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Kulturnachrichten

Samstag, 23. August 2014

Kunstfest Weimar gestartet

Neue Festivalleitung zum 25. Jubiläum

In den Straßen und Gassen der Klassikerstadt hat am Freitag das Kunstfest Weimar begonnen. Die mit Plateauschuhen Schlaghosen, Perücken und Sonnenbrillen ausstaffierte französische Straßentheatergruppe Histoire de Famille spielte am Nachmittag Musik der 70er-Jahre. Das Straßenspektakel ist Teil des Konzepts des neuen künstlerischen Leiters Christian Holtzhauer. Er will dem 1990 vom Bund initiierten Fest neben der Auseinandersetzung mit der Weimarer Geschichte auch mehr Leichtigkeit geben. Bis zum 7. September stehen 20 Produktionen mit mehr als 40 Vorstellungen auf dem Programm.
Nach wechselvollen Zeiten nimmt das Festival 25 Jahre nach Gründung einen neuen Anlauf. Nach Nike Wagner, die zuvor zehn Jahre den Fokus auf die Musik gelegt hatte, öffnet sich das Fest, das vom Land Thüringen, der Stadt Weimar und Sponsoren getragen wird, wieder allen Künsten.

Chinesische Behörden verhindern Pekinger Filmfest

Filmfest gilt als bedeutendes Forum für unabhängige Filme in China

Das kritische Unabhängige Film-Festival in Peking ist nach Angaben der Organisatoren von den chinesischen Behörden unterbunden worden. Dies teilten die künstlerischen Leiter Wang Hongwei und Fan Rong mit. Das Filmfest hätte heute eröffnet werden sollen. Gründer Li Xianting hatte bereits in den vergangenen Tagen über soziale Netzwerke berichtet, dass die Sicherheitsbehörden ihn drängten, das Filmfest abzusagen, und dass er von der Polizei beobachtet werde. Das Festival hatte 2006 erstmals stattgefunden und sich seither zum bedeutendsten Forum unabhängiger Filme in China entwickelt. Schon 2012 war der Veranstaltung kurz nach Beginn der Strom gekappt worden. Im vergangenen Jahr konnte es stattfinden, doch wurden öffentliche Vorführungen abgesagt.

Berliner Kulturverwaltung: Vereinbarung zum Schlossbau gilt

Ausstieg aus dem Bauprojekt gilt als unwahrscheinlich

Das Land Berlin hält - zumindest vorerst - an der Zusage fest, sich mit 32 Millionen Euro am Wiederaufbau des historischen Stadtschlosses zu beteiligen. "Die Vereinbarung zwischen Land und Bund gilt nach wie vor, es gibt keine neue Sachlage", sagte ein Sprecher der Kulturverwaltung am Samstag auf dpa-Anfrage.
Die "Berliner Zeitung" (Samstag) bestätigte dagegen Informationen, nach denen Berlin einen Ausstieg aus dem Projekt erwägt. Das Land habe dem Bund mitgeteilt, es wolle auf die für die Zentral- und Landesbibliothek vorgesehenen Flächen im Schloss ("Humboldt-Forum") verzichten, schrieb das Blatt. Für den Ausstieg erwartet Berlin dem Bericht zufolge bis zu 83 Millionen Euro vom Bund. Neben dem vereinbarten Baukostenzuschuss von 32 Millionen Euro wären das weitere 51 Millionen für das Grundstück, das bisher vom Land kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. dpa-Informationen zufolge soll es dazu noch weitere Gespräche geben. Angesichts der hohen Summen und des enormen Baufortschritts am Schloss gilt der Ausstieg nach Einschätzung von Experten allerdings als wenig wahrscheinlich. Insgesamt soll das Schloss 590 Millionen Euro kosten und bis 2019 fertig sein.

