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Kulturnachrichten

Freitag, 10. August 2018

Kunstfestival Ruhrtriennale hat begonnen

Kernthemen sind Migration und Vertreibung

Unter Beteiligung von 17 Spielstätten in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens hat am Donnerstag Abend die Ruhrtriennale begonnen. Das Festival bietet Konzerte, Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen sowie Tanzdarbietungen. Themenschwerpunkte des Festivals unter der Leitung der neuen Intendantin Stefanie Carp sind u.a. Migration und Vertreibung. Unter dem Titel "Zwischenzeit" umfasst die Ruhrtriennale 33 Produktionen und Projekte, darunter 20 Eigen- und Koproduktionen sowie 16 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Europa- und Deutschlandpremieren. Am Kunstfestival mit 120 Veranstaltungen bis zum 23. September sind mehr als 920 Künstler aus rund 30 Ländern beteiligt. Die Aufführungsorte sind zum großen Teil in ehemaligen Industrieanlagen des Ruhrgebietes.

Street Parade rechnet mit einer Million Besucher

Die Züricher Street Parade steht unter dem Motto "Kultur der Toleranz"

Zu einer der größten Technoparty der Welt werden an diesem Samstag in Zürich mehr als eine Million Tanzfreudige erwartet. Die 27. Street Parade steht unter dem Motto "Kultur der Toleranz". Rund 20 dekorierte Musikwagen, sogenannte Love Mobiles mit meterhohen Soundboxen, wollen der tanzenden Menge in oft schrillen Kostümen mit stampfender Musik in House-, Techno- Jungle- und Rave-Sound einheizen. Die teils mehr als 30 Meter langen Wagen ziehen ab 13 Uhr um das Seebecken der Innenstadt. Dazu legen auf zahlreichen Bühnen in der Stadt namhafte und neue DJs auf. Die Street Parade begann in Zürich 1992 mit zwei Musikwagen und 2000 Teilnehmern.

Günter Grass: "Butt im Griff" steht in Behlendorf

Nur wenige Meter entfernt liegt Günter Grass begraben

Eine "Butt"-Skulptur von Literaturnobelpreisträger Günter Grass (1927-2015) ist vor dem Gemeindezentrum (Brinkhuus) in Behlendorf bei Lübeck aufgestellt worden. Der Schriftsteller und bildende Künstler hatte 1986 ein Haus am Rande des Ortes gekauft und dort mit seiner Frau Ute bis zu seinem Tod am 13. April 2015 gelebt. Der etwa 2,20 Meter hohe Guss "Butt im Griff" ist ein Schwesterstück der Bronze, die im Hof des Lübecker Günter Grass-Hauses steht. Auf dem Behlendorfer Friedhof, der nur wenige Meter vom Brinkhuus entfernt liegt, ist Günter Grass begraben.

Die ZDF-Journalistin Fides Krause-Brewer ist tot

Sie galt als Grande Dame des Wirtschaftsjournalismus in der Bonner Republik

Die Wirtschaftsjournalistin Fides Krause-Brewer ist tot. Sie starb im Alter von 99 Jahren in der Nacht zum 10. August, wie das ZDF am Freitag mitteilte. Von 1962 bis 1986 war sie ZDF-Korrespondentin für Wirtschafts- und Sozialpolitik. Krause-Brewer interviewte zahlreiche Politiker dieser Ära - von Konrad Adenauer über Helmut Schmidt bis Helmut Kohl und galt als Grande Dame des Wirtschaftsjournalismus in der Bonner Republik. Ihre 2011 erschienene Autobiografie trägt den Titel "Journalistin ist man immer - Meine Erinnerungen an das 20. Jahrhundert". Ihre journalistische Karriere startete Krause-Brewer, die 1919 in München geboren wurde, mit frauenpolitischen Themen. 1962 wechselte die freie Mitarbeiterin verschiedener Hörfunksender zum ZDF und konzentrierte sich auf Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Tausende Befürworter zu Hanfparade erwartet

Am Bundesgesundheitsministerium soll eine "Berliner Deklaration" übergeben werden

Mehrere Tausend Befürworter einer Legalisierung von Cannabis werden am Samstag ab 12.00 Uhr in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes erwartet. Bei der 22. Hanfparade ziehen Teilnehmer ab dem Nachmittag durch die Stadt. Am Bundesgesundheitsministerium soll eine "Berliner Deklaration" übergeben werden, die sich unter anderem gegen die Kriminalisierung von Kiffern richtet. Das Motto des bunten Zugs in diesem Jahr lautet entsprechend: "Aufklärung statt Verbote". Angekündigt sind Reden von Politikern der Grünen und Linken, von Aktivisten und Patienten sowie ein Musikprogramm.

Denkmalstag in Brandenburg

400 Orte machen mit

Zahlreiche historische Bauten Brandenburgs laden am 8. September wieder zur Besichtigung: Zum 25. "Tag des offenen Denkmals" gibt es in etwa 400 Schlössern, Kirchen, Gärten und weiteren Orten Führungen und Sonderaktionen, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am Freitag mitteilte. Motto des bundesweit veranstalteten Denkmalstags ist diesem Jahr demnach: "Entdecken, was uns verbindet". Geöffnet sind an dem Tag die Rennbahn Hoppegarten, das ehemalige Gasthaus "Kaiserkrone" in der Gartenstadt von Brieske-Marga sowie das Schloss Genshagen in Ludwigsfelde. Von Königs Wusterhausen nach Beeskow fährt ein historischer Dampfzug. In der Friedenskirche in Potsdam ist ein Gottesdienst geplant.

Comeback der Telenovela-Diva Verónica Castro

Netflix zeigt mit "Blumige Aussichten" lateinamerikanisches Drama

Eine der bekanntesten Telenovela-Diven Lateinamerikas erlebt derzeit ein Comeback: Verónica Castro ("Auch die Reichen weinen") ist ab Freitag in der Netflix-Serie "La casa de las flores" ("Blumige Aussichten") zu sehen. Die 65-Jährige spielt darin die Matriarchin einer Familie, die einen Blumenladen besitzt. Nach Außen wirkt das Familienleben perfekt. Als jedoch die Liebhaberin des Ehemannes von Castros Charakter Virgina de la Mora zu Tode kommt, brechen alte Geheimnisse der Familie auf. Castro ist nach mehr als zehn Jahren Schauspiel-Abstinenz zurück in ihrem Element - der Familientragödie mit haarsträubenden Überraschungen. Sie sei aufgeregt und gespannt, wie ein jüngeres Publikum sie aufnehmen werde, sagte die TV-Diva der Zeitung "Reforma". Als sie sich vom Fernsehen verabschiedet hatte, habe sie sich gesättigt gefühlt und sei der Meinung gewesen, auch die Zuschauer hätten genug von ihr, so Castro.

Islamverband: Erinnerungskultur stärkt die Demokratie

Zentralrat der Muslime für mehr interreligiöses Holocaust-Gedenken

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat sich für mehr interreligiöses Holocaust-Gedenken ausgesprochen. Damit könne der von Populisten genährten Angst vor anderen Kulturen begegnet werden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst nach einer gemeinsamen Reise von Juden und Muslimen in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Der deutsche Zentralrat der Muslime und die Union Progressiver Juden hatten erstmals eine gemeinsame Bildungsreise nach Auschwitz mit Flüchtlingen muslimischen Glaubens und jüdischen Jugendlichen veranstaltet. Mazyek sieht auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Bewahrung der Erinnerungskultur und der Bewahrung der freiheitlichen Demokratie und warnte davor Erinnerungskultur und Gedenkorte zu relativieren. Das gemeinsame Trauern und Gedenken der Jugendlichen in Auschwitz habe Verbindungen zwischen den jüdischen und muslimischen Teilnehmern der Reise geschaffen.

Eifrigste Buchkäufer leben im Rhein-Main-Gebiet

Neue Kaufkraftstudie des Börsenvereins

Nach der aktuellen Studie des Börsenvereins leben die kauffreudigsten Buchkäufer Deutschlands nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet. "Überall dort, wo die Menschen über viel Geld verfügen, kulturaffin sind und meist auch über einen hohen Bildungsgrad verfügen, geben sie auch viel für Bücher aus", sagte Alexander Vieß vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem Evangelischen Pressedienst. Im Rhein-Main-Gebiet steche besonders Bad Soden heraus, dort gäben die Bürger durchschnittlich 162 Euro pro Kopf im Jahr für Bücher aus, am anderen Ende rangiert Eisleben in Sachsen-Anhalt: dort geben die Bürger im Durchschnitt 81 Euro pro Jahr für Bücher aus. Die Buchkaufkraft hänge vor allem mit der allgemeinen Kaufkraft zusammen, so Vieß. Generell werde am meisten Geld für Bücher in den Ballungsräumen wie Frankfurt und München ausgegeben. Insgesamt nimmt die Zahl der Käufer von gedruckten Büchern laut Studie ab. Zwischen 2013 und 2017 verlor der Buchmarkt mehr als sechs Millionen Käufer.

Erster Künstler erreicht 50 Milliarden Streams weltweit

Rapper Drake mit mehr Top Ten Titeln als Michael Jackson

Der kanadische Rapper Drake ist der erste Künstler, dessen Musik auf Streamingdiensten 50 Milliarden Mal abgespielt wurde. Das berichtete das Magazin "Billboard" mit Bezug auf Drakes Label Republic Records Media mit. Mit seinem neuen Album "Scorpion" hatte Drake zuvor schon verschiedene Rekorde gebrochen. 31 Titel hat er inzwischen in den Top Ten der Charts platziert, was als männlicher Sänger zuvor nicht einmal Michael Jackson gelang. Der Musiker hatte "Scorpion" mit insgesamt 25 Titeln Ende Juni auf den Markt gebracht. Der Grammy-Gewinner brach bereits mit seinen vorherigen Alben Streaming-Rekorde und gehört zu den am besten verdienenden Rappern weltweit. Alben wie "Views", "Nothing was the same" und "Take care" hatten sich millionenfach verkauft. Den Grundstein für seine Medien-Karriere legte Drake als Schauspieler: in der Jugendserie "Degrassi" stand er ab 2001 bis 2009 in 145 Folgen vor der Kamera. 2006 trat er erstmals als Rapper auf.

Museum über Kalten Krieg in Berlin geplant

Kultursenator bekräftigt Notwendigkeit für Bau eines Erinnerungsortes

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat den Willen des Senats unterstrichen, ein Museum über die Zeit der deutschen Teilung aufzubauen. "In Berlin fanden sich - wie unter einem Brennglas gebündelt - alle Folgen des Kalten Krieges, der Konfrontation zweiter Ideologien, zweier Mächte, zweier Systeme", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dass dadurch Familien zerrissen und Biografien zerstört wurden müsse vermittelt und weitergegeben werden, damit kommende Generationen aus der Geschichte lernen könnten. Als Kristallisationspunkt des Kalten Krieges sei Berlin der richtige Ort für ein solches öffentliches Museum, so Lederer. Entstehen soll der im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün vereinbarte "Bildungs- und Erinnerungsort" am früheren Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie. Der Senat vereinbarte mit einem Investor, in einem geplanten Bürogebäude 3000 Quadratmeter Fläche für das Museum zu schaffen. Wann das Museum gebaut und eröffnet wird, ist noch offen.

Umbau von Berlins Hohenzollerngruft kann beginnen

Auftragsvergabe des Doms ist entschieden

Nach dem Ende des Verfahrens zur Auswahl eines Architketen kann die Hohenzollerngruft im Berliner Dom saniert werden. Das Projekt mit den Gräbern der Preußenkönige werde das Architekturbüro BASD Schlotter realisieren, das das Vergabeverfahren gewonnen habe, teilten die Verantwortlichen des Berliner Doms mit. Im Keller des Doms befinden sich rund 100 Grabstätten der Hohenzollerndynastie, darunter auch das Grab des ersten Preußenkönigs Friedrich I. Die Särge seien in einem schlechten Zustand, der düstere Keller mit einer schmalen Zugangstreppe erinnere eher an ein Parkhaus als an einen würdevollen Ort, sagte Domsprecherin Svenja Pelzel. Man plane kein Gruftmuseum, das Informationsangebot und die Särge sollen deutlich getrennt werden. Ab Mitte 2019 sollen die auf 2 Jahre veranschlagten Arbeiten beginnen. Die Kosten für die auf rund 17 Millionen Euro veranschlagte Sanierung werden vom Bund, dem Land Berlin und zu zehn Prozent von der Domgemeinde getragen.

Ermittlungen gegen documenta eingestellt

Kein Tatverdacht der Verantwortlichen wegen Untreue

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige Geschäftsführerin der documenta, Annette Kulenkampff, eingestellt. Nach Prüfung der Vorwürfe gegen sie und den Künstlerischen Leiter gebe es keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten. Die Kunstausstellung documenta 14 hatte im vergangenen Jahr erstmals ein Konzept zweier Ausstellungsorte in Kassel und Athen gewählt. Die der Geschäftsführung angelasteten Vertragsabschlüsse die zu einer Budgetüberschreitung mit einem Defizit von 5,4 Millionen Euro erzielt geführt hatten, hätten der Kunstausstellung zu einem größtmöglichen Erfolg verholfen. Bei Einsparungen hätte mit einem Besucherrückgang und größeren Verlusten gerechnet werden müssen. Es sei darum gegangen, die Reputation der documenta insgesamt als die bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst zu bewahren, so das Fazit der Staatsanwaltschaft.

Georg Quander wird neuer Leiter in Rheinsberg

Kammeroper erhält erfahrenen Kulturmanager

Am kommenden Dienstag wird Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch Georg Quander in Potsdam als neuen künstlerischer Direktor der Kammeroper und Musikakademie Rheinsberg vorstellen. Das teilte die Staatskanzlei mit.
Der 67-Jährige war von 1991 bis 2002 Intendant der Berliner Staatsoper und von 2005 bis 2013 Kulturdezernent in Köln. In Quanders Amtszeit fiel die Rettung wertvoller historischer Dokumente nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahn-Bau im Jahr 2009. Quander wird in Rheinsberg Nachfolger von Frank Matthus. Da das Festival und die Musikakademie bereits 2014 unter dem Dach der Musikkultur Rheinsberg zusammengefasst wurden, übernimmt der 67-Jährige die künstlerische Leitung beider Institutionen.

Umfrage ergibt ungewisse Zukunft für Printmedien

Roboterjournalismus findet wenig Unterstützung

Nach einer Studie im Auftrag der Initiative nextMedia.Hamburg glauben nur wenige Menschen, dass Printmedien im Laufe der nächsten 10 Jahre bedeutungslos werden. Nur 9 Prozent gingen davon aus, dass gedruckte Zeitungen dann "tot sind". Allerdings rechneten auch nur rund ein Sechstel der Befragten fest damit, dass es in zehn Jahren überhaupt noch Printmedien geben werde. Laut Studie schätzt die Hälfte, dass für sie auch dann noch Tages- und Wochenzeitungen relevant sein werden. Ablehnend reagierten fast alle Befragten auf Entwicklungen in der Medienbranche wie den Roboterjournalismus, bei dem Texte, nicht von Journalisten, sondern von Computerprogrammen geschrieben werden. 3 Prozent halten automatisierte Nachrichten für sinnvoll und nur 18 Prozent der Befragten diese Art der Nachrichten für glaubwürdig. Rund 1000 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren waren zwischen dem 17. und 24. Mai online befragt worden.

Bundespräsident würdigt Gerd Ruge

Journalist wird 90 Jahre alt

Mit einem Glückwunschschreiben hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Journalisten und Buchautor Gerd Ruge zum 90.Geburtstag gratuliert. Der vor allem durch seine Tätigkeit als Auslandskorrespondent bekannten Ruge sei eine „Journalistenlegende". Ruge hatte viele Jahre für die ARD aus Washington und Moskau berichtet und ist auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1993 mit Reisereportagen, u.a. aus Sibirien und China, aktiv geblieben. Ruges großes journalistisches Werk sei gekennzeichnet von "Neugier, Urteilsfähigkeit und Sensibilität sowie der Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen". Er habe damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis anderer Völker und Kulturen, aber auch für das Selbstverständnis der Deutschen geleistet, schrieb der Bundespräsident. Gerd Ruge gehört auch zu den Mitgründern der Deutschen Sektion von Amnesty International und engagiert sich für die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses, etwa durch das mit 100.000 Euro dotierte Gerd-Ruge-Stipendium.

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