Seit 10:05 Uhr Plus Eins
Sonntag, 19.09.2021
 
Seit 10:05 Uhr Plus Eins

Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. Juli 2021

Unabhängige Verlage mit Deutschem Verlagspreis ausgezeichnet

Für ihr Programm und kulturelles Engagement sind drei unabhängige Verlage mit der höchsten Kategorie des Deutschen Verlagspreises ausgezeichnet worden. Die jeweils mit 60 000 Euro dotierten Ehrungen gingen an den Korbinian Verlag (Berlin), Klett Kinderbuch (Leipzig) und Hartmann Books (Stuttgart). Weitere 60 Verlage wurden in der nächsten Kategorie mit jeweils 24 000 Euro für ihre Arbeit bedacht. Die Preisträger wurden von einer Jury aus 366 Bewerbern ausgewählt. Zu den Kriterien zählten Verlagsprogramm, kulturelles Engagement, innovative Projekte und die Qualität der verlegerischen Arbeit. "Mit ihrem feinen Gespür für außergewöhnliche Lesestoffe haben die ausgezeichneten Verlegerinnen und Verleger gerade in dieser Zeit der Krise einmal mehr Mut zum unternehmerischen Risiko bewiesen", erläuterte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) laut Mitteilung die in den Münchner Kammerspielen angesetzte Auszeichnung. Der Deutsche Verlagspreis wird seit 2019 jährlich von der Bundesregierung vergeben.

"Star Trek"-Legende Shatner bekommt RT-Show

Der aus der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" als Captain Kirk bekannte Schauspieler William Shatner bekommt beim russischen Staatssender RT in den USA eine eigene Show. Es geht darin um Weltraumthemen wie den Urknall oder die Beschaffenheit des Universums. "I don't understand" (Ich verstehe das nicht) heißt die Sendung, die am 12. Juli startet. Der 90 Jahre alte Shatner wehrte sich gegen Vorwürfe, er legitimiere mit seiner Person das als Propagandainstrument des Kreml kritisierte Medium. "Wie kann ich ein Sprachrohr sein, wenn sie keinen Einfluss auf den Inhalt, die Gäste, das Drehen und den Schnitt haben?", hieß es in einem Tweet Shatners. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan feierte den Neuzugang: "Captain Kirk ist auf die Seite des Guten gewechselt." Der Sender wies darauf hin, dass er viele Prominente für sein Programm gewonnen habe, darunter den Schauspieler Dennis Miller und den preisgekrönten Kolumnisten Chris Hedges.

Niederlande sollen sich für Sklaverei entschuldigen

Die Niederlande müssen sich nach Ansicht einer unabhängigen Kommission für die Sklaverei während der Kolonialzeit entschuldigen und sich aktiv für Bekämpfung der Folgen wie Rassismus einsetzen. Das erklärte die im Auftrag der Regierung eingesetzte Kommission in ihrem Abschlussbericht. Als erste Kommune des Landes entschuldigte sich am Donnerstag Amsterdam bei einer live im Fernsehen ausgestrahlten Gedenkfeier. Die Niederlande hatten am 1. Juli 1863 nach fast 300 Jahren als eines der letzten Länder die Sklaverei abgeschafft. Jedes Jahr am 1. Juli gedenken sie sowie die früheren Kolonien daran. Nach Ansicht der Kommission soll der 1. Juli ein landesweiter Feiertag werden. Die Debatte um die Aufarbeitung der Sklaverei-Geschichte war durch die Black Lives Matter-Bewegung neu entfacht worden.

Rubenspreis der Stadt Siegen für Miriam Cahn

Die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn erhält den nur alle fünf Jahre verliehenen Rubenspreis der Stadt Siegen. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und besteht seit 1957. Er ist nach dem 1577 in Siegen geborenen Barockmaler Peter Paul Rubens benannt. Eine Fachjury einigte sich auf die 1949 in Basel geborene Cahn als neue Preisträgerin. "Miriam Cahn vertritt eine eigensinnige malerische Position von großer Ausdruckskraft", hieß es zur Begründung. Im Zentrum stehe der Körper in seiner Fragilität und Ausgesetztheit. Dabei habe Cahn von Anfang an eine bewusst feministische und kompromisslose Haltung vertreten. Cahn war Teilnehmerin der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig. Zu den Trägern des Rubens-Preises gehören Francis Bacon, Lucian Freud und Sigmar Polke.

Streit um Fotoinstitut: Kooperation und Krisengespräch

In der Debatte über ein Fotoinstitut in Nordrhein-Westfalen macht sich eine neue Kooperation für den Standort Düsseldorf stark. Die NRW-Landeshauptstadt teilte mit, dass die Kommune, der Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts in Düsseldorf und die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln sich dazu zusammengeschlossen hätten. Die Debatte zu Standort und inhaltlicher Ausrichtung eines solchen Instituts dauert schon länger an. Eine Initiative hatte sich zunächst für Düsseldorf eingesetzt. Eine von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) einberufene Expertenkommission und eine Machbarkeitsstudie hatten sich später für Essen ausgesprochen. Grütters kündigte nun ein Gespräch mit allen beteiligten Akteuren im August an.

Neuer Gräber-Fund bei Schule für Indigene in Kanada

Nach dem Fund hunderter Gräber bei früheren Internaten für indigene Kinder in Kanada hat Premierminister Justin Trudeau angeordnet, die Landesfahne am Parlament auch am Nationalfeiertag des Landes am Donnerstag weiter auf halbmast wehen zu lassen. Derweil berichten kanadische Medien von einem neuen Fund nahe einer Schule: Im Ort Cranbrook im Westen des Landes seien 182 Tote in unmarkierten Gräbern entdeckt worden. Seit dem Fund von Überresten von mehr als 200 Kinderleichen bei einem früheren Internat für indigene Kinder im Westen des Landes Ende Mai weht die Flagge bereits auf halbmast. Wenige Wochen später waren bei einem ähnlichen früheren Internat im Zentrum des Landes rund 750 unmarkierte Gräber gefunden worden. Zahlreiche Menschen hatten deswegen dazu aufgerufen, den diesjährigen "Canada Day" zu boykottieren.

Intendant Köpplinger verlängert am Gärtnerplatztheater

Josef E. Köpplinger (56) bleibt Intendant am Münchner Gärtnerplatztheater. Sein Vertrag wurde um weitere vier Jahre bis Ende August 2027 verlängert, wie das Kunstministerium in München mitteilte. Minister Bernd Sibler (CSU) sprach von "ausgezeichneten Nachrichten" für die Theaterwelt im Freistaat. Durch die gelungene Mischung von klassischen Opernproduktionen, Operetten, modernen Musicals und experimentierfreudigem Tanztheater auf höchstem künstlerischen Niveau genieße das Gärtnerplatztheater große Beliebtheit bei einem breiten Publikum. Köpplinger leitet seit 2012 das Staatstheater am Gärtnerplatz und führte das Haus auch durch die fünfjährige Umbauzeit. Der Österreicher wurde mehrfach mit Auszeichnungen bedacht und etablierte das Haus mit international beachteten Uraufführungen in allen Genres als eines der führenden Opernhäuser Europas.

Unesco entscheidet über Neuaufnahmen

Das Unesco-Welterbekomitee berät in einer Online-Sitzung vom 16. bis zum 31. Juli über die Aufnahme neuer Kultur- und Naturerbestätten. Aus Deutschland nominiert sind die Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt und die "SchUM-Stätten" der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Außerdem ist Deutschland an den Nominierungen "Bedeutende Kurstädte Europas" und "Grenzen des Römischen Reiches - Donaulimes und Niedergermanischer Limes" beteiligt. Weltweit sind den Angaben zufolge mehr als 40 Stätten für die Unesco-Welterbeliste nominiert. Außerdem werde das Komitee prüfen, welche Welterbestätten als gefährdet gelten, weil sie etwa durch bewaffnete Konflikte, den Klimawandel, Naturkatastrophen oder Baumaßnahmen bedroht sind.

Präsident der Filmakademie begrüßt Kino-Öffnung

Ab heute dürfen die Kinos in Deutschland wieder öffnen. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Matthes, hat die Wiedereröffnung als wichtigen Schritt bei der Rückkehr zur Normalität gewürdigt. Die Menschen seien nach der langen Pandemie-bedingten Schließung bedürftig nach gemeinsamen kulturellen Erlebnissen, sagte der Schauspieler im Deutschlandfunk. Er betonte, es sei trotz der Pandemie, "wahnsinnig viel gedreht worden". Da habe er ein bisschen die Befürchtung, dass sich die großen Produktionen nun gegenseitig kannibalisierten. Hier müsse man klug planen. Zur finanziellen Lage der Kinos sagte Matthes, die Politik habe die Kultur zwar anfangs stiefmütterlich behandelt. Doch dann sei – auch dank der Kritik von Verbänden – nachgelegt worden, und der Bund habe sich finanziell sehr großzügig gezeigt.

Nach Kritik: Golden Globes verändern sich

Nach Kritik wegen mangelnder Vielfalt bei den Golden Globes haben die Veranstalter der renommierten US-Filmpreise Änderungen angekündigt. Künftig sollen auch fremdsprachige und animierte Filme am Rennen um die Preise in den Top-Kategorien teilnehmen können, teilte die Hollywood Foreign Press Association (HFPA), mit. Damit reagiert die HFPA auf die Empörung, dass der von Kritikern gefeierte Film "Minari" bei der diesjährigen Verleihung nur in der Kategorie "Fremdsprachige Filme" bewertet wurde. Der Film wurde hauptsächlich auf Koreanisch gedreht, spielt jedoch in den USA. Auch "Parasite", der Oscar-Gewinner im vergangenen Jahr, durfte bei den Golden Globes nicht in den Kategorien "Beste Komödie" oder "Bester Film" antreten. Im vergangenen Monat hatte der Verband bereits eine Reihe von Reformen beschlossen, um "inklusiver und vielfältiger" zu werden. Mitglieder dürfen keine Geschenke mehr annehmen, Diversity-Berater wurden eingestellt und eine Beschwerde-Hotline eingerichtet.

