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Fazit | Beitrag vom 04.08.2019

Kunstfestival auf SamosVom Liegestuhl aus die Probleme der Welt im Blick

Werner Bloch im Gespräch mit Britta Bürger

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Das Kunstwerk heißt "Plastic Reef" und soll ein Korallenriff aus Plastik darstellen. (Werner Bloch)
Der belgische Künstler Maarten vanden Eynde stellt ein künstliches Riff aus Plastik aus. (Werner Bloch)

Die griechische Insel Samos liegt mitten im Touristenstrom - und zugleich im Strudel der aktuellen Weltprobleme. Seit einigen Jahren findet hier in den Sommermonaten eine bemerkenswerte Kunstausstellung statt. Dieses Mal geht es um die Zerstörung des Mittelmeeres.

Erst stirbt das Meer, dann das Land. Ein Kunstfestival mit dem Titel "13,700,000 km3 – Art Space Pythagorion" * auf der griechischen Insel Samos macht derzeit auf die Zerstörung des Mittelmeeres aufmerksam.

Bereits seit mehreren Jahren findet im Örtchen Pythagóreion im August und September eine Kunstschau statt, deren Bedeutung weit über die Insel hinaus reicht und sich immer einem aktuellen Thema widmet. Mal geht es um Geflüchtete, mal um den "Summer of Love" oder um die "Melancholie" als politische und soziale Stimmung.

Umweltzerstörung, Klimawandel, Überfischung

Samos sei der ideale Ort für eine internationale Ausstellung dieser Art, sagte der Kunstkritiker Werner Bloch im Deutschlandfunk Kultur. Hier bekomme man quasi auf dem Liegestuhl liegend die Probleme der Welt in den Blick. Die Insel befinde sich mitten im Touristenstrom. In den letzten 15 Jahren habe sich die Anzahl der Touristen in Griechenland von sieben auf 32 Millionen erhöht. *

Auch die Flüchtlingsproblematik sei auf Samos sichtbar, da die Insel nur 1,2 Kilometer von der türkischen Küste entfernt sei, sagte der Journalist. Es kommt also durchaus vor, dass Flüchtlingsboote an den Touristen vorbeifahren. Dazu kämen weitere Probleme wie Umweltzerstörung, Klimawandel, Überfischung, Sünden bei der Müllentsorgung, soziale Verwerfungen und die Wirtschaftskrise.

Das Gebäude im Hafen und gleichzeitig am Strand zeigt den Samos Art Space, wo die Ausstellung stattfindet. (Werner Bloch)Direkt im Hafen: Der "Art Space", wo die Ausstellung stattfindet. (Werner Bloch)
Samos sei ein Brennpunkt aller großen Probleme, betonte Bloch. Auch die Plastikproblematik, deren Ausmaß noch gar nicht ins Bewusstsein gedrungen sei, werde in der Ausstellung thematisiert. Der belgische Künstler Maarten Vanden Eynde stellt ein künstliches Riff aus Plastik aus.

Begegnungen zwischen Kunst und Tourismus

Bloch berichtet auch von grotesken Begegnungen zwischen Kunst und Tourismus, da der "Art Space" direkt am Hafen liegt: "Vor den großen Fenstern gehen Leute im Bikini vorbei."

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Archipelagos Institute auf Samos, einer NGO für Naturschutz, statt. Auch das Zentrum für politische Schönheit stellt hier aus. Hinter der Ausstellung steht die in München ansässige Schwarz Foundation, eine private Stiftung, die ursprünglich gegründet worden war, um das Verhältnis von Griechen und Türken zu verbessern. Kuratorin ist die aus Athen stammende und in Belgien lebende Katerina Gregos, die bereits eine Ausgabe der Manifesta künstlerisch leitete und zuletzt die Riga Biennale kuratiert hat.

* Wir haben den Namen des Festivals korrigiert und die Angabe zur Anzahl der Touristen in Griechenland präzisiert.

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