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Kulturnachrichten

Dienstag, 30. März 2021

Kulturrat sieht zahlreiche Veranstaltungen bedroht

Der Deutsche Kulturrat sieht zahlreiche Kulturveranstaltungen bedroht. "Die Corona-Pandemie hat den Kulturbereich tief getroffen. Immer mehr Kultureinrichtungen, Kulturunternehmen und Kulturinitiativen kommen in existenzielle Not", sagte Kulturrat-Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin. Der Kulturrat hat daher im vergangenen Jahr wieder seine "Rote Liste" bedrohter Kultureinrichtungen eingeführt, um auf die schwierige Situation der Kultur aufmerksam zu machen. Auf der aktuellen Liste stehen unter anderen die Leipziger Buchmesse, die Musikfestivals Rock am Ring/Rock im Park und SonneMondSterne sowie die Kunstmesse Art Karlsruhe.

Bau des "MiQua" in Köln wird deutlich teurer

Das jüdische Museum MiQua in Köln wird um weitere 50 Millionen Euro teurer als zuletzt gedacht. 127 Millionen Euro werde das Projekt kosten, das im Jahr 2024 fertig werden soll, teilte die Stadt Köln mit. Der Stadtrat werde Anfang Mai über den gestiegenen Finanzbedarf beraten. Die höheren Kosten erklärte die Verwaltung unter anderem mit verzögerten Tiefbauarbeiten und der Freilegung von archäologischen Funden. Darüber hinaus habe sich wegen antisemitischer Vorfälle die Sicherheitseinschätzung der Kriminalpolizei verändert, was zu Umplanungen geführt habe. Der Grundstein für das Museum wurde im Juni 2018 in der Kölner Altstadt direkt neben dem Rathaus gelegt. Das MiQua entsteht als hallenartiger Schutzbau über den Überresten des mittelalterlichen jüdischen Viertels.

Longlist für International Booker Prize veröffentlicht

Autorinnen und Autoren aus vier Kontinenten sind im Rennen um den diesjährigen International Booker Prize. Die sogenannte Long List mit 13 Nominierten für den britischen Literaturpreis wurde veröffentlicht. Unter ihnen sind Can Xue aus China und Ngugi wa Thiong'o aus Kenia, die auch schon länger als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gelten. Die Liste wird am 22. April auf sechs Finalisten reduziert. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird am 2. Juni bekanntgegeben. Der International Booker Prize wird jedes Jahr an einen Roman oder ein Erzählwerk verliehen, das aus einer anderen Sprache ins Englische übersetzt wurde. Das Preisgeld beträgt 50 000 britische Pfund (rund 58 000 Euro) und wird von der Autorin mit dem Übersetzer geteilt.

Leopold-Lucas-Preis für Philosoph Bernhard Waldenfels

Der Bochumer Philosoph Bernhard Waldenfels wird mit dem Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die Preis-Jury würdigte den 87-Jährigen als wichtigen philosophischen Denker der Gegenwart, der sich in origineller Weise dem Dialog zwischen Nationen und Ländern gewidmet habe. Waldenfels stehe für ein weites Denken, das Philosophie, Recht, Ethik und Psychologie, aber auch Literatur und Kunst verbinde. Ein Festakt zur Übergabe des mit 50.000 Euro dotierten Preises kann nach Angaben der Universität wegen der Corona-Situation derzeit nicht stattfinden. Die Übergabe soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Der Leopold-Lucas-Preis ehrt Personen, die sich um Toleranz und Völkerverständigung verdient machen.

Einwohner Timbuktus erhalten Entschädigung

Ein Opfer-Fonds des Internationalen Strafgerichtshofs hat Reparationen
in Millionenhöhe wegen der Zerstörung von Weltkulturerbe-Stätten in Timbuktu gezahlt. 2012 hatten islamistische Milizen viele historische Gebäude in der alten Karawanen- und Gelehrtenstadt in Mali verwüstet. Neben Wiedergutmachungen in Höhe von 2,7 Millionen Euro für die Einwohner Timbuktus zahlte der Fonds jeweils einen symbolischen Euro an den malischen Staat und die UN-Kulturorganisation Unesco.

Astrid-Lindgren-Preis für Franzosen Jean-Claude Mourlevat

Der französische Autor Jean-Claude Mourlevat ("Jefferson") erhält in diesem Jahr den renommierten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis. Seine immer wieder überraschende Arbeit verbinde den Stoff des alten Epos mit der zeitgenössischen Wirklichkeit, teilte die zuständige Jury in Stockholm mit. Der Preis ist von der schwedischen Regierung zu Ehren der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren ("Pippi Langstrumpf", "Michel aus Lönneberga") ins Leben gerufen worden und wird seit 2003 jährlich vergeben. Mit einem Preisgeld in Höhe von fünf Millionen schwedischen Kronen (rund 490 000 Euro) gilt die Ehrung als weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

Baudelaire-Konterfei in italienischem Acker

Der italienische Land-Art-Künstler Dario Gambarin hat im Jahr des 200. Geburtstags des französischen Dichters Charles Baudelaire ein riesiges Abbild von ihm in einen Acker gefräst. "Le virus du mal" (Das Virus des Bösen) steht neben dem Konterfei des Lyrikers. Es sei gleichzeitig der Titel des 27 000 Quadratmeter großen Werkes, teilte Gambarin mit. Das Kunstwerk befindet sich in Castagnaro, etwas mehr als 50 Kilometer südöstlich der Stadt Verona in Norditalien. Für die Arbeit hatte Gambarin nach eigenen Angaben Traktor, Pflug und Egge verwendet. Baudelaire, geboren am 9. April 1821 und berühmt für die Gedichtsammlung "Les Fleurs du Mal" (Die Blumen des Bösen), stehe mit seinen Arbeiten im Kontext zum gegenwärtigen "Notfall", erklärte Gambarin. Der Land-Art-Künstler hatte in der Vergangenheit auch den Künstler Leonardo da Vinci und den italienischen Dichter Dante Alighieri in großen Werken abgebildet.

3sat-Preis zum Berliner Theatertreffen für Thiemo Strutzenberger

Der Schauspieler Thiemo Strutzenberger erhält den diesjährigen 3sat-Preis zum Berliner Theatertreffen. Der aus Österreich stammende Strutzenberger wird für seine Leistung in "Graf Öderland" ausgezeichnet, einer Koproduktion vom Theater Basel und dem Residenztheater München. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Strutzenberger spiele einen "Hochrisiko-Öderland", für den die Trennlinien von Wachtraum und panischer Klarheit durchlässig seien, erklärte die Jury. Das Berliner Theatertreffen gehört zu den renommiertesten Bühnenfestivals. Ausgewählt werden jedes Jahr die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wegen der Pandemie findet das Festival im Mai erneut online statt. Auch der Sender 3sat zeigt mehrere Inszenierungen.

Ai Weiwei besorgt über Lage in Hongkong

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat sich besorgt über die zunehmende Einmischung der Volksrepublik China in Hongkong geäußert. "Jedes Zeichen von freier Rede und von freiem Ausdruck kann für ungesetzlich oder subversiv erklärt werden", sagte Ai in einem Telefonat. "Hongkongs liberalere, demokratischere Gesellschaft verschwindet", beklagte Ai. Die Leitung des derzeit im Bau befindlichen M+-Museums in Hongkong bestätigte, dass ein Foto Ai Weiweis nicht in der Eröffnungsausstellung zu sehen sein werde, auf dem er mit erhobenem Mittelfinger auf dem Tiananmen-Platz in Peking zu sehen ist. Ai ließ sich bei seinen Reisen um die Welt immer wieder mit dieser Geste fotografieren, etwa vor dem Weißen Haus in Washington, vor dem Berliner Reichstag und vor dem Moskauer Kreml.

Fünf Welterbe-Anträge mit deutscher Beteiligung

Fünf Anträge mit deutscher Beteiligung stehen bei der nächsten Tagung des Unesco-Welterbekomitees auf der Tagesordnung. Geschützt werden sollen demnach die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt sowie Orte des jüdischen Mittelalters in Speyer, Mainz und Worms. Gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Tschechien bewerben sich bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts als Welterbe. Aus Deutschland sind Bad Ems, Bad Kissingen und Baden-Baden dabei. Auf gemeinsamen Antrag von Österreich, der Slowakei, Ungarn und Deutschland soll der römische Grenzwall Donaulimes als Welterbe anerkannt werden. Dasselbe beantragen die Niederlande und Deutschland für den Niedergermanischen Limes. Entschieden wird auf der Unesco-Sitzung, die online vom 16. bis zum 31. Juli stattfindet.

Menschenrechtskommissarin kritisiert Lage der Medien in Ungarn

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, hat sich besorgt über die Medienfreiheit in Ungarn geäußert. Eine politisch kontrollierte Regulierungsbehörde und staatliche Eingriffe in den Medienmarkt unterhöhlten die Voraussetzungen für Medienvielfalt und Meinungsfreiheit in Ungarn, heißt es in einem Bericht Mijatovics. Die Gesetze müssten dahingehend geändert werden, dass die Unabhängigkeit des Medienrats gewahrt werde und alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen in den Medien repräsentiert seien, verlangte die Kommissarin. Ferner rief sie die Regierung in Budapest auf, die Europarat-Standards zum Schutz von Medienvielfalt noch vor den ungarischen Parlamentswahlen 2022 umzusetzen.

Nike verklagt US-Kunstkollektiv "MSCHF"

Der Sportartikelhersteller Nike hat das US-Kunstkollektiv "MSCHF" wegen Markenrechtsverletzung verklagt. "MSCHF" hatte 666 Paare eines "Satan Schuhs" verkauft, der zusammen mit dem Rapper Lil Nas X entwickelt wurde. Diese seien jedoch ohne Genehmigung des Unternehmens hergestellt worden, berichtete das Musik-Magazin "Rolling Stone", dem die Klage vorlag. Das Design der Schuhe soll Turnschuhen von Nike ähneln. Laut Mitteilung des Kunstkollektivs kosteten die Schuhe 1018 US-Dollar pro Paar und seien innerhalb einer Minute ausverkauft gewesen.

Interimsspitze für Berliner Volksbühne

Nach dem Abgang vom Klaus Dörr als Intendant der Berliner Volksbühne übernimmt ein Frauen-Duo vorübergehend die Spitze des Theaters. Die Dramaturgin Sabine Zielke sowie Gabriele Gornowicz, Geschäftsführerin bis 2014, bilden die Leitung des Interims-Direktoriums, wie die Senatskulturverwaltung am Montag mitteilte. Damit könnten der Spielplan und die künstlerische Arbeit gesichert werden. Zum Interims-Direktorium gehören außerdem Thomas Walter (Geschäftsführer von 2014-18), Klaus Michael Aust (Chefdisponent), Stefan Pelz (Technischer Direktor), Schauspieldirektor Thorleifur Örn Arnarsson, ein Mitglied des Ensembles sowie ein Mitglied des Personalrates. In der kommenden Spielzeit wird der Dramatiker und Regisseur René Polesch neuer Intendant der Volksbühne. Dörr hatte nach Vorwürfen von mehreren Frauen Mitte März seinen Posten abgegeben. Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die komplette Verantwortung, hatte Dörr erklärt.

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