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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. September 2021

Kaunas stellt Programm als Kulturhauptstadt 2022 vor

Litauens zweitgrößte Stadt Kaunas hat ihr Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2022 vorgestellt. Das Programm unter dem Motto "From temporary to contemporary" werde mehr als 1.000 Veranstaltungen umfassen, sagte Kaunas-2022-Direktorin Virginija Vitkiene. Kernstück ist die "Mythos von Kaunas"-Trilogie, eine an drei Wochenenden stattfindende Veranstaltungsreihe. Geplant seien insgesamt mehr als 40 Festivals, 60 Ausstellungen und jeweils über 250 Veranstaltungen der darstellenden Künste und Konzerte. Zu den Höhepunkten zählen eine Einzelausstellung des Künstlers William Kentridge und eine Retropektive von Yoko Ono. Mit Kaunas ist zum zweiten Mal eine litauische Stadt Kulturhauptstadt Europas - diesmal zusammen mit Esch-sur-Alzette in Luxemburg und Novi Sad in Serbien. 2009 trug die Hauptstadt Vilnius den seit 1985 jeweils für ein Jahr vergebenen Titel.

Sänger R. Kelly will nicht aussagen

Der R&B-Sänger R. Kelly will die Aussage in seinem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs verweigern und sich damit einem womöglich harten Kreuzverhör entziehen. Das bestätigte der 54jährige auf eine entsprechende Frage der Richterin. Schon Kellys Anwälte hatten zuvor erklärt, dass ihr Mandant voraussichtlich nicht für sich sprechen werde. In dem Prozess hatte die Staatsanwaltschaft am Montag nach rund fünf Wochen mit 45 Zeugenaussagen ihr Plädoyer gegen Kelly abgeschlossen. Im Anschluss nahmen die vier Verteidiger des Musikers ihr Plädoyer auf. Sie präsentierten mehrere Zeugen, die aussagten, dass sie nie gesehen hätten, dass Kelly Frauen misshandelt habe. Bei einer Verurteilung droht Kelly, der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzt, eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.

Wiener Theater kämpfen mit Besucherschwund

Das Wiener Publikum scheut zu Saisonbeginn den Gang ins Theater. Große Bühnen wie das Burgtheater und das Theater in der Josefstadt verzeichnen weit geringere Auslastungen als vor der Pandemie, obwohl keine Beschränkungen der Zuschauerzahlen mehr in Kraft sind. Die Häuser mutmaßen, dass Besucher unter anderem von der FFP2-Maskenpflicht und von der 3G-Regel abgeschreckt werden. Das Burgtheater hat derzeit eine Auslastung von rund 65 Prozent, statt über 80 Prozent wie vor der Pandemie, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Das Theater in der Josefstadt war bislang im September nur zu 60 Prozent gefüllt - ein Viertel weniger als in normalen Jahren.

Amazon schließt Deal mit Eddie Murphy

Schauspieler Eddie Murphy ("Beverly Hills Cop") hat einen Vertrag mit dem amerikanischen Streamingriesen Amazon abgeschlossen. Demnach wird Murphy die Hauptrolle in drei Filmen für Amazon Studios übernehmen und eigene Filmprojekte für Prime Video und Amazon Studios entwickeln - mit einer Option auf die Hauptrolle. Das teilte Amazon mit. Der Deal vertiefe die Beziehung nach dem großen Erfolg von "Der Prinz aus Zamunda 2" bei Amazon Prime Video, hieß es. Murphy (60) gehört zu Hollywoods bekanntesten Schauspielern.

Bundespräsident eröffnet Teile des Humboldt Forums

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen zur Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte aufgerufen. Es gebe noch zu viele Leerstellen und blinde Flecken in der Erinnerung, erklärte Steinmeier zur Eröffnung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst im Humboldt Forum. Das sei nicht nur eine Aufgabe für Historiker. Vielmehr gehe das Unrecht, das Deutsche in der Kolonialzeit begangen haben, die ganze Gesellschaft an. Die beiden Ausstellungen sind ab Donnerstag für das Publikum geöffnet. Mit rund 10.000 Objekten bilden sie das Herzstück des Humboldt Forums. Sie waren bis Januar 2017 in Berlin-Dahlem zu besichtigen.

Thomas Müller erhält den Deutschen Lesepreis

Fußball-Nationalspieler Thomas Müller erhält den Deutschen Lesepreis. Sein großes Engagement werde geehrt, "damit alle am Ball bleiben können und keiner auf der Ersatzbank sitzen bleibt", sagte die Vorständin der preisstiftenden Commerzbank-Stiftung, Astrid Kießling-Taskin, in Mainz. Zum vierten Mal geht laut Stiftung Lesen der Sonderpreis an eine Person des öffentlichen Lebens, die zeige, wie wichtig Lesen für den Einzelnen und die Gesellschaft sei. Thomas Müller sei genau so eine Persönlichkeit, sagte Kießling-Taskin. Der Bayern-Star hatte als prominenter Lesebotschafter der Stiftung Lesen regelmäßig öffentlich vorgelesen und dafür auch in Social-Media-Kanälen geworben. Die Verleihung des Deutschen Lesepreises wird am 3. November erneut digital stattfinden.

Gräber aus Kreuzfahrerzeit im Libanon entdeckt

Bei Grabungen nahe der Kreuzritterburg St. Louis (Qalaat al Muizz) im südlibanesischen Sidon sind zwei Massengräber mit Überresten von mindestens 25 Männern entdeckt worden. Die Untersuchungen und andere Fundstücke ließen auf Mitte des 13. Jahrhunderts schließen, berichtete das Online-Magazin "The 961" unter Berufung auf die Grabungsergebnisse in der Fachzeitschrift "PLOS one".
Alles deute darauf hin, dass die jugendlichen und erwachsenen Männer bei einem Angriff auf die Stadt an Kampfverletzungen starben. 1253 war die von Christen gehaltene Stadt Sidon von den muslimischen Mamluken und 1260 von Mongolen angegriffen worden. Es könnte sich um Opfer einer dieser beiden Angriffe handeln.

Axel Springer will Zahl der Journalisten aufstocken

Der Medienkonzern Axel Springer will die Zahl seiner Journalistinnen und Journalisten in den nächsten Jahren aufstocken. Der Vorstand für den Bereich News Media, Jan Bayer, sagte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung", "von den 16.000 Mitarbeitern bei Axel Springer arbeiten 9.000 im Medienbereich, davon sind 2.400 Journalistinnen und Journalisten, und das sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre mehr als 3.000 werden, ein Viertel mehr." Zum Axel Springer Konzern gehört mit dem Boulevardblatt "Bild" die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Im August startete der gleichnamige TV-Sender. Der jüngste bekanntgewordene Deal im journalistischen Bereich - der Kauf des US-Medienunternehmens Politico - sei in der angepeilten Aufstockung der Journalistenzahl noch nicht eingerechnet, so Bayer.

Gratulation für neuen Medienbischof Marx

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) hat Kardinal Reinhard Marx zur Wahl zum Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz gratuliert. Das Gremium gewinne mit dem Erzbischof von München und Freising eine Stimme, "die weltweit in Kirche und Gesellschaft Gewicht hat", sagte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. Zudem sähen die Medienschaffenden in der Wahl "eines des profiliertesten Bischöfe" in diese Position ein Zeichen dafür, "dass die Bischofskonferenz dem Journalismus in christlicher Verantwortung und seiner Bedeutung für die demokratische, plurale Gesellschaft einen großen Stellenwert beimisst".

Umstrittene Kunstauktion fand trotz Protesten statt

Trotz Beschwerden aus Lateinamerika hat in München eine Auktion präkolumbischer Kunstgegenstände stattgefunden. Das teilte eine Mitarbeiterin des Auktionshauses Gerhard Hirsch Nachfolger auf Anfrage mit. Mexikos Regierung hatte die Absage der Auktion gefordert. 74 der insgesamt 324 Artefakte seien Eigentum der mexikanischen Nation, ihr Verkauf eine Straftat nach mexikanischem Recht, erklärte die Regierung in Mexiko-Stadt. Das Auktionshaus entgegnete, alle angebotenen Objekte hätten Provenienznachweise, die belegten, dass sie sich legal in Deutschland befänden. Am Dienstag sprachen sich die Botschafter elf lateinamerikanischer Länder in der mexikanischen Botschaft in Berlin gegen die Auktion aus. Einige der versteigerten Kunststücke waren mehr als 2.500 Jahre alt.

Der Industrial-Musiker Richard H. Kirk ist tot

Richard H. Kirk, Gründungsmitglied der Band Cabaret Voltaire, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Das gab das Label Mute Records bekannt. Eine Todesursache wurde nicht genannt. „Richard war ein großes kreatives Genie, das sein vollständiges Leben und seine musikalische Karriere über einen einzigartigen und zielstrebigen Weg gegangen ist“, heißt es in dem Statement. „Wir werden ihn so sehr vermissen.“ Kirk hatte Cabaret Voltaire im Jahr 1973 gemeinsam mit Stephen Mallinder und Chris Watson gegründet. Der Band gelang es mit einer Mischung aus Punk-Rock, Industrial und Ansätzen von Techno/House einen ganz eigenen Sound zu finden, der später für Bands wie Depeche Mode zur Vorlage wurde. 1994 lösten sich Cabaret Voltaire auf, später machte Richard H. Kirk alleine weiter. Eine Reunion wollte er nicht mehr und veröffentlichte zuletzt im vergangenen Jahr unter dem Bandnamen das Album „Shadow Of Fear“.

Jan Fabre muss vor Gericht

Der belgische Künstler, Regisseur und Choreograph Jan Fabre muss wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung vor Gericht. Mehrere Mitglieder seiner Tanzkompanie werfen ihm sexuelle Belästigung vor. Dem 62-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Im September 2018 hatten sich rund 20 frühere Mitglieder von Fabres Tanzkompanie in einem offenen Brief über jahrelange Erniedrigungen und sexuelle Belästigung beschwert. Fabre hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Die Verhandlung soll am 25. März und am 1. April stattfinden, kündigte ein Gericht in Antwerpen an.

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