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Kompressor | Beitrag vom 23.06.2016

Kunst im öffentlichen RaumWie verstörend darf Street-Art sein?

Georg Winter im Gespräch mit Timo Grampes

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Das Kunstwerk des spanischen Streetart-Künstlers Borondo vom Projekt "Urban Nation" am Hochhaus an der Neheimer Straße in Tegel. (dpa)
Das Kunstwerk des spanischen Streetart-Künstlers Borondo vom Projekt "Urban Nation" am Hochhaus an der Neheimer Straße in Tegel. (dpa)

Streetart-Künstler haben in Berlin eine Fassade mit einem blutüberströmten Mädchen übermalt - und das auf einer 42 Meter hohen Fläche. Der Kunstprofessor Georg Winter kann nachvollziehen, dass einige Anwohner davon schockiert sind.

Ein Kunstwerk in Berlin-Tegel hat eine Debatte über Kunst im öffentlichen Raum entfacht. Zu sehen ist ein verstörendes Wandgemälde, das ein blutüberströmtes Mädchen im Nachthemd zeigt. Daneben ist ein von Pfeilen durchbohrter Körper zu erkennen. Einige Anwohner und Passanten fühlen sich von der 42 Meter hohen Fassadenmalerei belästigt. Das Werk stammt vom spanischen Streetart-Künstler Borondo von dem Netzwerk "Urban Nation".

Andere Regeln als im Museum

Wie verstörend darf Kunst im öffentlichen Raum sein? Das ist die "Frages des Tages" im "Kompressor". Georg Winter, Kunstprofessor für Public Art, gibt zu, dass die Kunst den Bewohnern in der Berliner Hochhaussiedlung einiges zumutet. Anwohner sollten in solche Kunstprojekte miteinbezogen werden. "Ich finde, es ist Teil der Arbeit, das im Vorfeld abzuklären", sagt Winter im Deutschlandradio Kultur. Im öffentliche Raum sollten demnach andere Regeln gelten als im Museum.

Ein Museum sei "ein geschlossenes System", das zum Beispiel Kinder vom Besuch einer für sie nicht geeigneten Ausstellung abzuhalten. Man dürfe die Freiheit der Kunst zwar nicht unterwanderen, aber es sei "eine Frage der Abstimmung" und die Verantwortlichen sollten die Verletzlichkeit der Bewohner berücksichtigen.

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