Neuer Preis für nicht-englischsprachige Filme

In Hollywood soll ein neuer Preis für nicht-englischsprachige Filme verliehen werden. Ab dem kommenden Jahr werden mit den "World Movie Awards" die besten internationalen Produktionen ausgezeichnet, wie der renommierte Kritikerverband Critics Choice Association (CCA) am Mittwoch in Los Angeles ankündigte. Pläne für diese weltweite Ehrung gab es bereits seit mehreren Jahren. "Es ist an der Zeit, die besten filmischen Geschichten, die außerhalb von Hollywood produziert werden, zu feiern", sagte der CCA-Vorsitzende Joey Berlin.

Sotheby's versteigert Quellcode für World Wide Web

Das US-Auktionshaus Sotheby's hat den Quellcode für das Internet für umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro versteigert. Es handelt sich dabei um die Originaldateien, die der Informatiker Tim Berners-Lee am 12. März 1989 als Vorschlag für ein System für Informationsmanagement präsentierte. Der Brite arbeitete damals bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf. Heute gilt er als Erfinder des WWW. Sotheby's versteigerte den Quellcode als sogenanntes NFT - als non-fungible token. Das ist eine Art digitales Echtheitszertifikat: Es kann zwar beliebig viele identische Kopien des Gegenstands geben, aber nur diese eine kann als das Original gelten.

Amazon greift neue FTC-Chefin an

Amazon fordert, dass sich die neue Chefin der US-Handelskommission FTC, Lina Khan aus Untersuchungen seiner Wettbewerbsposition heraushalten soll, weil sie voreingenommen sei. Amazon reichte am Mittwoch einen entsprechenden offiziellen Antrag bei der FTC ein. Die Behörde ist in den USA für Verbraucherschutz zuständig und führt auch Wettbewerbsuntersuchungen durch. Die 32-jährige Khan machte vor einigen Jahren mit einem Papier zu Amazon auf sich aufmerksam, in dem sie argumentierte, dass gängige US-Ansätze zur Einschätzung der Wettbewerbslage im Bezug auf Internet-Unternehmen versagten. Zuletzt hatte Khan angekündigt, die geplante Übernahme der MGM-Filmstudios durch Amazon für umgerechnet 6,9 Milliarden Euro noch einmal prüfen zu wollen.

Tiktok sperrt Millionen Konten von Minderjährigen

Das Videoportal Tiktok hat im ersten Quartal die Konten von sieben Millionen Minderjährigen gesperrt. Nach Angaben des Unternehmens werden die US-Nutzer, die die vorgeschriebene Altersgrenze von 13 Jahren nicht erreicht haben, an eine Tiktok-Version für jüngere Nutzer weitergeleitet. Außerdem wurden von Januar bis Ende März fast 62 Millionen Videos wegen Verstößen gegen die internen Richtlinien gelöscht. Unter anderem seien die Verbreitung von Hass, Nacktheit und Belästigungen geahndet worden, hieß es. Wegen Verstößen gegen die Gemeinschaftsstandards wurden laut Tiktok zudem fast vier Millionen weitere Konten gesperrt. Tiktok gehört zum chinesischen Internetkonzern Bytedance und soll weltweit etwa eine Milliarde Nutzer haben, darunter mehr als 100 Millionen in den USA.

Goethe-Institut in Belarus muss Arbeit einstellen

Das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst müssen in Belarus auf Druck der Behörden ihre Arbeit einstellen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, man bedauere die Entscheidung. Diese werde dazu beitragen, das Land international weiter zu isolieren. Leidtragende seien die Menschen in Belarus, denen weitere Möglichkeiten gesellschaftlicher und kultureller Betätigung verwehrt würden. Die Entscheidung der autoritären Führung in Minsk ist eine Reaktion auf die Sanktionen der Europäischen Union gegen die Ex-Sowjetrepublik nach der erzwungenen Landung einer europäischen Passagiermaschine in Minsk und der Verhaftung eines Regierungskritikers.

US-Gericht kippt Cosbys Verurteilung

Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hat die Verurteilung des US-Schauspielers und Entertainers Bill Cosby wegen sexueller Nötigung gekippt. Cosby galt einst als Superstar und Amerikas Vorzeige-Vater, dann wurde er zum ersten berühmten Verurteilten der Ära #MeToo, der weltweiten Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Mehr als 60 Frauen hatten ihm sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Aufgrund einer Vereinbarung mit einem früher mit dem Fall befassten Staatsanwalt hätte Cosby in dieser Sache nicht angeklagt werden dürfen - so argumentierte das Gericht jetzt in einer rund 80 Seiten langen Stellungnahme. Der 83jährige ist bereits wieder auf freiem Fuß. Zahlreiche frühere Anträge auf Berufung und vorzeitige Haftentlassung waren von anderen Gerichten abgelehnt worden.

Kulturnachrichten hören

Juli 2021
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur