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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. Juli 2021

Spendenkonto für hochwassergeschädigte Bauten

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat ein Sonderkonto für vom Hochwasser geschädigte denkmalgeschützte Bauten eingerichtet. Die Stiftung berichtete in Bonn von verzweifelten Nachrichten aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über geschädigte Baudenkmale, die gerade frisch instand gesetzt worden waren. Die Eigentümer seien auf solidarische und schnelle Hilfe angewiesen, da oft Versicherungen die Bauwerke in gefährdeten Regionen gar nicht erst versicherten. Der Sprecher der Bonner Stiftung erinnerte an zurückliegende Flutkatastrophen an der Elbe in Sachsen und in Passau in Bayern. "So nah war uns das Wasser noch nie", sagte er.

Direktor der Bosporus-Universität entlassen

Nach monatelangen Protesten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Rektor einer der angesehensten Universitäten des Landes entlassen. Melih Bulu wurde mit Hilfe eines Dekrets, das am Donnerstagmorgen herausgegeben wurde, von seinem Posten an der Bosporus-Universität in Istanbul abberufen. Bulu war in der Vergangenheit als Kandidat für die Regierungspartei AKP angetreten. Ein Grund für Bulus Entlassung wurde nicht genannt. Der Rektor war erst im Januar ernannt worden. Seitdem protestierten Studierende und Lehrende der Universität weitgehend friedlich gegen ihn und seine Verbindungen zur Regierung. Sie forderten, dass die Universität ihren Rektor selbst wählen dürfe. Bulus Stellvertreter Mehmet Naci Inci wurde vorläufig zum Rektor ernannt, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Investigativjournalist de Vries ist gestorben

Der bekannte niederländische Journalist Peter R. de Vries ist nach dem Anschlag auf ihn gestorben. Seine Familie erklärte in einer vom Sender RTL veröffentlichten Mitteilung, Peter habe bis zuletzt gekämpft, aber er habe den Kampf verloren. De Vries war vergangene Woche auf offener Straße in Amsterdam niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Als Investigativ-Journalist im Milieu der Organisierten Kriminalität hatte sich der 64-Jährige in den vergangenen Jahren profiliert. Nach der Tat wurden mehrere Männer festgenommen, darunter auch der mögliche Schütze. Die Tat gilt auch als Anschlag auf die freie Berichterstattung der Presse.

Kunstpalast Düsseldorf erbt Werke aus Sammlung Kemp

Das Museum Kunstpalast Düsseldorf bekommt aus dem Erbe des Kunstsammlers Willi Kemp rund 120 Arbeiten im Wert von etwa 4,5 Millionen Euro. Darunter befinden sich das Gemälde "Death of Pompey" (1962) von Cy Twombly, die Skulptur "Rückenstütze eines feingliederigen Menschen (Hasentypus) aus dem 20. Jahrhundert" (1972) von Joseph Beuys sowie die sechsteilige fotografische Typologie "Hochofenköpfe" (1984) von Bernd und Hilla Becher, wie das Museum am Donnerstag mitteilte. Der im Dezember 2020 verstorbene Kunstsammler Willi Kemp sei dem Kunstpalast zu Lebzeiten eng verbunden gewesen, hieß es. 2011 habe er dem Museum bereits rund 3.000 Werke seiner über Jahrzehnte aufgebauten Kollektion moderner und zeitgenössischer Kunst geschenkt. Der Generaldirektor des Kunstpalastes, Felix Krämer, äußerte sich "glücklich und dankbar" für die Erbschaft. "Die von Willi Kemp aufgebaute Sammlung zählt zu den herausragenden Privatsammlungen im Bereich der Kunst nach 1950."

Bayerischer Buchpreis für Frank Schätzing

Frank Schätzing erhält im Rahmen des Bayerischen Buchpreises in diesem Jahr den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten. Überreicht werde die Auszeichnung bei der Verleihung am 11. November in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. "Frank Schätzing ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren unserer Zeit", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Mit dem Ehrenpreis wird ein herausragendes publizistisches Gesamtwerk gewürdigt.

Chilenische Zeichnerin in Dresden geehrt

Die chilenische Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra erhält den Hans-Theo- Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste. Sie gehöre zu den bemerkenswertesten Zeichnerinnen der Gegenwart, teilte die Akademie am Donnerstag in Dresden mit. "Ihre gänzlich eigenständige, zutiefst bewegende poetische Bildwelt entwächst dem persönlichen Erleben", heißt es in der Jurybegründung. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Übergabe ist für den 10. September im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geplant. Sandra Vásquez de la Horra wurde in Chile geboren, heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre Zeichnungen beschäftigten sich mit Grenzerfahrungen, Weiblichkeit, Angst und Tod, aber auch Poesie.

Schauspielerin Renée Simonot gestorben

Die französische Schauspielerin Renée Simonot ist im Alter von 109 Jahren gestorben. Die Mutter von Catherine Deneuve hatte sich zwar mit der Geburt ihrer insgesamt vier Töchter beruflich weitgehend zurückgezogen, stand aber vorher drei Jahrzehnte lang auf der Theaterbühne. Außerdem arbeitete sie als eine der Ersten auch als Synchronsprecherin. So lieh sie Filmschauspielerinnen wie Judy Garland oder Esther Williams ihre Stimme.

"Lange Nacht des Impfens" in Berliner Clubszene

In Berlin arbeitet die Clubszene an einem besonderen Impfangebot für junge Menschen. Im August soll in der Arena in Treptow geimpft werden, während DJs auflegen. Man plane das gerade mit relevanten Größen aus der Clubszene und der Gesundheitsverwaltung, sagte der Sprecher der Berliner Clubcommission, Lutz Leichsenring. Die Arena sei eine etablierte Location im Feier-Epizentrum. Es sei dort möglich, auch unter Corona-Auflagen mit Licht- und Toneffekten zu arbeiten. Gesprochen wird laut Leichsenring über ein Angebot über mehrere Nächte hinweg. Es gehe um eine andere Uhrzeit und ein anderes Setting, so dass sich möglichst viele junge Menschen in einer anderen Atmosphäre freiwillig impfen ließen.

Gerechtere Abrechnung von Streaming gefordert

Britische Abgeordnete fordern die Musikstreaming-Dienste auf, ihr Abrechnungsmodell komplett neu zu erarbeiten. Der britische Ausschuss für Digitales, Kultur, Medien und Sport hatte sich ein halbes Jahr mit der wirtschaftlichen Seite der Musikindustrie beschäftigt. Ein Sprecher sagte, Streaming bringe der Musikindustrie erhebliche Gewinne ein. Die Künstlerinnen und Künstler dahinter aber profitierten davon kaum. Bisher bekämen selbst erfolgreiche Popstars erbärmliche Renditen. Die Abgeordneten schlagen deshalb vor, dass die Gewinne aus dem Streaming künftig gerecht geteilt werden. Bisher bekommen die Kulturschaffenden laut dem Bericht rund 16 Prozent der Einnahmen. Es war das erste Mal weltweit, dass sich Gesetzgeber mit der Wirtschaftlichkeit von Musikstreamingdiensten beschäftigt haben.

Regisseur Ulrich Greb bekommt Großen Kulturpreis

Der Regisseur und Intendant des Moerser Schlosstheaters, Ulrich Greb, erhält in diesem Jahr den Großen Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung werde Greb "für hohe künstlerische Innovation ebenso wie für die Auseinandersetzung mit aufkommenden gesellschaftlichen Themen, an die er das Publikum mutig und umsichtig heranführt" erhalten, teilte Landrat Thomas Hendele, Vorstandschef der Kulturstiftung, am Donnerstag mit. Greb ist seit der Spielzeit 2003/2004 regieführender Intendant im Schlosstheater Moers. Bundesweit machte er sich einen Namen mit Rechercheprojekten und Arbeiten zu gesellschaftspolitischen Themen wie Armut, Demenz, Klimawandel und Migration. Der seit 1989 vergebene Große Kulturpreis würdigt das Gesamtwerk und die Bedeutung für das Rheinland.

