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Sonntag, 24.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. September 2021

Preis für "Anchorage" beim Internationalen Filmfest Oldenburg

Das Internationale Filmfest Oldenburg ist am Sonntagabend mit einer Abschlussgala und der Auszeichnung der Preisträger zu Ende gegangen. Als bester Film wurde bei der 28. Auflage des Independent-Festivals der Beitrag "Anchorage" von Scott Monahan und Dakota Loesch prämiert. Der Streifen bekam den "German Independence Award". Loesch erhielt außerdem den Preis als bester Darsteller, wie die Organisatoren mitteilten. Bei den Frauen setzte sich Eaindra Kyaw Zin aus "What happened to the Wolf?" durch. Im Programm lief mit dem Film "The Maestro" von Paul Spurrier nach Angaben der Veranstalter unter anderem eine Weltpremiere. Dieser Beitrag wurde mit dem "Spirit of Cinema Award" ausgezeichnet.

Patientenschützer fordern Werbestopp für RTL-Produktion

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den TV-Sender RTL aufgefordert, die Werbung für die TVnow-Serie "Der Todespfleger" sofort zu stoppen. Damit zu werben, dass man einen vielfachen Patientenmörder interviewt habe, überschreite alle ethischen Grenzen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur. Zuvor hatten auch die Polizei und der Opferhilfeverein Weißer Ring die am Montag startende Serie kritisiert, in der Patientenmörder Niels Högel selbst über seine Taten spricht. Es sei ein Schlag ins Gesicht der Opferangehörigen, ihn öffentlich sprechen zu lassen, sagte der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In einem der größten Serienmordprozesse der deutschen Justizgeschichte hatte das Landgericht Oldenburg im Juni 2019 den damals 42-jährigen Niels Högel des Mordes in 85 Fällen für schuldig gesprochen. Der ehemalige Krankenpfleger war zwischen 2000 und 2005 an Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst tätig und hatte dort über Jahre Patienten vergiftet.

Forstrock-Festival in Jamel beendet

Das Forstrock-Festival in Jamel ist gestern Abend zu Ende gegangen. Organisatorin Birgit Lohmeyer sagte zum Abschluss, das Festival sei ein voller Erfolg gewesen. Wegen der Pandemie waren nur 450 statt normalerweise 1.500 Besucher zugelassen, und es galt die 3G-Regel. Auch gab es dieses Mal keine Infostände von Vereinen und Initiativen, keine Workshops und keine Möglichkeit zu campen. Zwischen den Auftritten richteten immer wieder Aktivisten ihr Wort an die Gäste wie zum Beispiel die Initiative „Omas gegen rechts". Lohmeyer und ihr Mann Horst veranstalten das Festival seit 2007 als dezidierte Aktion gegen Rechtsextremismus. Zu den Künstlern zählten diesmal unter anderem die Leoniden, Danger Dan und der Pianist Igor Levit. Die Organisatoren kündigten an, dass das 15-jährige Bestehen im kommenden Jahr groß gefeiert werden solle.

Zentralkomitee der Katholiken fordert mehr Frauen in Führungspositionen

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken fordert mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen. ZdK-Präsident Sternberg sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", es sei ein gutes Signal, dass es mit Beate Gilles nun eine Generalsekretärin bei der Deutschen Bischofskonferenz gebe. Dies sei ein Zeichen für die Veränderungsbereitschaft innerhalb der Katholischen Kirche. Zugleich betonte der Chef der Laienorganisation, dass es Besetzung von Führungsposten mit Frauen letztlich auch um die Teilhabe von über der Hälfte der Gläubigen gehe. Außerdem erforderten nicht alle Führungsaufgaben eine priesterliche Weihe. Gleichzeitig müsse die Debatte darüber weitergeführt werden, welche theologischen Argumente im Jahr 2021 noch trügen, Frauen weiterhin von der Weihe auszuschließen. Die katholischen Bischöfe in Deutschland kommen morgen zu ihrer Herbstvollversammlung in Fulda zusammen. Ein Schwerpunkt der viertägigen Beratungen ist der Reformprozess „Synodaler Weg“.

