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Donnerstag, 28.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. September 2021

Medienpreis für Astronauten Maurer und Pesquet

Die Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet haben gemeinsam mit Europas Weltraumbehörde Esa den Deutsch-Französischen Medienpreis (DFJP) erhalten. Maurer und Esa-Chef Josef Aschbacher nahmen die Auszeichnung in Berlin entgegen. Pesquet ist derzeit auf der internationalen Raumstation ISS. Maurer soll im Oktober dorthin fliegen. Die Veranstalter wollen mit dem Preis die Bedeutung der Wissenschaft in der Gesellschaft hervorheben. Durch Interviews und Beiträge in den Medien trügen Maurer und Pesquet dazu bei, vielen Menschen wissenschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen, hieß es in einer Mitteilung. Der DFJP wird jährlich vergeben. Mit ihm werden Verdienste für die grenzüberschreitende Verständigung ausgezeichnet. Daneben werden herausragende journalistische Arbeiten in fünf Kategorien gewürdigt. Die Preise sind jeweils mit 6000 Euro dotiert. Der DFJP wurde 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen. Partner sind unter anderem das ZDF, Arte, Deutschlandradio, die «Saarbrücker Zeitung» sowie France Télévisions und Radio France.

Frankreich nimmt Abschied von Filmstar Belmondo

Frankreich hat mit einer nationalen Trauerfeier Abschied von Schauspielikone Jean-Paul Belmondo genommen. Präsident Macron würdigte ihn bei einem Staatsgedenken im Ehrenhof neben dem Pariser Invalidendom als Ausnahmekünstler und Teil der Familie. «Wir haben Belmondo geliebt, weil er uns ähnlich war», sagte Macron. «Belmondo ist ein bisschen wie wir, nur besser.» Zahlreiche Regierungsmitglieder und Prominente nahmen an der Gedenkfeier teil. Aber auch etwa 1000 Menschen aus der Bevölkerung. Belmondo war am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben.

Mikis Theodorakis auf Kreta beigesetzt

Unter der Anteilnahme tausender Menschen ist der griechische Komponist Mikis Theodorakis zu Grabe getragen worden. Der weltberühmte Musiker und ehemalige Widerstandskämpfer wurde bei Chania auf Kreta beigesetzt. Die Menschen standen mit Blumen und Ölzweigen in den Straßen und sangen die Lieder des Komponisten. Ministerpräsident Mitsotakis würdigte ihn als „großen Botschafter des Griechentums“. Er habe "den Werten der Freiheit, Gerechtigkeit und Einheit seiner Landsleute gedient". Mikis Theodorakis war vor einer Woche im Alter von 96 Jahren gestorben.

Kulturgärten und historische Gebäude in Deutschland gefährdet

Die Betreiber kulturtouristisch bedeutender Burgen, Schlösser und Parks stehen vor existenziellen Herausforderungen. Grund seien Corona-Krise und Klimawandel, sagte Vorsitzende des Vereins "Schlösser und Gärten und Deutschland", Michael Hörrmann. Die Pandemie habe zu großen Besuchereinbrüchen geführt, die Trockenheit der vergangenen Jahre zu nachhaltigen Schäden. Deshalb solle der Staat Betreibern und Besitzern historischer Monumente nicht unnötige Lasten aufbürden. Hörrmann nannte in diesem Zusammenhang die Auflagen zur energetischen Sanierung und Gesetzesinitiativen des europäischen "Green Deal".

Schauspieler Michael Constantine ist tot

Er hatte griechische Wurzeln und wurde erst vor gut zwanzig Jahren in der Rolle des stolzen Vaters in "My Big Fat Greek Wedding" international bekannt: Der US-Schauspieler Michael Constantine. Mit 94 Jahren ist er am 31. August gestorben, meldet der amerikanische Fernsehsender CNN unter Berufung auf Constantines Agentin. Fünf Jahrzehnte war er ein vielbeschäftigter Charakterdarsteller. 1970 wurde er für seine Rolle als Schuldirektor in der Serie "Room 222" mit einem Emmy ausgezeichnet. Einen Satellite Award bekam er für seinen Familienpatriarchen Gus Portokalos. Constantine starb nach langer Krankheit in seiner Geburtsstadt Reading in Pennsylvania.

Stiftung ermöglicht Restitutionen an Äthiopien

Großbritannien hat wertvolle christliche Artefakte an Äthiopien zurückgegeben.
Dazu war eine Delegation nach London gereist. Eine Bibel, mehrere Kreuze, eine Krone und andere Gegenstände waren 1868 bei der Schlacht von Magdala im Zuge der britischen Äthiopienexpedition geraubt worden. Die Rückgabe ermöglichte die Scheherazade-Stiftung, die nach eigenen Angaben die Objekte aus Privatbesitz erworben hatte. Der äthiopische Botschafter in Großbritannien forderte bei der Zeremonie Museen und Sammlungen auf, weitere Objekte an sein Land zurückzugeben.

Chinas KP sanktioniert nun auch Videospiele

Die chinesische Regierung verschärft ihre homophobe Politik. Sie verpflichtet auch Videospiel-Hersteller, als "unmännlich" identifizierte Inhalte zu entfernen. "Verweiblichung", schreibt die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, sei eine "ungesunde Tendenz". Die KP Chinas hatte dies kürzlich bereits für Fernsehsender angeordnet. Sie folgt damit den Forderungen des konservativen Flügels der Kommunistischen Partei, der sich an der androgynen Ästhetik der modernen Jugend- und Popkultur stört und an althergebrachten Geschlechterrollen festhalten will.

Jüdisches Museum Wien bekommt neue Direktorin

Barbara Staudinger geht nach Österreich. Die derzeitige Chefin des Jüdischen Museums Augsburg wird im Juli nächsten Jahres Direktorin des Jüdischen Museums in ihrer Heimatstadt Wien. Staudinger, die Geschichte, Theaterwissenschaft und Judaistik studiert hat, setzte sich gegen die amtierende Wiener Museumschefin Danielle Spera durch. Die 64-Jährige leitet das Haus an zwei Standorten seit 2010.

BGH schützt Influencer

Nur wenn Influencer von Herstellern eine Gegenleistung erhalten, wenn sie Bilder mit deren Produkten präsentieren, betreiben sie unzulässige Schleichwerbung. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. In dem verhandelten Fall hatte der Verband Sozialer Wettbewerb unter anderem gegen Cathy Hummels geklagt. Sie darf weiterhin sogenannte Tap Tags bei Fotos auf Instagram nutzen, über die ihre Follower auf Profile von Herstellern oder Marken weitergeleitet werden. Nur bei der Verlinkung auf die entsprechende Internetseite liege ein "werblicher Überschuss" vor, begründete der BGH in Karlsruhe sein Urteil.

Foto-Framing-Rechtsstreit wird neu aufgerollt

Ob die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gegen das Urheberrecht verstößt oder berechtigterweise online Fotos von Kunstwerken zeigt, ist nach wie vor strittig. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Berliner Kammergerichts aufgehoben, in dem die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst unterlegen war. Die VG hatte gegen Urheberverletzung durch das sogenannte Framing geklagt. Bei der Aufhebung dieses Urteils orientierte sich der BGH an einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der hatte 2019 festgestellt, eine Verwertungsgesellschaft dürfe einen Vertrag über Vorschaubilder von wirksamen Maßnahmen gegen Framing abhängig machen. Nun muss der Fall neu verhandelt werden.

Jüdisches Museum Wien mit neuer Direktorin

Barbara Staudinger geht nach Österreich. Die derzeitige Chefin des Jüdischen Museums Augsburg wird im Juli nächsten Jahres Direktorin des Jüdischen Museums in ihrer Heimatstadt Wien. Staudinger, die Geschichte, Theaterwissenschaft und Judaistik studiert hat, setzte sich gegen die amtierende Wiener Museumschefin Danielle Spera durch. Die 64-Jährige leitet das Haus an zwei Standorten seit 2010.

Die neue Chefin der HFPA kommt aus Hamburg

Helen Hoehne ist neue Präsidentin des Hollywood-Verbands der Auslandspresse, der die Golden Globes vergibt. Die deutsche Journalistin war bis 2019 bereits Vize-Chefin der HFPA. Es sei ein Privileg, die Organisation während ihrer grundlegenden Reformierung zu führen, erklärte die gebürtige Hamburgerin. Nach heftiger Kritik hat der Verband im vergangenen Monat angekündigt, sich transparenter und diverser aufzustellen. Deshalb sollen 20 neue, vor allem afroamerikanische Mitglieder aufgenommen und neue Richtlinien für die ausländische Berichterstattung erlassen werden.

Aufruf für gefährdete Künstler*innen in Afghanistan

Die Initiative "Visa for Artists" hat das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, weiterhin für die Ausreise von gefährdeten Künstlerinnen und Künstlern aus Afghanistan zu sorgen. Entsprechende Listen sollten grenzüberschreitend erstellt und transparent gemacht werden, heißt es in der Petition, die unter anderem von Ibrahim Hotak und Hannah Neumann initiiert und von Doris Dörrie, Katja Riemann, Brigitte Hobmeier, Bibiana Beglau und Konstantin Wecker unterstützt wird. Es sei wichtig, so "Visa for Artists", dass Kolleginnen und Kollegen aus Afghanistan sich ohne bürokratische Hindernisse mit ihren Familien in Sicherheit bringen könnten. Auch der deutschsprachige Kulturbetrieb sei aufgefordert, seine Türen zu öffnen.

Eine halbe Million Euro aus Deutschland für Notre-Dame

Aus Deutschland soll eine halbe Million Euro an privaten Spenden in den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame fließen. Das sagte Nordrhien-Westfalens Ministerpräsident Laschet in seiner Funktion als deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter bei einem Besuch in Paris. Der der CDU-Politiker sprach von einem Symbol des gemeinsamen Wiederaufbaus. Der Wiederaufbau der nach dem Großbrand 2015 stark beschädigten Kathedrale hat sich durch die Corona-Pandemie verzögert. Inzwischen ist das zusammengeschmolzene Gerüst abgebaut, es sind Holzverschalungen eingezogen, um die Gewölbe abzustützen. Frankreichs Präsident Macron hat die Wiedereröffnung bis 2024 versprochen.

