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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. August 2018

Kurt-Schwitters-Preis für Argentinierin Rottenberg

Absurde Satire spreche "die dringenden Fragen unserer Zeit messerscharf an"

Die argentinische Video- und Installationskünstlerin Mika Rottenberg erhält den Kurt-Schwitters-Preis 2019 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird dieses Jahr zum 12. Mal vergeben, wie die Stiftung in Hannover mitteilte. In ihren Installationen und Videoarbeiten nehme Rottenberg auf humorvolle Weise die Frau als Produktionsmittel im Kapitalismus in den Fokus, hieß es zur Begründung. Mit ihrer absurden Satire spreche die Künstlerin "die dringenden Fragen unserer Zeit messerscharf an". Ihre Werke fänden internationale Beachtung und würden vielfach ausgestellt. Rottenberg wurde 1976 in Buenos Aires geboren, sie lebt und arbeitet in New York.

Ermittlungen gegen documenta eingestellt

Kein Tatverdacht der Verantwortlichen wegen Untreue

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige Geschäftsführerin der documenta, Annette Kulenkampff, eingestellt. Nach Prüfung der Vorwürfe gegen sie und den Künstlerischen Leiter gebe es keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten. Die Kunstausstellung documenta 14 hatte im vergangenen Jahr erstmals ein Konzept zweier Ausstellungsorte in Kassel und Athen gewählt. Die der Geschäftsführung angelasteten Vertragsabschlüsse die zu einer Budgetüberschreitung mit einem Defizit von 5,4 Millionen Euro erzielt geführt hatten, hätten der Kunstausstellung zu einem größtmöglichen Erfolg verholfen. Bei Einsparungen hätte mit einem Besucherrückgang und größeren Verlusten gerechnet werden müssen. Es sei darum gegangen, die Reputation der documenta insgesamt als die bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst zu bewahren, so das Fazit der Staatsanwaltschaft. Das Minus soll vor allem am Zweitstandort Athen entstanden sein. Es sei nicht anzunehmen, dass die Verantwortlichen der documenta dieses vorsätzlich verursacht hätten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Auch deshalb scheide ein Tatverdacht wegen Untreue aus.

Bundespräsident würdigt Gerd Ruge

Journalist wird 90 Jahre alt

Mit einem Glückwunschschreiben hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Journalisten und Buchautor Gerd Ruge zum 90.Geburtstag gratuliert. Der vor allem durch seine Tätigkeit als Auslandskorrespondent bekannten Ruge sei eine „Journalistenlegende". Ruge hatte viele Jahre für die ARD aus Washington und Moskau berichtet und ist auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1993 mit Reisereportagen, u.a. aus Sibirien und China, aktiv geblieben. Ruges großes journalistisches Werk sei gekennzeichnet von "Neugier, Urteilsfähigkeit und Sensibilität sowie der Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen". Er habe damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis anderer Völker und Kulturen, aber auch für das Selbstverständnis der Deutschen geleistet, schrieb der Bundespräsident. Gerd Ruge gehört auch zu den Mitgründern der Deutschen Sektion von Amnesty International und engagiert sich für die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses, etwa durch das mit 100.000 Euro dotierte Gerd-Ruge-Stipendium.

Umfrage ergibt ungewisse Zukunft für Printmedien

Roboterjournalismus findet wenig Unterstützung

Nach einer Studie im Auftrag der Initiative nextMedia.Hamburg glauben nur wenige Menschen, dass Printmedien im Laufe der nächsten 10 Jahre bedeutungslos werden. Nur 9 Prozent gingen davon aus, dass gedruckte Zeitungen dann "tot sind". Allerdings rechneten auch nur rund ein Sechstel der Befragten fest damit, dass es in zehn Jahren überhaupt noch Printmedien geben werde. Laut Studie schätzt die Hälfte, dass für sie auch dann noch Tages- und Wochenzeitungen relevant sein werden. Ablehnend reagierten fast alle Befragten auf Entwicklungen in der Medienbranche wie den Roboterjournalismus, bei dem Texte, nicht von Journalisten, sondern von Computerprogrammen geschrieben werden. 3 Prozent halten automatisierte Nachrichten für sinnvoll und nur 18 Prozent der Befragten diese Art der Nachrichten für glaubwürdig. Rund 1000 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren waren zwischen dem 17. und 24. Mai online befragt worden.

Georg Quander wird neuer Leiter in Rheinsberg

Kammeroper erhält erfahrenen Kulturmanager

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch wird am kommenden Dienstag in Potsdam Georg Quander als neuen künstlerischen Direktor der Kammeroper und der Musikakademie Rheinsberg vorstellen. Das teilte die Staatskanzlei mit.
Quander war von 1991 bis 2002 Intendant der Berliner Staatsoper und von 2005 bis 2013 Kulturdezernent in Köln. In seine Amtszeit fiel die Rettung wertvoller historischer Dokumente nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahn-Bau im Jahr 2009. Quander wird in Rheinsberg Nachfolger von Frank Matthus. Da das Festival und die Musikakademie bereits 2014 unter dem Dach der Musikkultur Rheinsberg zusammengefasst wurden, übernimmt der 67-Jährige die künstlerische Leitung beider Institutionen.

