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Sonntag, 19.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 2. Juli 2021

Künstlerischer Leiter des Ophüls-Filmfestivals hört auf

Der künstlerische Leiter des Filmfestivals Max Ophüls Preis, Oliver Baumgarten, hört nach der kommenden Festivalausgabe auf. Er werde sich neuen Aufgaben im Filmbereich zuwenden, teilte das Festival am Freitag mit. Baumgarten wurde 2014 Programmleiter und Kurator beim Filmfestival Max Ophüls Preis, seit 2016 war er für das gesamte Programm verantwortlich und seit 2019 künstlerischer Leiter. Wer ihm nachfolgt, wurde nicht bekannt gegeben. Der Max Ophüls Preis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das nächste Festival soll vom 16. bis 23. Januar 2022 stattfinden.

Weltkunstausstellung documenta soll 2022 stattfinden

Die Weltkunstausstellung "documenta fifteen" findet wie geplant vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Das gaben die Gesellschafter und der Aufsichtsrat bekannt. Man habe sich die Entscheidung angesichts der Pandemie-Situation nicht leicht gemacht, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der "documenta", der Kasseler Oberbürgermeister Geselle. Mit der Ausrichtung solle nach der schweren Corona-Zeit ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs gesetzt werden, sagte der SPD-Politiker.

Finanzierung für Kulturhauptstadt 2025 steht

Die Finanzierung für das Programm der Kulturhauptstadt Europas 2025 steht: In Chemnitz haben heute Bund, Land und Kommune eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Demnach stehen insgesamt rund 66 Millionen Euro bereit, wie die Stadtverwaltung Chemnitz mitteilte. Das Geld soll in die Umsetzung des künstlerischen Programms, in neue Erholungsorte und die Umgestaltung brachliegender Industriehallen oder leerstehender Wohnhäuser fließen. Chemnitz sei eine würdige Nachfolgerin früherer deutscher Kulturhauptstädte und stehe glaubwürdig für das, was Europa ausmache: Zusammenhalt in Vielfalt. Das sagte Kulturstaatsministerin Grütters anlässlich des Abkommens. Der Bund beteiligt sich mit 25 Millionen Euro an der Finanzierung, der Freistaat Sachsen und die Stadt Chemnitz steuern jeweils rund 20 Millionen Euro bei.

Oldenburg wird zur deutschen Musikhauptstadt

Die Stadt Oldenburg richtet im kommenden Jahr den 59. "Jugend musiziert"-Bundeswettbewerb aus. Vom 2. bis zum 8. Juni werde Oldenburg damit erstmals zur Hauptstadt des deutschen Musiknachwuchses, teilte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) mit. Mit der Ausrichtung des Bundesfinales unterstreiche Oldenburg seinen Status als Kulturmetropole, betonte Krogmann, der gleichzeitig als Kulturdezernent fungiert. "Jugend musiziert" gilt mit jährlich rund 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Deutschland als der größte musikalische Nachwuchswettbewerb weltweit. Das Finale werde aller Voraussicht nach das erste seit 2019 sein, das wieder in Präsenz möglich ist. 2020 fiel der Bundesentscheid Corona-bedingt komplett aus, in diesem Jahr fand die Veranstaltung vollständig digital statt.

Klein mahnt zu Aufarbeitung des Antisemitismus

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Kirchen aufgerufen, historischen Antisemitismus bei sich weiter aufzuarbeiten. So gebe es noch einige Kirchen, die nach erwiesenen Judenfeinden benannt seien. Diese Namenspatronate sollten stärker problematisiert und Gegenstand einer breiten Debatte werden, sagte Klein am Freitag in Berlin. Er wies auch darauf hin, dass sich die Kirchen, viele ihrer Gemeinden und einzelne Christen schon lange engagiert für die Bekämpfung von aktuellem und historischem Antisemitismus einsetzten. Gemeinsamkeiten zu verdeutlichen und den christlich-jüdischen Dialog zu stärken, sollte auch künftig weit oben auf der kirchlichen Agenda stehen, so Klein. Der Schutz jüdischen Lebens sei auch die positive Stärkung der jüdischen Gemeinschaft im Sinne einer Wahrnehmung und Wertschätzung. Juden sollten als selbstverständlichen Teil einer vielfältigen Gesellschaft begriffen werden.

