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Mittwoch, 12.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 12. April 2021

Oscar-Akademie gibt Starbesetzung für Show bekannt

Knapp zwei Wochen vor der Oscar-Gala hat die Film-Akademie in Los Angeles die Teilnehmer der Show bekanntgegeben. Unter anderem sollen Oscar-Preisträger wie Halle Berry, Reese Witherspoon, Renée Zellweger, Joaquin Phoenix und Brad Pitt bei der Vergabe der 93. Academy Awards mitwirken, teilten die Show-Produzenten mit. Für die Preisverleihung im Stil eines Films hätten sie eine wahre Starbesetzung gewinnen können, hieß es in der Mitteilung. Die Show am 25. April soll mit den Nominierten vor Ort laufen. In Los Angeles ist neben dem traditionellen Dolby Theatre in Hollywood erstmals das Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station als Bühne geplant. Wegen Corona-Auflagen und damit verbundenen Reiseschwierigkeiten sind auch internationale Standorte geplant, von denen Oscar-Kandidaten zugeschaltet werden können.

Impfzentrum am Broadway in New York eröffnet

Ein eigenes Impfzentrum am New Yorker Broadway soll der berühmten Theater- und Musicalszene der Weltmetropole aus der Corona-Pandemie helfen. Bürgermeister Bill de Blasio eröffnete zusammen mit Lin-Manuel Miranda, dem Erschaffer des Hitmusicals "Hamilton", das Zentrum mitten im Theaterviertel von Manhattan. Es hat eine Kapazität von rund 1.500 Impfungen pro Tag und beschäftigt auch rund 80 bis 100 zuvor Arbeitslose aus der Showbranche, berichtet "Broadwayworld". Das Angebot solle vor allem bei Theater-Gewerkschaften und Hilfsorganisationen beworben werden und bevorzugt Menschen aus der Kreativbranche, hieß es weiter. Seit 13 Monaten sind die Theater am Broadway geschlossen. De Blasio erklärte vergangene Woche, dass möglicherweise im September erste Shows zurückkehren könnten.

Carabinieri entdecken in Brüssel antike Statue

Zwei italienische Polizisten haben in einem belgischen Antiquitätenladen zufällig eine gestohlene römische Statue gefunden. Wie die für den Schutz von Kunstwerken zuständige Einheit der Carabinieri in Rom berichtete, konnte die Marmorstatue aus dem 1. Jahrhundert vor Christus inzwischen wieder an ihren Ursprungsort zurückgebracht werden. Sie sei 2011 aus einer Parkanlage in der italienischen Hauptstadt gestohlen worden. Die Beamten seien auf Dienstreise in Brüssel gewesen. Nach ihrer Arbeit zogen sie durch Antiquitätenläden, wo ihnen das Kunstwerk aufgefallen sei, hieß es. Anhand von Fotos hätten sie die Statue später identifiziert. Außerdem sei im Zuge der Ermittlungen der illegale Kunsthandel eines Italieners aufgeflogen. Die antike Statue sei geschätzt mindestens 100 000 Euro wert.

Euronews in Belarus verboten

In Belarus ist der Fernsehsender Euronews verboten worden. Dies teilte das Informationsministerium in Minsk mit. Begründet wurde das Verbot damit, dass Euronews Werbung auf Englisch ausgestrahlt habe, die ins Russische oder Belarussische hätte übersetzt werden müssen. Die Nichtregierungsorganisation Wiasna kritisierte, das Verbot verschärfe die hoffnungslose Lage, in der sich unabhängige Medien in Belarus befänden. Im August war der belarussische Präsident Lukaschenko durch eine von Betrugsvorwürfen begleitete Wahl im Amt bestätigt worden. Es gab zahlreiche Proteste. Neben der Opposition werden auch unabhängige Medien in Belarus unterdrückt.

Architekturbiennale in Venedig startet im Mai

Die 17. Internationale Architekturbiennale in Venedig wird trotz der Corona-Pandemie am 22. Mai für das Publikum starten. Die Präsentation von Bau-Entwürfen und Konzepten zur Gestaltung von Städten unter dem Motto "How will we live together?" (Wie wollen wir zusammenleben?) soll bis Ende November laufen. Die Präsentation war 2020 wegen des Corona-Ausbruchs um ein Jahr verschoben worden. Kuratiert wird die Biennale vom libanesisch-amerikanischen Architekten Hashim Sarkis. Eingeladen wurden 114 Teilnehmer aus 46 Ländern. Neu dabei sind Aserbaidschan, Grenada, Irak und Usbekistan. Außerdem sollen 63 Länderpavillons zu sehen sein. Im deutschen Pavillon will eine Gruppe von Architekten, Künstlern und Wissenschaftlern unter dem Titel "2038" einen Blick aus einer fiktiven Zukunft auf die Probleme der Gegenwart werfen. Das Konzept war schon länger bekannt. Viele Inhalte sollen dabei in Form von Filmen präsentiert werden. Das haben die Kuratoren angekündigt.