Schlagzeugerin Eva Klesse erhält SWR Jazzpreis 2021

Die Schlagzeugerin Eva Klesse erhält den Jazzpreis 2021 des Südwestrundfunks (SWR) und des Landes Rheinland-Pfalz. "Entschieden eindringlich - so könnte man den Sound von Eva Klesse beschreiben", erklärte die Jury am Donnerstag in Baden-Baden. Wichtig sei der Jazzmusikerin am Schlagzeug die "Balance zwischen Rhythmus und Melodie, zwischen großer Geste und kleinen Details, zwischen Energie und Ruhe". Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Klesse am 18. Oktober beim Internationalen Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht werden. Der "SWR Jazzpreis" ist der älteste Jazzpreis Deutschlands und wird in diesem Jahr zum 41. Mal vergeben. 2020 war der Tenorsaxofonist Daniel Erdmann ausgezeichnet worden.

Europa-Universität Viadrina feiert 30-jähriges Jubiläum

Vor 30 Jahren wurde die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) gegründet. Das Jubiläum bildet den Auftakt einer Vielzahl von Aktivitäten, mit denen die Viadrina ihre Geschichte reflektiert und ihre zukünftige Rolle in den Blick nimmt. Dazu zählen Ausstellungen, Seminare oder Vortragsreihen. Rund 5.000 Studierende aus über 100 Ländern machen die Viadrina zu einer der internationalsten Universitäten Deutschlands. Die Hochschule bestand bereits von 1506 bis 1811. Am 15. Juli 1991 wurde sie in der deutsch-polnischen Doppelstadt Frankfurt-Słubice neugegründet.

Klimawandel bedroht Welterbestätten

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, warnt vor den Folgen des Klimawandels für das natürliche und kulturelle Erbe. Die Klimakrise sei zu einem der größten Risiken für Welterbestätten geworden und könnte dazu führen, dass man manche von ihnen für immer verlieren werde, sagte sie am Donnerstag in Bonn mit Blick auf den Start der 44. Sitzung des Unesco-Welterbekomitees am Freitag. Daher wolle das Komitee die Folgen des Klimawandels auf das Kulturerbe besonders in Blick nehmen. Nur durch internationale Zusammenarbeit und Solidarität könne das gemeinsame Erbe an künftige Generationen weitergegeben werden. Zurzeit seien 53 Stätten als gefährdet eingestuft, mit dem Wildreservat Selous und der maritimen Handelsstadt Liverpool könnten erstmals in der Geschichte zwei ihren Welterbetitel verlieren, erklärte Böhmer.

Museum Barberini trotz Pandemie erfolgreich

Die Corona-Pandemie hat dem Potsdamer Museum Barberini nach eigenen Angaben einen Entwicklungsschub gebracht - trotz langer Schließzeiten. Seit September habe man mit Live-Touren im Internet rund 32.000 Teilnehmer gehabt, genauso viele wie sonst bei Führungen im Haus, sagte Direktorin Ortrud Westheider der Nachrichtenagentur dpa. "Wir haben mit der Digitalisierung einen Riesensprung gemacht." Auch in den sozialen Netzwerken sei der Zulauf groß gewesen. "Bei Facebook haben wir seit Jahresbeginn eine Reichweite von 4,1 Millionen Nutzern erzielt und bei Instagram sind es knapp 5,6 Millionen", sagte Westheider. "Das ist der Boom, der durch das Digitale gekommen ist". Ohne die Pandemie hätte man sicher nicht diese Energie in das Thema Online gesteckt.