Deutscher Romantik Preis für Joanna Raisbeck

Die in Oxford lehrende Literaturwissenschaftlerin Joanna Raisbeck erhält den erstmals vergebenen Klaus-Heyne-Preis zur Erforschung der Deutschen Romantik. Sie werde für ihre Doktorarbeit über die Dichterin Karoline von Günderrode (1780-1806) geehrt, teilte die Jury-Vorsitzende Frederike Middelhoff am Freitag in Frankfurt am Main mit. Günderrode als bedeutende Intellektuelle und Literatin der Frühromantik neu zu positionieren sei Joana Raisbeck in ihrer Dissertation sehr gut gelungen. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit der Möglichkeit verbunden, 2022 an der dortigen Goethe-Universität eine internationale Fachtagung auszurichten. Ermöglicht wurde der Preis durch ein Vermächtnis des Kinderarztes und Romantikliebhabers Klaus Heyne (1937-2017).

Norbert Himmler zum ZDF-Intendanten gewählt

Das ZDF hat einen neuen Intendanten. 57 von 60 Rundfunkräten wählten Norbert Himmler heute für diesen Posten. Seit 2012 ist Himmler Programmdirektor des Senders. Eine weitere Kandiatin für die Wahl war Tina Hassel. Sie hatte ihre Kandidatur heute vor dem 3. Wahlgang zurückgezogen. Himmler unterstrich, dass er die Aufgabe des Senders darin sehe, einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken und die Gemeinschaft zu stärken. Auch wolle er für noch mehr Akzeptanz in der gesamten Bevölkerung für den öffentlich-rechtlichen Sender werben. Bis 2025 will Himmler den Sender zudem klimaneutral machen.

Positive Bilanz zum Ende des Hölderlin-Gedenkjahrs

Die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA), Sandra Richter, hat eine positive Bilanz des Hölderlin-Gedenkjahres gezogen. Es sei auf ganz unterschiedliche Weise gelungen, die Wirkmacht Hölderlins in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des kulturellen Lebens zu rücken, sagte Richter auf Anfrage der Katholischen Nachrichten Agentur. Sie sei zuversichtlich, dass die Aktivitäten um die Wirkung des Autors weit über das Jahr 2021 hinaus sichtbar blieben. Das Literaturarchiv hatte die Veranstaltungen im Auftrag von Land und Bund koordiniert. Einer der Höhepunkte war die Schau "Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie", die Bundespräsident Steinmeier eröffnet hatte. Begonnen hatte das Hölderlinjahr im Februar 2020 mit der Eröffnung des renovierten Hölderlinturms in Tübingen. Das Gedenkjahr zum 250. Geburtstag des Dichters (1770-1843) endet am 17. Juli mit einer Hölderlin-Nacht im Schauspielhaus Stuttgart.

Deutscher Lokaljournalistenpreis geht an "Südkurier"

Der Deutsche Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung geht an den "Südkurier". Die Redaktion der Konstanzer Zeitung habe in der ersten Welle der Corona-Pandemie die Folgen der Grenzschließungen zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz eindrucksvoll beschrieben, betonte die Stiftung am Freitag in Berlin. Die abgeriegelten Grenzen seien für viele Menschen der Region um den Bodensee einschneidend und teils traumatisch gewesen. Mit der Vielfalt der Aspekte, der Tiefe der Recherche und optischen und multimedialen Umsetzung habe der Südkurier Außergewöhnliches geleistet und im Lokaljournalismus Maßstäbe gesetzt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Redaktion des "Südkurier" habe sich als Verbündeter der Leser verstanden und drängende Fragen beantwortet. Der Preis der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung wird seit 1980 vergeben. Mehr als 300 Redaktionen hatten am Wettbewerb teilgenommen.

Bewusstsein für Dialekte soll gefördert werden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann fordert eine Aufwertung des Dialekts. Er sagte bei einer Online-Podiumsdiskussion der Universität Tübingen, Dialekt dürfe nicht diskriminiert werden, weil er zur Beheimatung von Menschen beitrage. Kretschmann hatte 2020 eine Initiative zur Stärkung der Dialekte gestartet. Die Sprachen-Vielfalt wertzuschätzen gebe dialektsprechenden Kindern Selbstvertrauen, sagte Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Aras. Der Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger erklärte, Dialekt als Kulturgut drücke schon immer Gemeinsamkeit aus. Nach Einschätzung des Dialektforschers Hubert Klausmann spielt Dialekt im ländlichen Raum im familiären Bereich immer noch eine Rolle. Die Abwertung des Dialektes habe vor 200 Jahren im Norden stattgefunden, da die niederdeutschen Dialekte stärker von der Standardsprache abwichen als die im Süden. Das Klischee des minderwertigen Dialekts tradierten auch die Medien, indem sie ein norddeutsches Hochdeutsch pflegten, kritisierte der Wissenschaftler. Diese Problematik müsse in der Lehrerausbildung behandelt werden.