Heino verärgert über Düsseldorfer Tonhalle

Sänger Heino (82) und die Düsseldorfer Tonhalle streiten sich um einen "deutschen Liederabend". "Wir stören uns an dem etwas tümelnden Untertitel", sagte eine Sprecherin des Konzerthauses auf Anfrage. Deswegen werde man diesen Abend mit diesem Untertitel nicht selbst bewerben. Die für Oktober geplante Veranstaltung könne aber natürlich stattfinden. Mittlerweile hat sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) in den Streit eingeschaltet: Er sehe in dem Plakat von Heino keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht. Deshalb habe er mit dem Tonhallen-Intendanten besprochen, dass Heinos Tournee-Plakat doch aufgehängt werde, sagte Keller. Heino erwägt inzwischen allerdings, die Location zu wechseln. Sein Manager Helmut Werner sagte: "Welches absurde Gedankengut muss man haben, um sich am Wort deutsch zu stören?" Der Sänger habe sich in einem Interview 2019 sogar für ein Verbot der AfD ausgesprochen.

Hilfsfonds für Kultur & Bildung wird ausgebaut

Auf Initiative des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amts wurde 2020 ein Internationaler Hilfsfonds eingerichtet, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland in der Corona-Pandemie zu unterstützen - vor allem dort, wo andere Fördermittel nicht zur Verfügung stehen. Aufgrund des großen Erfolgs haben die Partner nun beschlossen, den Fonds 2021 erneut aufzulegen. Das Auswärtige Amt hat die Fördersumme auf rund sechs Millionen Euro erhöht. Die S. Fischer Stiftung und die Robert Bosch Stiftung stellen zusätzliche Mittel bereit, ebenso das Goethe-Institut. Zum Konsortium gehören weiterhin das Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts, die Deutsche UNESCO-Kommission sowie die Siemens Stiftung. Die Mittel des Fonds fließen schwerpunktmäßig an Organisationen, die im Bereich Kultur, Kunst und Bildung tätig sind und auf Grund ihrer innovativen und offenen kulturellen Arbeit zum Erhalt des Pluralismus beitragen. Die Bewerbung ist nur aus dem Ausland heraus, über die Auslandsinstitute des Goethe-Instituts und die Deutschen Botschaften möglich. Weitere Informationen: www.goethe.de/hilfsfonds

Literaturfest findet in Potsdam live statt

Das neunte Literaturfest LIT:potsdam „Starke Worte. Schöne Orte" findet vom 1. bis 6. Juni live und vor Publikum statt. Trotz weiterhin herrschender Pandemiebedingungen ist es dem Verein lit:pots e.V. und seiner künstlerischen Leiterin Karin Graf gelungen, ein herausragendes Programm zu entwickeln, das open air unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie unterstützt durch die Technik eines modernen Audiosystems durchgeführt werden kann. Lesungen, darunter eine Picknick- und eine Krimi-Lesung, Gespräche über aktuelle gesellschaftliche Themen, ein literarischer Spaziergang und ein Bücherfest laden zur Begegnung mit ‚lebendiger Literatur‘. Und zwar in den Parks der Villen Jacobs und Schöningen, im Garten der Villa Quandt, im Museum Barberini, dem Kulturquartier Schiffbauergasse und im Babelsberger Park. Den Auftakt gibt am 31. Mai die Tagung „Schreiben und Publizieren im digitalen Zeitalter. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Programm. Das Festivalprogramm sowie die Namen der auftretenden Gäste werden am 19. April 2021 bekannt gegeben, an dem Tag startet auch der Kartenvorverkauf.
 

Steinzeitliches Hockergrab im Harz entdeckt

Ein 4000 bis 4500 Jahre altes Hockergrab und ein germanisches Urnenfeldergrab aus dem 3. Jahrhundert sind zwischen Derenburg und Silstedt im Landkreis Harz entdeckt worden. "Der prähistorische Friedhof kam im Vorfeld des Baus eines Radweges zu Tage", sagte Archäologe Christian Rauh vom Landesmuseum Halle der Deutschen Presse-Agentur. Hockergräber gehören zu den ältesten Bestattungsformen. Ebenso wurden eine fast vollständig erhaltene Keramikurne sowie Reste von fünf weiteren Urnen auf einem germanischen Urnengräberfeld, rund 1700 Jahre alt, geborgen. Die Urnengräber wurden zum Teil im Block mit der umgebenden Erde geborgen, so dass der Inhalt später im Labor untersucht werden kann.

"Nomadland" räumt bei den Britischen Filmpreisen ab

Der Film "Nomadland" ist großer Gewinner der britischen Filmpreise. Das Road-Movie gewann am Sonntagabend bei der Verleihung der British Academy Film Awards vier Auszeichnungen, darunter die für den besten Film und die beste Regie. Außerdem wurde Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Regisseurin Chloe Zhao ist erst die zweite Frau, die bei den Bafta Awards den Regiepreis erhielt. "Nomadland" wurde außerdem für die beste Kameraarbeit geehrt. Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Anthony Hopkins ausgezeichnet. In "The Father" spielt der 83-Jährige einen Demenzerkrankten. Die Filmpreise standen unter dem Eindruck des Corona-Lockdowns - die Kinos blieben geschlossen - und des Todes von Prinz Philip. 1959 war er zum ersten Präsidenten der britischen Filmakademie geworden und hatte dem britischen Oscar-Pendant viele Jahre als Schirmherr gedient.

Bundespräsident erinnert an Befreiung Buchenwalds

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), haben dazu aufgerufen, die Erinnerung an die Verbrechen und die Barbarei der Nationalsozialisten wachzuhalten. Das sei Aufgabe aller Demokraten, sagten sie bei einer Gedenkfeier zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar. "Nicht, weil wir heute Verantwortung dafür tragen, was damals geschehen ist, sondern weil wir alle, die wir uns als Menschen begreifen, Verantwortung dafür tragen, dass es nie wieder geschieht", erklärte Steinmeier. Buchenwald stehe für Rassenwahn, Folter, Mord und Vernichtung.

Bischof Meier fordert eigenes Diakonat für Frauen

Der Augsburger Bischof Bertram Meier spricht sich für das Diakonat von Frauen als eigenes Amt in der katholischen Kirche aus. Er sehe in einem diakonischen Dienst für Frauen die Zukunft. Allerdings solle dieser ein „eigenes Profil“ haben, sagte Meier der „Augsburger Allgemeinen“. Dieses Diakonat für Frauen dürfe kein „Abklatsch“ des Ständigen Diakonats für Männer sein, so Meier im Zeitungs-Podcast „Über Gott und die Welt“.Vor einem knappen Jahr hatte Meier noch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gesagt, er sei beim Frauendiakonat skeptisch. Das Diakonat ist eines der ältesten Ämter der Kirche. In der katholischen Kirche wurde die Diakonenweihe zu einer Vorstufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Seit Längerem wird in der katholischen Kirche diskutiert, ob das Diakonen-Amt künftig auch Frauen offenstehen soll.

Corona hat unsere Sprache verändert

Rund 1000 neue Wortschöpfungen mit Corona-Bezug hatte das Leibniz-Institut für deutsche Sprache schon bis zum Ende des vergangenen Jahres gesammelt. In der Zwischenzeit sind weitere Kreationen hinzugekommen. Zu den neuesten zählen zum Beispiel: "Brückenlockdown", erfunden von CDU-Chef Armin Laschet. Oder "Öffnungsblindflug", vor dem CSU-Chef Markus Söder warnt. Die Germanistikprofessorin Heidrun Kämper hat in ihrer wissenschaftlichen Arbeit festgestellt, dass Krisen schon immer Spuren in der Sprache hinterlassen haben. Bestimmte Corona-Wörter, wie zum Beispiel "postcorona" oder "präpandemisch", deuten ihrer Ansicht nach darauf hin, dass diese Pandemie in ein zeitliches Kontinuum gestellt wird. Corona markiere eine Zäsur, sagte Kämper im Deutschlandfunk. Allerdings könne sie noch nicht abschätzen, wie lange sich die sprachlichen Neuschöpfungen halten werden.

Augsburger Puppenkiste erklärt Corona-Selbsttest

Die Augsburger Puppenkiste will mit einem Video kleinen Kindern erklären, wie Corona-Selbsttests funktionieren. Der acht Minuten lange Film mit dem Titel "Dr. Kasperls Coronatest-Anleitung" ist in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Kultusministerium entstanden. Pünktlich zum Schulstart nach den Osterferien erläutert demnach der Kasperl dem jungen Erdmännchen Erwin, wie wichtig und einfach durchzuführen die Selbsttests im Klassenzimmer sind, um das Coronavirus in Schach zu halten. Der Film zeigt den grundsätzlichen Ablauf von Selbsttests, wie sie ab diesem Montag in allen bayerischen Schulen durchgeführt werden. Das Video macht laut Ministerium „auf die Bedeutung dieser Testungen für die Sicherheit aller Mitglieder der Schulfamilie aufmerksam“.

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Fazit

Joseph Beuys Inspirator und Öko-Vorreiter
Joseph Beuys lachend mit Hut und Anglerweste. In seiner Tasche steckt eine "Grünen"-Zeitung. Hinter ihm hängen Bilder an der Wand. (IMAGO / Everett Collection)

Auch an seinem 100. Geburtstag ist der Künstler Joseph Beuys umstritten: Den einen gibt er Inspiration, andere werfen ihm Nähe zu Nazi-Gedanken vor. In jedem Fall hat Beuys den Kunstbegriff erweitert und früh die Wichtigkeit ökologischen Denkens erkannt.Mehr

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