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Mittwoch, 25.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. Oktober 2020

Stadt Bamberg will massiv bei Kultur kürzen

Die Stadt Bamberg will im kommenden Jahr die Mittel für Kultur um 25 Prozent kürzen. Das meldet der Bayerische Rundfunk. Grund dafür seien Mindereinnahmen und Zusatzkosten der Stadt wegen der Coronakrise. Die Bamberger Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar spricht von "massiven Auswirkungen" auf Veranstaltungen. Betroffen seien Festivals, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen. Das E.T.A-Hoffmann-Theater etwa soll im nächsten Jahr 2,5 Prozent weniger Geld erhalten. Die Intendantin, Sibylle Broll-Pape, könne damit Stellenstreichungen nicht mehr ausschließen. Sie rechnet mit 80.000 Euro weniger Etat für das Jahr 2021. Hinzu kämen Tarifsteigerungen bei den Personalkosten. Ab März waren am Theater keine Aufführungen mehr möglich.

Kulturleben wegen Corona vor tiefgreifendem Wandel

Der Berliner Theaterverein "Kulturvolk. Freie Volksbühne" stellt sich auf einen tiefgreifenden Wandel im Publikumsverhalten von Theatern und Oper ein. Corona werde nachhaltigere Spuren hinterlassen, als wir denken, sagte Geschäftsführerin Ströver der dpa. Unter den bisher rund 6400 Volksbühnen-Mitgliedern, werde die Verunsicherung immer stärker. Mit dem Ausbruch der Pandemie seien die Bestellungen eingebrochen, Tickets für mehr als 200 000 Euro musste der Verein rückabwickeln. Doch den Mut wolle man sich nicht nehmen lassen. Ab morgen erinnert der Verein zwei Tage lang in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit einer Revue zu Ehren des legendären Regisseurs Erwin Piscator an seine Gründung vor 130 Jahren.

Sammlung Nekes wird auseinandergerissen

Die Sammlung des 2017 verstorbenen Filmemachers Werner Nekes wird auseinandergerissen und auf drei verschiedene Standorte verteilt. Das meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.Nekes einzigartige medienhistorische Sammlung werde jetzt zwar aus öffentlichen Mitteln erworben – aber fern öffentlicher Sichtbarkeit gezeigt. Demnach gehe sie an ein Konsortium, bestehend aus dem DFF – Deutsches Filminstitut und dem Filmmuseum Frankfurt am Main, dem Filmmuseum Potsdam und der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln. Die Sammlung umfasst mehr als 25.000 Objekte. Nekes Verdienste um die Vermittlung von Film, Kino und Mediengeschichte seien riesig, seine Rolle bei der Förderung von Künstlern wie Helge Schneider und Christoph Schlingensief sei unbestritten.

Friedrichswerdersche Kirche wird wiedereröffnet

Nach rund achtjähriger Schließung wird die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin-Mitte mit einer Sonderausstellung wiedereröffnet. Die von 1824 bis 1830 erbaute Friedrichswerdersche Kirche ist der einzig original erhaltene Kircheninnenraum des prominenten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Ab Dienstag ist in dem ehemaligen evangelischen Gotteshaus die Schau "Ideal und Form" zu sehen, das kündigten die Staatlichen Museen zu Berlin an. Gezeigt werden wie bereits vor der sanierungsbedingten Schließung Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Alten Nationalgalerie.Die Kirche war Berlins erstes Gotteshaus im neugotischen Stil. Seit 2012 war das Kirchengebäude nur noch von außen erlebbar, da die Errichtung neuer Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft gravierende Schäden verursacht hatte.

Kirchenchöre haben neues Hygiene-Konzept

Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland und der Deutsche Chorverband Pueri Cantores haben ihr gemeinsames Corona-Hygienekonzept vom Juni aktualisiert. Orientiert habe man sich an neuen Risikoeinschätzungen und musikmedizinischen Gutachten sowie weiteren Vorgaben aus den Bundesländern, teilten beide Verbände am Wochenende in Regensburg und Köln mit. Ziel sei, auch in der Winterzeit trotz der Pandemie Chorproben abhalten zu können. Auch die neue Handreichung solle den Chorleiterinnen und Chorleitern ein verantwortungsvolles Proben ermöglichen, zu dem sich Sängerinnen und Sänger ohne Angst und Sorge treffen könnten. Natürlich müsse das Konzept stets mit den geltenden Vorgaben der einzelnen Bundesländer sowie der Bistümer abgestimmt werden.

