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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Juli 2021

Deutscher Buchhandlungspreis vergeben

In Erfurt ist zum siebten Mal der Deutsche Buchhandlungspreis vergeben worden. Die mit je 25.000 Euro dotierten drei Hauptpreise gingen an die "andere Buchhandlung" in Rostock, "Müller & Böhm" in Düsseldorf sowie an die "Buchhandlung Mahr" im württembergischen Langenau. Insgesamt wurden 118 unabhängige Buchläden mit Preisgeldern von insgesamt 850.000 Euro sowie zehn undotierten Gütesiegeln geehrt. Die Gewinner sind Buchhandlungen, die "ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche engagieren". Ausgewählt wurden sie von einer unabhängigen Fachjury - in diesem Jahr aus 366 Bewerbungen.

"Das Boot"-Kameramann will sich mit ARD einigen

Seit vielen Jahren kämpft der Chef-Kameramann von "Das Boot" um eine angemessene finanzielle Beteiligung am Erfolg des Filmklassikers - nun steht zumindest das Verfahren vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht vor einer Einigung. Kameramann Jost Vacano strebt mit dem Südwestrundfunk und anderen ARD-Anstalten einen Vergleich an. Die Parteien müssen aber noch zustimmen. Die mögliche Lösung: Der 87jährige Vacano soll eine Abfindung in Höhe von 160 000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erhalten. Der Anfang der 80er Jahre produzierte Film spielte viele Millionen Euro ein. Vacano hatte damals umgerechnet etwa 100 000 Euro erhalten. Seit 2002 gibt es im Urheberrecht den sogenannten Fairnessparagrafen. Er sieht eine Nachvergütung vor, wenn die vereinbarte Gegenleistung und die später erzielten Erträge in auffälligem Missverhältnis stehen.

Ungarn: Strafe für Kinderbuch mit Regenbogenfamilie

Die Behörden in Ungarn haben eine Buchhandlung bestraft, weil sie ein Märchenbuch über eine sogenannte Regenbogenfamilie ohne besondere Kennzeichnung verkauft hat. Dies gab der Leiter des Regierungsamts für den Bezirk Pest, Richard Tarnai, im regierungsnahen Fernsehsender Hir TV bekannt. Das Buch "Was für eine Familie!" von Lawrence Schimel und Elina Braslina hätte demnach gekennzeichnet werden müsse, weil es "keine normalen Familien" darstelle. Das Regierungsamt verhängte deshalb eine Strafe in Höhe von 250 000 Forint (rund 700 Euro). Tarnai bezog sich nicht auf das umstrittene Gesetz zur Einschränkung von Informationen über Homo- und Transsexualität. Vielmehr sei das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zur Anwendung gelangt. Der Regierungskommissar legte es so aus, dass eine Kennzeichnungspflicht besteht, wenn ein Produkt nicht den Werten der Verfassung entspricht.

Sachschaden durch Vandalismus in Sanssouci

Durch Vandalismus an Denkmälern im Potsdamer Schlosspark Sanssouci ist ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Die erheblichen Beschädigungen seien in der Nacht zum Mittwoch unter anderem im Zuge eines Einbruchs in die Orangerie entstanden, teilte die Polizei in Potsdam mit. Bei dem anschließenden Polizeieinsatz sei ein Mann in dem Bauwerk festgestellt worden, der sich dann auf das Dach begeben, von dort mehrere Vasen und Schalen heruntergestoßen und sich danach in Anwesenheit der ebenfalls alarmierten Feuerwehr mehrere Meter tief fallengelassen habe. Der 23-jährige Mann war vollständig entkleidet und zog sich schwerste Verletzungen zu.

Direktor des Arp Museums geht

Oliver Kornhoff hört als Direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck auf. Zum Jahresende übernimmt er die Leitung des im Aufbau befindlichen Museums Reinhard Ernst in Wiesbaden, wie das Arp Museum am Mittwoch in Remagen mitteilte. Das vollständig privat finanzierte Museum Reinhard Ernst entstehe derzeit in der Wiesbadener Innenstadt und werde sich der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit widmen. Das vom japanischen Architekten Fumihiko Maki entwickelte Gebäude solle 2022 eröffnet werden, hieß es.

Frankfurter Buchmesse findet statt

Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst als Präsenzveranstaltung stattfinden. Vorbehaltlich der pandemischen Entwicklung und unter den im Oktober geltenden Sicherheits- und Hygienebestimmungen werde die Bücherschau auf dem Messegelände veranstaltet, teilten die Organisatoren mit. Darüber hinaus soll es auch digitale und hybride Angebote geben. Zur Messe werden bekannte Autorinnen und Autoren erwartet, darunter Sven Regener, Elke Heidenreich, Johanna Adorján, Helen MacDonald, Eva Menasse, Emine Sevgi Özdamar, Edgar Selge, Colm Tobín oder Aminata Touré ihre Bücher präsentieren. Die Messe, die zu den größten Branchenveranstaltungen der Welt zählt, findet vom 20. bis 24. Oktober statt.

Etel Adnan erhält Lichtwark-Preis

Der Lichtwark-Preis 2021 wird der aus dem Libanon stammenden und in Paris lebenden Malerin und Schriftstellerin Etel Adnan für ihr Lebenswerk verliehen. Ihre politisch aufgeladenen literarischen Werke beschrieben die weltlichen Zustände und ihre Zusammenhänge und seien eine starke Stimme des Feminismus und der Friedensbewegung, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll am 18. November in der Hamburger Kunsthalle verliehen werden. Etel Adnan, geboren 1925, hat in Galerien und Museen in Paris, San Francisco, New York, Zürich und Bern ausgestellt. 2012 zeigte die Documenta 13 eine Retrospektive auf ihr Werk. Die deutsche Übersetzung ihres literarischen Werks wird in der Edition Nautilus in Hamburg verlegt.

Wolf Biermann übergibt Archiv an Staatsbibliothek

Archiv und Tagebücher des Liedermachers Wolf Biermann gehören künftig zum Bestand der Berliner Staatsbibliothek. Die Staatsbibliothek erwarb mit Hilfe des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder das private und berufliche Archiv sowie die persönlichen Tagebücher des 84-Jährigen. Biermann spiegele mit seinem Werk wie kein anderer Zerrissenheit und Vereinigung Deutschlands wider, hieß es. Der in Hamburg geborene Biermann war 1956 in die DDR gezogen und lebte in Ost-Berlin. Dauerhafte Auseinandersetzungen mit Staat und Partei gipfelten 1976 in seiner Ausbürgerung, die in Ost und West einen Sturm der Entrüstung auslöste. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatsbibliothek gehört, kündigte eine feierliche Übergabe für den kommenden Dienstag an. Biermann selbst soll Lieder und Gedichte dazu beitragen.

DJV: Attentat sollte Reporter mundtot machen

Das Attentat auf den Reporter Peter R. de Vries zeigt nach Einschätzung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), dass es lebensgefährlich ist, über das organisierte Verbrechen zu berichten. DJV-Chef Frank Überall sagte, es sei umso wichtiger, dass Journalisten mit Themenschwerpunkt "Organisierte Kriminalität" umfassend geschützt würden. Der Kriminaljournalist de Vries war in Amsterdam auf offener Straße niedergeschossen worden, nachdem er ein TV-Studio verlassen hatte. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Peter R. de Vries gilt als Experte auf dem Feld der organisierten Kriminalität. Zur Zeit ist er die Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess. Mehrere Tatverdächtige sind bereits festgenommen worden.

Bollywood-Legende Dilip Kumar ist tot

Dilip Kumar, einer der bekanntesten Bollywood-Schauspieler, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Das gab ein Freund Kumars auf dessen Twitter-Account bekannt. Kumar war eines der Gesichter der goldenen Ära des indischen Kinos von den 1940er bis 60er Jahren. Seinen Durchbruch hatte er 1946 mit dem Film "Milan". In den folgenden Jahren spielte er häufig den unglücklichen Liebhaber, was ihm den Titel "König der Tragödie" einbrachte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Mughal-e-Azam" und "Ganga Jamnua". Ihm wird nachgesagt, auf die Hauptrolle in David Leans Film "Lawrence von Arabien" (1962) verzichtet zu haben, mit der später der ägyptische Schauspieler Omar Sharif Erfolge feierte. 1995 erhielt Dilip Kumar den höchsten indischen Preis für Filmschaffende, den Dadasaheb Phalke Award.

