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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 23.07.2014

KulturphänomenDie Renaissance der Binsenbummler

Das Faltboot und seine Geschichte

Von Lorenz Hoffmann und Tobias Barth

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Besucher stehen im Faltbootmuseum in Lychen (Brandenburg) an den Standard-Faltbooten der DDR. (picture alliance / dpa)
Kinder besichtigen das Faltbootmuseum in Lychen (Brandenburg). (picture alliance / dpa)

Es ist ein Phänomen, das sich wieder zunehmender Beliebtheit erfreut: das Faltboot. Die Beschäftigung mit ihm wirkt entschleunigend und als Transportmittel ermöglichte es wilde Fahrten durch Gletscherflüsse.

Wie so oft bei smarten Dingen, die das Leben schöner machen, ist auch beim Faltboot der Erfinder umstritten. War es der Architekt Heurich 1905, oder schon 1894 ein deutscher Infanterie-Ingenieur oder der Brite Baden-Powell?

Auf jeden Fall geben Segeltuch und Gummihaut über dem dürren Stabskelett seit Jahrzehnten den Stoff ab für viele abenteuerliche Geschichten: von der Atlantiküberquerung des Arztes Hannes Lindemann in den 50er-Jahren bis zur Flucht über die Ostsee.

Das menschliche Maß in einer Welt der Beschleunigung

Der Schriftsteller Uwe Johnson verewigte das Faltbootgefühl in der Literatur. Das Faltboot ist ein Kulturphänomen und es erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. In einer Welt der Beschleunigung führt es zurück zum menschlichen Maß. Und dieses Maß heißt 85. Genauer: RZ 85. Das ist die Bezeichnung des legendären Reisezweiers aus Pouch, eines Faltbootes, das Generationen von Paddlern beglückte, von Spreewald bis Mecklenburg, vom Donaudelta bis auf die Gletscherflüsse Islands.

85 Zentimeter breite Boote

Die Zahl 85 steht für die Breite des Bootes, und diese 85 Zentimeter gewähren selbst einem breit gesessenen Hinterteil genügend Raum für Proviant oder wasserdichte Packsäcke oder einige Feierabend-Biere. Auf Seen, Flüssen und zwischen Binsen erlebt das stille Gleiten auf dem Wasser eine Renaissance.

 

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