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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.10.2019

Kunstfahndung Die Suche nach dem Höfner-Bass von Paul McCartney

Elisabeth Zum-Bruch im Gespräch mit Ute Welty

Paul McCartney steht mit Bass auf der Bühne und zeigt ins Publikum. (imago/Alberto Valdés)
Spielt immer noch Höfner-Bass, hätte aber bestimmt gern seinen alten zurück: Paul McCartney. (imago/Alberto Valdés)

Vor 50 Jahren ging der Höfner-Bass von Beatles-Musiker Paul McCartney verloren. Nun soll die Suchaktion nach dem vermutlich gestohlenen Instrument neu an Fahrt gewinnen. Kriminalhauptkommissarin Elisabeth Zum-Bruch hat Ratschläge parat.

Der legendäre Beatles-Musiker Paul McCartney wurde einst mit seinem Höfner-Bass zum Weltstar. Geformt wie eine Violine, aber mit dem typisch langen Hals eines Basses, war das Instrument vom Typ Höfner 500/1 jahrelang ein ständiger Wegbegleiter, bis er 1969 verlorenging und vermutlich gestohlen wurde. Der Gitarrenhersteller Karl Höfner in Baiersdorf bei Erlangen will nun die weltweite Suche noch einmal verstärken. Er hofft darauf, das legendäre Instrument der Popgeschichte mit Hilfe des Internets wieder zu finden.

Die Spurensuche

Wir haben nach Tipps für die Suche bei Kriminalhauptkommissarin Elisabeth Zum-Bruch nachgefragt. Sie ist seit 2002 als Kunstfahnderin beim bayerischen Landeskriminalamt tätig und hat ständig mit Raubkunst, Museumsdiebstählen und Kunstfälschungen zu tun. "In der Regel sind wir für solche Fälle nicht zuständig", sagt Zum-Bruch, denn auch der Bass von Paul McCartney falle wohl eher unter normalen Diebstahl. "Es ist kein Kulturgut, außer es würde dazu erklärt werden."

Für die Suche sei es wichtig zunächst zu fragen, wer diesen Bass zuletzt in den Händen hatte und wie viele Personen Zugang zu dieser Gitarre hatten. "Wir würden die einzelnen Personen befragen." Es gelte herauszufinden, auf welchem Konzert das Instrument zuletzt zum Einsatz kam und wo es danach verwahrt wurde. Es gebe verschiedene Wege, öffentlichkeitswirksam zu ermitteln, sagte die Kommissarin.

Das Schweigen der Täter

Hilfreich seien dabei auch Musik- und Online-Magazine oder die Facebook-Seite der Polizei. Sie habe einmal nach einer in Italien gestohlenen Amphore aus dem 6. Jahrhundert gefahndet und dafür ein Fachmagazin für Antiquitäten eingebunden. Sollten Spuren ins Ausland weisen, arbeite die Polizei im Rahmen der Rechtshilfe mit Kollegen in vielen anderen Ländern zusammen, sagte Zum-Bruch.

Die wenigsten Verbrecher scheiterten an ihrer Eitelkeit, mit einer Tat zu prahlen. "Es ist eher so, dass die Täter sehr vorsichtig sein müssen", sagte die Kommissarin. "Wenn sie damit prahlen, gehen sie immer in Gefahr, dass sie entdeckt werden." Deshalb würden sie lieber darüber schweigen.  

(gem)  

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