Streamingdienste könnten bei Emmys punkten

Die Streamingdienste Netflix und Apple TV+ könnten bei der Verleihung der Emmy Awards am heutigen Sonntag einen Rekord aufstellen. Sollte "The Crown" von Netflix als beste Dramaserie und "Ted Lasso" von Apple TV+ als beste Comedy-Serie ausgezeichnet werden, wäre es das erste Mal, dass ein Streaminganbieter in diesen Emmy-Kategorien gewinnt. Die beiden Serien gelten als Favoriten bei der Vergabe. Auch "The Mandalorian" vom Streamingdienst Disney+ hat gute Chancen. Die Serie hat ebenbso wie "The Crown" 24 Nominierungen bekommen. Bei der Preisverleihung wollen die Produzenten eine Show liefern, die auf die Bedeutung des Fernsehens während der Coronavirus-Pandemie und der Lockdowns eingeht.

Zeitschriftenverleger haben Forderungen an neue Regierung

Zeitschriftenverleger haben von der nächsten Bundesregierung gefordert, die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb mit den großen Internet-Plattformbetreibern aus den USA zu schaffen. Deren stetig wachsende Marktmacht bedrohe die freie Presse in vielen Bereichen existenziell, schreibt der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Rudolf Thiemann, in der neuen Ausgabe des Verbandsmagazins "Print&more" (3/2021). Er nannte als Beispiel für die Voraussetzungen unter anderem eine größere Steuergerechtigkeit im Wettbewerb mit den Tech-Konzernen. Thiemann betonte auch: "Damit Zeitschriften auch künftig ihre Aufgaben einer unabhängigen, allein den Fakten verpflichteten Information in exklusiver Tiefe und Breite, der Meinungsbildung und des Wissenstransfers wahrnehmen können, bedarf es deren wirtschaftlicher Souveränität in einem marktwirtschaftlichen Umfeld."

Holocaust-Monument der Niederlande

Nach jahrelangem Rechtsstreit wird in Amsterdam das Nationale Holocaust Denkmal eingeweiht. Das "Namenmonument" wurde auf Initiative des niederländischen Auschwitz-Komitees errichtet wurde von König Willem-Alexander enthüllt. Entworfen hat das Mahnmal der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Es ist das erste Denkmal des Landes, das namentlich an alle 102 000 niederländische Juden sowie Sinti und Roma erinnert, die von den deutschen Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges ermordet worden waren. Aus Sorge vor Protesten erließ die Stadt am Freitag für die offiziellen Eröffnung eine Notverordnung.

Festival des deutschen Films gibt Preisträger bekannt

Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen hat seine Filmkunstpreise vergeben. Ausgezeichnet wurden "Ivie wie Ivie" von Sarah Blaßkiewitz in der Kategorie Film, "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader in der Kategorie Drehbuch, sowie "One of These Days" von Bastian Günther in der Kategorie Regie. Die Publikumsauszeichnung ging an "Sterben ist auch keine Lösung" von Ingo Rasper. Individuelle Auszeichnungen erhielten der Schauspieler Dan Stevens und der Regisseur Gregory Kirchhoff. In Kinozelten und unter freiem Himmel wurden seit dem 1. September 74 Filme gezeigt.

Branaghs "Belfast" gewinnt beim Filmfest in Toronto

Das Nordirland-Drama "Belfast" von Regisseur Kenneth Branagh ist der Siegerfilm beim 46. Toronto International Film Festival (TIFF). Das gaben die Leiter des Festivals, Joana Vicente und Cameron Bailey, am Samstagabend (Ortszeit) während einer Galaveranstaltung in Toronto bekannt. Die Coming-of-Age-Geschichte mit Caitríona Balfe und Jamie Dornan in den Hauptrollen begeisterte das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell an Stelle einer Jury den Gewinner wählt. Der zweite Platz ging an das kanadische Drama "Scarborough" von Shasha Nakhai und Rich Williamson. Als beste Schauspielerin wurde Jessica Chastain und als bester Schauspieler Benedict Cumberbatch ausgezeichnet. Den Preis für die beste Regie bekam Denis Villeneuve für seinen Film „Dune. Beim Toronto-Filmfestival waren rund 130 Filme zu sehen. Die meisten sowohl online als auch zusätzlich unter strengen Auflagen im Kinosaal.

Maler Ronald Paris in Rangsdorf gestorben

Der Brandenburger Maler Ronald Paris ist im Alter von 88 Jahren in Rangsdorf gestorben. Das teilte seine Frau der Nachrichtenagentur dpa mit. Paris hatte sich vor allem mit Wandbildern einen Namen gemacht, etwa mit dem Epochenbild "Unser die Welt, trotz alledem" im Berliner Palast der Republik (1975/76) oder "Triumph des Todes, Triumph des Lebens" in den Uckermärkischen Bühnen Schwedt. 2013 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis des Brandenburger Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Zu seinem Werk gehörten auch Porträts von Wolf Biermann, Ernst Busch, Hanns Eisler oder Heiner Müller.

Russland verbietet neuen Verhoeven-Film

Russland hat den neuen Film "Benedetta" des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven verboten. Das Kulturministerium verweigerte dem Film, der sich um eine lesbische Nonne dreht, die Vertriebserlaubnis. Das Werk verstoße gegen russische Gesetze zum Schutz von Gläubigen und ihrer Religionsausübung, schrieb die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS. Der Streifen enthalte eine Szene mit provokantem Inhalt und dürfe daher öffentlich nicht gezeigt werden. Kritiker werfen dem Kulturministerium in Moskau nun massive Eingriffe in die Kunstfreiheit sowie Zensur vor. Schon in früheren Filmen wie "Basic Instinct" und "Elle" brachte Verhoeven erotisch aufgeladene Bilder auf die Leinwand. Mit "Benedetta" war der inzwischen 83-Jährige in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes vertreten.

Europäischer Museums-Preis für Berliner Futurium

Das Berliner Zukunftsmuseum Futurium ist mit dem Luigi-Micheletti-Preis der European Museum Academy ausgezeichnet worden. Das Futurium präsentiere "große zukünftige Herausforderungen auf eine verblüffende, ideologisch neutrale Weise", erklärte die Jury bei der Bekanntgabe der Preisträger am Samstagabend in Den Haag. "Jedes Land sollte sein eigenes Futurium haben." Die Akademie vergibt jährlich drei nicht dotierte Auszeichnungen für verschiedene Kategorien. Der DASA-Preis geht in diesem Jahr an das Nationalmuseum für rumänische Literatur in Bukarest. Der Art-Museum-Preis wurde an das Trapholt Museum für moderne Kunst, Kunsthandwerk und Design im dänischen Kolding vergeben.

"Einheitsexpo" in Halle eröffnet

Zwei Wochen vor dem Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober hat in Halle an der Saale die Freiluftausstellung "Einheitsexpo" begonnen. Unter dem Motto "Gemeinsam Zukunft formen" eröffneten Sachsen-Anhalts Regierungschef Rainer Haseloff und Vertreter der Stadt den rund 4,5 Kilometer langen Rundgang. Auf der "Einheitsexpo" präsentieren sich die Bundesländer, die Verfassungsorgane des Bundes, die Sonderausstellung "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland", die Stadt Halle und die Bundeswehr. Wegen der Corona-Pandemie gibt es wie schon im vergangenen Jahr kein traditionelles dreitägiges Bürgerfest mit hundertausenden Besuchern, sondern stadtweite Präsentationen über einen längeren Zeitraum. Zum Höhepunkt der Feierlichkeiten am 3. Oktober sind ein ökumenischer Gottesdienst in der Pauluskirche und ein Festakt in der Georg-Friedrich-Händel-Halle geplant.

Rund 100 afghanische Journalisten bitten um Hilfe

Mehr als 100 afghanische Journalisten haben an die internationale Gemeinschaft appelliert, Maßnahmen zum Schutz der Pressefreiheit in Afghanistan zu entwickeln. Am dringendsten seien Schutzgarantien für Journalistinnen, erklärten sie anonym in einem Appell, der von "Reporter ohne Grenzen" veröffentlicht wurde. Die Einmischung der nun herrschenden militant-islamistischen Taliban in die Medienarbeit ließe das Schlimmste befürchten. Der Aufruf mit dem Titel "Der Journalismus in Afghanistan ist vom Aussterben bedroht" wurde von 103 Medienschaffenden verschiedener politischer und ethnischer Herkunft unterzeichnet, darunter 20 Frauen. Die meisten arbeiteten noch in Afghanistan, einige seien im Untergrund und zehn im Exil. Die Journalisten dringen auf konkrete Unterstützung, um afghanischen Redaktionen eine weitere Arbeit zu ermöglichen.

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