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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 24. Oktober 2020

Bibliothek des Jahres 2020 steht in Hannover

Die Technische Informationsbibliothek Hannover ist als Bibliothek des Jahres 2020 in Deutschland ausgezeichnet worden. Beispielhaft verfolge die TIB den Ansatz, Ergebnisse, Daten, Methoden und Software der Forschung öffentlich zu machen, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, Andreas Degkwitz in Berlin. "Gerade in Europa wird viel Wert auf offenen Zugang gelegt." Dies sei zum Beispiel wichtig in den aktuellen Forschungen zur Corona-Pandemie oder zum Klimaschutz. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde der Einrichtung zum Tag der Bibliotheken am Samstag übergeben. Die Stadtbibliothek Gotha in Thüringen wurde als Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen Deutschlands ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert und wurde zum ersten Mal für die beste Bibliothek in Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern ausgelobt.

400 Künstler fordern bei Demo mehr Corona-Hilfen

Mehrere hundert Künstler haben bei einer Kundgebung in München mehr Hilfen von der Politik in der Corona-Pandemie verlangt. Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" machten sie am Samstag auf dem Königsplatz im Herzen des Kunstareals auf ihre Existenzangst aufmerksam. Die Sprecherin der Initiative, Birgit Gibsen, sagte am Samstag im Deutschlandfunk Kultur, betroffen seien vor allem Bühnenarbeiter, "die nicht mehr wissen, wie sie ihre Mieten, ihre Krankenversicherungen bezahlen und ihre Familien ernähren können - die wirklich am Ende ihrer Existenz stehen." Die Corona-Krise hat viele freischaffende Künstler in akute Not gestürzt, da es für Musiker und Schauspieler nur noch sehr begrenzt Auftrittsmöglichkeiten gibt.

Erneut Vandalismus auf der Berliner Museumsinsel

Auf der Berliner Museumsinsel hat es erneut einen Fall von Vandalismus gegeben. Die größte aus einem einzigen Stein gefertigte Schale im Lustgarten vor dem Alten Museum wurde mit Graffiti und vulgären Sprüchen beschmiert, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Samstag mitteilte. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sagte: "Es ist jetzt nicht mehr zu leugnen: Die Kultur wird angegriffen. Wir brauchen jetzt nicht nur verstärkten Schutz für unsere Schätze - wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir unsere kulturellen Werte verteidigen." Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Unbekannte Anfang Oktober in Berlin mehr als 60 Kunstobjekte mit einer Flüssigkeit beschädigt hatten. Betroffen waren das Neue Museum, das Pergamonmuseum und die Alte Nationalgalerie.

Norbert Scheuer erhält Evangelischen Buchpreis 2020

Der Schriftsteller Norbert Scheuer ist am Samstag in Bonn mit dem Evangelischen Buchpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der 68-jährige erhielt die Auszeichnung für seinen im vergangenen Jahr erschienenen Roman "Winterbienen". Darin beschreibt der Protagonist, der Imker Egidius Arimond, in Tagebuch-Einträgen das Leben seiner Bienen im Jahr 1944. Der Roman verdeutliche den Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges und zeige den Menschen dabei "in seiner ganzen Ambivalenz zwischen egoistischem Überlebenswillen und mitleidvoller Hilfsbereitschaft", urteilte die Jury. Sie wählte das Buch aus hundert Vorschlägen von Lesern aus. Überreicht wurde der Preis vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister, der auch Vorsitzender des Evangelischen Literaturportals ist. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird seit 1979 vergeben.

"Hofer Goldpreis" für Sevgi und Chris Hirschhäuser

Der Hofer Goldpreis geht dieses Jahr an die Regisseurin Sevgi Hirschhäuser und ihren Kameramann Chris Hirschhäuser. Ihr Debütfilm "Toprak" sei eine einmalige und in ihren Bildern absolut unverwechselbare Erzählung, teilten am Abend die Hofer Filmtage mit. Darin geht es um einen Waisenjungen im Heimatdorf von Sevgis Mutter in der Türkei. Er wächst bei seiner Großmutter und seinem Onkel auf. Als er älter wird, muss er sich entscheiden, ob er traditionelle Landleben fortsetzt oder sein Glück mit einem Studium in der Stadt sucht. Die spürbare Anteilnahme der beiden Filmemacher an der Geschichte des Jungen habe eine "innere Glaubwürdigkeit", wie sie im Kino eine seltene Ausnahme geworden ist, hieß es.

Demonstration für autonome Theater-Uni in Budapest

Rund 10.000 Menschen sind am Freitagabend durch die ungarische Hauptstadt gezogen, um für die Autonomie der Budapester Theater- und Film-Universität (SZFE) zu demonstrieren. Die Protestierenden marschierten weitgehend schweigend, berichtete das Nachrichtenportal "merce.hu". Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie "Die Kunst ist frei" und "Es reicht!". Der Zug endete mit einem Programm vor dem Gebäude der Theater-Uni, das die Studenten seit fast zwei Monaten besetzen. Am 1. September hatte die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban der wichtigsten Ausbildungsstätte für Theaterleute und Filmemacher in Ungarn die Autonomie entzogen. Ein von der Regierung eingesetztes Kuratorium hatte damals praktisch alle Leitungsfunktionen übernommen und den gewählten Senat entmachtet.

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