Seit 06:20 Uhr Wort zum Tage

Mittwoch, 16.10.2019
 
Seit 06:20 Uhr Wort zum Tage

Kompressor | Beitrag vom 13.11.2015

Kunst und GesellschaftAls Postmigrant abgestempelt

Onur Suzan Nobrega im Gespräch mit Christine Watty

Podcast abonnieren
Porträtfoto der Medien- und Kulturwissenschaftlerin Onur Suzan Nobrega (privat)
Die Medien- und Kulturwissenschaftlerin Onur Suzan Nobrega (privat)

Mit der Vokabel "postmigrantisch" wird seit einigen Jahren der besondere Lebenshintergrund von Deutschen beschrieben, die Kinder von Einwanderern sind. Für die Kulturwissenschaftlerin Onur Nobrega sorgt diese Generation aktuell für kulturelle Vielfalt in der Kunst.

"Postmigrantisch" - dieser Begriff wurde in Deutschland am Theater geprägt: 2006 kuratierte Shermin Langhoff das erste "postmigrantische Festival" am Berliner Hebbel am Ufer, zwei Jahre später erklärte sie das Ballhaus Naunynstraße zum "postmigrantischen Theater".

Die Bezeichnung dient als Label, um die Lebenswirklichkeiten von Deutschen zu beschreiben, die Kinder von Einwanderern sind. Sie haben zwar keine eigene Migrationserfahrung, aber werden als Angehörige der zweiten und dritten Generation mit dem Thema "Migrationshintergrund" gesellschaftlich konfrontiert.

Mittlerweile ist der Begriff "postmigrantisch" im akademischen Mainstream angekommen. Noch bis Samstag diskutieren Wissenschaftler aus Deutschland, England und den USA am Jüdischen Museum in Berlin über Fragen der "postmigrantischen Gesellschaft". 

Darüber, wie sich der Theaterbegriff im wissenschaftlichen Diskurs verändert hat, und ob Postmigranten jemals deutsch werden, sprechen wir mit der Kulturwissenschaftlerin Onur Susan Nobrega.  Ihre Dissertation hat sie über "Postmigrantisches Theater und kulturelle Vielfalt in den Künsten" geschrieben.

Mehr Informationen zur internationalen Konferenz "Postmigrantische Gesellschaft?! - Kontroversen zu Rassismus, Minderheiten und Pluralisierung" auf der Webseite des Jüdischen Museums in Berlin.

Mehr zum Thema

Berlin, Köln und Mülheim - Ethno-Marketing im Theater
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 05.04.2015)

Postmigrantisches Theater - Nachfahren der Parallelgesellschaft

Großvaters Matratze ist 30 Jahre alt
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 31.08.2011)

"50 Jahre Scheinehe": Deutsche, Türken, Integration und postmigrantisches Theater
(Deutschlandfunk, Kulturfragen, 21.08.2011)

 Postmigrantisches Theater(Deutschlandfunk, Kultur heute, 06.05.2009)

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur