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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. Dezember 2013

Kunsthistoriker Bredekamp über die spektakuläre Fälschung einer Galilei-Schrift

In seinem Werk "Sidereus Nuncius", zu deutsch "Sternenbote", beschrieb Galileo Galilei 1610 auf nie dagewesene Weise den Mond.

2007 wurde in New York ein Buch entdeckt, das Wissenschaftler für Galileis Korrekturexemplar der epochalen Schrift hielten. Nun aber ist klar: Es handelte sich um eine Fälschung. Der Kunsthistoriker und Galilei-Forscher Horst Bredekamp sagte dazu im Deutschlandradio Kultur, der Fälscher - der Italiener Massimo Marino de Caro - habe exquisite Kenntnisse besessen. Mit den herkömmlichen Untersuchungsmethoden habe man die Fälschung nicht erkennen können. Dem inzwischen inhaftierten de Caro ging es nach den Worten Bredekamps nicht um Geld: Vielmehr habe der Antiquar ohne Hochschulabschluss den ausgewiesenen Galilei-Experten in einer Art Duell beweisen wollen, dass er es besser wisse als sie.

Intendant Boudgoust: Zusammenlegung der SWR-Orchester auch durch Mehreinnahmen aus Rundfunkbeitrag nicht abzuwenden

Die zu erwartenden Mehreinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag ändern nichts am Vorhaben des SWR, 2016 seine beiden Sinfonieorchester zusammenzulegen.

Das hat Intendant Peter Boudgoust bekräftigt. Damit erteilte er einer Forderung des Verbands der Deutschen Konzertdirektionen eine Absage. Dieser hatte angesichts der zu erwartenden Mehreinnahmen gefordert, von der Sparmaßnahme abzusehen. Boudgoust erklärte, wie alle anderen Rundfunkanstalten auch dürfe der SWR die zusätzlichen Gelder nicht behalten. Man rechne für dieses und das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag von insgesamt 70 Millionen Euro. Angesichts dessen könnten die Orchester, die man lange von Einsparungen verschont habe, nicht mehr außen vor bleiben.

Gemischte Reaktionen der Feuilletons auf Michael Thalheimers "Tartuffe" an der Berliner Schaubühne

"Michael Thalheimer macht vom ersten Moment an klar, dass dies kein Spaß ist - oder jedenfalls nicht nur."

Das schreibt das Online-Magazin "nachtkritik.de" über die Inszenierung der Komödie "Tartuffe" von Molière an der Berliner Schaubühne. Dem Komödienpersonal gegenüber erweise sich Regisseur Thalheimer als Vampir, heißt es weiter: Er habe den Figuren den Lebenssaft ausgesogen, sodass nur noch Zombies übrig seien. Ähnlich sieht es der "Tagesspiegel", der schreibt: "Lustige Sachen sind Thalheimers Sache nicht." Und: "Die ganze Nummer klemmt." "Umwerfend" findet das Berliner Blatt hingegen das Bühnenbild von Olaf Altmann. Und die Deutsche Presse-Agentur hebt die Leistung von Lars Eidinger in der Titelrolle hervor: Ihm gelinge dank ausgefeilter Sprechkunst und Körpersprache das Porträt eines Fanatikers. Die gesamte Inszenierung lobt der Rezensent der dpa als faszinierende, scharf konturierte Spiegelung der Gesellschaft.

CSU-Politiker Dobrindt will auch als "Internetminister" nicht mit dem Twittern anfangen

"Meine Aufgaben für die Zukunft der digitalen Welt können Sie nicht mit 140 Zeichen beschreiben."

So begründet der neue Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, seine Entscheidung, auch künftig auf den Kurznachrichtendienst Twitter zu verzichten. Der CSU-Politiker sagte der "Bild am Sonntag", egal, ob er twittere oder nicht - davon habe niemand im Bayerischen Wald oder in der Eifel ein schnelleres Netz.

Deutschland brauche das schnellste und intelligenteste Netz der Welt, betonte Dobrindt. Nur so könne sich Vorsprung in Technologie und Wohlstand gehalten werden.

Libyen: Bewaffnete Demonstranten zwingen Provider, das Internet abzuschalten

Viele Libyer mussten gestern auf das Internet verzichten.

In weiten Teilen des Landes war das Netz etwa acht Stunden lang ausgefallen. Der Grund: Dutzende mit Messern bewaffnete Demonstranten hatten die Zentrale des größten libyschen Telekommunikationsunternehmens LTT besetzt. Nach Konzernangaben zwangen sie die Mitarbeiter, die Verbindung zu unterbrechen. Den Angaben zufolge forderten die Demonstranten den Rücktritt von Ministerpräsident Ali Saidan.

Krawalle bei Demonstration für Hamburger Kulturhaus "Rote Flora"

Mehr als 100 Verletzte und 19 Festnahmen wegen Landfriedensbruchs.

Das ist die vorläufige Bilanz der Demonstration für das Kulturzentrum "Rote Flora" im Hamburger Schanzenviertel. Die zunächst friedliche Kundgebung war gestern Nachmittag kurz nach Beginn eskaliert. Es folgten stundenlange Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten. Insgesamt waren nach Angaben der Polizei 7.300 Menschen ins Schanzenviertel gekommen, darunter 4.500 aus dem linksextremistischen Spektrum. Die Veranstalter sprachen von mehr als 10.000 Teilnehmern.

In der Nacht hat sich die Lage offenbar beruhigt. Der Protest richtete sich gegen eine Räumung des seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrums "Rote Flora". Außerdem ging es um das Bleiberecht für Flüchtlinge aus Afrika.

Intendant des Frankfurter Mousonturms fordert mehr Unterstützung für die freie Theaterszene

"Die freie Szene ist das große Forschungslabor der darstellenden Kunst."

So sieht es Matthias Pees, seit Sommer Intendant des Frankfurter Künstlerhauses Mousonturm. Pees sagte der Deutschen Presse-Agentur, viele neue Formate und Ästhetiken des Theaters kämen aus der freien Szene. Es gebe aber ein Missverhältnis bei der Finanzierung: Der reichen Stadt- und Staatstheaterstruktur in Deutschland stünden die finanziell sehr schlecht ausgestatteten Häuser für freie Produktionen gegenüber. Pees fordert außerdem bessere Arbeitsbedingungen und eine soziale Absicherung für freischaffende Künstler.

Londoner Apollo-Theater: Früherer Besitzer Lloyd-Webber wies schon vor Jahren auf maroden Zustand hin

Der Einsturz der Decke im Apollo-Theater dürfte zumindest Andrew Lloyd-Webber nicht unbedingt überrascht haben.

Der Musical-Komponist, dem das "Apollo" bis 2005 gehörte, soll bereits im Jahr 2000 auf den "schockierenden Zustand" des Londoner Theaters hingewiesen haben. Britische Medien berichten, Lloyd-Webber habe damals in einem Interview den Abriss des Theaters vorgeschlagen, was die Denkmalschutzbehörde aber abgelehnt habe.

Am Donnerstag waren rund zehn Quadratmeter der Gipsdecke in den vollbesetzten Zuschauerraum gestürzt. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt. Experten suchen weiter nach der Unglücksursache. Sie vermuten, dass der Einsturz auf starke Regenfälle zurückzuführen sein könnte.

Erzbischof Zollitsch über Versäumnisse der Kirche bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen

"Dass so etwas geschieht, das konnten wir alle nicht ahnen."

Mit diesen Worten hat Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Versäumnisse der katholischen Kirche bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen eingeräumt. Zollitsch sagte dem Deutschlandfunk, heute würde er früher aktiv werden und stärker auf die Menschen zugehen.

Mit Blick auf Fragen der Sexualmoral sagte Zollitsch, viele Katholiken seien nicht auf der Linie, die die Lehrauffassung der Kirche vorgebe. Diese Realität müssten die Bischöfe zur Kenntnis nehmen - und dazu Stellung beziehen. Die Lehre der Kirche müsse letzten Endes Antworten auf die Fragen der Menschen geben.

Astronauten der ISS beginnen mit Reparatur an der Außenhaut der Raumstation

Dieser Einsatz im Weltall verlief unerwartet reibungslos.

An der internationalen Raumstation ISS haben zwei Astronauten mit dem Austausch einer defekten Kühlpumpe begonnen. Weil sie früher fertig waren als geplant, konnten sie auch noch die für einen zweiten Einsatz vorgesehenen Arbeiten erledigen. Jetzt müssen die Amerikaner Mike Hopkins und Rick Mastracchio nur noch einen weiteren Weltraumspaziergang absolvieren. Der kann allerdings erst am Dienstag stattfinden, weil beim Wiedereinstieg in die ISS einer der Raumanzüge beschädigt wurde.

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Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

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