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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Juni 2021

Film-Friedenspreis für Senta Berger

Senta Berger ist in München mit dem Friedenspreis des Deutschen Films "Die Brücke" für ihr Lebenswerk geehrt worden. Sie gelte als grandiose Schauspielerin, die durch ihre Darstellungskunst der Seele Nahrung gebe, aber auch als widerständige Demokratin, so Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates, in ihrer Laudatio. Die Auszeichnung ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Sie wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinem Antikriegsfilm "Die Brücke". Berger lobte in ihrer Dankesrede Wickis Werk von 1959. Viele andere Filme über den Zweiten Weltkrieg seien Verherrlichungen eines heroischen Krieges und seiner Helden. Vor allem deutsche Streifen seien oft verlogen gewesen und hätten versucht, alle Verbrechen zu rechtfertigen, sagte die 80-Jährige.

Auch San Sebastián vergibt Darstellerpreise neu

So wie bei der Berlinale sollen beim renommierten Internationalen Filmfestival von San Sebastián die Preise für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler künftig unabhängig von deren Geschlecht vergeben werden. Bei der nächsten Ausgabe des Festivals im September wird es keine Silberne Muschel für den besten männlichen Darsteller und die beste weibliche Darstellerin mehr geben, kündigten die Organisatoren an. Stattdessen soll mit dem Preis die beste Hauptrolle und die beste Nebenrolle in Filmen geehrt werden. Die Festival-Jury werde künftig einfach nur noch zwischen guten und schlechten Darstellungen unterscheiden, sagte Festival-Direktor José Luis Rebordinos. Bei der Berlinale war die Änderung auf geschlechtsunabhängige Preise vergangenes Jahr bekannt gegeben worden - und auch auf Kritik gestoßen. Das Filmfestival von San Sebastián findet von 17. bis 25. September statt.

Berlinische Galerie kauft Gemälde von Lovis Corinth

Die Berlinische Galerie hat ein Gemälde von Lovis Corinth erworben. Das Werk "Bacchant" von 1913 soll in der Dauerausstellung des Landesmuseums präsentiert werden. Zur Sammlung gehören bereits sechs von elf Bildern aus einem Zyklus des Berliner Malers. "Baccchant" wurde von Corinth für den Festsaal des Ritterguts Freienhagen nahe Oranienburg geschaffen. Zu sehen ist eine tanzende männliche Figur mit Leopardenfell, bekränzt mit Weinlaub und Trauben. Daneben sitzt ein Leopard. Das Bild war lange in Privatbesitz und wurde nun über das Auktionshaus Grisebach gekauft. Eine Summe nannte das Museum dabei nicht. Der Ankauf wurde mit Mitteln des Bundes, der Senatskulturverwaltung und des Fördervereins der Berlinischen Galerie ermöglicht, wie es in der Mitteilung heißt.

Pollesch solidarisiert sich mit greichischen Ebros-Theater

Mit dem kürzlich von der Polizei geschlossenen, selbstverwalteten Theater Embros in Athen solidarisiert sich der Regisseur und designierte Intendant der Berliner Volksbühne René Pollesch. Seinen Offenen Brief an die Regierung veröffentlichte das griechische "Institute for Experimental Arts" auf seiner Website. Bereits 2013 wurde das Haus gesperrt und war danach aus Protest gegen die radikalen Streichungen der Kulturförderung erneut von Künstlerinnen und Künstlern besetzt worden. In seinem Schreiben bezeichnete der deutsche Regisseur die Räumung als Teil einer "autoritäre Umgestaltung" der griechischen Gesellschaft. Pollesch, der im Herbst seine erste Spielzeit als Intendant der Berliner Volksbühne eröffnet, habe eine Zusammenarbeit mit dem Embros geplant.

Regisseur Bellocchio bekommt Goldene Ehrenpalme

Der italienische Regisseur Marco Bellocchio ("Der Sprung ins Leere", "Der Verräter") erhält beim diesjährigen Filmfestival in Cannes eine Goldene Ehrenpalme. Damit werde sein einzigartiges Schaffen geehrt, das das zeitgenössische Kino mit Kraft und Freiheit geprägt habe, hieß es in einer Mitteilung der Festivalleitung. Festivalpräsident Pierre Lescure sagte, Bellocchio revolutioniere mit jedem seiner Werke die etablierte Ordnung. Dem 81-Jährigen soll der Preis zum Abschluss des Filmfestivals überreicht werden. Ebenfalls mit einer Goldenen Ehrenpalme ausgezeichnet wird in diesem Jahr die US-amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Jodie Foster.

Australien wehrt sich gegen Unesco-Herabstufung

Die Unesco erwägt eine Einstufung des Great Barrier Reef als gefährdetes Weltnaturerbe und stößt damit auf erbitterten Widerstand Australiens. Australien werde sich gegen die drohende Herabstufung wehren, sagte die australische Umweltministerin Sussan Ley. Im Entwurf eines Berichts des Unesco-Welterbekomitees hieß es, dass es keinen Zweifel gebe, dass das weltweit größte Ökosystem aus Korallenriffen vor Australiens Nordostküste in Gefahr sei. Sollte das Great Barrier Reef in die Liste der gefährdeten Welterbestätten aufgenommen werden, könnte die Unesco-Zentrale "Korrekturmaßnahmen" ausarbeiten. Das könnte womöglich härtere Schritte zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen in Australien erfordern.

Schweizer Polizei-Fotograf Odermatt gestorben

Der Schweizer Polizist und Fotokünstkler Arnold Odermatt ist mit 96 Jahren gestorben. Das bestätigte ein Familienmitglied dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Odermatt war 40 Jahre bei der Nidwaldner Kantonspolizei, seine Unfallfotos dokumentierten nicht nur das Geschehen, sondern hatten einen künstlerischen Anspruch. Die schwarzweißen Bilder von Blechschäden, Autowracks und verbeulten Leitplanken wurden von der Kunstwelt spät entdeckt. Erst um die Jahrtausendwende widmeten Museen Odermatts Werke Ausstellungen, die Bilder des Autodidakten wurden 2001 auch auf der Biennale in Venedig gezeigt. Als Arnold Odermatt in Rente ging, hatte er 60.000 Aufnahmen gemacht.

Körber-Wissenschaftspreis für Clare Grey

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft geht in diesem Jahr an die britische Chemikerin Clare Grey. Sie habe bei der Optimierung von Batterien mit Hilfe der NMR-Spektroskopie Pionierarbeit geleistet, teilte die Körber-Stiftung in Hamburg mit. Ihre Grundlagenforschung ermögliche neue Einblicke in das Innenleben von Batterien und sei ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Die Auszeichnung soll Grey am 10. September im Hamburger Rathaus überreicht werden.

EuGH: YouTube haftet nicht für Urheberrechtsverstöße

Nach Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sind Anbieter wie YouTube nicht verantwortlich für Urheberrechtsverstöße auf ihren Plattformen. Solange die Betreiber von Internetplattformen keine Kenntnis von den hochgeladenen Inhalten hätten, seien sie von der Haftung befreit, teilten die Richter mit. Einer der beiden verhandelten Fälle geht auf einen Rechtsstreit des Musikproduzenten Frank Peterson zurück. 2008 waren mehrere seiner Tonträger ohne seine Erlaubnis auf die zu Google gehörende Video-Plattform YouTube hochgeladen worden. Das Urteil zu dem schon länger zurück liegenden Fall erging auf Grund einer alten Rechtslage. Inzwischen gilt ein neues Urheberrecht, nach dem Plattformen für illegal eingestellte Inhalte haften.

Mögliches Dürer-Bild löst Besucheransturm aus

Ein möglicherweise neu entdecktes Werk von Albrecht Dürer hat viele Besucherinnen und Besucher ins baden-württembergischen Crailsheim gezogen. Die evangelische Johanneskirche ließ den spätgotischen Flügelaltar zuklappen, damit das Werk besser zu sehen ist. Der Altar stammt nach Überzeugung der Experten aus der Werkstatt des Dürer-Lehrers Michael Wolgemut. Eins der Tafelbilder zeigt einen Henker mit dem Haupt von Johannes des Täufers. Dieses ähnelt nach Ansicht der Experten sehr stark anderen Dürer-Werken. Nachdem Medien bundesweit über das mögliche Dürer-Werk berichtet hatten, war die Zahl der Besucherinnen und Besucher in der evangelischen Kirche stark gestiegen.

Erstmals mehr Frauen im Vorstand der Oscar-Akademie

Zum ersten Mal in der 94-jährigen Geschichte des Oscar-Verbands sitzen mehr Frauen als Männer im Vorstand der Oscar-Akademie. Dies gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills bekannt. Zuvor waren unter anderen US-Schauspielerin Rita Wilson (64, "Die Braut, die sich nicht traut") und die kanadische Filmkomponistin Lesley Barber (59, "Manchester by the Sea) zu neuen Mitgliedern in den Vorstand der Oscar-Akademie gewählt worden. Wiedergewählt wurden unter anderen die dänische Regisseurin Susanne Bier (61) und Filmproduzentin Jennifer Todd (51). Dem sogenannten "Board of Governors" gehören 54 Mitglieder. Die Zahl der Frauen stieg von 26 auf 31 an. Der Anteil von Vertretern unterrepräsentierter Minderheiten stieg nach Angaben des Verbandes von 12 auf 15.

Hollywood-Stars gründen Filmakademie für Jugendliche

George Clooney und weitere Schauspieler und Schauspielerinnen wie Don Cheadle und Eva Longoria gründen in Los Angeles eine Filmakademie für Jugendliche. Die Roybal-Schule für Film- und Fernsehproduktion soll ab Herbst 2022 vor allem Mädchen und Jungen aus einkommensschwachen Familien einen leichteren Zugang zur Filmindustrie ermöglichen, wie der Schulbezirk von Los Angeles mitteilte. Die Schüler sollen in Theorie und Praxis des Filmhandwerks ausgebildet werden und auch Praktika vermittelt bekommen, um "ihnen einen Weg in gut bezahlte Jobs in der Branche zu ebnen". Die Akademie solle die Vielfalt des Landes besser widerspiegeln, erklärte Clooney. Hollywood ist in den vergangenen Jahren immer wieder dafür kritisiert worden, dass Angehörige von Minderheiten unterrepräsentiert sind.

Elektropop-Pionier Jean-Michel Jarre geehrt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Musiker, Komponisten und Musikproduzenten Jean-Michel Jarre (72) zum Kommandeur der Ehrenlegion gemacht. Anlass war laut Nachrichtenagentur AFP ein Konzert von Jarre ("Oxygène") und anderen Künstlern im Ehrenhof des Élyséepalastes in Paris im Rahmen des landesweiten Musikfestivals "Fête de la musique". Macron habe außerdem den Musiker und Komponisten Marc Cerrone (69) zum Ritter der Ehrenlegion gemacht, hieß es. Die Ehrenlegion ist die höchste Auszeichnung in Frankreich. Jarre gilt als Pionier der Elektropop-Musik. 1976 war er mit dem Album "Oxygène" und dem gleichnamigen Song international bekannt geworden. Im Laufe seiner Karriere verkaufte Jarre weltweit etwa 80 Millionen Tonträger.

Film "Schattenstunde" gewinnt First Steps Award

Einer der wichtigsten Nachwuchspreise der Filmbranche ist in Berlin verliehen worden. Der First Steps Award für den besten abendfüllenden Spielfilm ging an "Schattenstunde" von Benjamin Martins, wie die Veranstalter mitteilten. Der Film erzählt von den letzten Stunden des christlichen Schriftstellers Jochen Klepper und seiner jüdischen Ehefrau und Tochter. Geehrt wurde auch der Dokumentarfilm "Mein Vietnam" von Tim Ellrich und Hien Mai. Die Schauspielerin Barbara Colceriu erhielt für ihre Rolle in "Liebe, Pflicht & Hoffnung" den Götz-George-Nachwuchspreis. Der First Steps Award ist mit insgesamt 119.000 Euro dotiert. Zu den Organisatoren gehören die Deutsche Filmakademie, mehrere Unternehmen und Rundfunkanstalten. Prämiert werden Abschlussfilme von Filmschulen in deutschsprachigen Ländern.

Spielberg und Netflix geben Partnerschaft bekannt

Oscar-Preisträger Steven Spielberg und Netflix machen gemeinsame Sache. Der Streamingdienst und Spielbergs Produktionsfirma Amblin Partners haben Pläne für eine mehrjährige Zusammenarbeit bekanntgegeben. Demnach sind mehrere gemeinsame Spielfilme pro Jahr geplant. Finanzielle Details des Deals sind noch nicht bekannt. Aber Netflix muss wohl tief in die Tasche gegriffen haben, um Spielberg zu engagieren. Der 74jährige Regisseur, der Blockbuster wie "Der weiße Hai", "Jäger des verlorenen Schatzes", "E. T. - Der Außerirdische" und "Jurassic Park" inszenierte, hatte in den vergangenen Jahren keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Videoplattformen wie Netflix gemacht.

Büdenhölzer jetzt auch Präsidentin des ITI-Germany

Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Berliner Theatertreffens, ist jetzt auch Präsidentin des Internationalen Theaterinstituts. Auf der Jahresversammlung wurde sie zur Nachfolgerin von Joachim Lux gewählt, dem Intendanten des Hamburger Thalia Theaters. Er hat nach sieben Jahren Amtszeit nicht mehr kandidiert. Yvonne Büdenhölzer sagte nach der Wahl, sie freue sich als Präsidentin des Internationalen Theaterinstituts dazu beizutragen, die Zeit nach der Pandemie kreativ mitzugestalten. Jetzt gelte es, diese Aufgaben anzugehen, für die internationalen Künstlerinnen und Künstler und ihre Belange einzutreten und zukunftsfähige Perspektiven für ein transnationales Theater zu entwickeln.

Dokumentationszentrum über Vertreibungen eröffnet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Berlin-Kreuzberg einen "Lern- und Erinnerungsort" zu Zwangsmigrationen eröffnet. Im MIttelpunkt des Dokumentationszentrums "Flucht-Vertreibung-Versöhnung" steht das Schicksal von rund 14 Millionen Deutschen aus dem Osten Europas, die infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten, sowie deren Integration in der Bundesrepublik und der DDR. Das Zentrum informiert zudem über weitere Formen von Zwangsmigrationen während des 20. Jahrhunderts in Europa sowie aktuell unter anderem aus Syrien und Myanmar. Die Initiative zu dem Projekt kam vor über 20 Jahren vom Bund der Vertriebenen (BdV). Seit 2008 ist eine Bundesstiftung der Träger. Die Konzeption des Zentrums und dafür engagierte Persönlichkeiten wie Vertriebenen-Vertreter wurden zeitweise etwa von Experten aus osteuropäischen Ländern scharf kritisiert.

Hermann van Veen mit Joachim-Ringelnatz-Preis geehrt

Der niederländische Sänger und Komponist Hermann van Veen hat den Joachim-Ringelnatz-Preis der Stadt Cuxhaven für 2020 bekommen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 76-Jährigen in der Cuxhavener Kugelbake-Halle überreicht. Sein Werk sei ein poetisches Plädoyer für Respekt, Liebe und Toleranz, hatte die Jury ihre Entscheidung begründet. Er verwandele die Welt für Momente "in ein Tausendschön" und sei der Idee des Ringelnatz-Preises und seinem Namensgeber ganz nahe. Eigentlich sollte der Preis schon im vergangenen Jahr übergeben werden, der Festakt musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Der Ringelnatz-Preis wurde früher ausschließlich für Lyriker ausgelobt, vor einigen Jahren aber neu organisiert. Nun wird ausgezeichnet, wer sich mit Veröffentlichungen in den Kategorien Kunst, Literatur/Satire, Musik und Theater mit dem Werk von Joachim Ringelnatz besonders verbunden fühlt.

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Fazit

Roms antike GrenzeDer Donaulimes ist UNESCO-Welterbe
Die Überreste der Gebäude und Wehranlagen des Römerkastells Abusina. (picture alliance / dpa )

Die UNESCO hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches zum Welterbe erklärt. Damit hat Deutschland bei der laufenden UNESCO-Sitzung seine fünfte Auszeichnung erhalten. Länder des Globalen Südens habe es schwerer.Mehr

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