Ehemaliger Uriah-Heep-Sänger John Lawton gestorben

Der ehemalige Frontsänger der britischen Hardrock-Band Uriah Heep ("Lady in Black") ist tot. John Lawton sei vollkommen unerwartet am 29. Juni gestorben, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite der Band. An einer Erkrankung habe er nicht gelitten. Lawton wurde mehreren Medienberichten zufolge 74 Jahre alt. Obwohl er der Band erst nach ihrem großen Durchbruch beitrat und nur relativ kurz angehörte, war er an der Produktion von vier Alben beteiligt. Darunter "Firefly", "Innocent Victim" und "Fallen Angel". Erfolgreich war aus dieser Zeit vor allem der Song "Free Me". Lawton hatte enge Verbindungen nach Deutschland. Vor und nach seiner Zeit bei Uriah Heep gehörte er jeweils mehrere Jahre der Rockband Lucifer's Friend an. Lange Zeit war er auch Teil der in Deutschland gegründeten Les Humphries Singers. Im November erst war Uriah-Heep-Mitbegründer Ken Hensley im Alter von 75 Jahren gestorben.

Quentin Tarantino kauft weiteres Hollywood-Kino auf

US-Regisseur Quentin Tarantino hat in Los Angeles ein weiteres Kino erworben.
Mit dem Ankauf des New Beverly Cinema hatte der Oscar-Preisträger schon 2007 ein kleines Familienkino vor dem Untergang bewahrt. Nun ist Tarantino neuer Eigentümer des historischen "Vista Theatre" am Sunset Boulevard, das wegen der Corona-Pandemie zuletzt geschlossen war. Tarantino hatte den Kauf am Montag in einem Podcast des US-Schauspielers Dax Shepard verkündet. Demnach plant er er, das Kino um Weihnachten herum in Betrieb zu nehmen. Er wolle dort neue Filme zeigen, allerdings nur im analogen Filmformat, nicht mit der inzwischen üblichen digitalen Projektion.

Filmfestspiele in Cannes haben begonnen

Im südfranzösischen Cannes haben die 74. internationalen Filmfestspiele begonnen. Die US-Schauspielerin, Regisseurin und zweifache Oscar-Preisträgerin Jodie Foster ("Das Schweigen der Lämmer" und "Angeklagt") wurde am Dienstagabend mit einer Ehrenpalme für ihr Lebenswerk geehrt. Bei dem Festival an der Côte d'Azur konkurrieren 24 Filme um die Goldene Palme, die am 17. Juli verliehen wird. Unter anderem präsentiert US-Regisseur Sean Penn sein Drama "Flag Day", der italienische Filmemacher Nanni Moretti tritt mit dem Drama "Tre Piani" an. Den Jury-Vorsitz in Cannes hat als erster Schwarzer der US-Regisseur Spike Lee. Der 64-Jährige war dafür bereits im vergangenen Jahr vorgesehen, wegen der Corona-Pandemie fielen die Filmfestspiele aber aus.

Ausstellungsvergütung in öffentlichen Museen

Die Initiative Ausstellungsvergütung Pay the Artist fordert, dass öffentlich geförderte Museen in Deutschland Künstlerinnen und Künstler für ihre Ausstellungen auch bezahlen. "Wenn man sich überlegt, dass ein Museum einen Haushalt hat und dann im Haushalt keine Budgets hat für Ausstellungsvergütung, dann ist das nicht fair", sagte die Sprecherin der Initiative Doris Granz am Dienstag im Deutschlandfunk Kultur. Viele Museen seien der Ansicht, dass sie für die Sichtbarkeit von Kunst sorgten und dies den Kunstschaffenden genügen müsse. Die Künstler selbst hätten keinen Gewinn davon. Dies zeige, dass man ein "völliges Umdenken" brauche, so Granz, die auch Vorstandsmitglied des Bundesverbands bildender Künstlerinnen und Künstler ist. "Das muss einfach bei jeder Ausstellung, die gemacht wird, einberechnet werden: dass man die Künstler bezahlt."

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