Haftbefehl gegen Schriftsteller Sergio Ramírez

In Nicaragua hat die Staatsanwaltschaft gegen den Schriftsteller, Menschenrechtler und früheren Vizepräsidenten Sergio Ramírez einen Haftbefehl beantragt. Sie wirft ihm Anstiftung zu Hass und Gewalt vor. Seit Monaten geht die Justiz gegen die Opposition und andere Regierungskritiker vor. Mit Ramírez ist zum wiederholten Male ein früherer Mitstreiter des autoritären Präsidenten Ortega betroffen. Mit diesem hat sich Ramírez allerdings überworfen. In Interviews nannte er ihn zuletzt einen Diktator. Zu Ramírez' literarischem Werk gehört der Roman "Maskentanz". Im Jahr 2017 erhielt er den renommierten spanischen Cervantes-Literaturpreis.

Vatikan-Leihgabe zu jüdischem Festjahr

Der älteste Nachweis über 1.700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland ist in Köln angekommen. Die Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek präsentierte der Kölner Kardinal Woelki am Mittwochabend vor Journalisten in Köln. Bei den beiden Blättern aus dem 6. Jahrhundert handelt es sich um die Abschrift eines nach Köln adressierten Edikts des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Es ließ Juden in den Stadträten zu. Das Dokument gilt als ältester schriftlicher Beleg für jüdisches Leben nördlich der Alpen und ist Ausgangspunkt für das laufende Festjahr «1.700 Jahre jüdisches Leben» in Deutschland. Die beiden Blätter sollen in der Ausstellung «In die Weite - Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland» zu sehen sein, wie es hieß. Die Schau zum Festjahr veranstalten das Kunstmuseum des Erzbistums Köln Kolumba und das Kölner jüdische Museum MiQua ab dem 15. September.

Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot

Der Berliner Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot. Er starb Dienstag im Alter von 91 Jahren, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Mittwoch mitteilte.
Gemeinsam mit seiner Frau hatte Pietzsch eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut und diese vor rund fünf Jahren dem Land Berlin geschenkt. Sie soll künftig im Museum der Moderne am Kulturforum präsentiert werden.
Die Schenkung umfasst etwa 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Klassischen Moderne, darunter Werke von Max Ernst, Salvador Dalí und Mark Rothko. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte Pietzsch als Menschen, der die Kunst geliebt und sie mit der Gesellschaft habe teilen wollen.

Neues Teleskop soll bald in den Weltraum starten

Mehr als drei Jahre später als geplant soll das neue Weltraumteleskop «James Webb» nun bald ins All starten. Das Gemeinschaftsprojekt der Weltraumbehörden Europas, der USA und Kanadas soll am 18. Dezember vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf den Weg gebracht werden, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA mitteilte. Das Ziel liegt 1,5 Millionen Kilometer weit im Weltraum. Bis das Teleskop dort ankommt, wird es etwa vier Wochen dauern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen durch das Projekt mehr über das frühe Universum lernen. Sie hoffen auf einen Blick zurück in das Weltall kurz nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren. «James Webb» folgt auf das Teleskop «Hubble», das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

WDR will Verbot von Doku über Riefenstahl prüfen

Nachdem die NS-Regisseurin Leni Riefenstahl 1985 juristisch ein Aufführungsverbot für die WDR-Dokumentation „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" von Nina Gladitz erwirkt hatte, will der WDR den Vorgang nun prüfen. Das teilte der Sender in einem Schreiben an Deutschlandfunk Kultur mit. Zuvor hatte der Journalist Gerhard Beckmann in einem offenen Brief gefordert, dass der Film als seltenes Zeitzeugen-Dokument der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse. Alles andere sei unvorstellbar, so Beckmann, das formaljuristisch begründete Urteil hätte heute keinen Bestand mehr und sei inzwischen verjährt. Gladitz‘ Dokumentation beschreibt das Schicksal von Sinti und Roma, die für den Riefenstahl-Film "Tiefland" als Komparsen arbeiteten. Riefenstahl klagte gegen die Film-Aussage, sie habe gewusst, dass die Komparsen später in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert werden würden.

Monument zu Ehren von General Robert Lee abgebaut

Im Streit um den Umgang mit dem Erbe der Sklaverei ist im US-Bundesstaat Virgina die größte Südstaaten-Statue der USA entfernt worden. Die zwölf Tonnen schwere Reiterstatue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee in Richmond wurde mit einem Kran von ihrem zwölf Meter hohen Podest gehoben. Hunderte Menschen verfolgten den Abbau jubelnd. Virginias Gouverneur Ralph Northam sprach von einem "historischen Tag". Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Mai 2020 hatte Northam angeordnet, das Monument zu entfernen. Die Statue soll in einem Lager aufbewahrt werden, bis beschlossen ist, was mit ihr passiert.

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