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Fazit | Beitrag vom 14.11.2019

Kulturstaatsministerin zum Museum der Moderne"Deutschland als Kulturnation braucht so ein Museum"

Monika Grütters im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Der Siegerentwurf für ein Museum der Moderne in Berlin der Schweizer Architekten von Herzog & de Meuron, wird am 17.11.2016 bei der Eröffnung einer Ausstellung im Kulturforum in Berlin präsentiert. (Ralf Hirschberger/dpa)
Das neue Museum der Moderne in Berlin nach dem Entwurf der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron soll bis 2026 fertig gestellt werden. (Ralf Hirschberger/dpa)

Der Bau des Museums der Moderne in Berlin ist umstritten. Kosten, Größe und Platzierung wurden kritisiert. Kulturstaatsministerin Monika Grütters freut sich auf das neue Museum. Für Denkmalschutz und Nachhaltigkeit sei ausreichend gesorgt.

Zunächst einmal sei sie glücklich und erleichtert über die breite Unterstützung des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag, der heute für dieses Museum der Moderne ein zweites Mal gestimmt hat, erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Der Haushaltsausschuss hat damit ja anerkannt, dass Deutschland als Kulturnation so ein Museum auch braucht. Kein Land und keine Stadt wie Berlin haben das 20. Jahrhundert so erlebt und erlitten wie Deutschland und unsere Hauptstadt. Deshalb ist es einfach richtig und angemessen, dass wir jetzt die Kunst dieser Zeit vernünftig präsentieren können."

"Ein besonders geglückter Dialog mit der Umgebung"

Kürzlich erst hatte der Architekt Stefan Braunfels mit dem Bekanntmachen von Plänen für Aufmerksamkeit gesorgt, die zeigen, dass die Sichtachse hin zur Nationalgalerie verstellt wird. Diese Kritik am geplanten Museum der Moderne kann die Kulturstaatsministerin nicht verstehen: "Das kann ich deshalb nicht ganz nachvollziehen, weil doch die Gemäldegalerie mit ihrer etwas unglücklichen Piazzetta vor der Haustür ja die ist, derentwegen das Kulturforum immer als so missglückt und städtebaulich schwierig angesehen wurde." Das Neue Museum werde auf jeden Fall alle "Solitäre" miteinander verbinden. "Ich finde, das ist ein besonders geglückter Dialog mit der Umgebung."

14.09.2019, Berlin: Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien, spricht bei dem Festakt zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt, (Carsten Koall/dpa )Kulturstaatsministerin Monika Grütters meint, man solle nicht die alten Meister gegen die Kunst des 20. Jahrhunderts stellen. Berlin brauche beides. (Carsten Koall/dpa )

Auch in Sachen Nachhaltigkeit hatte es Kritik am Bau des neuen Gebäudes gegeben, weil der Entwurf von Herzog & de Meuron die Verwendung von großen Mengen Stahlbeton vorsieht. Laut Monika Grütters werde das neue Gebäude jedoch "den Komplex der Nachhaltigkeit deutlicher beachten als alle Gebäude vorher". "Denn wir haben uns verpflichtet, ökologisch zu bauen nach den neuen Standards und Richtlinien, die die Bundesregierung ausgegeben hat, und haben deshalb heute auch beschlossen, dass wir im Sinne des kostenbewussten und des nachhaltigen Bauens dort ein ganz besonderes ökologisches Konzept verwenden werden."

Strenge Budgetkontrolle durch regelmäßige Berichterstattung

Nachdem ursprünglich 200 Millionen Euro für den Bau des Museums bewilligt worden waren, wird das neue Gebäude nun mindestens 364 Millionen kosten. Damit es nicht zu einer weiteren Kostenexplosion komme, sei eine regelmäßige Kontrolle der Haushaltsdisziplin zusätzlich beschlossen worden: "Wir haben ein sehr strenges Kostenmanagement beschlossen, dem gemäß sowohl die Bauherren, als auch die Planer und die Architekten halbjährlich an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über die Kostenentwicklung und den Mittelabfluss berichten." Die heute beschlossene Summe von 364 Millionen Euro sei eine "echte Schmerzgrenze". Daher hoffe die Kulturstaatsministerin, dass der Beschluss dieser Budgetkontrolle auch ein "vertrauensbildendes Signal ist, so dass sich viele Menschen heute mit uns freuen können".  

(kpa)

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