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Kulturnachrichten

Freitag, 31. August 2018

Kunstpreis der Böttcherstraße geht an Arne Schmitt

"Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart"

Die Jury des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen spricht im Jahr 2018 Arne Schmitt den mit 30.000 Euro dotierten Preis zu. Die Preisverleihung findet am 23. September in der Kunsthalle Bremen statt. Die Werke des Preisträgers sowie der weiteren neun nominierten Künstlerinnen und Künstler sind noch bis zum 30. September in der Kunsthalle zu sehen. Die Jury begründet ihr Entscheidung für Arne Schmitt folgendermaßen: "Das Werk mit dem Titel 'Der heiße Frieden' über die chemische Industrie und eine deutsche Stadt behandelt das Thema multinationale Wirtschaft und Globalisierung am Beispiel eines Unternehmens, das großen Einfluss auf eine urbane Entwicklung und ihre Kultur genommen hat. Die scharfe und dabei trockene Analyse, die Verwendung historischer Dokumente in Form von Bildern und Texten haben in den Augen der Jury höchste Aktualität. Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart."

Schumann-Haus in Düsseldorf wird Museum

Einziger Mieter darf wohnen bleiben

Das historische Schumann-Haus in der Düsseldorfer Altstadt wird in weiten Teilen zu einem Museum ausgebaut. Nach langen Auseinandersetzungen mit einem Musiker, der seit Jahrzehnten in dem Haus lebt, ist der Weg für die Sanierung frei. Das Gebäude, in dem der romantische Komponist Robert Schumann (1810-1856) und seine Frau Clara wohnten, soll für 3,2 Millionen Euro saniert werden, teilte die Stadt Düsseldorf mit. Die Eröffnung sei für Herbst 2020 unter der Leitung des Heinrich-Heine-Institutes geplant. Der Cellist Thomas Beckmann, der mit Benefizkonzerten für Obdachlose bundesweit bekannt wurde, wird nach eigenen Angaben weiter im zweiten Stock des Schumann-Hauses wohnen. Das Musikerehepaar Robert und Clara Schumann sowie ihre sieben Kinder lebten dort ab 1852 für einige Jahre.

Jury für Literaturnobelpreis bleibt nicht beschlussfähig

Zurückgetretene Akademie-Mitglieder dementieren Rückkehr

Der Streit in der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, geht weiter. Sara Danius und Peter Englund dementierten, dass sie in die Akademie zurückkehren wollten, um die Wahl neuer Mitglieder möglich zu machen. Das hatte der Schriftsteller Kjell Espmark in der Tageszeitung "Svenska Dagbladet" angekündigt. Das Trio war im April aus Empörung über den Umgang der Akademie mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal zurückgetreten. Nur neun der achtzehn auf Lebenszeit gewählten Mitglieder waren vor der Sommerpause aktiv. Die Statuten schreiben vor, dass eine Gruppe von zwölf Mitgliedern benötigt wird, um neue Mitglieder zu wählen. Daher ist die Vergabe des Literaturnobelpreises für dieses Jahr abgesagt worden. Eine neugegründete Akademie will mit Mitteln des Crowdfundings im Oktober einen alternativen Literaturpreis vergeben.

Wilders sagt Karikaturenwettbewerb zu Mohammed ab

Rechtspopulist will keine islamistische Gewalt provozieren

Der niederländische Rechtspopulist Wilders hat einen geplanten Wettbewerb für Karikaturen des Propheten Mohammed abgesagt. Er habe sich zu diesem Schritt entschlossen, "um die Gefahr von Opfern islamistischer Gewalt zu vermeiden". Die Sicherheit der Menschen gehe vor. Der 54-Jährige fügte hinzu, er wolle nicht, dass der Wettbewerb "als Entschuldigung für islamistische Gewalt benutzt wird". Wilders hatte nach eigenen Angaben mehrere Morddrohungen erhalten. In der Öffentlichkeit und von Politikern war er für sein Vorhaben kritisiert worden. Am Dienstag hatte die niederländische Polizei einen Mann aus Pakistan festgenommen. Er soll in einem Facebook-Video von einem Anschlag auf Wilders und das Parlament, wo die Karikaturen gezeigt werden sollten, gesprochen haben.

Aretha Franklin wird in Detroit beigesetzt

Trauerzeremonie findet in der Kirche Greater Grace statt

Zwei Wochen nach ihrem Tod wird heute die "Queen of Soul" Aretha Franklin in ihrer Heimatstadt Detroit beerdigt. Als Trauergäste werden unter anderem der frühere US-Präsident Bill Clinton, Soul-Star Smokey Robinson und der Bürgerrechtler Jesse Jackson erwartet. Franklin hat mit Hits wie "Respect", "Think" und "I Say A Little Prayer" Musikgeschichte geschrieben und war eine Ikone der Frauen- und der Bürgerrechtsbewegung. 1987 wurde sie als erste Frau überhaupt in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Depardieu wegen Vergewaltigung angezeigt

Anwalt des Schauspielers weist Anschuldigung zurück

Gegen den französischen Schauspieler Gérard Depardieu wird nach Angaben aus Justizkreisen wegen Sexualstraftaten ermittelt. Es gehe um sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung. Am Montag sei eine Anzeige gegen den 69-jährigen Schauspieler eingereicht worden. Wie die Zeitung "Le Parisien" berichtet, wirft ihm eine etwa 20-jährige Tänzerin und Schauspielerin vor, sie im August zweimal in einem Pariser Hotel sexuell missbraucht zu haben. Depardieus Anwalt Hervé Temime erklärte, sein Mandant weise jeden Vorwurf des "Übergriffs" und der "Vergewaltigung" zurück.

Gomringer-Gedicht soll an Fassade von PEN-Zentrum

Peuckmann: "Das Gedicht von Gomringer hätte bleiben müssen"

Das umstrittene Gedicht "Avenidas" des Poeten Eugen Gomringer soll künftig die Fassade des neuen PEN-Zentrums in Darmstadt zieren. "So ist der Plan. Doch das bedarf noch der Zustimmung des Präsidiums und des Künstlers selber", sagte der Lyriker Heinrich Peuckmann, Präsidiumsmitglied der Schriftstellervereinigung, am Donnerstag. Das Gedicht "Avenidas" steht momentan groß an der Fassade der Berliner Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit. Dort soll es aber im Herbst stark verkleinert werden. Der haushohe Schriftzug soll mit einem eigens dafür geschaffenen Gedicht der Lyrikerin Barbara Köhler überschrieben werden. "Avenidas" hätten einige Beobachter als Angriff auf Frauen, sexistisch und chauvinistisch empfunden, sagte Peuckmann. "Barbara Köhler ist eine gute Lyrikerin", sagte Peuckmann der "taz". "Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Gedicht von Gomringer hätte bleiben müssen."

Laschet lässt Zukunft von Ruhrtriennale-Chefin offen

Ministerin soll "Lösungen für eine starke Ruhrtriennale in der Zukunft zu entwickeln"

Nach dem Eklat um die Einladung einer israelkritischen Band zur Ruhrtriennale hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Zukunft von Intendantin Stefanie Carp offengelassen. "Kunstfreiheit ist ein hohes Gut, aber die hat eine bestimmte Grenze", sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Er überlasse es NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, "kluge Lösungen für eine starke Ruhrtriennale in der Zukunft zu entwickeln". Carp war gleich im ersten Jahr ihrer dreijährigen Ruhrtriennale-Intendanz politisch unter Druck geraten. Anlass war die umstrittene Einladung der Band "Young Fathers", die die israelkritische Boykott-Kampagne BDS unterstützt. Carp hatte die Gruppe zum Festival erst ein-, dann aus- und zuletzt wieder eingeladen. Die Gruppe sagte schließlich von sich aus ab.

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