Seit 16:05 Uhr Echtzeit
Samstag, 16.10.2021
 
Seit 16:05 Uhr Echtzeit

Kulturnachrichten

Montag, 27. September 2021

Instagram legt Kinder-Version auf Eis

Instagram setzt nach kritischen Medienartikeln die Entwicklung einer Version für Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren aus. Man glaube zwar weiterhin, dass es richtig wäre, für sie eine spezielle Variante des Foto-Dienstes anzubieten, schrieb Instagram-Chef Mosseri in einem Blogeintrag am Montag. Zunächst solle es aber ausführlichere Konsultationen mit Experten, Eltern und Politikern geben. In den vergangenen Wochen war die Instagram-Mutter Facebook nach einer Serie von Enthüllungsartikeln im "Wall Street Journal" verstärkt unter Druck geraten: Interne Facebook-Unterlagen würden zeigen, dass das Online-Netzwerk selbst festgestellt habe, dass sich die Instagram-Nutzung negativ auf die psychische Gesundheit von Teenagern ausgewirkt habe. Facebook bestreitet die Darstellung.

Der DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult ist tot

Der Mitgründer des "Neuen Forums" und frühere DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das bestätigte die Robert-Havemann-Gesellschaft. Der Bundesverdienstkreuzträger hatte eine klassische Dissidenten-Biografie. Nach einem abgebrochenen Theologiestudium arbeitete er als Maurer und Heizer, war Bausoldat und in verschiedenen oppositionellen Gruppen aktiv. In den 80er Jahren baute er von Ost-Berlin aus den illegalen Piratensender Schwarzer Kanal mit auf, der systemkritische Texte über die DDR sendete. Außerdem organisierte er 1987 den "Kirchentag von Unten" mit.

Václav-Havel-Preis für belarussische Oppositionelle

Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa ist mit dem Václav-Havel-Menschenrechtspreis des Europarates ausgezeichnet worden. Die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde heute in Straßburg der Schwester der inhaftierten Aktivistin überreicht. Kolesnikowa habe echten Mut gezeigt, als sie gegen das Regime in ihrer Heimat aufbegehrt habe, sagte der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Rik Daems, bei der Preisverleihung. Als Oppositionsführerin und Vertreterin ihres Volkes habe sie für bürgerliche und politische Rechte gekämpft und zahle mit ihrer Haft einen sehr hohen Preis. Die Aktivistin wurde Anfang September zu elf Jahren Haft in einem Straflager verurteilt. Die 39-Jährige Kolesnikowa war bereits vor gut einem Jahr im Zuge der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen worden.

Preise des Deutschen Kinderhilfswerks vergeben

Der Deutsche Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerks geht in diesem Jahr nach Berlin, Essen und Ratzeburg. Mit einem Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken, teilte das Hilfswerk in Berlin mit. Aus Berlin kommt das Gewinnerprojekt "CoronaPort", eine Webseite zur bundesweiten Nachbarschaftshilfe in der Pandemie. Die Schülerfirma "The Green Club" des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen hat das Ziel, den Alltag der Schulgemeinschaft nachhaltiger zu gestalten. Und das Projekt "Barlach GoYoung" aus Ratzeburg hat ein Ausstellungskonzept im Barlach Museum der Stadt entwickelt, bei dem bildungsbenachteiligte Jugendliche zu Museumsbotschaftern ausgebildet werden.

Werberat rügt sexistische Werbung

Der Deutsche Werberat hat sechs öffentliche Rügen wegen sexistischer Werbung ausgesprochen. Bei drei davon handele es sich um frauenherabwürdigende Motive auf Fahrzeugen. Drei weitere sexistische Motive seien auf einem Plakat, in einer Anzeige und in einer In-App-Werbung abgebildet, teilte der Werberat in Berlin mit. Oft zeigten sich eher kleinere Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe uneinsichtig und änderten oder stoppten ihre vom Werberat beanstandete Werbung nicht. Doch die überwiegende Mehrheit der Werbetreibenden folge dem Votum, wie die Durchsetzungsquote des Werberats belege. Sie liege seit Jahren bei mehr als 90 Prozent, hieß es weiter. Der Werberat ist die Selbstkontrolleinrichtung der deutschen Werbewirtschaft. Das Gremium wird von Organisationen aus Handel, Agenturen, Medien, Forschung und Werbeberufen getragen.

PEN-Zentrum erinnert an Schriftsteller Oskar Panizza

Anlässlich des 100. Todestages von Oskar Panizza (12.11.1853 – 28.09.1921) erinnert das deutsche PEN-Zentrum an das Schicksal des Publizisten. Die Veröffentlichung seiner satirischen Himmelstragödie "Das Liebeskonzil" hatte dazu geführt, dass Panizza 1895 vom Münchner Landgericht wegen Gotteslästerung zu einem Jahr Einzelhaft verurteilt wurde. Kein anderer Autor sei im Deutschen Kaiserreich für eine Publikation jemals so schwer bestraft worden, so die Mitteilung des PEN. Der politisch motivierte Prozess erinnere bis heute daran, dass die Kunst- und Meinungsfreiheit ein Grundrecht sei. Dies gelte es auch in der Gegenwart zu schützen und zu verteidigen. Der Fall Panizza sei ein mahnendes Beispiel dafür, sich weltweit für verfolgte Journalisten und Schriftstellerinnen einzusetzen.

Josef Schuster erhält Deutschen Kulturpolitikpreis

Josef Schuster (67), Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erhält den erstmals verliehenen Deutschen Kulturpolitikpreis des Deutschen Kulturrats. Die undotierte Auszeichnung würdige Schusters außerordentliche kulturelle wie kultur- und bildungspolitische Engagement und die stete Dialogbereitschaft mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, teilte der Kulturrat in Berlin mit. Der Arzt Schuster gehört seit 1999 dem Präsidium des Zentralrats an, seit 2014 ist er dessen Präsident. Außerdem ist Schuster Vizepräsident des World Jewish Congress und des European Jewish Congress. Seit 2020 ist er außerdem Mitglied im Deutschen Ethikrat. Schuster wurde 1954 in Haifa in Israel geboren, 1956 kehrten seine Eltern mit ihm in die väterliche Heimat Unterfranken zurück. Der Preis soll Schuster am Donnerstag in der Staatsbibliothek zu Berlin verliehen werden.

Kuba schiebt Hamlet Lavastida nach Polen ab

Der Künstler Hamlet Lavastida ist nach dreimonatiger Haft auf Kuba nach Polen abgeschoben worden. Das berichtet das regierungskritische Portal "Diario de Cuba". Lavastida war im Juni aus Deutschland zurückgekehrt und daraufhin festgenommen worden. Der Künstler hatte sich zuletzt hinter eine breite Bewegung gestellt, die sich für eine demokratische Öffnung Kubas einsetzt. Lavastida arbeitet unter anderem mit Plakaten, Drucken, Fotos und Videos - als Installationen zu umfangreichen Archiven gruppiert. Seine Werke wurden zuletzt im Berliner Künstlerhaus Bethanien ausgestellt.

Verleihung der "Tony Awards" in New York

Bei der Verleihung der "Tony Awards" hat "The Inheritance" den Preis für das beste neue Theaterstück gewonnen. Es erzählt die Geschichte zwischen schwulen Männern im heutigen New York in der Generation nach der AIDS-Epidemie. Die Bühnen-Version von "Moulin Rouge!" wurde als bestes Musical ausgezeichnet. Bestes wieder-aufgeführtes Stück wurde das Rassismusdrama "A Soldiers Play" Die Tony Awards gelten als die wichtigsten US-amerikanischen Theater- und Musicalpreise.

Interkulturelle Woche der christlichen Kirchen eröffnet

Mit einem gemeinsamen Appell der christlichen Kirchen zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft ist am Sonntag in Rostock unter dem Motto "#Offengeht" die bundesweite Interkulturelle Woche eröffnet worden. Bis zum 3. Oktober sollen dabei in rund 5000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden klare Positionierungen gegen Rassismus, Rechtsradikalismus und völkisch nationale Gesinnungen erarbeitet werden. Die Interkulturelle Woche wird von der katholischen, evangelischen und griechisch-orthodoxen Kirche sowie von Kräften der Zivilgesellschaft wie Kommunen, Verbänden oder weiteren Religionsgemeinschaften gestaltet.

Erstmals Jüdische Kulturtage in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt beginnen am Sonntag die ersten Jüdischen Kulturtage des Landes. Geplant ist ein Programm rund um Geschichte, Kultur, Religion und jüdisches Leben, teilte die Jüdische Gemeinde Halle mit. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jubiläums "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" statt. Besucher und Besucherinnen können an Konzerten, Führungen, Vorträgen, Filmvorführungen, Ausstellungen und Tagungen teilnehmen. Außerdem öffnen sich jüdische Gemeinden für Begegnungen bei gemeinsamem Essen und Trinken. Organisiert werden die Jüdischen Kulturtage durch den Verein Leopold Zunz. Dieser ist nach eigener Aussage der "Erforschung und Bekanntmachung jüdischer Gegenwart und Geschichte in Mitteldeutschland" verpflichtet.

Status Quo-Bassist Alan Lancaster ist tot

Der Mitgründer der britischen Rockband Status Quo, Alan Lancaster, ist tot. Der Bassist sei im Alter von 72 Jahren gestorben, teilte die Gruppe am Sonntag auf ihrer Internetseite mit. Lancaster litt seit Jahren an Multipler Sklerose. Der Sänger der Band, Francis Rossi, wird mit den Worten zitiert: "Alan war ein zentraler Bestandteil des Sounds und des enormen Erfolgs von Status Quo in den 1960er und 1970er Jahren." Lancaster hatte die Band 1985 verlassen und anschließend auch juristische Auseinandersetzungen mit seinen früheren Band-Kollegen geführt. Für eine Reunion-Tour 2013/14 spielte der Bassist aber noch einmal mit der Stammbesetzung.

Argentinische Paare gewinnen Tango-Weltmeisterschaft

Bei der Tango-Weltmeisterschaft in Buenos Aires haben sich zwei argentinische Paare durchgesetzt. Emmanuel Casal und Yanina Muzyka gewannen in der Kategorie Bühnentango, Augustín Agnez und Bárbara Ferreyra in der Kategorie Salontanz. Das Finale fand vor dem Obelisken statt - dem Wahrzeichen von Buenos Aires. Insgesamt nahmen 800 Tänzer und Tänzerinnen aus 25 Ländern an dem Wettstreit teil. Einige wurden aufgrund der Corona-Pandemie virtuell zugeschaltet. Das "Campeonato Mundial de Baile de Tango" findet seit 2003 jedes Jahr in Buenos Aires statt. Teilnehmen können Amateure und Profis aus der ganzen Welt. Seit 2013 sind auch gleichgeschlechtliche Paare zugelassen. Anlässlich der diesjährigen Weltmeisterschaft wurden in der argentinischen Hauptstadt die Milonga-Salons wiedereröffnet, die wegen der Corona-Pandemie 18 Monate geschlossen waren.

Kulturnachrichten hören

September 2021
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur