Seit 04:05 Uhr Tonart
Donnerstag, 13.05.2021
 
Seit 04:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. Mai 2021

Kulturstaatsministerin für Open-Air-Veranstaltungen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat sich für Open-Air-Kulturveranstaltungen im Sommer ausgesprochen. "Ich verstehe den Wunsch, möglichst schnell wieder Open-Air-Veranstaltungen zuzulassen und befürworte dies auch", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dennoch müsse man in der aktuellen Situation gesamtgesellschaftlich denken und verantwortungsvoll bleiben. "Gerade bei größeren Open-Air-Veranstaltungen kann die Lage schnell unüberschaubar werden und damit das Übertragungsrisiko steigen", so Grütters. So müssten auch der An- und Abreiseweg als Risikofaktoren mitgedacht werden. Sie hoffe sehr, dass die aktuellen Maßnahmen jetzt im Frühjahr schnell zu einem Sinken der Infektionszahlen führten und es möglichst bald wieder viele Kulturveranstaltungen gebe.

Wiederherstellung der Sklaverei durch Napoleon

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat die Wiederherstellung der Sklaverei unter Napoleon Bonaparte mit deutlichen Worten als "Verrat am Geist der Aufklärung" verurteilt. Frankreich habe diesen Fehler erst im Jahr 1848 mit der endgültigen Abschaffung der Sklaverei repariert, sagte Macron am Mittwoch in Paris bei einer Gedenkfeier zum 200. Todestag des einstigen Kaisers der Franzosen. Napoleon starb am 5. Mai 1821 auf der Atlantikinsel Sankt Helena in der Verbannung. Bis heute spaltet das Wirken des gebürtigen Korsen die öffentliche Meinung. Die einen sehen ihn als Reformer und Gründer wichtiger Institutionen wie der Notenbank Banque de France. Andere werfen Napoleon Bonaparte eine autoritäre Herrschaft und die Wiederherstellung der Sklaverei in den Kolonien im Jahr 1802 vor.

Bruce Springsteen erhält Woody-Guthrie-Preis

Der US-Musiker Bruce Springsteen (71) wird in diesem Jahr mit dem Woody-Guthrie-Preis ausgezeichnet. Springsteen verbinde sich über seine Songs seit Jahrzehnten mit "Menschen, die durch harte Zeiten gehen, und die guten Zeiten feiern", hieß es zur Begründung vom Woody Guthrie Center. Springsteens Musik sei ein "Soundtrack der Widerstandskraft, Stärke, des Herzens und der Freude". Bruce Springsteen sagte über die Auszeichnung, dass er sich geehrt fühle. Guthrie sei einer seiner wichtigsten Einflüsse und Inspirationen. Der Preis soll dem Musiker am 13. Mai online übergeben werden. Die Auszeichnung wird im Andenken an den US-Folkmusiker Guthrie (1912-1967) verliehen. Im vergangenen Jahr hatte ihn die US-Sängerin Joan Baez bekommen.

Rechtsstreit mit Gorki-Theater endet mit Vergleich

Mit einem Vergleich endete heute der Rechtsstreit vor dem Berliner Bühnenschiedsgericht zwischen dem Berliner Maxim-Gorki-Theater und einer Dramaturgin . Das berichtet die Onlineseite nachtkritik.de. Die Dramaturgin hatte wegen "Maßregelung und Diskriminierung" geklagt. Die Nichtverlängerung ihres befristeten Vertrags hätte im Zusammenhang mit einem Beschwerdebrief mehrerer Beschäftigter gegen die Intendantin wegen Machtmissbrauch und Mobbing gestanden; zudem würde sie in ihrer Elternzeit als Frau diskriminiert, so ihr Vorwurf. Der am Mittwoch zustande gekommen Vergleich sieht vor, dass die Klägerin eine Abfindung von 15.000 Euro erhält.

Facebook-Account von Trump bleibt gesperrt

Der frühere US-Präsident Trump bleibt beim Internetnetzwerk Facebook gesperrt. Nach monatelangen Prüfungen entschied das unabhängige Aufsichtsgremium des US-Konzerns, dem Republikaner bleibe der Zugriff auf unbestimmte Zeit verwehrt. Der Schritt dürfte weltweit für Aufsehen sorgen, weil er als Hinweis darauf gilt, wie Facebook künftig mit Staats- und Regierungschefs wie Irans oberstem Führer Chamenei oder Brasiliens Präsidenten Bolsonaro verfährt. Trumps Accounts waren von Facebook gesperrt worden, nachdem dessen Anhänger das US-Kapitol in Washington gestürmt hatten. Die Reaktionen reichten damals von Zensurvorwürfen bis zu Aufforderungen, künftig noch stärker einzugreifen. Das 20-köpfige Gremium mahnte an, dass Facebook für mehr Transparenz bei Entscheidungen sorgen müsse. Zum Gremium gehören auch die frühere dänische Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt und Ex-"Guardian"-Chefredakteur Rusbridger.

Deutschland Weltspitze bei Visa für Migranten

Deutschland hat im Jahr vor der Corona-Pandemie so viele Familiennachzugs-, Studenten- und Arbeitsvisa für Menschen aus acht ausgewählten Herkunftsländern von Flüchtlingen ausgestellt wie kein anderes Land. Das berichteten das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch. 2019 gewährte Deutschland demnach rund 20.000 Visa für Menschen aus Afghanistan, Eritrea, dem Iran, dem Irak, Somalia, Syrien und Venezuela - fast 16.000 davon wegen Familiennachzugs. Die USA stellten 2019 rund 14.500 Visa aus. In der Studie wurden Zahlen aus 35 OECD-Ländern sowie Brasilien ausgewertet.

Berliner Jugendtheater Strahl mit neuer Leitung

Das Berliner Jugendtheater Strahl bekommt ein Führungstrio. Ab August übernehmen die Regisseurin Anna Vera Kelle, die Theaterpädagogin und bisherige stellvertretende Theaterleiterin Karen Giese sowie der Schauspieler Matthias Kelle die künstlerische und geschäftsführende Leitung. Sie lösen dann Wolfgang Stüßel ab, der vor 34 Jahren das Theater mitgegründet hat. Stüßel hat in dieser Zeit rund 58 Premieren mit mehr als 5000 Vorstellungen verantwortet. Mit dem Führungswechsel bekommt das Theater auch eine eigene Spielstätte und eröffnet am Berliner Ostkreuz ein neues Theaterhaus für junge Menschen. Das Theater Strahl zeigt Stücke, die sich mit Perspektiven, Ängsten, Wünschen und Fähigkeiten der jungen Generation auseinandersetzen. Dabei werden klassische Stücke an die Probleme junger Menschen von heute angepasst.

"Leipzig liest extra" mit 350 Veranstaltungen

In Leipzig wird es auch ohne Buchmesse Ende Mai zahlreiche Literatur-Veranstaltungen geben. Das teilte die Leipziger Buchmesse mit. Unter dem Motto "Leipzig liest extra" sind vom 27. bis 30. Mai 350 Events an 80 Orten in der Stadt geplant. Der Großteil der in- und ausländischen Autorinnen und Autoren werde live vor Ort sein. Die Auftritte sollen kostenfrei ins Internet übertragen werden. Falls die dann gültigen Pandemie-Regeln es zulassen, werden die Veranstaltungen auch mit Publikum stattfinden. Mit dem Programm wolle man "ein weithin sichtbares Zeichen" für Bücher, Büchermacher und gesellschaftlichen Austausch setzen, sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Literatur und der Buchmarkt bräuchten Öffentlichkeit, Lesefans Inspiration und die Gesellschaft den Diskurs. Die Leipziger Buchmesse und das parallel ausgerichtete Lesefest "Leipzig liest" waren wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal abgesagt worden.

Robert-Jacobsen-Preis für Künstlerduo

Das in Berlin lebende Künstlerduo Elmgreen & Dragset erhält in diesem Jahr den Robert-Jacobsen-Preis der Würth-Stiftung. Das Duo erhalte die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk und dessen hohe "gesellschaftliche Relevanz", hieß es in einer Mitteilung. Die Arbeiten von Michael Elmgreen, geboren 1961 in Kopenhagen, und Ingar Dragset, geboren 1969 in Trondheim, seien weniger von einer marktgängigen Handschrift geprägt als von einer menschlichen Haltung. Der Preis wird seit 1993 im Andenken an den dänischen Bildhauer Robert Jacobsen (1912-1993) vergeben. Frühere Preisträger waren unter anderem Eva Rothschild, Yngve Holen, Alicja Kwade und Jeppe Hein.

Facebook-Gremium entscheidet über Trump-Accounts

Facebook entscheidet heute über die Freischaltung des seit Monaten gesperrten Accounts von Ex-Präsident Donald Trump. Die Entscheidung liegt in den Händen eines Aufsichtsgremiums, das unabhängig von der Unternehmensleitung Beschlüsse fassen kann. Nachdem Facebook jahrelang Falschinformationen und Beleidigungen von Seiten Trumps weitgehend duldete, hatte das Unternehmen nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch seine Anhänger am 6. Januar Trumps Konten stillgelegt. Der Vorstandsvorsitzende von Facebook, Mark Zuckerberg, erklärte, das Risiko, Trump weiter Zugang zur Plattform zu gewähren, sei zu groß. Politiker, Experten für Meinungsfreiheit und Aktivisten in der ganzen Welt beobachten die anstehende Entscheidung mit Spannung. Sie hat Auswirkungen nicht nur für Trump, sondern für Technologie-Konzerne, Regierungschefs und alle Angehörigen von Parteien, die sich über soziale Medien an ihre Anhänger wenden.

Wandreliefs aus "Sputnik-Jahrzehnt" werden restauriert

Drei ungewöhnliche Wandreliefs von 1968 will die Sächsische Aufbaubank (SAB) restaurieren lassen und in ihrem Neubau in Leipzig installieren. Die Reliefs waren eine Auftragsarbeit der damals noch jungen Künstler Arno Rink, Frank Ruddigkeit sowie Klaus Schwabe, wie ein Sprecher der SAB mitteilte. Die großformatigen Werke der Wegbereiter der Leipziger Schule spiegeln den euphorischen Zeitgeist des "Sputnik-Jahrzehnts" sowie der "Ost-Moderne" wider. Am heutigen Standort der SAB in Leipzig befand sich früher ein Teil des Robotron Kombinats für DDR-Computertechnik. In dessen Auftrag waren die Wandreleifs entstanden. Unter dem Arbeitstitel "Leben im Sozialismus" zitierte das Künstlerkollektiv in seinen Bildvisionen die damals populären Metaphern des Fortschritts, unter anderem Kybernetik und Atomkraft sowie die Eroberung des Kosmos. Beim Rückbau des Verwaltungszentrums seien die Werke mit großer Sorgfalt geborgen worden, betonte der SAB-Sprecher.

Hamburg will Open-Air-Kultur-Events ab Juli

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) möchte ab Mitte Juli einen Open-Air-Kultursommer für die Hansestadt ermöglichen. Abhängig von niedrigen Inzidenzen und mehr Geimpften wolle man "vier Wochen ganz konzentriert in den öffentlichen Raum gehen". Das sagte Brosda im Podcast "Wie ist die Lage?" der Gute Leude Fabrik und der Hamburger Morgenpost. Damit sollen Auftrittsmöglichkeiten geschaffen werden, um vielen Künstlerinnen und Künstlern die Chance zu geben, Kultur zu machen und dafür auch Geld zu bekommen, sagte Brosda. Gleichzeitig wolle man den Menschen in Hamburg Kultur wieder nahebringen. Schwerpunkt sollen dabei zunächst keine großen Events mit externen Künstlern sein, sondern nach Angaben Brosdas sollen vor allem ganz viele Künstlerinnen und Künstler aus Hamburg auftreten.

GB lockert Visaregeln für Nobelpreisträger und Stars

Mit vereinfachten Visaregeln für hochdekorierte Schauspieler oder Wissenschaftler will Großbritannien künftig kluge Köpfe und brillante Bühnenstars anlocken. Anträge von Nobelpreisträgern, Oscar- und Grammy-Gewinnern, aber auch von Siegern bei den Golden Globes, den Britischen Filmpreisen oder den Brit Awards sollen bevorzugt behandelt werden, wie das Innenministerium in London am Mittwoch ankündigte. Der Schritt gehöre zum Plan des Landes, die "Besten und Klügsten" aus aller Welt zu gewinnen. "Die Gewinner dieser Auszeichnungen haben den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht und Großbritannien so viel zu bieten", sagte Innenministerin Priti Patel. Das neue Einwanderungssystem sei entwickelt worden, um die Besten und Klügsten anzuziehen, basierend auf ihren Fähigkeiten und Talenten und nicht auf ihrer Herkunft. Kritiker hatten gewarnt, dass Fachkräfte von neuen Visumsregeln abgehalten werden könnten, in Großbritannien zu arbeiten. Außerdem gibt es noch keine Einigung mit der EU über Visumsregeln für Künstlerinnen und Künstler.

Christie's versteigert Spitzenwein von Raumstation ISS

Das New Yorker Auktionshaus Christie's versteigert eine Flasche Rotwein, die auf der Internationalen Raumstation ISS einer besonderen Reifezeit ausgesetzt war. Der Schätzpreis liegt bei umgerechnet 830.000 Euro. Sollte er tatsächlich erzielt werden, wäre es die teuerste Weinflasche der Welt. Der Wein des Jahrgangs 2000 stammt von dem angesehenen Weingut Château Petrus bei Bordeaux und gehört zu insgesamt zwölf Grand Crus, die im Januar nach 14 Monaten von der ISS auf die Erde zurückgekehrt waren. Tests am Institut für Weinwissenschaften der Universität Bordeaux ergaben, dass sie auch im All Spitzenweine blieben, wenngleich sich ihre Farbe und einige Duft- oder Geschmacksnoten verändert hatten. Der galaktische Wein ist nicht Teil einer öffentlichen Auktion. Vielmehr handelt es sich um eine private Versteigerung, bei der Käufer und Preis - falls erwünscht - unter Verschluss bleiben. Der Erlös soll in die Finanzierung zukünftiger Weltraummissionen fließen, die sich mit Agrar-Forschung befassen.

Bayern: Kulturveranstaltungen ab 10. Mai möglich

In Bayern könnte es bald wieder Theater-, Konzert- und Opernvorstellungen vor Publikum geben. Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 100 sollen ab dem 10. Mai kulturelle Veranstaltungen erlaubt werden. Das entschied das Kabinett in München. Wie viele Zuschauer dann erlaubt sind, richte sich nach den örtlichen Gegebenheiten, dem Mindestabstand und den gängigen Hygienemaßgaben, ergänzte Kunstminister Bernd Sibler.

Red Hot Chili Peppers verkaufen Songkatalog

Die Red Hot Chili Peppers haben die Rechte an ihren Songs verkauft: Wie das Branchenmagazin "Billboard" unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, übernimmt das britische Musik-Investmentunternehmen Hipgnosis für mindestens 140 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) den gesamten Song-Katalog der US-Alternativrockband. Dazu gehören Hits wie "Under The Bridge", "Californication" und "Snow (Hey Oh)". Auf Anfragen für eine Stellungnahme reagierten beide Seiten zunächst nicht. Seit seiner Gründung und der Notierung an der Londoner Börse im Jahr 2018 hat Hipgnosis bereits hunderte Millionen Dollar in Musikrechte investiert. In seinem Besitz sind unter anderem Kataloge von Neil Young, Blondie und Shakira sowie die Rechte an Dutzenden aktuellen Hits.

Kulturnachrichten hören

Mai 2021
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Joseph Beuys Inspirator und Öko-Vorreiter
Porträt vom deutschen Künstler Joseph Beuys (1921-1986). Paris, 1985.  (imago / Leemage)

Auch an seinem 100. Geburtstag ist der Künstler Joseph Beuys umstritten: Den einen gibt er Inspiration, andere werfen ihm Nähe zu Nazi-Gedanken vor. In jedem Fall hat Beuys den Kunstbegriff erweitert und früh die Wichtigkeit ökologischen Denkens erkannt.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

DC-Horror-Reihe von Joe HillDas Gruseln ist zurück
Szene aus dem Comic "Daphne Byrne" von Joe Hill. Frauen stehen in einem Raum und unterhalten sich.   (Panini Verlag)

Unter dem Pseudonym Joe Hill veröffentlicht Stephen Kings Sohn Joseph Romane und Comicserien. Der Panini Verlag bringt die von ihm kuratierten "Hill House"-Comics heraus. Im Neuesten, „Daphne Byrne – Besessen“, ist eine Portion Horror garantiert.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur