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Kulturnachrichten

Dienstag, 6. April 2021

Der Theologe Hans Küng ist tot

Hans Küng, einer der renommiertesten Theologen weltweit und Begründer der Stiftung Weltethos, ist im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Tübingen gestorben. Das meldet die Katholische Nachrichtenagentur. Der von 1960 bis 1996 in Tübingen lehrende Schweizer hat die katholische Kirche maßgeblich mit geprägt. Seine Bücher wurden Bestseller. Immer wieder kritisierte er dabei Strukturen der katholischen Kirche. So äußerte er Zweifel am Dogma der Unfehlbarkeit der Päpste. Deswegen wurde ihm Ende 1979 die Lehrerlaubnis entzogen. Küng lehrte danach als fakultätsunabhängiger Professor weiter in Tübingen und nahm immer wieder Gastprofessuren in aller Welt wahr. Er erhielt mehr als zehn Ehrendoktorwürden und zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz.

Schauspielerin Grischa Huber gestorben

Die Theater- und Filmschauspielerin Grischa Huber ist tot. Sie starb im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit, wie ihre Tochter Muriel König der Deutschen Presse-Agentur sagte. Huber war Trägerin des Filmbandes in Gold für ihre darstellerische Leistung in dem Film "Unter dem Pflaster ist der Strand". Die gebürtige Polin startete ihre Karriere am Karlsruher Staatstheater. Sie spielte unter anderem am Münchner Residenztheater, in Köln, Mannheim, Bochum, Berlin und Hamburg. Auch in Fernsehen und Kino war Huber zu sehen, unter anderem in "Goethe" von Regisseur Phillipp Stölzl und "Hilde" von Kai Wessel.

Demonstranten tauchen Yangon in rote Farbe

Aus Protest gegen das brutale Vorgehen der Militärs in Myanmar haben Demokratie-Verfechter mehrere Straßen, Bürgersteige und Bushaltestellen in Yangon mit roter Farbe bespritzt. "Das Blut ist nicht getrocknet", war an einer Stelle zu lesen. Gleichzeitig riefen mehrere Gruppen mit Flugblättern dazu auf, das Wasserfest zu boykottieren, mit dem kommende Woche das buddhistische Neujahr gefeiert werden soll. Damit solle ein Zeichen des Mitgefühls gesetzt werden mit den Familien derjenigen, die vom Militär umgebracht worden seien. Etwa 570 Menschen wurden nach Angaben von Bürgerrechtlern bei den Unruhen seit dem Militärputsch am 1. Februar getötet.

Drei Nominierte für Deutschen Drehbuchpreis

Kulturstaatsministerin Grütters hat die Nominierungen für den Deutschen Drehbuchpreis 2021 für das beste unverfilmte Drehbuch bekannt gegeben. Die drei Bücher und ihre Autorinnen und Autoren heißen: „Mister“ von Emily Atef und Lars Hubrich, „Leere Netze” von Behrooz Karamizade und „Alaska“ von Max Gleschinski. Grütters sagte, gerade in dieser schwierigen Zeit sei die Fantasie ideenreicher Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren von großer Bedeutung. Mit der Nominierung ist eine Prämie von 5.000 Euro verbunden. Der Gewinner oder die Gewinnerin soll am 14. Juni 2021 auf dem Summer Special der Berlinale bekannt gegeben werden.

Jury nominiert acht Titel für Deutschen Sachbuchpreis

Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2021 hat ihre Nominierungen vorgestellt.
Aus 240 Werken wählte sie acht aus. Die Titel sind: "Menschwerdung eines Affen", "Betrachtungen einer Barbarin", "Hegels Welt", "Flucht – Eine Menschheitsgeschichte. Von der Aufklärung bis heute", "Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit", "Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur", "Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik" und "Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit". Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verleiht den Deutschen Sachbuchpreis in diesem Jahr zum ersten Mal. Er ist mit insgesamt 42.500 Euro dotiert. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am 14. Juni 2021 in Berlin bekannt gegeben.

Moderner Tanz und Flößerei soll Kulturerbe werden

Deutschland hat der Unesco vorgeschlagen, den Modernen Tanz in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. Gemeinsam mit Lettland, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien nominiert Deutschland zudem die Flößerei für die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Böhmer, sagte, der Moderne Tanz stehe für den kreativen Aufbruch der Goldenen Zwanziger. Bis heute sei er eng mit dem Kampf um Emanzipation und für eine offene, demokratische Gesellschaft verbunden. In der Flößerei spiegele sich unsere Wirtschaftsgeschichte. Ohne die Versorgung mit Floßholz wäre die Entwicklung vieler europäischer Städte nicht denkbar gewesen. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über die Anträge.

Chinas Kinos zeigen regelmäßig Propagandafilme

Aus Anlass des 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei zeigen die Kinos in China ab sofort mindestens zweimal wöchentlich Propagandafilme.
Wie es auf der Webseite der Nationalen Filmverwaltung heißt, werden alle Lichtspietheater bis zum Jahresende Filme aufführen, die sich um "die Liebe für die Partei, die Liebe für das Land und die Liebe für den Sozialismus drehen".
Es müsse auch sichergestellt werden, dass die Kinos bei den Aufführungen gut besucht werden. Dafür sollten Parteimitglieder, Funktionäre und andere Zuschauer mobilisiert werden. Es gehe darum, "Klassiker wieder zu erleben" und "Patriotismus sowie traditionelle, revolutionäre Erziehung zu erhalten".

Weinsteins Anwälte legen Berufung ein

Mehr als ein Jahr nach der Verurteilung des früheren Filmproduzenten Weinstein wegen Vergewaltigung wollen seine Anwälte den Prozess neu aufrollen lassen. Sie legten beim Obersten Gericht im Bundesstaat New York Rechtsmittel gegen das Urteil ein und erklärten, Weinstein sei ein fairer Prozess verweigert worden. Der heute 69-Jährige war im März 2020 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Weinstein hat alle Vorwürfe bestritten. Durch den Fall war die MeToo-Bewegung mit ausgelöst worden.

"Verschwindende Wand" wird in Weimar aufgebaut

Am 11. April jährt sich die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora zum 76. Mal. In Erinnerung an die Schrecken der NS-Herrschaft wird an diesem Tag auf dem Theaterplatz im thüringischen Weimar das Kunstwerk "Verschwindende Wand" aufgebaut. Das teilte das Goethe-Institut in München mit. Es ist dabei Kooperationspartner der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Die interaktive Installation vereint laut Mitteilung auf 6.000 Holzklötzchen Zitate von Überlebenden der Lager und macht ihre Botschaften sichtbar. Sie sind in einem transparenten Plexiglasgerüst platziert. Nach der Eröffnung haben die Besucher die Möglichkeit, die Zitate zu lesen und einen solchen Zitatklotz mitzunehmen. So leere sich nach und nach die Installation, bis die Wand verschwinde - und die Botschaften würden weitergetragen, heißt es. Mit der Station in Weimar wird das Kunstwerk erstmals in Deutschland zu sehen sein. Es geht auf eine Idee von Maria Jablonina zurück. Zuvor war es zu unterschiedlichen Anlässen und an verschiedenen Orten zu sehen, darunter in Moskau (2013), Israel (2017) und anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 in 16 europäischen Städten.

Lehrerverband gegen die Absage von Abitur-Prüfungen

Der Deutsche Lehrerverband und die Kultusministerkonferenz haben Forderungen, die Abiturprüfungen notfalls ausfallen zu lassen, zurückgewiesen. Es habe sich bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass es richtig war, solche Forderungen abzulehnen und die Abiprüfungen seien trotz hoher Inzidenzen weitgehend problemlos verlaufen, sagte Verbandschef Meidinger der Rheinischen Post. KMK-Präsidentin Ernst sagte, Schülern dürften keine Nachteile entstehen und niemand solle die Jugendlichen jetzt kurz vor Abschluss verunsichern. Die KMK habe mit ihrem Beschluss zum Abitur 2021 bereits einen Rahmen verabredet, der die Vergleichbarkeit sicherstelle, aber Spielräume schaffe, um auf die Einschränkungen der Pandemie Rücksicht zu nehmen, so die brandenburgische Bildungsministerin weiter. Zuvor hatte GEW-Chefin Tepe beim Redaktionsnetzwerk Deutschland gefordert, angesichts der Infektionszahlen die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls abzusagen.

Justin Bieber überrascht mit Gospel-Minialbum

Justin Bieber hat ohne große Ankündigung ein neues Mini-Album veröffentlicht. Auf "Freedom" singt der kanadische Popstar Gospel-Songs vom Teufel als Lügner - und dass Freiheit sich so gut anfühlt. Neben dem Titelsong sind noch fünf weitere Stücke auf dem Gospel-Album zu hören, wie Biebers Label Universal Music in Berlin mitteilte. Dessen Angaben zufolge hat der Sänger "mit seinen Veröffentlichungen weit über 75 Milliarden Streams generiert und hält damit seinen Status als einer der erfolgreichsten Musiker weltweit". Zudem sei Bieber der beliebteste Youtube-Star mit über 60 Millionen Abonnenten. Sein vorheriges Album "Justice" war am 19. März erschienen und erreichte Platz 1 der US-Charts. In Deutschland kam das Album auf Platz 4.

Papst Franziskus erinnert an Menschen in Pflegeheimen

Papst Franziskus hat sein öffentliches Mittagsgebet am Ostermontag besonders alten und kranken Menschen sowie Bewohnern von Pflegeheimen gewidmet. Gerade ihnen wolle er ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung senden, sagte er. Im Vatikan klangen heute die Zeremonien zum Osterfest aus. Es war das zweite Mal nach 2020, dass das katholische Kirchenoberhaupt die Auferstehungsfeiern mit starken Einschränkungen begehen musste. Franziskus sprach sein Gebet an einem Pult stehend aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes. Es wurde unter anderem im Internet übertragen. Wegen der strengen Corona-Schutzmaßnahmen waren so gut wie keine Pilger in Rom.

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Fazit

Joseph Beuys Inspirator und Öko-Vorreiter
Joseph Beuys lachend mit Hut und Anglerweste. In seiner Tasche steckt eine "Grünen"-Zeitung. Hinter ihm hängen Bilder an der Wand. (IMAGO / Everett Collection)

Auch an seinem 100. Geburtstag ist der Künstler Joseph Beuys umstritten: Den einen gibt er Inspiration, andere werfen ihm Nähe zu Nazi-Gedanken vor. In jedem Fall hat Beuys den Kunstbegriff erweitert und früh die Wichtigkeit ökologischen Denkens erkannt.Mehr

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