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Fazit / Archiv | Beitrag vom 24.04.2016

Kunstfest WeimarDie Stadt will nicht mehr zahlen

Christian Holtzhauer im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Programmhefte des Weimarer Kunstfestes 2015 (dpa / picture alliance / Martin Schutt)
Das Kunstfest Weimar bringe der Stadt mehr Geld ein, als sie dafür ausgebe, sagt der Leiter Christian Holtzhauer. (dpa / picture alliance / Martin Schutt)

Mit 250.000 Euro jährlich fördert die Stadt Weimar bisher ihr Kunstfest - das größte in Thüringen. Damit soll 2019 aber Schluss sein - aus Sparzwängen. "Fatal" und "blamabel" findet das der künstlerische Leiter Christian Holtzhauer.

Holtzhauer ist überzeugt: Es reiche nicht zu sagen, dass angesichts knapper Kassen überall gestrichen werden müsse. Es müssten vielmehr "schon ein paar gute Gründe" vorgebracht werden, warum es ausgerechnet diese Kulturinstitution sein solle. Er habe allerdings vom Stadtrat bislang noch kein inhaltliches Feedback zu seiner Arbeit bekommen:

"Ich finde es auch ein fatales Signal, das dann von der Stadt Weimar ausgeht, wenn sie sagt, dass sie ein Festival nicht haben möchte, von dem sie eigentlich am meisten profitiert. Sowohl ideell, im Sinne eines Imagegewinns, als auch finanziell, weil das Kunstfest einen erheblich größeren Betrag in der Stadt lässt als es von der Stadt bekommt."

Holtzhauer machte insbesondere auf das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum 2019 aufmerksam, anlässlich dessen "die Welt" nach Weimar schauen werde: "Just in diesem Jahr eine Kulturinstitution einzustampfen, die wie kaum eine andere in der Lage wäre, Verknüpfungen zwischen den existierenden Institutionen herzustellen, (…) wäre blamabel (…)."

"Sponsoring - das ist so ein Wunschbegriff"

Zwar habe das Kunstfest Weimar sich bereits Sponsoren gesucht, mit deren Hilfe es allein in diesem Jahr mindestens 400.000 Euro erwirtschafte. Allerdings dürfe man sich nichts vormachen: "Sponsoring - das ist so ein Wunschbegriff." In Thüringen wie im gesamten Osten Deutschlands sei es "wahnsinnig schwer", private Gelder zu bekommen. Allein schon deshalb, weil es nur wenige Unternehmen gebe, die "überhaupt das nötige Kleingeld haben, in Kultursponsoring zu investieren".

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