Seit 11:05 Uhr Tonart
Donnerstag, 28.10.2021
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 6. September 2021

Jean-Paul Belmondo im Alter von 88 Jahren gestorben

Die französische Schauspiellegende Jean-Paul Belmondo ist tot. Als Ganove und Draufgänger wurde er zur Kultfigur des französischen Kinos. Der Star aus Filmen wie "Abenteuer in Rio", "Ein irrer Typ" oder "Der Unverbesserliche" wurde 88 Jahre alt. Angefangen hatte Belmondo als Boxer, was ihm eine nahezu perfekte Körperbeherrschung und eine gebrochene Nase einbrachte, die zu seinem Markenzeichen wurde. In den 50er Jahren wurde er zum Idol der Nouvelle Vague, berühmt machte ihn seine Rolle in Jean Luc Godards „Außer Atem". Auch später drehte Belmondo immer wieder mit den führenden Regisseuren der "Nouvelle Vague", darunter François Truffaut, Claude Chabrol und Louis Malle. 2011 erhielt Jean-Paul Belmondo bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme für sein Lebenswerk.

Denkmal für indigene Frauen anstelle von Kolumbus

Eine Statue von Christoph Kolumbus im Zentrum von Mexiko-Stadt soll durch ein Denkmal zu Ehren indigener Frauen ersetzt werden. Das teilte die Bürgermeisterin der mexikanischen Hauptstadt, Claudia Sheinbaum, mit. Sie begründete den Schritt mit der umstrittenen Rolle des italienischen Seefahrers in der Kolonialgeschichte. Die Statue solle aber nicht ganz verschwinden, sondern an einem weniger prominenten Ort im Stadtteil Polanco wieder aufgestellt werden. Das neue Denkmal soll bis Ende des Jahres fertig sein und den Namen "Tlalli" tragen - was in der Azteken-Sprache Náhuatl "Land" bedeutet. Die Kolumbus-Figur stand seit 1877 an der Prachtstraße Paseo de la Reforma. Sie wurde bereits im vergangenen Oktober entfernt - um sie zu restaurieren, hieß es damals. Kolumbus (1451 - 1506) wird häufig als "Entdecker Amerikas" bezeichnet. Wegen seiner Gewalt gegen die Ureinwohner und seiner Mitverantwortung für den Sklavenhandel wird er aber auch scharf kritisiert.

Der US-Opernmäzen Alberto Vilar ist tot

Der US-Opernmäzen und Börsenspekulant Alberto Vilar ist tot. Wie erst heute bekannt wurde, starb Vilar am vergangenen Samstag im Alter von 80 Jahren. Der Kunstliebhaber hatte ursprünglich Wirtschaft studierte und arbeitete zunächst für eine Bank. 1979 gehörte er zu den Gründern der Investment-Firma Amerindo mit Sitz in San Francisco und New York sowie Büros in London. 2005 wurde er wegen Finanzbetrugs verurteilt, ab 2018 war er wieder frei. Bekannt wurde Vilar vor allem als Opernmäzen. Unter anderem unterstützte er die Bayreuther und die Salzburger Festspiele sowie das Festspielhaus Baden-Baden und Metropolitan Opera in New York. Insgesamt soll er die Kulturbranche mit 225 Millionen Dollar gefördert haben.

Künstler unterstützen Annalena Baerbock

Prominente rund um den Musiker Bela B von der Band Die Ärzte unterstützen im Bundestagswahlkampf Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Unter den mehr als 30 Künstlerinnen und Künstlern sind Element of Crime-Sänger Sven Regener, Bestsellerautor Frank Schätzing und der Regisseur Leander Haußmann. In dem Aufruf heißt es, die Menschheit stehe mit der Klimakatastrophe vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Keine andere Partei habe so viel Expertise zu Nachhaltigkeitsthemen angesammelt wie die Grünen. Das Thema dränge alle anderen in den Hintergrund.

Nachfrage nach E-Books in Pandemie stark gestiegen

Die Nachfrage nach E-Books ist in Deutschland auch im ersten Halbjahr 2021 im Zuge der Corona-Pandemie gestiegen. Der Umsatz von E-Books nahm im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent zu, insgesamt wurden 20,3 Millionen Exemplare verkaufte, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit. Ob das E-Book ein Wachstumsmarkt bleibe, hänge davon ab, wie sich die E-Book-Leihe in den Bibliotheken entwickle, so Hauptgeschäftsführer Skipis. Hier sei die Wachstumsrate sechs Mal so hoch wie bei den Verkäufen, was für Autoren und Verlage ein existenzielles Problem darstelle.

