Mittwoch, 23.06.2021
 

Kulturnachrichten

Montag, 3. Mai 2021

Abu Dhabi bedauert Habermas' Ablehnung

Die Initiatoren des hoch dotierten Buchpreises "Sheihk Zayed Book Award" haben die Entscheidung des deutschen Philosophen Jürgen Habermas bedauert, den Preis nicht anzunehmen. Aus Abu Dhabi hieß es am Montag, der Award verkörpere "die Werte der Toleranz, des Wissens und der Kreativität", baue "Brücken zwischen den Kulturen" und werde diese Aufgabe auch weiterhin erfüllen. Der 91-jährige Habermas hatte die mit 225.000 Euro dotierte Auszeichnung zunächst akzeptiert, dies aber am Sonntag rückgängig gemacht, wie der "Spiegel" berichtete. In einer Erklärung schrieb Habermas demnach, er habe sich die sehr enge Verbindung der Institution, die den Preis in Abu Dhabi vergibt, mit dem dort bestehenden politischen System nicht hinreichend klargemacht.

Schausteller: Wiesn-Absage darf nicht Aus für Feste sein

Die coronabedingte Absage des Oktoberfests darf nach Ansicht des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) nicht automatisch das Aus aller deutschen Volksfeste bedeuten. Die Wiesn sei weltweit das Aushängeschild und Flaggschiff und ein Magnet für Millionen Touristen aus ganz Europa, Südostasien und den USA. Damit ist es nach den Worten von DSB-Präsident Albert Ritter aber nicht repräsentativ für die 9750 anderen Volksfeste und Kirmessen. Die familienorientierten Volksfeste wendeten sich mit einem vielfältigen Angebot an die Einheimischen und die Gäste aus dem nahen Umland. Veranstalter sollten diese Unterschiede berücksichtigen.

New Yorker Met-Museum holt starbesetzte Galas nach

Mit Schauspieler Timothée Chalamet, Sängerin Billie Eilish, Dichterin Amanda Gorman und Tennis-Profi Naomi Osaka will das New Yorker Metropolitan Museum die corona-bedingt ausgefallenen Met-Galas nachholen. Die Stars würden als Mit-Ausrichter der für den 13. September "in kleinerem Rahmen" geplanten Benefiz-Gala fungieren, teilte das Museum mit. Oberste Gastgeberin ist erneut Anna Wintour, Chefin der US-Modezeitschrift "Vogue". Normalerweise findet die "Costume Institute Benefit"-Gala am ersten Montag im Mai statt, in diesem und im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung wegen der Pandemie jedoch vorerst abgesagt werden müssen. Die Gala, die oft als "Party des Jahres" bezeichnet wird, ist eine alljährliche Spendenveranstaltung für das Kostüm-Institut des Metropolitan Museums. Die Einnahmen des Fests werden auf mehrere Millionen Dollar geschätzt und bilden das Jahresbudget des Instituts. Es feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag und ist inzwischen nach Wintour benannt.

Künstler werben mit Videos für Bundestagswahl

Schauspieler Peter Lohmeyer, Omas gegen Rechts, die Band Culcha Candela oder Smudo von den Fantastischen Vier - sie alle sind Teil einer neuen Videokampagne zur Bundestagswahl 2021. In kurzen Videos machen sich die Künstler dafür stark, wählen zu gehen und dabei das Kreuz bei demokratischen Parteien zu setzen. Ziel der Social-Media-Kampagne #OffensiveBundestagswahl des Hamburger Vereins "Laut gegen Nazis" sei es, immer wieder daran zu erinnern, dass rechte Ideologien menschenverachtend und antidemokratisch sind, sagte Vereinsgründer Jörn Menge. Dazu lesen Künstler, Musiker und viele andere aus Partei- und Wahlprogrammen der Parteien und Gruppierungen AfD, NPD, Die Rechten und Der III. Weg vor. Im Anschluss kommentieren sie diese Aussagen. Die bisher gedrehten, etwa eine Minute langen Videos werden vom 8. Mai an auf der Internetplattform Youtube online gestellt und in den sozialen Netzwerken gepostet.

Corona bringt Chormusik aus dem Takt

Die Corona-Pandemie hat für die Chormusik im deutschsprachigen Raum einer Studie zufolge massive negative Folgen. Von der Krise werde sich das Chor-Leben lange nicht erholen, erklärten die Forscher unter Leitung der Eichstätter Professorin für Musikwissenschaften Katrin Schlemme. Fast 60 Prozent aller befragten Ensembles erwarteten, dass sie auch in der Zeit nach der Pandemie nicht mehr in früherer Besetzungsstärke weiterarbeiten werden. Besondere Sorge bereiten Schlemmer den Angaben zufolge Nachwuchs-Chöre. Von mehr als 580 befragten Kinder- und Jugendchören ist fast jeder achte nicht mehr existent. Die Auswertung ergab auch, dass die Chöre wegen der stark reduzierten Proben und Auftritte mit einer nachlassenden Qualität rechnen. Die finanzielle Situation beurteilt laut Studie jeder dritte Chor als eher oder sehr unsicher, da unter anderem Konzerterlöse fehlen. Lediglich im Bereich Zusammenhalt sehen die Chöre noch positive Aspekte. An der Umfrage hätten 4.300 Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen.

Oktoberfest auch 2021 wegen Corona abgesagt

Wie 2020 findet das Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Das teilte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit. Die Empfehlung sei, auch andere große Feste nicht abzuhalten, sagte er in München. Das Oktoberfest ist normalerweise mit rund sechs Millionen Besuchern pro Ausgabe das größte Volksfest der Welt. In seiner rund 210-jährigen Geschichte war es bereits gut zwei Dutzend Mal iausgefallen - unter anderem wegen der Cholera oder wegen Kriegen.

Berlinerinnen gewinnen Preis bei Kurzfilm-Wettbewerb

Zwei junge Berlinerinnen haben beim diesjährigen 18. FiSH Filmfestival im Rostocker Stadthafen einen Hauptpreis abgeräumt. Wie die Veranstalter mitteilten, ging der mit 7000 Euro dotierte Hauptpreis im bundesweiten Wettbewerb "JUNGER FILM" an die 19-jährige Luna Jordan und die 17-jährige Frida Lindenau für ihren Film "Furor". Im Wettbewerb "OFFshorts" wurden Kurzfilme aus dem Ostseeraum präsentiert. Den mit 1000 Euro dotierten Hauptpreis gewannen Julius Lagoutte Larsen und Kir Siegumfeldt aus Kopenhagen mit dem Film "Half a Year". Ein Sonderpreis mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit wurde an Anita Kremm aus Tallin in Estland für ihren Experimentalfilm "Daysteps" vergeben. Zuvor vergab die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern den Medienkompetenz-Preis 2021. In der Kategorie "Freizeit und Teilhabe" ging der mit 1000 Euro dotierte Hauptpreis an die Initiative #MVedu. In diesem Netzwerk tauschen sich Pädagoginnen und Pädagogen aus.

Riesen-Rembrandt geht auf Reisen

Fünf Monate vor Beginn der großen Rembrandt-Ausstellung im Städel-Museum reist eines der Hauptwerke aus Frankfurt nach Kanada. Das zwei mal drei Meter große Gemälde "Die Blendung Simsons" aus dem Jahr 1636 wird in der Ausstellung "Rembrandt in Amsterdam. Creativity and Competition" in der National Gallery Ottawa gezeigt. Im Anschluss ist die Schau unter dem Titel "Nennt mich Rembrandt!" am Main zu sehen. Nachdem die Ausstellung wegen der Corona-Pandemie 2020 verschoben worden war, soll sie vom 6. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022 gezeigt werden. Thema ist Rembrandts Aufstieg zu internationalem Ruhm in seinen Jahren in Amsterdam. Neben Werken aus dem Bestand des Städel sind Leihgaben internationaler Museen und Sammlungen zu sehen.

Virtuelle Ausstellung zeigt Handschrift des Nibelungenlieds

Die älteste Handschrift des Nibelungenliedes wird von Freitag an in einer virtuellen Ausstellung präsentiert. Die Schau "Die Welt der Nibelungen. Auf Schatzsuche mit der Badischen Landesbibliothek" zeige die berühmte Handschrift C, teilte die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe mit. Sie gilt als das älteste Textzeugnis des um 1200 entstandenen Epos und wurde 2009 von der UNESCO als Weltdokumentenerbe ausgezeichnet. Die Handschrift C ist als Eigentum der Landesbank Baden-Württemberg und der Bundesrepublik Deutschland seit 2001 in der Badischen Landesbibliothek. Die Dichtung erzählt die Geschichte des Drachentöters Siegfried bis zu seinem gewaltsamen Tod und die Geschichte von Kriemhilds Rache bis zum vollständigen Untergang der Burgunden. Sie wurde von einem unbekannten Dichter im Auftrag des Passauer Bischofs Wolger von Erla niedergeschrieben.

Komische Oper Berlin streicht reguläre Spielzeit

Die Komische Oper Berlin bleibt in dieser Saison geschlossen. Wegen den bis Ende Juni gültigen Hygieneregelungen der bundesweiten Corona-Notbremse werde das Haus für das Publikum in dieser Spielzeit nicht mehr öffnen, teilte die Komische Oper mit. Ausnahmen seien voraussichtlich zwei Vorstellungen der Neuproduktion "Der Zigeunerbaron" Ende Juni als Teil des Berliner Pilotprojektes "Perspektive Kultur". Geplant ist auch ein Sinfoniekonzert als Stream am 18. Juni. Die Proben für Neuproduktionen und Wiederaufnahmen für die nächste Spielzeit laufen weiter. Das vollständige Programm soll am 22. Juni veröffentlicht werden.

"Kulturelle Vermittlung" geht in nächste Runde

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will das Förderprogramm "Kulturelle Vermittlung" im kommenden Jahr fortsetzen. Gefördert werden strukturbildende, in die Fläche übertragbare Modellprojekte, mit denen Kultureinrichtungen die Teilhabe und Vermittlung ihres Angebots durch mehr Vielfalt im Personal, Programm, Publikum und bei Partnern stärken. Ziel ist es vor allem, Menschen zu erreichen, die bislang nicht zum traditionellen Publikum gehören. Die geförderten Projekte werden ab 2022 bis zu vier Jahre mit insgesamt bis zu 300.000 Euro unterstützt. Förderanträge können ab sofort bis zum 31. August 2021 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eingereicht werden.

Prinz Harry und Stars bei Spendengala in Los Angeles

Bei dem Corona-Spendenkonzert "Vax Live" sprach der britische Prinz Harry am Sonntagabend vor tausenden vollständig gegen das Coronavirus geimpften Zuschauern in einem Stadion in Los Angeles. "Das Virus hält sich nicht an Grenzen, und der Zugang zu Impfstoff kann nicht von der Geographie bestimmt werden", sagte er. Bei der Spendengala traten Stars wie die Schauspieler Ben Affleck und Sean Penn auf, Papst Franziskus und US-Präsident Joe Biden wurden per Video zugeschaltet, Jennifer Lopez sang gemeinsam mit ihrer Mutter und dem Publikum "Sweet Caroline", die Foo Fighters brachten gemeinsam mit Brian Johnson von AC/DC "Back in Black" auf die Bühne. Nach Angaben der Organisatoren wurden mehr als 53 Millionen Dollar (44 Millionen Euro) zur Finanzierung von mehr als zehn Millionen Corona-Impfdosen für arme Länder eingesammelt. Das Konzert soll in der Nacht zum 9. Mai auf Youtube gezeigt werden.

Vatikanische Museen sind wieder geöffnet

Nach dem Ende der dritten Corona-Welle in Italien haben heute die Vatikanischen Museen ihre Pforten wieder geöffnet. Bereits für den ersten Tag hätten sich rund 1.000 Besucher angemeldet, sagte die Leiterin der Museen, Barbara Jatta. Es sei eine "immense Freude", endlich wieder die Kunstwerke nicht nur bewahren, sondern auch mit anderen Menschen teilen zu können. Die Schließung sei für umfangreiche technologische Neuerungen genutzt worden. So werde bei allen Besuchern an der Gepäckkontrolle automatisch die Temperatur gemessen. Für den Besuch der Museen ist eine Online-Anmeldung erforderlich. Die dafür übliche Gebühr entfällt derzeit. Mit den Vatikanischen Museen wurden auch die Vatikanischen Gärten geöffnet, für die ebenfalls eine Anmeldung nötig ist.

Südafrikas Ureinwohner kritisieren Amazon

Ureinwohner Südafrikas kritisieren die Baupläne des US-Konzerns Amazon in Kapstadt. Wie die Wochenzeitung "Mail & Guardian" berichtet, sind durch die geplante Afrika-Zentrale des Internetgiganten heilige und historische Stätten der Khoikhoi bedroht. "Wir sprechen hier über einen Ort von tiefer spiritueller Bedeutung", wird der Vorsitzende eines Indigenenrates, Tauriq Jenkins, zitiert. Im Süden Kapstadts soll in den kommenden Jahren ein gigantischer Büro- und Wohnkomplex mit Amazon als Hauptmieter entstehen. Dem Bericht zufolge hatte auf dem Boden des Bauplatzes die erste Auseinandersetzung zwischen europäischen Kolonialisten und den Khoisan stattgefunden. Stadtregierung und Bauherren verteidigen die Pläne. Das Projekt werde Entwicklung bringen und gleichzeitig das Erbe der Khoikhoi durch ein Kulturzentrum ehren. Die Khoi und San gelten als ältestes Volk der Erde. Ihre Vorfahren lebten bereits vor 24.000 Jahren im südlichen Afrika.

Steinmeier und Laschet eröffnen 75. Ruhrfestspiele

Mit einem Bekenntnis zur Bedeutung der Kultur als Grundbedingung für Demokratie hat Bundespräsident Steinmeier am Sonntag die 75. Spielzeit der Ruhrfestspiele eröffnet. Die Corona-Pandemie habe den Blick für die Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft geschärft, sagte Steinmeier in einer voraufgezeichneten Video-Ansprache. Er forderte die Politik auf, sich "stärker den Künstlerinnen und Künstlern zuzuwenden, insbesondere den freiberuflich Tätigen". Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet würdigte die Kreativität der Festival-Veranstalter, digitale Formate und live-Aufführungen zu verbinden. Als erste Inszenierung wurde die Deutschlandpremiere "Die Seidentrommel", die jüngste Theaterarbeit des 87-jährigen Schauspielers Yoshi Oida, gezeigt. Das Programm im Jubiläumsjahr steht unter dem Motto "Utopie und Unruhe". Bis zum 20. Juni werden 90 Produktionen gezeigt.

Jürgen Habermas verzichtet auf Buchpreis aus Emiraten

Der Philosoph Jürgen Habermas verzichtet auf einen mit 225.000 Euro dotierten Buchpreis aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der 91-Jährige teilte über den Suhrkamp Verlag mit, die Annahme des "Sheikh Zayed Book Award" sei eine falsche Entscheidung gewesen, die er nun korrigiere. Die sehr enge Verbindung der Institution, die diese Preise in Abu Dhabi vergibt, mit dem dort bestehenden politischen System habe er sich nicht hinreichend klar gemacht, heißt es in seinem Schreiben. Habermas gilt als einer der namhaftesten deutschen Philosophen der Gegenwart. Die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich seit Jahren mit dem Vorwurf von Menschenrechtsverstößen konfrontiert.

Ein Holzboden für das Kolosseum in Rom

Mit einem ausfahrbaren Holzboden sollen im Kolosseum in Rom Besucher wieder den antiken Kampfplatz der Arena betreten können. Eine Experten-Kommission habe sich für den Vorschlag eines Mailänder Ingenieurbüros entschieden, hieß es am Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz des Kulturministeriums. Der Plan sieht vor, dass das derzeit freiliegende unterirdische Areal in der Mitte der Arena mit Holzplatten zugedeckt und bei Bedarf freigelegt werden kann. Italiens Kulturminister Franceschini sprach von einem weiteren Schritt zur Wiederherstellung des ursprünglichen Bildes der Arena. Für die Umsetzung sind 18,4 Millionen Euro vorgesehen.

Kulturnachrichten hören

Mai 2021
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur