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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 27.12.2018

Lakonisch Elegant#12 Weihnachten bei Familie Lakonisch-Krokant

Von Johannes Nichelmann, Katrin Rönicke, Julius Stucke und Christine Watty

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Das Gruppenbild zeigt die vier Menschen hinter dem Podcast Lakonisch Elegant (v.l.n.r.): Christine Watty, Julius Stucke, Katrin Rönicke und Johannes Nichelmann. Im Hintergrund ist skizzenhaft Weihnachtsschmuck zu sehen.
Eine kleine Überraschung nach Weihnachten: Das Team von "Lakonisch Elegant" sitzt zum ersten Mal zu viert im Studio, um über die Kulturthemen des Jahres zu sprechen.

Diesmal sind wir alle da! Vier Leute, vier Kulturthemen des Jahres 2018: Wir reden über den sogenannten Hashtag-Aktivismus, erinnern uns an die Demos in Chemnitz, bejubeln die erste weibliche Besetzung für die Hauptfigur der BBC-Serie "Dr. Who" und streifen die Raubkunstdebatte.

Das Team von "Lakonisch Elegant" packt nachträglich Weihnachtsgeschenke aus (okay, es sind nur Themen drin!) und unterhält sich über das, was 2018 die Feuilletons beschäftigt hat. Welche Kraft zur Veränderung haben die diversen Hashtags wie #metoo, #metwo oder #unten? Tausende von kleinen Geschichten haben uns vor allem auf Twitter begleitet, die jeweiligen Hashtags wurden aber auch immer wieder kritisiert. Sinnvoll oder nicht, diese Art des Aktivismus?

Die Aufmerksamkeitsökonomie

In Chemnitz marschierten im August Rechte auf – danach gab's viel Aufmerksamkeit für die Stadt, die Anfang September ihren Abschluss fand mit über 60.000 Besucher*innen des Popkonzerts "Wir sind mehr". Wir blicken zurück und fragen uns gegenseitig: Ist die Aufmerksamkeit auf Kulturevents und die Leute dahinter eigentlich schräg verteilt? Interessiert Chemnitz mehr, wenn es dort zu Ausschreitungen kommt – und klingt danach das Interesse wieder ab? Was bedeutet das für die Arbeit von Kulturschaffenden vor Ort?

Sänger Campino von der Rockband "Die Toten Hosen" am 3. September 2018 beim Konzert unter dem Motto #wirsindmehr in Chemnitz auf der Bühne (picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa)Campino von den Toten Hosen beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz (picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa)

Dr. Who ist eine Frau!

Katrin flippt im Podcast aus vor Freude, weil die Hauptfigur der Serie "Dr. Who" nun weiblich besetzt ist – durch die Schauspielerin Jodie Whittaker; für Katrin ein Highlight des Jahres 2018. Man muss die Serie gar nicht schauen, um zu verstehen, welche große Nachricht das ist: Mit Frau Dr. Who ändert sich auch die thematische Ausrichtung leicht; altbekannt hingegen bleiben die wütenden Stimmen in diesem Internet gegen die Neubesetzung. Wie das so geht mit der Umgewöhnung, was es inhaltlich mit der Serie macht – darum geht’s auch in diesem Podcast.

Jodie Whittaker in "Dr. Who" (dpa / Everett Collection)Jodie Whittaker (2. von rechts) in "Dr. Who" (dpa / Everett Collection)

Kunst zurückgeben!

Und schließlich trauen wir uns am Schluss noch an die Restitutionsdebatte – also die Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes. Im November übergaben die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Ökonom Felwine Sarr dem französischen Präsidenten Macron einen Bericht, der empfiehlt, zahlreiche Objekte aus französischen Museen zurückzugeben – Objekte, die zum Beispiel geraubt wurden oder Kolonialbediensteten gehörten. Seitdem diskutieren sich auch in Deutschland Historiker*innen die Köpfe heiß, was das eigentlich für die Museen hier bedeuten könnte. Wir greifen das Thema auf und grübeln weiterhin, ob und wie wir es demnächst mal im Podcast abbilden können.


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