Bauingenieur Jörg Schlaich ist gestorben

Der für seine filigranen Seilnetzkonstruktionen bekannte Bauingenieur Jörg Schlaich ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren, wie das von ihm gegründete Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner mitteilte. Schlaich entwarf zahlreiche Brücken und Hallen, die zu den filigransten Konstruktionen überhaupt gehörten. Er war unter anderem an der Entwicklung des berühmten Zeltdachs des Münchner Olympiastadions von 1972 beteiligt und entwarf den Bahnhof Berlin-Spandau. Auch in Stuttgart ist das Erbe des Bauingenieurs vielerorts sichtbar: Er konstruierte beispielsweise das Dach der Mercedes-Benz-Arena, das Terminal 3 des Stuttgarter Flughafens und den Aussichtsturm auf dem Killesberg. Neben seiner Tätigkeit als Ingenieur lehrte Schlaich mehr als 25 Jahre als Professor am Institut für Massivbau an der Universität Stuttgart. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

"Säuberungskampagne" in China gegen Stars und Fans

Nach einer Reihe von Skandalen um chinesische Künstler wollen die Behörden mit einem Zehn-Punkte-Plan Stars und ihre Fans disziplinieren. Der Name von Zhao Wei, einer der bekanntesten Schauspielerinnen, wurde bereits im Internet gelöscht, ihre Mitarbeit in aktuellen Projekten gestrichen. Zur Eindämmung der "chaotischen Fankultur" sollen Gerüchte und Verbalattacken rivalisierender Gruppen verboten werden. Die Internet-Plattformen der Künstler-Agenturen sollen strenger beaufsichtigt werden. Kritiker warnen im Zuge einer wachsenden Ideologisierung vor einer "Säuberungskampagne".

Mann hackt auf Auto von Takeshi Kitano ein

Der japanische Regisseur Takeshi Kitano ("Hana-Bi") ist Medienberichten zufolge in seinem Auto angegriffen worden. Ein Mann habe mit einer Hacke auf Kitanos Wagen eingeschlagen, berichtete der Fernsehsender TBS. Verletzt wurde demnach aber niemand, der Mann sei festgenommen worden. Der Verdächtige war demnach verärgert, weil er auf die Hilfe des Regisseurs gehofft hatte, um ins Entertainment-Business einzusteigen. Als er sich im Juni deshalb vor Kitanos Auto hingekniet habe, habe ihn dieser ignoriert, berichtete TBS. Für seinen Film "Hana-Bi" gewann Kitano 1997 den Goldenen Löwen beim Filmfestival von Venedig. Andere bekannte Werke sind "Zatoichi - Der blinde Samurai" oder "Sonatine". Kitano ist aber auch als Schauspieler und Komiker aktiv.

Wiener Sängerknaben sagen alle Auslandskonzerte ab

Die Wiener Sängerknaben haben "mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen und die fehlenden Impfmöglichkeiten für Kinder unter zwölf Jahren" sämtliche Auslandstourneen bis 2022 abgesagt. Das gab der Chor bekannt wie die Wiener Zeitung Die Presse berichtet. Mehr als 300 Konzerte im In- und Ausland könnten demnach nicht wie geplant statfinden. Gerade die Weihnachtstourneen in die USA und nach Deutschland seien für das wirtschaftliche Überleben des Chores wichtig, hieß es. Der weltberühmte Chor finanziert sich zu mehr als 70 Prozent über Auftritte. Auf der Homepage wird um Spenden gebeten. Als Ersatz für die ausfallenden Auftritte plane man bis Weihnachten 20 Konzerte und weitere hochkarätige Projekte in Österreich.

Experte sieht Trend zu Diversität als Serien-Triebfeder

Die Serienvielfalt ist enorm - und inzwischen werden auch die Menschen, die darin vorkommen, diverser. Nach Ansicht von Experten ist diese Vielfalt sogar immer öfter die Triebfeder der Handlung. "Es gibt die starke Tendenz, nach Jahrzehnten gebrochener, amoralischer Figuren und menschlicher Abgründe neuerdings eher Utopien und Lebensfreude in den Fokus zu nehmen", sagt Timo Gößler, Dozent für Dramaturgie und Serielles Erzählen an der Filmuniversität Babelsberg in Potsdam. Seit ein paar Jahren sei Diversität bei angloamerikanischen Serien der Motor für innovative, neue Erzählansätze, so der 43-Jährige. Beispiele seien etwa die Netflix-Serien "Hollywood" oder "Die Professorin".

Gemeinsamer Appell in Fachmagazinen zu Klimakrise

Mehr als 220 Fachzeitschriften zu Medizin und Gesundheit weltweit fordern in einem gemeinsamen Leitartikel, den Klimanotstand ernst zunehmen und entsprechend zu handeln. In dem Appell an die Staats- und Regierungschefs heißt es, Sofortmaßnahmen seien nötig, um die Gesellschaft umzugestalten, den Klimawandel einzugrenzen, die Biodiversität wiederherzustellen und die öffentliche Gesundheit zu schützen. Wie die Autoren schreiben, muss das Jahr 2021 als das markiert werden, in dem die Welt endlich ihren Kurs ändert. Trotz der notwendigen Beschäftigung mit Covid-19 könne man nicht warten, bis die Pandemie vorüber sei, um die Emissionen rasch zu reduzieren. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, kommentiert, die gesundheitlichen Folgen des Klimanotstands würden bisher nicht hinreichend berücksichtigt. Die Risiken des Klimawandels könnten die einer jeden Krankheit in den Schatten Stellen.

Kulturnachrichten hören

September 2021
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Fall Julian AssangeBedrohung der Meinungsfreiheit
Ein Plakat auf einem Fahrzeug in London mit der Forderung Julian Assange freizulassen. (imago images / Loredana Sangiuliano)

Die Berliner Akademie der Künste fordert die Freilassung des Wikileaks-Gründer Julian Assange. Sein Fall sei ein Versuch, Journalisten weltweit einzuschüchtern, glaubt Akademie-Präsidentin Juliane Meerapfel. Die Freiheit des Wortes sei bedroht.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur