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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 03.01.2019

Lakonisch Elegant#13 Best-of 2018 - Tanz der Millennials zur Musik der 80er

von Katrin Rönicke und Johannes Nichelmann

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Das Bild zeigt mehrere silberne Diskokugeln vor dunklem Hintergrund, der von Lichtreflexen der Kugeln durchsetzt ist. (unsplash.com; Fidel Fernando)
Zum Jahresbeginn schaut "Lakonisch Elegant. Der Kulturpodcast" ganz feierlich zurück und besucht Lieblingsmomente aus dem Jahr 2018. (unsplash.com; Fidel Fernando)

Andere schauen vor Silvester zurück, wir im Neuen Jahr: Hier ist der Lakonisch Elegante Jahres-Rückblick 2018. Wir hören uns selbst nochmal zu und präsentieren unsere liebsten Momente aus zwölf Episoden Kulturpodcast. Liebevoll kuratiert, neu kommentiert und mit Sammlerwert!

Kurz mal hochgerechnet, brachte es "Lakonisch Elegant. Der Kulturpodcast" in seinen ersten zwölf Folgen 2018 auf plusminus 36 Interviewpartner*innen. Mit großem Mut zu Unvollständigkeit erinnern wir uns in dieser Episode an drei Gespräche aus dem frisch vergangenen Jahr, die mindestens bei uns bleibende Eindrücke hinterlassen haben.

Satire: Was soll hier witzig sein?

Nach der Angelegenheit Polak-Böhmermann-Niggemeier (um es mal ganz kurz zusammenzufassen!) und der schnell gefundenen Frage in den Feuilletons "Was darf Satire?", entschlossen wir uns in Folge #4 etwas allgemeiner zu fragen: Wie hässlich ist unser Humor?

Das Gespräch mit der Kommunikationswissenschaftlerin und Gag-Autorin Samira El Ouassil ist uns auch Monate später im Gedächtnis geblieben. Sie belieferte uns damals mit Hintergründen zum Thema Humor, erklärte uns die "symbolische Gewalt", die Pointen in sich tragen und was diese Gags für verschiedene Gesellschaftsgruppen bedeuten können. Sie analysierte für uns, wie sich die Comedy-Szene aktuell ändert, je mehr Sensibilität im Publikum entsteht. Ein Gespräch, das auch 2019 für uns noch notwendig und erhellend bleibt!

Verkatert vom Binge-Watchen

Die Autorin Bianca Jankovska stellte im Herbst 2018 fest, dass ihr Umfeld und sie selbst einigermaßen unfähig zum Rausch geworden ist, sich häufiger gegen den Rausch entscheidet. So zumindest steht‘s geschrieben in einem Ausschnitt ihres Buches "Das Millennial-Manifest": "Wo sind die Nächte hin, in denen wir ewig auf waren, um betrunken und bekifft zusammen Nick Cave zu hören?"

Bianca Jankovska, Autorin von "Das Millennial-Manifest", lacht über ihre Schulter in die Kamera, während sie vor einem Laptop an einem Schreibtisch sitzt. (Melanie Ziggel)Bianca Jankovska hat "Das Millennial-Manifest" geschrieben und fragt sich, ob ihr Umfeld den Rausch verlernt hat. (Melanie Ziggel)

Die Frage nach dem Rausch sorgte auch bei uns im Lakonisch-Elegant-Team für Diskussionen und wurde zur Grundlage für Folge #8 Was fehlt, wenn der Rausch fehlt? "Ekstase besteht daraus", so Jankovska bei uns im Gespräch, "möglichst viele Likes auf Twitter zu bekommen". Also in Zukunft wirklich lieber Serien-Glotzen und Instagram-Schubsen als Party-Hoppen? Ist das die Haltung, die sich immer mehr verbreitet?

Dem sind wir nachgegangen - mit unklarem Ergebnis, aber auf dem Weg dorthin haben wir viele interessante Positionen gesammelt. Vielleicht auch das eine Premiere im Kulturpodcast, dieses Gefühl zu haben: Zu diesem Thema ist am Ende der Episode noch nicht alles gesagt.

Nach "Lindenstraßen"-Aus: Der BRD-Fetisch

Und, natürlich: Die BRD-Folge #7 Tschüss, altes BRD-Gefühl! Ein Rückblick auf die sogenannte "alte BRD", von uns aufgeworfen, als die "Lindenstraße" ihr baldiges Aus vermeldete und dann auch noch ein großer Versandhaus-Katalog sich seiner letzten Ausgabe näherte.

Wir haben uns reingestürzt in den graubraunen Muff der damaligen Zeit, über ihre Politik, Kultur und Gesellschaft von damals. Wir haben uns an einer Einordnung versucht und uns quasi nochmal vor die Glotze gesetzt, mit Sybille Waury von der Lindenstraße.

Rausgekramt haben wir für dieses Best-of das Gespräch mit dem Autor Michel Decar, Jahrgang 1987, der sich selbst einen gewissen BRD-Fetisch attestiert und der die alte BRD "wie einen absurden Staat" wahrnimmt, in dem er selbst geboren ist. Geführt wurde das Interview übrigens in einer Umkleidekabine eines großen westdeutschen Kaufhauses.

Michel Decar stützt sein Kinn auf seine Hand, während er hinter einem Radiomikrofon sitzt. (Deutschlandradio / René Fietzek)Der Schriftsteller Michel Decar sagt über sich selbst, dass er einen regelrechten BRD-Fetisch habe. (Deutschlandradio / René Fietzek)

Back to the roots!

Was bleibt nach dieser Folge: Wir wünschen allen Lakonisch-Elegant-Hörer*innen ein tolles Neues Jahr! Und bevor wir 2019 weitere Folgen, neue Gespräche und neue Reisen angehen – hört, hören Sie gerne nochmal nach, was die ersten Folgen so bieten! Wir freuen uns - auch über Feedback, Kritik, Anregungen und Themenvorschläge für 2019 an lakonischelegant@deutschlandradio.de.


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