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Kulturnachrichten

Montag, 5. April 2021

"Verschwindende Wand" wird in Weimar aufgebaut

Am 11. April jährt sich die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora zum 76. Mal. In Erinnerung an die Schrecken der NS-Herrschaft wird an diesem Tag auf dem Theaterplatz im thüringischen Weimar das Kunstwerk "Verschwindende Wand" aufgebaut. Das teilte das Goethe-Institut in München mit. Es ist dabei Kooperationspartner der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Die interaktive Installation vereint laut Mitteilung auf 6.000 Holzklötzchen Zitate von Überlebenden der Lager und macht ihre Botschaften sichtbar. Sie sind in einem transparenten Plexiglasgerüst platziert. Nach der Eröffnung haben die Besucher die Möglichkeit, die Zitate zu lesen und einen solchen Zitatklotz mitzunehmen. So leere sich nach und nach die Installation, bis die Wand verschwinde - und die Botschaften würden weitergetragen, heißt es. Mit der Station in Weimar wird das Kunstwerk erstmals in Deutschland zu sehen sein. Es geht auf eine Idee von Maria Jablonina zurück. Zuvor war es zu unterschiedlichen Anlässen und an verschiedenen Orten zu sehen, darunter in Moskau (2013), Israel (2017) und anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 in 16 europäischen Städten.

Lehrerverband gegen die Absage von Abitur-Prüfungen

Der Deutsche Lehrerverband und die Kultusministerkonferenz haben Forderungen, die Abiturprüfungen notfalls ausfallen zu lassen, zurückgewiesen. Es habe sich bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass es richtig war, solche Forderungen abzulehnen und die Abiprüfungen seien trotz hoher Inzidenzen weitgehend problemlos verlaufen, sagte Verbandschef Meidinger der Rheinischen Post. KMK-Präsidentin Ernst sagte, Schülern dürften keine Nachteile entstehen und niemand solle die Jugendlichen jetzt kurz vor Abschluss verunsichern. Die KMK habe mit ihrem Beschluss zum Abitur 2021 bereits einen Rahmen verabredet, der die Vergleichbarkeit sicherstelle, aber Spielräume schaffe, um auf die Einschränkungen der Pandemie Rücksicht zu nehmen, so die brandenburgische Bildungsministerin weiter. Zuvor hatte GEW-Chefin Tepe beim Redaktionsnetzwerk Deutschland gefordert, angesichts der Infektionszahlen die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls abzusagen.

Justin Bieber überrascht mit Gospel-Minialbum

Justin Bieber hat ohne große Ankündigung ein neues Mini-Album veröffentlicht. Auf "Freedom" singt der kanadische Popstar Gospel-Songs vom Teufel als Lügner - und dass Freiheit sich so gut anfühlt. Neben dem Titelsong sind noch fünf weitere Stücke auf dem Gospel-Album zu hören, wie Biebers Label Universal Music in Berlin mitteilte. Dessen Angaben zufolge hat der Sänger "mit seinen Veröffentlichungen weit über 75 Milliarden Streams generiert und hält damit seinen Status als einer der erfolgreichsten Musiker weltweit". Zudem sei Bieber der beliebteste Youtube-Star mit über 60 Millionen Abonnenten. Sein vorheriges Album "Justice" war am 19. März erschienen und erreichte Platz 1 der US-Charts. In Deutschland kam das Album auf Platz 4.

Papst Franziskus erinnert an Menschen in Pflegeheimen

Papst Franziskus hat sein öffentliches Mittagsgebet am Ostermontag besonders alten und kranken Menschen sowie Bewohnern von Pflegeheimen gewidmet. Gerade ihnen wolle er ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung senden, sagte er. Im Vatikan klangen heute die Zeremonien zum Osterfest aus. Es war das zweite Mal nach 2020, dass das katholische Kirchenoberhaupt die Auferstehungsfeiern mit starken Einschränkungen begehen musste. Franziskus sprach sein Gebet an einem Pult stehend aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes. Es wurde unter anderem im Internet übertragen. Wegen der strengen Corona-Schutzmaßnahmen waren so gut wie keine Pilger in Rom.

Chadwick Boseman posthum als "Bester Darsteller" geehrt

Der Hollywoodschauspieler Chadwick Boseman ist in den USA posthum mit einem wichtigen Filmpreis ausgezeichnet worden. Der amerikanische Schauspielerverband SAG wählte Boseman zum Gewinner in der Kategorie "Bester Darsteller". Der Star aus dem Film "Black Panther" war im vergangenen Jahr mit 43 Jahren an Krebs gestorben. Zur besten Serien-Darstellerin wurde Anya Taylor-Joy gewählt. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in der Netflix-Serie "Damengambit". Die Preise, die der renommierte Schauspielerverband in diesem Jahr zum 27. Mal vergab, gelten als Vorboten für die Ende April anstehende Oscar-Verleihung.

Behörden gehen gegen russisches Filmfestival vor

Russische Behörden sind in Sankt Petersburg gegen ein Dokumentarfilm-Festival des international bekannten Regisseurs Witali Manski vorgegangen. Zwei Kinos hätten alle geplanten Vorführungen absagen müssen, beklagten die Organisatoren des "Artdocfests" am Sonntag auf Facebook. Am Samstag waren demnach Polizisten in einem der Kinos aufgetaucht und hatten den Eröffnungsabend mit Verweis auf Verstöße gegen Corona-Vorschriften beendet. Den Organisatoren zufolge wurden die Hygieneregeln aber eingehalten. Die Beschwerde bei den Behörden habe ein Mann eingereicht, der für Anfeindungen gegenüber Homosexuellen und Künstlern bekannt sei, schrieben die Festival-Organisatoren weiter. Beim "Artdocfest" sollten bis zum 10. April in Sankt Petersburg und in Moskau insgesamt rund 100 Dokumentarfilme gezeigt werden. In Moskau liefen die ersten Vorführungen laut Organisatoren wie geplant. Festival-Gründer Manski ist in Russland für seine regierungskritische Haltung bekannt. Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Freilassung des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny gefordert.

Daten von Facebook-Nutzern in Hacker-Forum entdeckt

Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Hunderten Millionen Facebook-Nutzerinnen und Nutzern sind in einem Hacker-Forum entdeckt worden.
Die IT-Sicherheitsfirma Hudson Rock machte den Fund öffentlich: "Alle 533.000.000 Facebook-Daten wurden gerade kostenlos veröffentlicht", schrieb Alon Gal, Technologie-Chef von Hudson Rock, auf Twitter. Er warf Facebook "absolute Nachlässigkeit" vor. Eine Facebook-Sprecherin erwiderte in einem Tweet, es seien alte Daten, über die bereits 2019 berichtet worden sei: "Wir haben das Problem im August 2019 entdeckt und behoben". Wenn persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern im Umlauf sind, steigt die Gefahr, dass Menschen auf gefälschte E-Mails hereinfallen, denn diese können authentischer gestaltet werden. Facebook hat nach jüngsten Angaben 2,8 Milliarden Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind. 2019 waren Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Netz aufgetaucht, nachdem eine Funktion zur Freundessuche für den Datenabgriff missbraucht worden war.

Britischer Brexit-Film mit Benedict Cumberbatch

"Brexit - Chronik eines Abschieds" heißt ein Fernsehfilm über die Hintergründe des britischen EU-Austritts, der seit Ostersonntag in der ARD-Mediathek zu sehen ist. In dem anspruchsvollen britischen Polit-Drama mit dem Originaltitel "Brexit: The Uncivil War" spielt unter anderem der bekannte Schauspieler Benedict Cumberbatch mit. Cumberbatch ("Sherlock", "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben") verkörpert in dem Film des Senders "Channel 4" den umstrittenen Politikberater Dominic Cummings, der die Brexit-Kampagne leitete. Bei der Volksabstimmung in Großbritannien im Jahr 2016 gelang es ihm, eine erhebliche Zahl bisheriger Nichtwähler für ein Ja zum EU-Austritt zu gewinnen. Der echte Dominic Cummings gab seinen Posten als Berater und Strippenzieher von Premierminister Boris Johnson im vergangenen November auf.

Bischof Bätzing: Verständnis für Kirchenaustritte

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, bedauert Skandale und Unbeweglichkeit in der katholischen Kirche. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte der Limburger Bischof in seiner Osterpredigt im Dom der Stadt. Bätzing ergänzte, es schmerze ihn, wenn ein junger Mann in einem Brief seinen Kirchenaustritt zwar bedauere, aber dann weiter ausführe: "Was man nicht mehr in sich spürt, was man nicht verändern kann, und was selbst nicht in der Lage ist umzukehren, das sollte man verlassen." Eine solche Entscheidung könne er nachvollziehen, betonte Bätzing. "Und ich bedauere es, dass wir als Kirche ein solches Bild abgeben."

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Auch an seinem 100. Geburtstag ist der Künstler Joseph Beuys umstritten: Den einen gibt er Inspiration, andere werfen ihm Nähe zu Nazi-Gedanken vor. In jedem Fall hat Beuys den Kunstbegriff erweitert und früh die Wichtigkeit ökologischen Denkens erkannt.Mehr

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