehen – Das Ende der Live-Musik?

Von Christine Watty und Johannes Nichelmann

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Junge Leute tanzen und hören Musik auf einem Festival. (Getty Images / Matt Cardy)
Viele Fans sehen sich derzeit nach Live-Musik - und die Musiker nach den Einnahmen. (Getty Images / Matt Cardy)

Keine Konzerte, keine Clubs, keine Festivals – dafür jede Menge Auftritte im Internet. Wie dauerhaft sind die Corona-Schäden für die Popmusikwelt? Wir sprechen mit Katja Lucker vom Musicboard Berlin und der Musikerin Malonda.

Echte Musikfans sitzen derzeit bestimmt auch mal mit Tränen in den Augen vor einem Live-Stream von zurückgelassenen Popmusikerinnen und Popmusikern - und warten darauf, dass das große Vermissen von Musik auf Bühnen einsetzt.

Vielleicht sind sie aber auch genervt, weil es online einfach nicht gut funktioniert. Und möglicherweise liegt in mancher Freude über die digitalen Möglichkeiten für (Pop-)Musikschaffende auch eine praktische Verdrängungsleistung für das Ausmaß der Musik-Krise, die gerade erst beginnt.

Den Schaden begrenzen

Die Absagen der Festivals im Sommer werden vom Publikum inzwischen nur noch halbgelangweilt durchgewunken, weil: Das war ja eh schon allen klar. Katja Lucker ist die Geschäftsführerin vom Musicboard Berlin, einer Fördereinrichtung für Musiker und Musikveranstaltungen des Landes Berlin – und arbeitet derzeit mehr denn je, um die Corona-Veranstaltungs-Absagen aufzufangen und manches davon ins Netz zu übertragen. In Berlin war und läuft vieles unkompliziert, gerade für die Künstlerinnen und Künstler. Das bestätigt auch die Musikerin Malonda.

Die Clubs sind am Ende

"Ich find das eigentlich ganz gut, dass man merkt, dass es schon auch Reaktionen auf Forderungen seitens der Politik gibt. Andererseits gibt es auch immer wieder Leute, die durch alle Raster fallen", sagte Malonda.

Katja Lucker schaut vor allem auf die Strukturen hinter den Musikerinnen und Musikern: "Viele Menschen, die mich anrufen, sind die Life-Venues, Clubs – und denen geht es wirklich schlecht und richtig an den Kragen."

Live-Streaming könnte auch bezahlt werden

Auffällig ist, dass problematische Strukturen der Branche jetzt sichtbar werden: Live-Auftritte weg - und schon kein Geld mehr? Ein Leben von der Hand in den Mund?

Was zieht man aus dieser bitteren Erkenntnis? Muss man über den Wert von Musik nochmal diskutieren?

So geht es im Kulturpodcast auch um die Frage, ob es nach wochenlangem Not-Live-Streaming von Musik im Netz nun ein bisschen spät ist, mal zu fragen, ob sowas nicht eigentlich auch bezahlt werden kann.

Achtung Spoiler: Ja, es ist zu spät, finden die Gäste in diesem Podcast.

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