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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 06.12.2016

Kunst aus AlltagsgegenständenHelen Marten ist Turner-Preisträgerin 2016

Die britische Künstlerin Helen Marten. (dpa / picture alliance / Juergen Teller / Tate Photography)
Glückliche Preisträgerin: Helen Marten (dpa / picture alliance / Juergen Teller / Tate Photography)

Der Turner-Preis gilt als der bedeutendste britische Kulturpreis. In diesem Jahr wurde die Britin Helen Marten ausgezeichnet für ihre Kunst aus Alltagsgegenständen.

Der renommierte britische Turner-Preis geht in diesem Jahr an Helen Marten. Die 30-jährige Künstlerin aus dem Nordwesten Englands überzeugte die Jury mit Skulpturen, die aus alltäglichen Gegenständen gemacht sind, zum Beispiel Münzen, Wattestäbchen oder Schüsseln. Die Installation ist noch bis zum 2. Januar 2017 in der Tate Britain in London zu sehen. Sie erhält dafür 25.000 Pfund, umgerechnet rund 30.000 Euro.

Ihre Installationen bringen handgefertigte und gefundene Alltagsgegenstände zusammen – wie einen einfachen Teelöffel und einen exquisiten Lederstuhl.

Der Turner-Preis gilt als bedeutendster britischer Kunstpreis. Die Preisträger müssen jünger als 50 Jahre alt sein. Beeindruckend sind auch die Skulpturen von riesigen Pobacken der nominierten Künstlerin Anthea Hamilton. Im Video der BBC betont sie, sie habe etwas ganz Alltägliches schaffen wollen, über das man leicht ins Gespräch kommen könne.

Ein Kunstwerk des britischen Künstlers Michael Dean besteht aus vielen einzelnen Pennys in einem Gesamtwert von 20.436 Pfund. Diese Summe kennzeichnet die Armutsgrenze in Großbritannien. Dean hält nichts von dieser Grenze. Die meisten Menschen, die er kennt, besitzen sehr viel weniger.

Wie berührt man mit den Händen Mobiltelefone, Tablets, Notebooks – oder auch nur eine Lampe? Die britische Künstlerin Josephine Pryde hat daraus kunstvolle Fotos gemacht. Sie arbeitet in Berlin und London.

Bis zum 2. Januar 2017 präsentiert die Tate Britain Gallery in London die vier Finalisten. Als "facettenreich, vielschichtig, verführerisch" fasste Alex Farquharson, Vorsitzender der Turner-Preis-Jury und Direktor der Tate Britain, die Kunst der Preis-Kandidaten zusammen.

Im vergangenen Jahr wurde die Architektengruppe "Assemble" aus London geehrt. Sie erhielt den Preis für ein Renovierungsprojekt in einem Stadtteil in Liverpool, das mit Bewohnern umgesetzt wurde. 

Das Preisgeld beträgt insgesamt 40.000 Pfund. Die Hauptgewinnerin erhält 25.000 Pfund und die anderen drei Nominierten jeweils 5000 Pfund. Die Auszeichnung ist nach dem Maler William Turner (1775 – 1851) benannt.

(cosa)

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