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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 15.08.2019

Lakonisch Elegant#45 Thema egal – Promis im Podcast

Von Christine Watty und Johannes Nichelmann

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Ein Mikrophon im Tonstudio in warmer Lichtstimmung (Eyeem / Janja Milosevic)
Das Mikro: Wer reinspricht und es aufnimmt, darf auf Podcast-Anhang hoffen. (Eyeem / Janja Milosevic)

Promis an die Mikrofone! Wieder haben sich zwei bekannte Menschen dazu entschlossen, in einem Podcast über sich und ihre Welt zu reden: Benjamin von Stuckrad-Barre und Jasna Fritzi Bauer. Warum soll das interessant sein?

Egal ob Charlotte Roche, Oli Schulz und Jan Böhmermann, Oliver Polak und Micky Beisenherz – die Prominenz der Republik hat ein neues, altes Medium für sich entdeckt: das Audio. Stundenlang erzählen sie Geschichten aus ihrem Leben und erfreuen damit ein großes Publikum. Alternativ werden in anderen Formaten einflussreiche Persönlichkeiten in bis zu sechs Stunden langen Interviews befragt. Schon ist von "Laberpodcasts" die Rede - sie sind das Medium der Stunde.

Podcast als Prestigeveranstaltung

Wir wollen - in unserem - Podcast herausfinden, warum sich Prominente inzwischen statt mit Buch oder Popsong gerne mit einem Podcast schmücken. Was macht das Medium "Podcast" so attraktiv? Sagt der Trend zum Promi-Podcast möglicherweise mehr über unser Medienverhalten und die dazugehörigen Aufmerksamkeitsmechanismen aus als über das Medium an sich?

Christian Conradi ist einer der Gründer des Podcastlabels "Viertausendhertz". Er ist sich sicher, dass die Wurzeln dieses Trends nicht etwa im Radio liegen, sondern in den sozialen Netzwerken. Podcasts als zusätzliches Mittel der Interaktion mit dem Publikum.

Authentizität und Natürlichkeit

Die Radiojournalistin und Podcastexpertin Sandra Müller mag die Authentizität und Natürlichkeit der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und sieht im Erfolg der vielen intimen Gespräche auch ein Stück Zeitgeist: "Wir sind ja permanent getriggert und angereizt, immer muss irgendwas passieren. Vielleicht ist der Reiz, dass es oft über lange Zeit einfach nur normal ist.

Uns interessiert zudem, wieso das glitzernde Medium Podcast mit all seinen Möglichkeiten oft nur mit trockenen Interviews und Gesprächen bespielt wird, als dominante Erzählform. Was suchen Hörerinnen und Hörer und Macherinnen und Macher in dem langen Geplauder?

Lockere Ansprache aus dem Radio

"Diese berühmte lockere Ansprache, die jetzt immer wieder Thema ist, die kommt natürlich aus dem Radio", sagt Ingo Kottkamp. Er ist Feature-Redakteur bei Deutschlandfunk Kultur. In seiner monatlichen Reihe "Wirklichkeit im Radio" (jeden letzten Samstag, 18:05 Uhr) blickt er immer wieder auf Klassiker, Neu- und Wiederentdeckungen aus der Welt der aufwändigen Radiodokus.

Neben den schweren, manchmal epochalen und aufwändigen Features habe es auch immer eine Art Gegenbewegung gegeben, meint er.

Beispielsweise eine Sendung aus den 1970er Jahren, in der ein Autor mit einer Freundin plauderte, während diese in der Badewanne saß und von ihrem Leben berichtete.

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