Kunstfestival Ruhrtriennale hat begonnen

Kernthemen sind Migration und Vertreibung

Unter Beteiligung von 17 Spielstätten in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens hat am Donnerstag Abend die Ruhrtriennale begonnen. Das Festival bietet Konzerte, Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen sowie Tanzdarbietungen. Themenschwerpunkte des Festivals unter der Leitung der neuen Intendantin Stefanie Carp sind u.a. Migration und Vertreibung. Unter dem Titel "Zwischenzeit" umfasst die Ruhrtriennale 33 Produktionen und Projekte, darunter 20 Eigen- und Koproduktionen sowie 16 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Europa- und Deutschlandpremieren. Am Kunstfestival mit 120 Veranstaltungen bis zum 23. September sind mehr als 920 Künstler aus rund 30 Ländern beteiligt. Die Aufführungsorte sind zum großen Teil in ehemaligen Industrieanlagen des Ruhrgebietes.

Oscar-Gala soll spannender werden

US-Filmakademie will Publikumspreis einführen

Die Oscars werden reformiert: Die Show mit den begehrtesten Filmpreisen der Welt wird deutlich verkürzt. Zugleich wird eine neue Preiskategorie für beim Kinopublikum besonders populäre Filme eingeführt, wie die US-Filmakademie mitteilte. Mit den Veränderungen reagiert sie auf das in den vergangenen Jahren deutlich gesunkene Interesse der Fernsehzuschauer an der Oscar-Gala. Akademiepräsident Bailey und Generalsekretärin Hudson schrieben in einer E-Mail an die Mitglieder, dass die Show künftig nur noch drei Stunden dauern solle. Die 90. Oscar-Verleihung am vergangenen 4. März hatte drei Stunden und 54 Minuten gedauert - und damit fast die bisherige Rekordlänge erreicht, die 2002 mit vier Stunden und 20 Minuten erzielt wurde.

Ehrung für Ethan Hawke beim Filmfest Locarno

"Meine Arbeit ist mein Leben, sie ist ein Teil von mir"

Hollywood-Schauspieler Ethan Hawke ist beim Filmfestival Locarno mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Er nahm den Exzellence Award am Mittwochabend mit strahlendem Lächeln und Siegerpose entgegen. "Ich bin stolz auf diesen Ehren-Leoparden", sagte der 47-Jährige und fügte hinzu: "Ich liebe, was ich mache. Es ist toll, dafür ausgezeichnet zu werden. Das bestärkt mich darin, weiterzumachen, nicht aufzugeben." Außderdem sagte er: "Wie ich schon oft gesagt habe: Meine Arbeit ist mein Leben, sie ist ein Teil von mir. Da ist es fast so, als würde ich dafür ausgezeichnet, dass ich eine Nase, zwei Augen und einen Mund habe." Der Excellence Award wird seit 2004 an Schauspielerinnen und Schauspieler verliehen, die "durch ihr Schaffen und ihr Talent einen einzigartigen Beitrag zur Filmkultur leisten". Zu den bisherigen Preisträgern gehören Juliette Binoche, Isabelle Huppert und John Malkovich.

Der Filmhistoriker und Kritiker Enno Patalas ist tot

Pionier der Filmrestauration

Der Filmhistoriker und Kritiker Enno Patalas ist tot, wie das Filmmuseum München mitteilte. Er galt als einer der wichtigsten Filmhistoriker Deutschlands. Von 1973 bis 1994 leitete er das Münchner Filmmuseum, wo er Retrospektiven kreierte und Pionierarbeit bei der Filmrestauration leistete; vor allem Stummfilme lagen ihm am Herzen. Besondere Beachtung fanden die Rekonstruktionen der Fritz-Lang-Filme "Metropolis", "M" und "Die Nibelungen". Zudem baute er ein Archiv mit Tausenden Filmtiteln auf, darunter internationale Klassiker, neue deutsche Filme, deutsche Stummfilme und Münchner Filmgeschichte. Enno Patalas gründete die Zeitschrift "Filmkritik" für die er auch viele Jahre als Redakteur arbeitete. Außerdem hat er Bücher über Lang und Alfred Hitchcock veröffentlicht. 1993 erhielt er den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film. Enno Patalas starb mit 89 Jahren in München.

Antisemitismus-Beauftragter warnt vor BDS-Bewegung

Die Gruppe übe keine Kritik, sondern agiere antisemitisch

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor der gegen Israel gerichteten Boykott-Bewegung BDS. "Die BDS-Bewegung ist in ihren Methoden und Zielen antisemitisch", schreibt Klein in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt" (Onlineausgabe Mittwoch). Er äußerte sich zur Diskussion um die Ruhrtriennale und die Haltung von Festival-Intendantin Stefanie Carp. Laut Klein streitet die BDS ("Boycott, Divestment, Sanctions") das Existenzrecht Israels ab. Zudem setze die 2005 gegründete Bewegung die israelische Politik mit jener der Nazis gleich. Die Gruppe übe keine Kritik, sondern agiere antisemitisch, so Klein. Auch israelische Staatsbürger, die kritisch gegenüber ihrer Regierung seien, würden von der BDS als Vertreter dieses Staates wahrgenommen. Auch das sei antisemitisch. "Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson - dazu gehört auch die Verteidigung des jüdischen Staates, wenn er durch BDS Stück für Stück delegitimiert werden soll", betont Klein. Die Forderungen der BDS seien "abstrus". Die Bewegung nutze Methoden aus der Nazi-Zeit, die "unerträglich sind und weder geduldet noch toleriert werden dürfen."

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