Samstag, 17.11.2018
 

Fazit | Beitrag vom 07.11.2018

Kulturpolitischer Blick auf US-Wahl"Ein neues Engagement der Jüngeren"

Thomas Gaehtgens im Gespräch mit Britta Bürger

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die neue Kongress-Abgeordnete Ilhan Omar (m.) mit Familienangehörigen nach ihrem Sieg bei der US-Zwischenwahl. (picture alliance / abaca)
Grund zur Hoffnung: Jüngere Frauen, etwa die muslimische Politikerin Ilhan Omar (m.),sind bei der Zwischenwahl in den US-Kongress gewählt worden. (picture alliance / abaca)

Wie diskutieren die amerikanischen Kulturinstitutionen über die Ergebnisse der Zwischenwahlen? Thomas Gaehtgens hat das Getty Research Institute bis Mai dieses Jahres geleitet, ihm machen in den USA Probleme mit Visa-Auflagen zu schaffen, er hofft aber auf einen wirklichen Wandel.

Der deutsche Kunsthistoriker Thomas Gaehtgens hält das Ergebnis der Midterm-Wahlen für positiv: "Die Demokraten sind wieder dabei". Gaehtgens hat bis zum Frühjahr dieses Jahres das Getty Research Institute in Los Angeles geleitet. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Thomas W. Gaehtgens in einer Gesprächssituation unter freiem Himmel. ( imago/Christian Thiel)Der Kunsthistoriker Thomas W. Gaehtgens ( imago/Christian Thiel)

Der Widerstand gegen US-Präsident Trump sei in Kalifornien sehr groß und der Bundesstaat demzufolge nicht unbedingt repräsentativ für das "Trump-Land", so Gaehtgens. Trumps Regierungszeit habe sein Institut auch nicht sonderlich beeinflusst, da es finanziell unabhängig sei. Schwierigkeiten gebe es allerdings dabei, Visa für internationale Studierende zu bekommen.

Die Demokratie ist in Schwung gekommen

Gaehtgens ist nun nach den Midterm Elections optimistisch. Während der Wahl habe er ein ungewöhnliches Engagement der Jüngeren, vor allem Frauen beobachtet, die auch gewählt worden seien. Den Demokraten fehlten im Moment nur noch die "charismatischen Figuren", die man Trump entgegenstellen könnte. Erst dann könne sich ein wirklicher Wandel vollziehen, sagt Gaehtgens. Die Zwischenwahlen seien ein erster Schritt dahin gewesen. Er sieht "ein ungewöhnliches neues Engagement der Jüngeren, vor allem Dingen der Frauen, die sich durchgesetzt haben und auch gewählt worden sind".

Mehr zum Thema

Wahlen USA - "Hier sind alle sehr euphorisch"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 07.11.2018)

Midterm-Wahlen in den USA - Lieder gegen Trump
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 06.11.2018)

Philosophischer Kommentar zu US-Zwischenwahlen - Dialektik der politischen Empörung
(Deutschlandfunk Kultur, Sein und Streit, 04.11.2018)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDer Mickey, die Maus
 Micky Maus im Pop-Up-Museum «Mickey: The True Original Exhibition», einem Micky-Maus-Museum, das speziell zum 90. Geburtstags der Kult-Zeichentrickfigur vorübergehend eröffnet wurde. Die berühmteste Maus der Welt feiert Geburtstag: Vor genau 90 Jahren war Micky Maus in dem Zeichentrickfilm «Steamboat Willie» erstmals auf der Weltbühne zu sehen. Bis heute begeistert die Figur Kinder und Erwachsene - aber ihr Kommerz-Imperium ist bedroht. (picture alliance/Christina Horsten/dpa)

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat getagt und entschieden, das Gendersternchen nicht in den Duden aufzunehmen: Schon jetzt gebe es verschiedene Möglichkeiten für eine geschlechtergerechte Schreibweise, erklärt die Duden-Chefredakteurin in der "FAZ".Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur