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Kompressor | Beitrag vom 14.12.2018

Kunstkritiker zu Personalie Ralf BeilEntlassung des Wolfsburger Museumschefs "bodenlos"

Carsten Probst im Gespräch mit Timo Grampes

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Ralf Beil steht vor einem grauen Hintergrund, er schaut in die Kamera, in einem Spiegel ist er hinter Maschendrahtzaun zu sehen. (Julian Stratenschulte/dpa)
Seit Freitag ehemaliger Direktor des Wolfsburger Kunstmuseums: Ralf Beil. (Julian Stratenschulte/dpa)

Das Kunstmuseum Wolfsburg hat seinen Leiter Ralf Beil entlassen, ohne einen Grund zu nennen. Beil spekuliert, dass eine Volkswagen-kritische Ausstellung der Grund sein könne. "Unglaublich" nennt der Kunstkritiker Carsten Probst die Entlassung.

Die Entlassung des Leiters des Wolfsburger Kunstmuseums, Ralf Beil, sei "unglaublich",  sagt der Kunstkritiker Carsten Probst. Am Freitagmorgen hatte das Kunstmuseum Wolfsburg mitgeteilt, dass das Kuratorium der Volkswagen-Kunststiftung Beil "von seinen Dienstpflichten freigestellt" habe. Gründe wurden nicht genannt.

Dies sei "bodenlos und erklärungsbedürftig", sagt Probst. Eine mögliche Erklärung liefert Beil selbst in einer E-Mail, die er an Freunde und Kollegen schickte. So habe er für das kommende Jahr die Ausstellung "Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters" geplant. "Die künstlerische Freiheit dafür ist am Kunstmuseum Wolfsburg offenbar nicht mehr gegeben", schreibt Beil. Er habe von Dritten zuletzt gehört, dass "das Museum den Konzern unterstützen sollte".

"Angst um Arbeitsplätze und das Wohl des Konzerns"

"Wenn diese Ausstellung der Grund für Beils Entlassung ist, wird man auf lange Sicht das Kunstmuseum Wolfsburg als Programmort abschreiben können", sagt Probst. Die Kunststiftung müsse schnell aufklären, warum Beil entlassen worden ist. Ansonsten könne das das "Kunstmuseum Wolfsburg als Institution auf Dauer beschädigen".

Probst würdigt auch die Arbeit Beils am Wolfsburger Kunstmuseum. Dort habe Beil "einen völlig neuen Ton" etabliert. Schon 2016, ein Jahr nach seinem Dienstantritt, habe Beil in der Ausstellung "Wolfsburg Unlimited" Kritik geübt am Volkswagen-Konzern. Das habe nicht jedem gefallen, sagt Probst. Damals war gerade der Diesel-Skandal bekannt geworden und in Wolfsburg habe "ein bisschen die Angst um Arbeitsplätze und das Wohlergehens des Konzerns regiert". Diese Angst könnte nun zur Entlassung Beils geführt haben.

(nsc)

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