US-Musiker Jerry Jeff Walker gestorben

Der US-Musiker Jerry Jeff Walker, der vor allem mit dem Song "Mr. Bojangles" bekannt wurde, ist tot. Walker sei im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, sagte sein Sprecher dem Musikmagazin "The Rolling Stone". Der 1942 im Bundesstaat New York als Ronald Clyde Crosby geborene Musiker war nach der Schule als Straßenmusiker durchs Land gezogen und schließlich in Texas gelandet. In den 60er Jahren schrieb er den Song "Mr. Bojangles", den danach auch zahlreiche andere Künstler wie Sammy Davis Jr. und Bob Dylan sangen. Walker war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Großbritannien kündigt Geld für Kulturinstitutionen an

Mit einem Rettungspaket in Höhe von umgerechnet 82 Millionen Euro will die britische Regierung von der Corona-Krise bedrohten Kultureinrichtungen helfen. Konkret benannt wurden vom Kulturministerium 35 Institutionen, die jeweils zwischen 1,1 und 3,3 Millionen Euro erhalten sollen. Die Einrichtungen seien "unersetzliche Teile des britischen Erbes" und würden zu Großbritanniens Stellung als "kultureller Supermacht" beitragen, erklärte Kulturminister Dowden. Unterstützt werden anderem das Old Vic- und das Globe-Theater in London. 70 Prozent des Geldes sind den Angaben zufolge für Kulturorte außerhalb der Hauptstadt vorgesehen.

Der Theaterkünstler Volker Pfüller ist gestorben

Nach langer Krankheit ist der Grafiker und Theaterkünstler Volker Pfüller in Rudolstadt in Thüringen gestorben. Er wurde 81 Jahre alt. Pfüller gehörte zu den prägendsten deutschen Bühnenbildnern der Gegenwart, sowohl als Praktiker wie auch als Ausbildner an verschiedenen Kunsthochschulen. Als Bühnen- und Kostümbildner war er unter anderem am Deutschen Theater Berlin, der Berliner Volksbühne, den Münchner Kammerspielen und am Hamburger Thalia-Theater tätig. Pfüller erhielt schon in der DDR zahlreiche Preise. Im vergangenen Jahr wurde er auf der Frankfurter Buchmesse für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Bibliothek des Jahres 2020 steht in Hannover

Die Technische Informationsbibliothek Hannover ist als Bibliothek des Jahres 2020 in Deutschland ausgezeichnet worden. Beispielhaft verfolge die TIB den Ansatz, Ergebnisse, Daten, Methoden und Software der Forschung öffentlich zu machen, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, Andreas Degkwitz in Berlin. "Gerade in Europa wird viel Wert auf offenen Zugang gelegt." Dies sei zum Beispiel wichtig in den aktuellen Forschungen zur Corona-Pandemie oder zum Klimaschutz. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde der Einrichtung zum Tag der Bibliotheken am Samstag übergeben. Die Stadtbibliothek Gotha in Thüringen wurde als Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen Deutschlands ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert und wurde zum ersten Mal für die beste Bibliothek in Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern ausgelobt.

400 Künstler fordern bei Demo mehr Corona-Hilfen

Mehrere hundert Künstler haben bei einer Kundgebung in München mehr Hilfen von der Politik in der Corona-Pandemie verlangt. Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" machten sie am Samstag auf dem Königsplatz im Herzen des Kunstareals auf ihre Existenzangst aufmerksam. Die Sprecherin der Initiative, Birgit Gibsen, sagte am Samstag im Deutschlandfunk Kultur, betroffen seien vor allem Bühnenarbeiter, "die nicht mehr wissen, wie sie ihre Mieten, ihre Krankenversicherungen bezahlen und ihre Familien ernähren können - die wirklich am Ende ihrer Existenz stehen." Die Corona-Krise hat viele freischaffende Künstler in akute Not gestürzt, da es für Musiker und Schauspieler nur noch sehr begrenzt Auftrittsmöglichkeiten gibt.

Erneut Vandalismus auf der Berliner Museumsinsel

Auf der Berliner Museumsinsel hat es erneut einen Fall von Vandalismus gegeben. Die größte aus einem einzigen Stein gefertigte Schale im Lustgarten vor dem Alten Museum wurde mit Graffiti und vulgären Sprüchen beschmiert, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Samstag mitteilte. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sagte: "Es ist jetzt nicht mehr zu leugnen: Die Kultur wird angegriffen. Wir brauchen jetzt nicht nur verstärkten Schutz für unsere Schätze - wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir unsere kulturellen Werte verteidigen." Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Unbekannte Anfang Oktober in Berlin mehr als 60 Kunstobjekte mit einer Flüssigkeit beschädigt hatten. Betroffen waren das Neue Museum, das Pergamonmuseum und die Alte Nationalgalerie.

Norbert Scheuer erhält Evangelischen Buchpreis 2020

Der Schriftsteller Norbert Scheuer ist am Samstag in Bonn mit dem Evangelischen Buchpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der 68-jährige erhielt die Auszeichnung für seinen im vergangenen Jahr erschienenen Roman "Winterbienen". Darin beschreibt der Protagonist, der Imker Egidius Arimond, in Tagebuch-Einträgen das Leben seiner Bienen im Jahr 1944. Der Roman verdeutliche den Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges und zeige den Menschen dabei "in seiner ganzen Ambivalenz zwischen egoistischem Überlebenswillen und mitleidvoller Hilfsbereitschaft", urteilte die Jury. Sie wählte das Buch aus hundert Vorschlägen von Lesern aus. Überreicht wurde der Preis vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister, der auch Vorsitzender des Evangelischen Literaturportals ist. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird seit 1979 vergeben.

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