Konzeptkünstler Christian Boltanski ist tot

Der französische Konzeptkünstler Christian Boltanski ist tot. Er starb im Alter von 76 Jahren in Paris. Boltanski gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Frankreichs und war auch als Bildhauer, Fotograf und Filmemacher tätig. Der 1944 geborene Sohn eines jüdischen Vaters hatte sich als Lebensthema die Erinnerung an die Opfer des Holocaust gewählt und beschäftigte sich häufig mit dem Tod. Auch in Deutschland machte er sich damit früh einen Namen. Drei Mal wirkte er auf der Documenta in Kassel mit. 2018 erstellte der Künstler eine Dauerinstallation in der Völklinger Hütte zum Tod der Zwangsarbeiter dort. Die Arbeit ist auch weiterhin zu sehen.

Vertrag Dresden Frankfurt Dance Company verlängert

Der Kooperationsvertrag für die Dresden Frankfurt Dance Company ist um weitere zwei Jahre verlängert worden. Jacopo Godani bleibe bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 Künstlerischer Leiter, teilte das Ensemble mit. Der italienische Choreograph habe aber angekündigt, dass er die Company dann verlassen wolle. Nach acht Spielzeiten sei ein guter Moment gekommen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, wurde Godani zitiert. Für die verbleibenden Spielzeiten habe er "neue, aufregende Produktionen in Vorbereitung", hieß es. Die Dresden Frankfurt Dance Company ging aus der Forsythe Company hervor und wird von den Städten Dresden und Frankfurt am Main sowie den Ländern Sachsen und Hessen finanziert.

Unesco begrüßt Kreuzfahrtschiff-Verbot vor Venedig

Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay begrüßt Italiens Einfahrverbot für Kreuzfahrtschiffe in die Lagune von Venedig. Das sei ein wichtiger Schritt, der entscheidend zur Bewahrung dieses einmaligen Kulturerbes beitrage, twitterte Azoulay. Die Unesco forderte ein Verbot von Kreuzfahrtschiffen in Venedig schon länger. Das Verbot soll ab dem 1. August gelten. Dann sollen Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Tonnen Gewicht, mehr als 180 Metern Länge oder mehr als 35 Metern Höhe den Industriehafen Marghera anlaufen. Kleinere Kreuzfahrtschiffe sollen weiterhin im Stadtzentrum anlegen dürfen. Italiens Kulturminister Dario Franceschini sagte, ohne diese Entscheidung wäre Venedig als Kulturerbe ernsthaft gefährdet. Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der Unesco-Weltkulturerbeliste.

Ausreisesperre gegen Hozan Cane aufgehoben

Die Ausreisesperre gegen die unter Terrorvorwürfen angeklagte Kölner Sängerin Hozan Cane in der Türkei ist aufgehoben worden. Das entschied ein Gericht im westtürkischen Edirne. Hozan Cane kann das Land nun verlassen. Der Prozess wird am 20. September fortgesetzt. Cane wird Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen, die in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt. Bereits im November 2018 war die Sängerin für den Vorwurf zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf und der Fall wurde neu aufgerollt. Die Anklage stützt sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen.

Journalistenverbände setzen sich für Assange ein

Journalistenorganisationen haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, sich bei ihrem Besuch bei US-Präsident Joe Biden für die Freilassung des Wikileaks-Gründers und Whistleblowers Julian Assange einzusetzen. Er habe Kriegsverbrechen der USA enthüllt, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Frank Überall, in Berlin. Dafür gebühre ihm eher ein Orden als Jahrzehnte im Gefängnis. Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, wandte sich ebenfalls mit einem Brief an Merkel. Die Gewerkschaft schloss sich einem Appell von 120 Prominenten aus Politik, Kultur und Medien an die Kanzlerin an. In dem offenen Brief vom Montag hatten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner "große Sorge um die Gesundheit und das Leben des Journalisten" geäußert. Assange sitzt seit April 2019 in London in Haft. Die USA werfen dem 50-Jährigen Spionage und Geheimnisverrat vor.

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