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Donnerstag, 28.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. September 2021

Internationale Filmfestspiele in Venedig eröffnet

Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig sind eröffnet. Zu Beginn lief mit "Madres paralelas" ein neues Werk des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar. Das Programm insgesamt steht im Zeichen großer Hollywood-Blockbuster wie dem Science-Fiction-Epos "Dune" und dem Prinzessin-Diana-Biopic "Spencer". Um den Goldenen Löwen konkurrieren in den kommenden zehn Tagen 21 Spielfilme. Der italienische Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni bekommt einen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk.

Ende des Streits um geraubtes Liebermann-Bild

Der Streit um ein von den Nationalsozialisten geraubtes Gemälde des Künstlers Max Liebermann ist beendet. Das teilte das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt mit. Man habe sich mit den Erben Liebermanns auf eine gütliche Lösung geeinigt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Rede ist von einer Zahlung an den Nachlass, die freiwillig von einer Privatperson außerhalb der Stiftung erfolge und über deren Höhe Stillschweigen vereinbart worden sei. Damit kann das Porträt von Liebermanns Frau Martha dauerhaft in der Sammlung bleiben. Neben dem Bild soll künftig über seine Herkunft informiert werden. Das Bildnis Martha Liebermanns war 1943 von der Gestapo beschlagnahmt worden.

Erfurts Große Synagoge virtuell begehbar

Die 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte Erfurter Große Synagoge kann dank moderner Technik virtuell besucht werden. Eine digitale Rekonstruktion des im maurischen Stil erbauten und 1884 geweihten jüdischen Gotteshauses könne mit Hilfe von VR-Brillen besichtigt werden, sagte Annegret Schüle, die Oberkuratorin der Erfurter Geschichtsmuseen. Außerdem sei ein 3D-Modell im Internet freigeschaltet worden. Da es nur fragmentarisch überlieferte Quellen gebe, sei es eine Herausforderung gewesen, detailgenau die Architektur, die religiösen Objekte, die Geschichte der Menschen in der Synagoge und des Baus zu recherchieren, sagte Schüle bei der Präsentation des Projekts. Die virtuellen Räume sind mit Klang, Bildern und Videos ausgestattet. Die Besucher können sich individuell bewegen, mit Objekten interagieren und nach eigener Auswahl Informationen abrufen.

Russische Schüler bekommen "Puschkin-Karte"

Mit einer neuen Initiative zur Kulturförderung will Russland 14- bis 22-Jährige in Museen, Theater und Konzerte locken. Seit heute gibt es die "Puschkin-Karte", benannt nach dem russischen Dichter Alexander Puschkin. Damit können Eintrittskarten bezahlt werden, Kino- und Zirkusbesuche sind ausgenommen. Die Karte ist zunächst mit umgerechnet 35 Euro aufgeladen und gilt bis Ende Dezember. In Zukunft solle es jedes Jahr umgerechnet rund 58 Euro als Kulturgeschenk vom russischen Staat geben, teilte die Regierung mit.

25 000 Teilnehmer täglich auf Buchmesse erlaubt

Die Frankfurter Buchmesse darf nach gegenwärtigem Stand im Oktober täglich
25.000 Teilnehmer empfangen. Dafür läge eine Sondergenehmigung vor, teilten die Veranstalter mit. Es gilt nach derzeitigem Stand die 3G-Regelung: Einlass gibt es nur für Geimpfte und Genesene, alle anderen brauchen einen aktuellen negativen Test. Tickets müssen online gebucht werden, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten. Zu dem Hygienekonzept gehörten außerdem unter anderem 100 Prozent Frischluftzufuhr in den Innenräumen und das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Zusätzlich soll es digitale Programmangebote bei der Buchmesse geben. Angemeldet seien Branchenvertreter aus mehr als 60 Ländern, Gastland ist Kanada.

Neue Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau

Die neue Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, Barbara Steiner, hat ihr Amt angetreten. "Die Stiftung Bauhaus Dessau zu leiten, ist Freude und Herausforderung gleichermaßen", sagte Steiner an ihrem ersten Tag. Die promovierte Kunsthistorikerin aus Österreich wurde aus 32 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern vom Stiftungsrat ausgewählt. Sie folgt auf Claudia Perren, die die Stiftung für etwa sechs Jahre (bis Juli 2020) geleitet hatte. Unter Steiners Leitung werde man sich in die Initiative Neues Europäisches Bauhaus einbringen, teilte die Stiftung mit. Gemeinsame Projekte mit der Bauhaus-Kooperation Berlin Dessau Weimar sowie der Hochschule Anhalt und anderen Partnern im Land seien im Gespräch. Außerdem soll das Bauhaus Museum Dessau als Ort für "Veranstaltungen, Kunst und Begegnung" weiter ausgebaut werden.

Kirchen rufen zur Teilnahme an Bundestagswahl auf

Die beiden großen Kirchen appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, ihre Stimme bei der Bundestagswahl im September abzugeben. Eine lebendige Demokratie bedürfe der Teilhabe und des Engagements der Menschen, hieß es in einem Wahlaufruf des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm. Dazu gehöre, sich ein eigenes Urteil zu bilden und das eigene Wahlrecht auszuüben. Die christliche Kirchen sähen sich in der Mitverantwortung für das demokratische Gemeinwesen, erklärten die Bischöfe in dem Aufruf. In der nächsten Legislaturperiode stünden vor allem Fragen der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, des Sozialstaats, der Digitalisierung, des Klimawandels sowie eine an der Würde und den Bedürfnissen der Menschen orientierte Flucht- und Asylpolitik auf der politischen Agenda.

Medienschaffende protestieren gegen "Agentengesetz"

Medienschaffende in Russland haben in einem offenen Brief Änderungen am sogenannten "Agentengesetz" gefordert. Der Brief ist an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, an seinen Sprecher und an den Justizminister adressiert. Hintergrund des Protests ist die Einstufung des unabhängigen TV-Sender Doschd als "Ausländischer Agent". Über diesen Status müssen Betroffene ständig Auskunft geben und ihre Finanzen offenlegen. Die Medienschaffenden fordern nun, das "Agentengesetz" anzupassen und klarer zu definieren, um politischer Willkür vorzubeugen. So solle u.a. die Aufnahme in die Liste der ausländischen Agenten nur auf gerichtlichen Beschluss erfolgen. Bisher entscheidet allein das Justizministerium.

Google kündigt Einspruch gegen Bußgeld an

Der US-Internetkonzern Google hat Einspruch gegen ein in Frankreich verhängtes Bußgeld von 500 Millionen Euro angekündigt. Es sei unter anderem "unverhältnismäßig", erklärte der Konzern. Das Bußgeld hatte die Kartellbehörde Mitte Juli verhängt, weil Google es im Urheberrechtsstreit mit der Presse versäumt habe, "in guter Absicht" über individuelle Lizenzabkommen mit Medienhäusern zu verhandeln. Dazu hatten Frankreichs Kartellwächter den Konzern im vergangenen Jahr verpflichtet. Kern des Konflikts ist eine Vergütung für das Anzeigen von urheberrechtlich geschützten Medieninhalten, wie es die EU seit 2019 vorsieht. Konkret geht es um Nachrichten, Fotos und Videos von Medien, die bei Google oder Youtube angezeigt werden. Die Medienhäuser argumentieren, Google verdiene mit ihren Inhalten Geld durch Werbung, zahle aber keine Nutzungsgebühren.

Berlin künftig Zentrum zum Erhalt bedrohter Sprachen

Berlin soll zu einem Zentrum für die Dokumentation und den Erhalt bedrohter Sprachen werden. Die Grundlage hierfür soll ein Stipendienprogramm bilden, das von der in London ansässigen Arcadia-Stiftung in den nächsten zehn Jahren mit 21 Millionen Euro gefördert wird, berichtet der Informationsdienst der Wissenschaft. Aus den Mitteln soll unter anderem an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein digitales Humboldt-Sprachenarchiv aufgebaut werden. Mit diesem neuen Berliner Zentrum für die Dokumentation bedrohter Sprachen werde das vor 200 Jahren begonnene Werk von Wilhelm von Humboldt in Berlin fortgesetzt, hieß es.

Harry Potter Themenpark in China eröffnet

Der weltgrößte Vergnügungspark von Universal Studios hat in Peking seine Tore für geladene Besucher geöffnet. Für die breite Öffentlichkeit wird der Park ab dem 20. September zugänglich, einen Tag vor dem chinesischen Mondfest. Mehr als zehn Millionen Gäste und ein Umsatz von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro werden pro Jahr erwartet, wie Staatsmedien berichteten. Das "Universal Beijing Resort" hat einen eigenen U-Bahnhof und liegt rund 30 Kilometer vom Zentrum der chinesischen Hauptstadt. 37 Attraktionen um populäre Themen wie Harry Potter, Transformers, Kung Fu Panda, Jurassic Park, Minions und Waterworld werben um die Besucher. Es ist nach Hollywood, Orlando, Singapur und Osaka der fünfte Vergnügungspark von Universal Studios weltweit. Mit vier Quadratkilometern Fläche ist es auch der größte in der Welt. Mit dem Bau war 2015 begonnen worden.

Literaturpreis für Ulrike Draesner

Die Autorin Ulrike Draesner erhält den mit 50 000 Euro dotierten "Großen Preis des Deutschen Literaturfonds". Die 59-Jährige schreibt vor allem Lyrik und Prosa, unterrichtet am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und wurde vielfach ausgezeichnet, etwa 2020 mit dem Bayerischen Buchpreis für ihren Roman "Schwitters". Sie hat außerdem Gedichte der aktuellen Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück ins Deutsche übersetzt. Ulrike Draesner sei in vielen literarischen Gattungen zuhause und habe für jede eine eigene Form und Sprache entwickelt, heißt es in der Begründung der Jury. Sie "konfrontiert uns mit Unvereinbarem und Schmerz. Sie experimentiert mit literarischen Formen und fordert die Sprache heraus, ohne ihr Publikum dabei aus den Augen zu verlieren." Der Preis wird am 11. Oktober im Literaturhaus Leipzig überreicht.

China: Xi-Jinping-Kunde für Schüler

In China werden ab heute alle Schülerinnen und Schüler in Xi-Jinping-Kunde unterrichtet. Das Fach ist nach dem Staatspräsidenten und Generalsekretär der Kommunistischen Partei benannt. Die jungen Menschen sollen damit angeleitet werden, auf die Partei zu hören und ihr zu folgen, heißt es in dem Erlass des Erziehungsministeriums. Es gehe darum, eine korrekte Weltanschauung und Lebenseinstellung herauszubilden. Der Schritt ist ein weiteres Beispiel für den Personenkult um Chinas Machthaber. Außerdem wurde der Einfluss der Partei auf Bildung, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft in China ausgebaut.

Kritik an Öffnung der Berliner Clubs

In Berlin dürfen Clubs und Diskotheken für Geimpfte und Genesene wieder öffnen. Das hat der Berliner Senat beschlossen und so eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts umgesetzt. Damit darf voraussichtlich ab Samstag wieder getanzt werden. Dennoch gibt es Kritik: Der Berliner Clubcommission etwa geht die Regelung nicht weit genug. Sie hätte sich auch eine Option für PCR-Getestete gewünscht. Außerdem werden Forderungen laut, die Regelung müsse auch für Konzerthallen gelten. Dort gilt zur Zeit die 3G-Regelung, allerdings mit Abstand und festen Sitzplätzen.

Darstellung von Juden einseitig als Opfer

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich gegen eine einseitige Darstellung von Juden beispielsweise in Schulbüchern ausgesprochen. Die Opferrolle von Juden habe sich verfestigt, etwa als Opfer von Pogromen im Mittelalter oder der Schoah unter den Nationalsozialisten, sagte Schuster bei einer Veranstaltung in Berlin. Was Juden aber über die Jahrhunderte zum Geistesleben beigetragen hätten, komme im Schulunterricht zu kurz. Der Zentralrat arbeite deswegen mit der Kultusministerkonferenz und Schulbuchverlagen zusammen, um dies sowie "zweifelhafte Darstellungen" des Judentums zu verhindern. Schuster erinnerte daran, dass Stereotypen oft über Generationen weitervermittelt würden.

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