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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Kulturrat zog Jahresbilanz

Kulturpolitik leidet unter Problemen der Regierungsbildung

Die Kulturpolitik in Deutschland leidet nach Ansicht des Deutschen Kulturrates unter der sich seit Monaten hinziehenden Regierungsbildung. "Seit Mitte des Jahres 2017 läuft die Bundeskulturpolitik auf Sparflamme", erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann in einer Mitteilung. Ausgerechnet jetzt stünden kulturpolitische Antworten auf zentrale Fragen wie die Zukunft Europas, die kulturelle Integration der Geflüchteten, die inhaltliche Ausgestaltung des Humboldtforums in Berlin, aber auch die Rolle der Kultur bei der Klimadebatte auf der Agenda. Das Jahr 2017 sei kulturpolitisch durchwachsen gewesen, bilanzierte Zimmermann. Unter dem Eindruck der #MeToo-Debatte warnte er davor, dass immer öfter auch in Deutschland versucht werde, Kunst zu zensieren. Ein schwerer Schlag für die internationale Kulturzusammenarbeit sei der angekündigte Austritt der USA aus der UN-Kulturorganisation Unesco. Der deutsche Kulturrat ist Dachorganisation von rund 250 Bundeskulturverbänden.

Deutsche Oper öffnet morgen wieder

Geplante Aufführungen finden statt

Die Deutsche Oper in Berlin kann nach einem schweren Wasserschaden morgen wieder öffnen. Damit können die geplanten Aufführungen am Donnerstag und Freitag und zum Jahreswechsel stattfinden - wenngleich mit technischen Einschränkungen wie etwa improvisiertem Bühnenlicht und nur einem Teil der Bühnenelemente. Eine defekte Sprinkleranlage hatte an Heiligabend die Bühne des Hauses unter Wasser gesetzt. Die enorme Menge an Wasser führte zu Beeinträchtigungen an der Beleuchtungstechnik sowie der Kommunikations- und Datentechnik. Der Vorverkauf der Karten, der vorübergehend gestoppt wurde, läuft nun auch wieder an.

"Washington Post"-Erbe tot aufgefunden

Steven Spielberg verfilmte Geschichte der Verlegerfamilie

Tragischer Tod eines Washington Post-Erben: Wie US-Medien berichten, hat sich William Graham am 20. Dezember selbst getötet. Der 69-Jährige entstammte einer der berühmtesten Verlegerfamilien der USA - die "Washington Post" ist eine der renommiertesten Zeitungen des Landes. In zwei Tagen sollte der Film "The Post" (dt. "Die Verlegerin") in den US-Kinos starten, in dem Steven Spielberg die Zeitung und ihrer Herausgeberfamilie porträtiert. 2013 war die "Post" an Amazon-Gründer Jeff Bezos verkauft worden. William Graham arbeitete nicht als Verleger, sondern als Anwalt. Bereits sein Vater hatte sich das Leben genommen.

Wille fordert differenzierteres Ostdeutschland-Bild

ARD-Vorsitzende Carola Wille gibt ihr Amt 2018 ab

Die Situation der Menschen in Ostdeutschland wird nach Einschätzung der ARD-Vorsitzenden Karola Wille in den Medien nicht differenziert genug dargestellt. Das gelte insbesondere für Nachrichtensendungen. "Wir sind hier noch nicht am Ende des Weges angekommen, sondern sollten daran arbeiten, dass die Lebenswirklichkeit im Osten bundesweit stärker reflektiert wird", sagte Wille. "Man kann sie nicht auf Rechtsradikalismus und Kriminalität reduzieren. Sie ist vielfältiger und facettenreicher, mit Blick auf Themen, auf die Leistungen der Menschen und ihre Meinungsbilder", sagte die MDR-Intendantin, die den ARD-Vorsitz zum Jahreswechsel abgibt. "Und wir sind noch nicht so weit, wie ich mir das gewünscht hätte."

"Tatort" 2017: Weniger Zuschauer, weniger Leichen

Quote so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr

Im Schnitt haben in diesem Jahr 8,91 Millionen Menschen jede Erstausstrahlung der "Tatort"-Krimis gesehen. Die Durchschnittsquote war damit 2017 so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Auswertung der Programmdirektion der ARD hervor. 2015 waren es noch rund 9,5 Millionen. Ebenfalls auf dem Tiefstand ist die Zahl der Leichen: Dieses Jahr sind lediglich 85 gezählt worden - ein extremes Minus im Vergleich zum Vorjahr, als es mit 162 Krimi-Toten eine Rekordzahl gab. Die Zählung kommt von der Fan-Seite "Tatort-Fundus.de".

Tanztheater Derevo bittet Publikum um Beistand

Dresden will Künstlern im nächsten Jahr die Förderung entziehen

Das renommierte russische Tanztheater Derevo hat sein Publikum in Dresden nach einer Uraufführung um Unterstützung ersucht. Die Stadt will den Russennach mehr als 20 Jahren im kommenden Jahr die institutionelle Förderung entziehen. Das Ensemble sieht deshalb seine Existenz bedroht. Nach der Uraufführung des Stückes "Der Strom" im Dresdner Festspielhaus Hellerau wandte sich Ensemble-Chef Anton Adasinsky an die Zuschauer. "Wenn Sie uns lieben, unterschreiben Sie die Petition zum Erhalt von Derevo", sagte Adasinky. Derevo (russisch: Baum) entstand 1988 in St. Petersburg und kam später nach Dresden. Mit ungewöhnlichen Produktionen gewannen die Russen auf Festivals in aller Welt Preise. Mit einer Mischung aus Tanz, Theater und Pantomime entwickelte das Ensemble eine ganz eigene Ästhetik.

Satire-Petition zur Abspaltung von Barcelona

Bereits mehr als 60.000 Unterschriften für autonomes Tabarnia

Eine satirische Online-Petition zur Abspaltung der Großräume Barcelona und Tarragona von Katalonien macht im Internet Furore: Die Petition gehörte zu den meistdiskutierten Themen im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Binnen drei Tagen wurde sie bereits von mehr als 60.000 Menschen unterzeichnet. Die Petition fordert die Abspaltung der spanientreuen Regionen rund um die Großstädte Tarragona und Barcelona vom Rest Kataloniens, das die Abspaltung von Spanien fordert. Bei der Parlamentswahl in Katalonien hatten die prospanischen Parteien rund 52 Prozent der Stimmen erhalten, aber wegen einer Besonderheit des Wahlrechts zählen die Stimmen aus den ländlichen Regionen stärker. Daher stellen die Unabhängigkeitsbefürworter die Mehrheit der Abgeordneten im neuen katalanischen Parlament.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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