Seit 15:05 Uhr Tonart
Freitag, 27.11.2020
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Sonntag, 6. September 2020

Kultusministerin will Pflicht-Besuche in Gedenkstätten

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will den Besuch von Schülerinnen und Schülern in NS-Gedenkstätten zur Pflicht machen. Die CDU-Politikerin sagte den "Stuttgarter Nachrichten", solche Besuche müssten pädagogisch eingebettet sowie vor- und nachbereitet werden. Für den Unterricht gibt es laut Ministerium inzwischen 50 Module zum Thema Nationalsozialismus, die sich jeweils auf eine Gedenkstätte im Land beziehen. Die Mittel, um Fahrten in die Gedenkstätten zu bezuschussen, würden auf 415.000 Euro erhöht und damit mehr als vervierfacht. Die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten (LAGG) lehnt dem Bericht zufolge allerdings eine Besuchspflicht ab. Felix Köhler vom Sprecherrat der LAAG sagte, viele der mehr als 70 Erinnerungsorte seien mit den jetzigen Besucherzahlen an ihren Kapazitätsgrenzen.

Jüdisches Filmfestival Berlin-Brandenburg eröffnet

Mit der Deutschlandpremiere der israelischen Produktion "Incitement" über den Attentäter von Israels Premierminister Yitzhak Rabin (1922-1995) ist am Sonntag in Berlin das 26. Jüdische Filmfestival Berlin-Brandenburg eröffnet worden. Unter dem Motto "Jews with many Views" (Deutsch: Juden mit vielen Ansichten) sind nach Veranstalterangaben bis zum 13. September 44 nationale und internationale Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme sowie Serien mit jüdisch-israelischer Thematik zu sehen. Alle aktuellen Filme seien Welt-, Deutschland- oder Berlinpremieren. Wegen der Corona-Pandemie findet Deutschlands größtes jüdisches Filmfestival als sogenanntes Hybrid-Festival statt und läuft sowohl bundesweit online über eine Streaming-Plattform als auch regional in acht Berliner und Brandenburger Kinos.

Riesenorgel im Stephansdom wieder in Betrieb

Nach 25 Jahren ist die Riesenorgel im Wiener Stephansdom wieder in Betrieb. Mit 185 Registern und rund 12.500 Pfeifen ist sie die größte Orgel in Österreich. Sie wurde 1956 gebaut und 1960 in Dienst genommen. Durch eine Spendenaktion konnte sie erneuert werden. Geplant war die Inbetriebnahme bereits im Juni, musste aber coronabedingt verschoben werden. Kardinal Christoph Schönborn will das Instrument bei einem Gottesdienst am 4. Oktober einweihen; anschließend findet ein erstes Konzert statt.

Berliner Gedächtniskirche feiert Kirchweihjubiläum

Mit einem Festgottesdienst ist das 125. Kirchweihjubiläum der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefeiert worden. Der im neoromanischen Stil errichtete Sakralbau war am 1. September 1895 nach nur vierjähriger Bauzeit eingeweiht worden. Beim im Livestream übertragenen Gottesdienst wurde auch die Bach-Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" mit dem Bach-Chor und Bach-Collegium aufgeführt. Der Gottesdienst war zugleich Abschluss einer Festwoche mit Andachten, Orgelmusiken und Führungen, mit dem das 125. Jubiläum des Berliner Wahrzeichens gefeiert wurde.

Dresdner Kästner-Preis für Seenotretter Reisch

Der ehemalige Lifeline-Kapitän, Claus-Peter Reisch, ist für seinen Einsatz in der Seenotrettung mit dem Erich-Kästner-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung des Dresdner Presseclubs ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Begründung heißt es, Reisch bekomme den Preis für sein "unbeirrbares Engagements in Politik, Kirche und Gesellschaft für eine humane und europäische Lösung der Flüchtlingsfrage". Der 59-Jährige habe eine zutiefst humane Überzeugung, dass die Rettung von Menschenleben immer Priorität haben müsse. Reisch war im Sommer 2018 tagelang für den Dresdner Verein "Mission Lifeline" mit 230 aus Seenot geretteten Flüchtlingen im Mittelmeer gekreuzt. Er führt sein Engagement bis heute fort.

Dacharbeiten an Kathedrale von Reims

In der gotischen Kathedrale von Reims haben unter strengen Brandschutzvorkehrungen mehrwöchige Dacharbeiten begonnen. Französischen Medienberichten zufolge sollen Teile des 250 Quadratmeter großen Bleidachs an der Südostseite neu befestigt und ausgebessert werden. Um einen Ausbruch von Feuer wie an der Pariser Kirche Notre-Dame im April 2019 zu vermeiden, müssen etwa die Metallschnitte am Boden ausgeführt und die Elemente mit schnurlosen Werkzeugen installiert werden. In der Höhe würden keine elektrischen Geräte verwandt, hieß es. Die Kathedrale von Reims war über Jahrhunderte die Krönungskirche der französischen Könige und zählt zu den Schlüsselbauten der Kathedralgotik um 1200.

"Edgar-"Verleihung beim Filmfestival im Hunsrück

Beim Film-Festival "Heimat Europa" im Hunsrück ist am Samstagabend wieder der "Edgar" verliehen worden. Der Preis für den besten Film ging an "Es gilt das gesprochene Wort" in der Regie von Ilker Catak. Geschildert wird die Begegnung zwei sehr verschiedener Menschen, die aufgrund einer schockierenden Diagnose ein neues Leben beginnen. Das Festival in Simmern widmet sich seit 2019 dem modernen Heimatfilm; benannt ist es nach der „Heimat“-Filmreihe von Edgar Reitz, wodurch Simmern weltweite Berühmtheit erlangte. Nach eigenen Angaben ist das Festival das erste seit Beginn der Corona-Krise, das wieder vor Publikum stattfinden konnte. Möglich wurde das durch die Ausrichtung als Autokino-Festival.

In Italien wird an Dantes 700. Todestag erinnert

In Ravenna haben am Samstagabend die Feierlichkeiten zum 700. Todestag des Dichters und Philosophen Dante Alighieri begonnen. Der Künstler lebte von 1265 bis 1321. Sein Versepos "Die Göttliche Komödie" beschreibt eine fiktive Wanderung durch die drei Reiche des Jenseits: die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies. Die Dichtung zählt zu den einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Sie machte das Italienische zur Literatursprache und hat das europäische Denken mitgeformt. Anlässlich der Dante-Feiern war das Grab des Dichters in Ravenna renoviert und wiedereröffnet worden. Auch der italienische Staatspräsident Mattarella war dazu in die Emilia-Romagna gekommen. Das Dante-Jahr wird weit ins Jahr 2021 auch an vielen anderen Orten in Italien begangen.

Nina Hoss ausgezeichnet

Die Schauspielerin Nina Hoss ist mit dem Hannelore-Elsner-Schauspielpreis des Fünf Seen Filmfestivals in Oberbayern ausgezeichnet worden. Mit ihrem Spiel gewännen die von ihr verkörperten Frauenfiguren Vielschichtigkeit und Tiefe, erklärte Festivalleiter Matthias Helwig. Die 45 Jahre alte Schauspielerin ist bekannt für Filme wie "Yella" oder "Die weiße Massai". Der Preis war im vergangenen Jahr zum ersten Mal vergeben worden. Das Filmfest erinnert damit an die 2019 gestorbene Schauspielerin Hannelore Elsner.

Berliner Ensemble nicht nach Ungarn

Das Berliner Ensemble sagt ein Gastspiel in Ungarn ab. Es will damit ein Zeichen gegen die Vorgänge an der Budapester Theaterhochschule setzen. Mit großer Bestürzung beobachte man die aktuellen Entwicklungen der Theaterszene in Budapest, teilte Intendant Oliver Reese mit. Der Berliner Theatermacher sprach von einem weiteren Schritt der Regierung "in Richtung einer Gleichschaltung der Kultur". Die Autonomie der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest wurde vergangenen Dienstag aufgehoben. Die Leitungsbefugnisse gingen auf ein neues Kuratorium über, das ausschließlich mit Personen besetzt ist, die von der rechtsnationalen Orban-Regierung bestellt wurden. Die Führung der Hochschule trat daraufhin zurück und Lehrkräfte kündigten an, die Universität zu verlassen.

Frühchristliche Kelchfragmente in England entdeckt

In den Überresten einer frühchristlichen Kirche haben englische Archäologen Kelchfragmente aus dem 5. oder 6. Jahrhundert entdeckt. Es sei der erste Fund dieser Art überhaupt auf der Insel und einer von wenigen aus dem frühchristlichen Westeuropa, berichtet das Portal "Christian Today". Allerdings sei der Zustand der 14 Fragmente sehr schlecht. Spezialfotografie mache christliche Symbole und Zeichen darauf sichtbar, so etwa Schiffe, Kreuze, Fische, einen Wal oder Engel. Entdeckt wurden die Kelchreste nahe der Ruine des römischen Kastells Vindolanda am Hadrianswall in der Grafschaft Northumberland. Die Römer waren im 1. Jahrhundert bis ins heutige Grenzgebiet zwischen England und Schottland vorgerückt.

"EinheitsEXPO" zu 30 Jahren deutsche Einheit eröffnet

In Potsdam ist die "EinheitsEXPO" zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit eröffnet worden. Die vierwöchige Freiluftausstellung ersetzt das traditionelle Bürgerfest zum Nationalfeiertag, das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden kann. Der etwa dreieinhalb Kilometer lange Rundweg der "EinheitsEXPO" führt an 30 Exponaten vorbei, die sich mit Deutschland beschäftigen. In einer Videoinstallation kommen beispielsweise 30 Stimmen aus Ost und West zu Wort, darunter die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, der Pianist Igor Levit, der Theologe Richard Schröder, die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah. Einen Festakt am 3. Oktober mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird es trotzdem geben. Mit ihm endet dann die "Expo".

Kulturnachrichten hören

September 2020
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Corona-Lockdown an der OperEine Simulation von Kultur
Ein Mann sitzt auf einer Bühne und hört zu. (picture alliance/dpa/Ina Fassbender)

Viele Kulturschaffende proben jetzt im Lockdown light weiter. Aber für wen soll das Ganze in der aktuellen Situation sein? Das fragt sich der Musiker und Autor Schorsch Kamerun, der an der Staatsoper Stuttgart an einem Jugendstück arbeitet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur