Freitag, 10.07.2020
 

Lakonisch Elegant | Beitrag vom 05.12.2019

Lakonisch Elegant#61 Literaturnobelpreis: Warm-up vor der Verleihung

von Johannes Nichelmann und Katrin Rönicke

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Die Schriftstellerin Olga Tokarczuk mit einem Regenbogenfähnchen inmitten anderer Teilnehmer des Equalitiy-Marsches in Wroclav im Oktober 2019. (imago images / Eastnews)
Die Literaturnobelpreisträgerin 2018, über die man zumindest hierzulande nicht ganz so viel streitet: Olga Tokarczuk (imago images / Eastnews)

Am 10. Dezember findet die Verleihung der Literaturnobelpreise für 2018 an Olga Tokarczuk und für 2019 an Peter Handke statt. Seit Bekanntgabe wird über die Entscheidung des Komitees heftig gestritten. Eine Zusammenfassung vor der Verleihung.

Seit im Oktober bekannt gegeben wurde, wer die Preisträgerin 2018 und wer der Preisträger 2019 für den Nobelpreis für Literatur sein wird, verging kein Tag, an dem nicht über die Entscheidung der Schwedischen Akademie für Handke gestritten, getwittert und kommentiert wurde. Nach zwei Monaten erhitzter Feuilleton- und Twitter-Debatte findet Lakonisch Elegant. Der Kulturpodcast: Wir müssen ein bisschen sortieren und wir wollen vor allem auch über die Preisträgerin Olga Tokarczuk sprechen, über die man zumindest nicht ganz so viel streitet.

Aber wie sieht das in Polen aus?

Das wollen wir rausfinden mit Joanna Stolarek, Leiterin des Landesbüros der Heirich-Böll-Stiftung in Warschau. Sie berichtet in der Sendung, welche Auswirkungen der Literaturnobelpreis 2018 auf die politische Debatte in Polen hat, denn Olga Tokarczuk ist eine Autorin, die sich auch gerne gesellschaftspolitisch einmischt. Vor den Parlamentswahlen in Polen etwa hatte Tokarczuk vor einem kulturellen Kahlschlag durch die PiS-Regierung gewarnt. Mit einem Teil des Preisgeldes hat sie eine Stiftung in Breslau gegründet – was man davon erwarten kann, erklärt Joanna Stolarek. 

Sieglinde Geisel, freie Journalistin für unter anderem Deutschlandfunk Kultur, WDR und SRF, blickt mit uns auf die ganze erhitzte Handke-Debatte. Für sie haben die Sozialen Medien eine besondere Rolle sowohl bei der Vernetzung der Handke-Anhäger, als auch bei der Beweisführung gegen ihn gespielt. Sie selbst hat sich Handkes literarischen Stil intensiver angeschaut: Was sagt Seite 99 seines Romans "Die Obstdiebin" über ihn? Und was können wir aus der Auseinandersetzung der vergangenen zwei Monate lernen?

Schwedische Akademie in der Kritik

Jenseits der Preisträgerin Tokarczuk und dem Streit um Handke gibt es derzeit in Schweden aber noch ganz andere Probleme, wie Carsten Schmiester, Korrespondent der ARD in Stockholm, berichtet. Seit Jahren steht die Schwedische Akademie, die den Preis vergibt, in der Kritik, 2018 gab es einen handfesten Skandal um den Mann von Akademie-Mitglied Katarina Forstersen, der wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt – und dieser Skandal ist auch der Grund, warum die Verleihung 2018 ausgesetzt wurde. Wie geht es nun weiter mit Akademie und Preis und welche Veränderungen kann man erwarten? Und wie passt die Verleihung an Handke in diese ganze Geschichte?

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