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Freitag, 14.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 18. Juni 2018

Kulturpolitiker und Publizist Hermann Glaser gestorben

Er galt als Vordenker einer modernen Kulturpolitik

Der Kulturpolitiker und Publizist Hermann Glaser ist tot. Er starb 89-jährig in der Nacht zum Montag. 26 Jahre lang war Hermann Glaser Kulturdezernent in Nürnberg, 15 Jahre lang leitete er den Kulturausschuss des Deutschen Städtetages. Der in Nürnberg geborene Glaser war 26 Jahre lang bis 1990 Kulturdezernent seiner Heimatstadt. 15 Jahre lang hatte er auch den Vorsitz des Kulturausschusses im Deutschen Städtetag inne. Glaser setzte sich für eine demokratische, um die Teilhabe möglichst vieler Menschen bemühte Kulturpolitik ein. 1973 war er Mitbegründer des selbst verwalteten Nürnberger Jugendzentrums KOMM, um den aus seiner Sicht gegängelten Jugendlichen mehr Freiraum zu geben. Das KOMM machte 1981 bundesweit Schlagzeilen, als nach einer Hausbesetzer-Demonstration 140 Jugendliche verhaftet wurden. In den vergangenen Jahrzehnten war Glaser vor allem als Publizist tätig. Mehr als 80 Werke hat der Historiker verfasst. Darunter die "Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland".

Kassel stimmt Kauf von documenta-Obelisk zu

Einigung über Standortfrage ist Voraussetzung

Nach monatelangen Verhandlungen in Kassel über den Ankauf des documenta-Kunstwerks Obelisk hat das Stadtparlament entschieden: Die 16 Meter hohe Steinsäule des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe wird gekauft, sofern es eine Einigung mit ihm über den Standort gibt. Eine Mehrheit im Stadtparlament habe dafür gestimmt und eine Frist für das Ende der Verhandlungen gesetzt, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montagabend. Wenn bis Ende Juni keine Einigung mit dem Künstler gefunden wird, soll der Obelisk in Kassels Innenstadt abgebaut werden. Kein Einvernehmen im Parlament gab es allerdings bei der eigentlich entscheidenden Frage, wo das Kunstwerk stehen soll. Oguibe bestand lange Zeit darauf, dass der Obelisk in der Innenstadt auf dem Königsplatz bleibt. Die Stadt lehnte dies ab. Sie will den Platz für weitere documenta-Ausstellungen freihalten.

Steinmeier eröffnet Thomas-Mann-Haus in Los Angeles

Villa wird transatlantische Begegnungsstätte

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet in der kalifornischen Metropole Los Angeles das Thomas-Mann-Haus als transatlantische Begegnungsstätte. Die ehemalige Villa des Schriftstellers soll künftig als Ort der Debatte und Domizil für Stipendiaten genutzt werden. Die Bundesregierung hatte das Anwesen 2016 gekauft, um es vor dem Abriss zu bewahren. Bei der feierlichen Einweihung soll auch Frido Mann, ein Enkel des Dichters, zugegen sein. Thomas Mann hatte hier zwischen 1942 und 1952 gelebt. Das Anwesen war Treffpunkt Intellektueller wie Theodor Adorno, Albert Einstein oder Lion Feuchtwanger. Hier entstanden auch zahlreiche Rundfunkbeiträge für die BBC, in denen Thomas Mann die deutschen Hörer gegen die Nazi-Diktatur mobilisieren wollte.

Nachlass von Rainer Bonar geht an Stiftung

Werke gehen an die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bekommt den umfangreichen Nachlass des 1996 verstorbenen Künstlers Rainer Bonar, der in der DDR im Visier der Stasi stand. Die Witwe werde Bilder, Grafiken und Fotografien übergeben, teilte die Stiftung mit. Zudem sollen in einer Podiumsdiskussion das Wirken des unangepassten Künstlers sowie das Spannungsverhältnis zwischen oppositioneller und staatlicher Kunst in der DDR beleuchtet werden. Bonars Werk stehe für den Traum von Freiheit im geteilten Deutschland, hieß es. Er habe sich zeitlebens kritisch mit den Verhältnissen in beiden deutschen Staaten auseinandergesetzt. Bis 1981 arbeitete er in Ost-Berlin und war Repressionen ausgesetzt. Er wurde ausgebürgert und lebte fortan in West-Berlin. Zu seinen Werken gehört eine Serie von Mauerbildern.

Generalmusikdirektor Karabits verlässt 2019 Weimar

Er möchte perspektivisch weiter als Dirigent in Weimar wirken

Der Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Staatskapelle Weimar, Kirill Karabits, wird das Deutsche Nationaltheater nach Ende der Spielzeit 2018/2019 verlassen. Nach umfassenden Verhandlungen sei die von beiden Seiten angestrebte Verlängerung seines Vertrages leider nicht erreicht worden, teilte das Theater mit. Dem umfangreichen Aufgabenbereich würden internationale Verpflichtungen und die Fortsetzung seiner langjährigen Leitung des Bournemouth Symphony Orchestra entgegen stehen. Perspektivisch werde eine Weiterführung seines Wirkens als Dirigent in Weimar angestrebt, hieß es. Der Ukrainer Karabits leitet das Traditionsorchester seit der Saison 2016/2017.

Bildhauer Friedrich Werthmann gestorben

Er war der Schöpfer der "Mercator-Kugel" in Duisburg

Der Düsseldorfer Bildhauer Friedrich Werthmann ist tot. Er starb bereits am 9. Juni im Alter von 90 Jahren. Das teilte das Lehmbruck Museum in Duisburg mit, das mehrere seiner Werke besitzt. Werthmann habe eine enge Verbindung zum Museum und zur Stadt Duisburg gepflegt. Eine seiner Skulpturen ist seit langem in der Innenstadt zu sehen: Die "Hommage à Mercator" heißt im Volksmund "Mercator-Kugel" und steht im Zentrum der Stadt. Plastiken von Werthmann stehen auch in den Zentren von Düsseldorf und Wuppertal. Zu seinem 75. Geburtstag hatte ihm das Von der Heydt-Museum in Wuppertal eine Retrospektive in der Kunsthalle Barmen gewidmet. Das Lehmbruck Museum zeigte 1978 eine Einzelausstellung mit dem Titel "Skulpturen".

Christo stellt Kunstwerk in London vor

Trapezförmige Skulptur aus Ölfässern ist im Hyde Park zu sehen

Der Künstler Christo hat im Londoner Hyde Park sein erstes großes Außenprojekt in Großbritannien vorgestellt: Mitten auf der Serpentine, einem künstlichen See im zentralen Hyde Park, schwimmt "The Mastaba" - eine gigantische Skulptur aus 7506 gestapelten Ölfässern. Das Kunstwerk ist 20 Metern hoch, 30 Meter breit und 40 Meter lang. Das trapezförmige Kunstwerk in Form einer Pyramide mit abgeschnittener Spitze, wurde von den Grabbauten der altägyptischen Kultur inspiriert. Es ist bis zum 23. September auf einer schwimmenden Plattform in der Serpentine zu sehen. Der in Bulgarien geborene Künstler und amerikanische Staatsbürger ist unter anderem mit der Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 berühmt geworden, die er mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude verwirklicht hatte. Sein jüngstes Projekt wird von einer Ausstellung der Arbeiten des Künstlerehepaares über die letzten 60 Jahre in der nahe gelegenen Serpentine Galerie begleitet.

Spendenaktion für neue Orgel im Prager Veitsdom

2,5 Millionen Euro wurden bislang gespendet

Der Veitsdom auf dem Prager Hradschin bekommt eine neue große Orgel. Im Zuge einer Spendenaktion sind bislang umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro und damit bereits mehr als 80 Prozent der voraussichtlichen Kosten zusammengekommen. Einzelpersonen, Firmen und mehr als 170 Städte und Gemeinden hätten sich mit Geldspenden beteiligt, teilte die Erzdiözese Prag mit.
Obwohl der Veitsdom die wichtigste Kathedrale Böhmens ist, fehlte dort bislang eine große Orgel. Derzeit gibt es lediglich ein kleineres Instrument, das nur als Übergangslösung galt. Die neue Orgel wird von einer spanischen Orgelbaufirma errichtet und soll im Herbst 2019 fertig sein.

Paul-Spiegel-Preis für Pastor Wilfried Manneke

Zentralrat der Jeden ehrt damit sein Engagement gegen Rechtsextremismus

Der evangelisch-lutherische Pastor Wilfried Manneke aus Unterlüß bei Celle wird in Hannover mit dem Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet. Damit will der Zentralrat das jahrzehntelange, mutige Engagement Mannekes gegen Rechtsextremisten ehren. Die Laudatio hält die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Manneke engagiert sich seit 1995 im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Damals schloss er sich einem Arbeitskreis gegen ein Schulungszentrum von Neonazis an. Der Pastor zählt auch zu den Gründern einer Initiative der hannoverschen Landeskirche für Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Der Preis ist nach dem früheren Zentralratspräsidenten Paul Spiegel benannt.

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