Samstag, 18. Januar 2020

  • Denis Scheck: Gegen Political Correctness in Literatur

    Political Correctness kann nach Ansicht des Kritikers Denis Scheck in der Literatur "barbarisch" sein. Es störe ihn, wenn Begriffe wie "Neger" oder "Zigeuner" aus Kinderbuch-Klassikern von Autoren wie Astrid Lindgren oder Otfried Preußler verbannt werden. Die kritisierten Wörter seien Bezeichnungen, "die nur Tölpel heute noch verwenden, die keinerlei sprachliche Sensitivität besitzen" - aber eben auch Begriffe, "die in vergangenen Zeiten alltäglich waren". Er halte auch nichts davon, Autoren nach ihrer politischen Einstellung zu bewerten, sagte Scheck der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Er forderte: "Dass wir aufhören, in Schwarz und Weiß zu denken, dass wir die Graustufen wahrnehmen. Dass wir realisieren, dass man ein glühender Nazi und ein guter Künstler sein kann. Dass man Antisemit sein kann wie der späte Theodor Fontane und gleichzeitig mit dem "Stechlin" Weltliteratur schreiben kann."

  • Simpsons-Sprecher hört nach Rassismus-Vorwürfen auf

    Mehr als zwei Jahre nach Rassismus-Vorwürfen gegen die beliebte Zeichentrickserie "Die Simpsons" zieht sich der für seinen übertriebenen Akzent kritisierte Sprecher des indischen Ladenbesitzers Apu zurück. Er werde seine Stimme nicht weiter der Figur von Apu Nahasapeemapetilon leihen, sagte der Schauspieler Hank Azaria. Die Autoren der Serie müssten noch entscheiden, wie es mit der Figur weitergehe. Azaria sah sich scharfer Kritik von Zuschauern ausgesetzt, die insbesondere Anstoß am markanten Akzent des weißen Schauspielers und Sprechers für die Rolle nahmen. Sie warfen den Autoren der Serie zudem vor, mit der Figur allzu viele indische Stereotype zu bedienen. Ende 2017 beschäftigte sich eine viel beachtete Dokumentation des indischstämmigen Komikers Hari Kondabolu mit der Simpsons-Figur Apu.

  • Demonstranten wollen Macron im Theater stören

    Vor dem Hintergrund der anhaltenden Streiks gegen die Rentenreform der französischen Regierung ist es bei einem privaten Theaterbesuch von Präsident Emmanuel Macron in Paris zu einem Zwischenfall gekommen. Rund 30 Regierungsgegner versuchten am Freitagabend, in ein Theater im Norden von Paris einzudringen, in dem der Präsident zusammen mit seiner Frau Brigitte eine Vorstellung besuchte. Nach Angaben der Polizei wurden die Demonstranten jedoch aufgehalten. Sie waren durch Twitter-Botschaften auf den Theaterbesuch des Staatschefs aufmerksam geworden. Macron sagte, er werde trotz des Vorfalls auch in Zukunft Theateraufführungen besuchen. Nach mehr als sechs Wochen Streik ist die Stimmung in Frankreich weiter angespannt. Die Rentenreform ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen Macrons. Er will die mehr als 40 Rentensysteme vereinheitlichen. Die Gewerkschaften fürchten massive Einschnitte für viele Berufsgruppen und machen seit Monaten dagegen mobil.

  • Neuer Name für Hollywoodstudio 20th Century Fox

    US-Medienberichten zufolge hat sich der neue Eigentümer, Disney, von dem Zusatz „Fox“getrennt um nicht mehr mit dem ultrakonservativen US-Sender Fox News in Verbindung gebracht zu werden. Disney hatte im März vergangenen Jahres wesentliche Bestandteile der 21st-Century-Fox-Gruppe gekauft, darunter das Filmproduktionsstudio. Das seitdem ebenfalls zu Disney gehörende Filmstudio Fox Searchlight heißt den Medienberichten zufolge künftig Searchlight Pictures. Wie das Branchenmagazin „Variety“berichtet, werden die Logos der Studios nicht verändert –lediglich das Wort „Fox“wird entfernt.Über eine Umbenennung der Fernsehstudios 20th Century Fox Television und Fox 21 Television sei noch nicht entschieden worden. Der Disney-Konzern selbst äußerte sich bisher nicht zu den Berichten.

  • Peter-Huchel-Preis für Henning Ziebritzki

    Der Lyriker Henning Ziebritzki erhält den Peter-Huchel-Preis 2020 für deutschsprachige Lyrik. Ausgezeichnet wird er für seinen Gedichtband "Vogelwerk". Darin versammelt er Gedichte in federnd präziser Sprache, in denen die Beobachtung von Vögeln zu existenziellen Fragen führt, zu den Momenten, in denen Leben und Tod sichtbar werden, so die Jury. Der Peter-Huchel-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wird der Preis traditionsgemäß am 3. April, dem Geburtstag des Lyrikers, in Staufen im Breisgau, wo Peter Huchel bis zu seinem Tod im Jahr 1981 gelebt hat. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Friederike Mayröcker sowie Orsolya Kalász und Thilo Krause.

  • Jean-Luc Picard: Weltall nicht weiter erkunden

    Fernsehstar Sir Patrick Stewart alias Captain Jean-Luc Picard hat sich gegen eine weitere Erforschung des Weltalls ausgesprochen. Kurz vor Beginn der neuen Star-Trek-Serie sagte er, das Geld würde gebraucht, um den Planeten Erde besser und stärker zu machen. Die Erde sei durch den Klimawandel im Begriff zu verschwinden. Der 79-jährige Stewart wurde in den 80er und 90er Jahren mit der Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" in der Rolle des Captain Jean-Luc Picard weltweit eine Kultfigur. Die neue Streaming-Serie "Star Trek: Picard" knüpft daran an. In Berlin fand gestern Abend die Deutschland-Premiere statt.

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