Chile verleiht Skármeta Nationalpreis für Literatur

Ex-Botschafter schrieb Romanvorlage für den Film "Der Postmann"

Chile hat dem Schriftsteller und ehemaligen chilenischen Botschafter in Deutschland, Antonio Skármeta, den Nationalpreis für Literatur verliehen. Das teilte Bildungsminister Nicolás Eyzaguirre am Freitag (Ortszeit) mit. Skármeta wurde im Ausland vor allem mit seinem Roman "Mit brennender Geduld" bekannt. Die Geschichte über die Freundschaft zwischen dem chilenischen Dichter Pablo Neruda und dessen Briefträger Mario diente als Vorlage für den Film "Der Postmann", der 1994 zum internationalen Kinoerfolg wurde.
Skármeta wurde 1940 im nordchilenischen Antofagasta geboren. Während der Militärherrschaft in seinem Land von 1973 bis 1990 lebte er im Exil in Westberlin. 1998 kehrte er in seine Heimat zurück. Von 2000 bis 2003 war er Botschafter seines Landes in Berlin. Seine Erzählungen und Romane wie "Die Radfahrer von San Cristóbal", "Die Hochzeit des Dichters" und "Aus der Ferne sehe ich dieses Land" spielen zum Teil in Deutschland, setzen sich jedoch immer mit der politischen Situation in Chile auseinander.

Modemesse Bread and Butter bleibt vorerst doch in Berlin

Aussteller wollen Wintermode lieber in Berlin als in Barcelona zeigen

Die Bread & Butter, eine der wichtigsten Handelsmessen für Alltagsmode, bleibt vorerst doch ganz in Berlin. Messechef Karl-Heinz Müller sagte am Samstag, im Januar 2015 finde die Veranstaltung erneut im Rahmen der Berliner Fashion Week und nicht in Barcelona statt. "Viele Aussteller haben deutlich gemacht, dass sie Wintermode lieber in einem Land zeigen, in dem es auch einen richtigen Winter gibt", so Müller.
Der Messechef hatte im Juni ankündigt, mit der zwei Mal jährlich stattfindenden Veranstaltung halb nach Barcelona zu ziehen. Nur noch im Sommer sollte die Messe im stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof stattfinden. Das Thema Barcelona sei auch jetzt noch nicht vom Tisch, sagte Müller. "Unser Ziel ist weiterhin, mit einem Standort im Norden und einem im Süden den gesamten europäischen Bereich abzudecken."

Rückhalt für Spiegel-Chefredakteur Büchner: Mehrheit der Gesellschafter für neue Ressortleiter

In einer Erklärung der Gesellschafter, die am späten Freitagabend veröffentlicht wurde, heißt es: Man begrüßte Büchners Plan der engen Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen von «Spiegel» und «Spiegel Online» Das gelte "sowohl was die Umsetzung als auch was den Zeitablauf angeht". Genauere Angaben wurden nicht gemacht.

Zuvor hatten sich 250 von 328 Mitarbeiter in Redaktionen und Dokumentation des Blatts dagegen ausgesprochen, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Ressortleiter-Stellen neu auszuschreiben und die Verantwortung sowohl für die Printausgabe als auch für den Online-Auftritt zusammenzuführen.
Mehrheitseigner sind die Beschäftigten des Verlags, die über die Mitarbeiter KG 50,5 Prozent halten. Weitere Gesellschafter des "Spiegel" sind der Hamburger Verlag Gruner + Jahr, der 25,5 Prozent der Anteile besitzt, und die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein, die 24 Prozent halten. Büchner ist seit einem Jahr Chefredakteur. Für ersten Unmut sorgte die Bestellung des damaligen Bild-Journalisten Nikolaus Blome, der als Folge heftiger interner Kritik zum Leiter der Hauptstadtredaktion berufen wurde.
Man nehme "die Sorgen ernst, die aus Redaktion und Dokumentation des Spiegels in den vergangenen Tagen geäußert wurden", heißt es in der Gesellschaftererklärung.

Vargas Llosa kritisiert Intellektuelle als unpolitisch

Sich politisch einzumischen sei nicht mehr üblich sagt der Literaturnobelpreisträger

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa beklagt einen Rückzug von Intellektuellen ins Private. Viele seien "völlig unpolitisch", sagt der peruanische Autor am Rande der Nobelpreisträgertagung in Lindau in der Samstagsausgabe der "Schwäbischen Zeitung". Die Künstler seien "pessimistisch, weil sie nicht glauben, dass Kunst die Geschichte ändern oder das politische Leben beeinflussen kann". Man müsse Autoren und Intellektuelle in die Politik holen, "um zu zeigen, dass Politik etwas Kreatives und Uneigennütziges sein kann". In den 1970ern und 1980ern war es nach Einschätzung von Vargas Llosa normal für Literaturnobelpreisträger und Autoren, sich politisch einzumischen.

Venedig-Jurymitglied Gröning : Kunst ist keine nationale Angelegenheit

Filmpreise können darüber entscheiden, ob ein Regisseur weiter arbeiten kann

Regisseur Philip Gröning (54) freut sich über die starke Präsenz von Deutschland bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig. Er ist in diesem Jahr Mitglied der Wettbewerbs-Jury. Für ihn spiele die Herkunft der Filme bei der Vergabe von Preisen aber keine Rolle, sagte Gröning im Interview der Nachrichtenagentur dpa. "Kunst ist niemals eine nationale oder nationalistische Angelegenheit." Ein Werk sei geglückt oder nicht. "Ein guter Film ist ein guter Film." Im Wettbewerb des ältesten Festivals der Welt konkurrieren vom 27. August bis 6. September 20 Filme um die Hauptpreise. Vier dieser Beiträge sind deutsche Ko-Produktionen, darunter zwei Filme von in Deutschland lebenden Regisseuren: Fatih Akin mit "The Cut" und Kaan Müjdeci mit seinem Debüt "Sivas".
Gröning war im vergangenen Jahr selbst einer der Teilnehmer: Mit seinem Drama "Die Frau des Polizisten" gewann er in Venedig den Spezialpreis der Jury. Preise wie diese seien wichtig, sagte Gröning. "Auszeichnungen sind ja eine Anerkennung für eine herausragende Leistung und führen hoffentlich dazu, dass Filme sichtbarer werden. Gegenüber dem Publikum, der Presse, den Geldgebern." Aus seiner eigenen Biografie wisse er: "Die Möglichkeit, als Regisseur weiter zu arbeiten, hängt manchmal entscheidend von Preisen ab."

Totenbuch des KZ Sachsenhausen geht online

Digitales Verzeichnis dokumentiert mehr als 20 000 Namen

Das Totenbuch der Opfer des Konzentrationslagers Sachsenhausen ist nun auch im Internet einsehbar. Im Beisein des Überlebenden Jonny Valentin wurde am Freitag in Potsdam die Online-Ausgabe freigeschaltet. In dem Buch finden sich die Namen von 21 913 Menschen, die während des Nazi-Terrors im KZ in Oranienburg ermordet wurden oder aufgrund von katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen starben. Viele tausende Namen fehlen noch. "Ich finde es ganz großartig und bewegend, dass die Namen von so vielen Kameraden, deren Asche namenlos verscharrt wurde, dem Vergessen entrissen werden konnten und überall auf der Welt verfügbar sind", sagte Valentin. Stiftungsdirektor Günter Morsch erklärte: "Wir verbinden mit der Veröffentlichung nicht zuletzt auch die Hoffnung, dass wir weiteren Opfern ihren Namen zurückgeben zu können."

Barenboims West-Eastern Divan Orchestra in Berliner Waldbühne

Daniel Barenboim spielt Mozarts Klavierkonzert selbst

Zum Abschluss einer Tournee nach Südamerika und durch Europa tritt Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra an diesem Sonntag in der Berliner Waldbühne auf. Das Orchester mit jungen Musikern aus Israel, den arabischen Ländern und Spanien spielt Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Maurice Ravel. Dabei wird Barenboim Mozarts Klavierkonzert Nr. 27 als Pianist selbst aufführen. Danach folgen unter anderem Ravels "Rhapsodie espagnole" und sein "Boléro".
In den vergangenen Wochen war das vom Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper und dem palästinensisch-amerikanischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründete Orchester nach Argentinien gereist. Anschließend spielte es in Luzern, bei den BBC Proms in London sowie den Salzburger Festspielen.

Kulturrat setzt Theater und Bibliothek auf "Rote Liste"

Sparzwänge gefährden Berliner Kultureinrichtungen

Der Deutsche Kulturrat hat das Berliner Theater Hans Wurst Nachfahren und den Studiengang Kirchenmusik der Hochschule für Künste in Bremen auf seine Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen gestellt. Auch die Stadtbücherei Wedel in Schleswig-Holstein sei gefährdet, teilte der Kulturrat am Freitag in Berlin mit. Grund dafür seien Sparzwänge der Stadt. Auf die Vorwarnliste kam das Zollmuseum Friedrichs in Aachen. Mit der Liste macht der Dachverband auf Kultureinrichtungen aufmerksam, die beispielsweise durch Sparzwänge um ihre Zukunft fürchten. Bei dem Theater Hans Wurst Nachfahren geht es laut der Mitteilung um einen auslaufenden Mietvertrag.

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