Katharina Wagner kündigt Reformen bei Festspielen an

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, hat Reformen angekündigt. Die Satzung der Richard-Wagner-Stiftung solle überarbeitet werden, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Der Stiftungsrat habe dazu die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Man wolle die Ankündigung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) unterstützen, so die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner (1813-1883). Grütters hatte zum Jahreswechsel gesagt, man wolle erreichen, dass es "in Bayreuth vernünftige und wirksame Strukturen gibt". Die Strukturen der Stiftung sollten an die heutigen Erfordernisse angepasst werden, um Probleme zu vermeiden. Die Richard-Wagner-Stiftung, die laut Wagner nun auf dem Prüfstand steht, gibt es seit 1973. Sie ist Eigentümerin des Festspielhauses und wählt außerdem den Festspielleiter.

Modekette Uniqlo weist Zwangsarbeit-Vorwürfe zurück

Die japanische Modekette Uniqlo hat Vorwürfe der französischen Justiz zurückgewiesen, sie profitiere von der Ausbeutung der Uiguren in China. Sobald die Vorwürfe detailliert vorlägen, werde man mit den Ermittlern zusammenarbeiten, um zu bekräftigen, dass es keine Zwangsarbeit in den Lieferketten gebe, teilte Uniqlo am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Das Unternehmen verwies auf Kontrollen seiner Lieferketten durch Dritte, um Menschenrechtsverletzungen bei der Produktion zu vermeiden. Diese Kontrollen hätten keine Beweise für Zwangsarbeit oder andere Menschenrechtsverletzungen bei Zulieferern erbracht. Sollte dies der Fall sein, werde Uniqlo die Zusammenarbeit stoppen. Die französische Justiz ermittelt gegen vier internationale Kleiderketten, weil sie von der Ausbeutung der Uiguren profitieren sollen. Auch der US-Hersteller Skechers, der spanische Inditex-Konzern und die Pariser SMCP-Gruppe sind betroffen.

EKD-Ratsvorsitzender für öffentliche Theologie

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, plädiert für eine öffentliche und verständliche Theologie der Religionen. Diese könne den gesellschaftlichen Diskurs voranbringen und mögliche Missverständnisse oder Spannungen ausräumen, sagte er am Donnerstagabend bei einem Vortrag in der Dresdner Frauenkirche. Außerdem könne sie verhindern, dass diejenigen in den Religionsgemeinschaften, die Intoleranz oder gar Gewalt predigten, mehr Einfluss gewinnen. Dagegen seien der Fundamentalismus, den es in allen Religionen gebe, und seine gewalttätigen Ausdruckformen "wahrscheinlich das größte Hindernis für ein öffentliches Klima des konstruktiven interreligiösen Dialogs in Deutschland und weltweit", sagte der EKD-Vorsitzende und bayerische Landesbischof.

Filmfest München startet mit "Kaiserschmarrndrama"

Am Abend ist das Filmfest München eröffnet worden. Zum Auftakt wurde die Krimikomödie "Kaiserschmarrndrama" rund um den niederbayerischen Dorfpolizisten Franz Eberhofer (gespielt von Sebastian Bezzel) in fünf Spielstätten gleichzeitig gezeigt, um die Gäste mit Abstand unterzubringen. "Das ist sowas Besonderes, wieder hier im Kino zu sein", sagte Festivalleiterin Diana Iljine. Bis zum 10. Juli werden 70 Filme aus 29 Ländern gezeigt, darunter 28 Deutschland- und 33 Weltpremieren, so zum Beispiel das Drama "Nahschuss" mit Lars Eidinger, die romantische Komödie "Generation Beziehungsunfähig" mit Frederick Lau und Luise Heyer sowie der autobiografische Film "Lieber Thomas" über den Lyriker und Filmemacher Thomas Brasch.

Oscar-Akademie wird vielfältiger

Die Oscar-Akademie will vielfältiger werden und hat zahlreiche Frauen, Vertreter von Minderheiten und internationale Filmschaffende als neue Mitglieder eingeladen. 395 Künstlerinnen und Künstler wurden ausgewählt, um künftig bei der Vergabe der Oscars mit abzustimmen. 46 Prozent der Einladungen seien an Frauen gegangen, knapp 40 Prozent der potenziellen Neuzugänge sind unterrepräsentierte ethnische Gruppen, mehr als die Hälfte internationale Filmschaffende. Das teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills mit. Der über 9000 Mitglieder starke Verband bemüht sich um mehr Diversität nach einer jahrelangen Debatte um mangelnde Vielfalt. In diesem Jahr stehen 25 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 49 Ländern auf der Einladungs-Liste. Zu den Dutzenden ausgewählten Darstellern gehören die bulgarische Schauspielerin Maria Bakalova ("Borat Anschluss Moviefilm") und die südkoreanische Oscar-Preisträgerin Youn Yuh Jung ("Minari").

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