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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 16. Oktober 2020

Deutscher Oscar-Kandidat wird gekürt

Zehn Filme gehen ins Rennen um die Kür zum deutschen Oscar-Kandidaten 2021. Darunter sind "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani, "Enfant Terrible" von Oskar Roehler und "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Regisseurin Caroline Link, wie German Films, die Auslandsvertretung des Deutschen Films, am Freitag in München mitteilte. Eingereicht wurden außerdem "Crescenso #MAKEMUSICNOTWAR" von Dror Zahavi, "Curveball" von Johannes Naber, "Ein nasser Hund" von Damir Lukacevic , "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" von Ralf Kukula und Matthias Brun, "Ich war noch niemals in New York" von Philipp Stölzl, "Undine" von Christian Petzold und "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz. Eine Fachjury werde die Filme beurteilen und am 28. Oktober in München bekannt geben, welcher von ihnen der deutsche Oscar-Kandidat wird.

Deutscher Jugendliteraturpreis vergeben

Die Schriftstellerin Cornelia Funke ("Tintenherz", "Drachenreiter") hat für ihr literarisches Gesamtwerk den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 erhalten. Die 61-Jährige schrieb nach Angaben des Arbeitskreises für Jugendliteratur mehr als 70 Kinder- und Jugendbücher. Sie wurden in 50 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von insgesamt 31 Millionen. Der Preis in der Kategorie "Neue Talente" ging an die Schriftstellerin Rieke Patwardhan für ihren Kinderroman "Forschungsgruppe Erbsensuppe". Zum besten Bilderbuch wurde die Trilogie "Dreieck Quadrat Kreis" von Mac Barnett und Jon Klassen gewählt. In der Kategorie "Kinderbuch" ging der Preis an Will Gmehlings und "Freibad". In der Sparte "Jugendbuch" setzte sich Dita Zipfel mit "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" durch. Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist mit insgesamt 72.000 Euro dotiert.

Kameramann David Slama ist tot

Der Kameramann David Slama ist tot. Der vielfach preisgekrönte Bildgestalter wurde 74 Jahre alt. Slama stand in mehr als 80 Filmen hinter der Kamera. Immer wieder drehte er mit Regisseur Adolf Winkelmann. So etwa den Zweiteiler "Contergan - Eine einzige Tablette" von 2006 oder das Fußball-Drama "Nordkurve" aus dem Jahr 1991. Geboren wurde Slama 1946 in Prag. Er lernte das Handwerk in den tschechoslowakischen Film- und Fernsehstudios Prag und studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Einer seiner Mentoren war Michael Ballhaus. Mit ihm arbeitete Slama auch für Martin Scorsese, etwa beim Bibelfilm "Die letzte Versuchung Christi". 2007 wurde Slama mit dem Deutschen Kamerapreis als Ehrenkameramann ausgezeichnet.

ARD Hörspieltage finden nur online statt

Die ARD Hörspieltage finden in diesem Jahr ausschließlich online statt. Wegen der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie hätten sich die Organisatoren von SWR und BR entschlossen, alle geplanten Vor-Ort-Veranstaltungen in Karlsruhe abzusagen. Die Wettbewerbsstücke sind auf der Homepage "hoerspieltage.ard.de" und ab 22. Oktober in der ARD Audiothek zu hören und stehen teilweise zum Download bereit, wie der SWR mitteilte. Hörerinnen und Hörer können sie kommentieren und ihren Favoriten wählen. Am 7. November werden die Preisträger bekanntgegeben.

Göttinger Universität gibt Maori-Schädel zurück

Die Universität Göttingen hat zwei tätowierte Maori-Schädel an ein Museum im neuseeländischen Wellington übergeben. Die Artefakte gelangten 1834 auf Vermittlung des englischen Königshauses nach Göttingen, seit 1934 zählten sie zur Ethnologischen Sammlung der Universität. In Neuseeland werden die Schädel zunächst im Museum aufbewahrt, da ihre Stammesverbindungen bislang nicht identifiziert werden konnten.

Thora-Schmuck wieder im Besitz von Hamburger Gemeinde

Die Jüdische Gemeinde Hamburg hat einen kostbaren Thora-Schmuck zurückerhalten. Wie der "Spiegel" meldet, war die Silberkrone bei den Novemberpogromen 1938 aus der zerstörten Synagoge am Bornplatz verschwunden. Dem Bericht zufolge sei sie Landesrabbiner Bistritzky vor einigen Jahren von einem Antiquitätenhändler angeboten worden. Dieser habe sie aufbewahrt, bis ein Stifter für den Ankauf gefunden war.

Stefan-Heym-Forum in Chemnitz eröffnet

Fast 19 Jahre nach seinem Tod wurde in Chemnitz das Stefan-Heym-Forum eröffnet. Es ist ein Forschungs- und Ausstellungszentrum zu Leben und Werk des Schriftstellers, in dem auch seine Arbeitsbibliothek dauerhaft der Forschung zugänglich gemacht wird. Nach Angaben der Stefan-Heym-Gesellschaft umfasst sie mehrere Tausend Bände, von denen ein Großteil im Originalmobiliar aus Heyms Haus in Berlin ausgestellt wird. Heym wurde in einem deutsch-jüdischen Elternhaus in Chemnitz geboren, floh vor den Nationalsozialisten in die USA und lebte ab 1952 in der DDR. Mit Romanen wie "Der König-David-Bericht", "5 Tage im Juni" und "Schwarzenberg" gilt er als einer der wichtigsten Autoren der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte.

George Clooney und Bob Dylan verfilmen "Calico Joe"

Die Oscar-Preisträger George Clooney und Bob Dylan wollen als Produzenten John Grishams Bestseller "Calico Joe" auf die Leinwand bringen. Das berichten mehrere Medien. Danach wird Clooney auch Regie führen. In dem Roman mit dem deutschen Titel "Home Run" geht es vor dem Hintergrund von Profi-Baseball um ein Familiendrama mit Betrug, Tragik und Vergebung. "Die Möglichkeit, die wunderschöne Geschichte gemeinsam mit Bob zu verfilmen, ist einfach fantastisch", erklärten Clooney und sein Produktionspartner Grant Heslov. Dylan ließ mitteilen, er sehe eine bewegende Geschichte, die Jung und Alt gleichermaßen gefallen werde.

Yad Vashem ehrt Polanski-Retter

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat das polnische Ehepaar Stefania und Jan Buchala posthum mit dem Titel "Gerechte unter den Völkern" geehrt. Es hatte während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg den damals neunjährigen Roman Polanski versteckt. Der 87-jährige Regisseur und Oskar-Preisträger Polanski, der in Frankreich lebt, reiste aus diesem Anlass zur Zeremonie nach Polen. Er beschrieb Stefania Buchala als "extrem edle und religiöse Person, die den Mut hatte, nicht nur ihr eigenes Leben zu riskieren, als sie ihm Unterschlupf gewährte, sondern auch das Leben ihrer Kinder". Für seine verstorbenen Großeltern nahm deren Enkel Stanislaw Buchala die Auszeichnung von der stellvertretenden israelischen Botschafterin in Polen, Tal Ben Ari, in einer jüdischen Gedenkstätte in Gliwice entgegen.

Spanische Autorin gewinnt den Planeta-Preis

Die spanische Bestseller-Autorin Eva García Sáenz de Urturi hat den diesjährigen Planeta-Preis gewonnen, die am höchsten dotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Die 1972 in Vitoria im spanischen Teil des Baskenlandes geborene Autorin erhielt die mit 601.000 Euro dotierte Auszeichnung in Barcelona für ihren historischen Roman "Aquitania", in dem es um kriminelle Intrigen geht. Bekannt wurde Sáenz de Urturi, die zunächst als Augenoptikerin arbeitete, vor allem mit ihrer Roman-Triologie "Die Stille des Todes", "Ritual des Wassers" und "Die Herren der Zeit". Für die 69. Ausgabe des Wettbewerbs waren 582 bisher unveröffentlichte Romane eingereicht worden. Den zweiten Preis und mehr als 150.250 Euro bekam Sandra Barneda für ihren Roman über das Verhältnis zwischen einem Vater und seiner Tochter.

Opus Klassik für Deutschlandradio

Fünf Aufnahmen, die von Deutschlandradio koproduziert wurden, sind mit dem Opus Klassik ausgezeichnet worden. Damit werden neue Einspielungen klassischer Musik prämiert. Einen Preis erhielten Annika Treutler und Cameron Carpenter für die Konzerteinspielung Klavier beziehungsweise Orgel, Detlef Glanert wurde als Komponist des Jahres geehrt und das Gesamtwerk von Heinrich Schütz als Editorische Leistung des Jahres. Außerdem wurde "Gossec" von Viktor Ullmann als Sinfonische Einspielung des Jahres ausgezeichnet. Verliehen wird der Opus Klassik am 18.10 im Konzerthaus Berlin.

Kandidaten für Tony-Awards präsentiert

Das Alanis-Morissette-Musical "Jagged Little Pill" geht bei den Tony-Awards als Favorit ins Rennen. Das vom gleichnamigen Erfolgsalbum der kanadisch-amerikanischen Sängerin inspirierte Stück wurde heute gleich 15 Mal für die wichtige Auszeichnung nominiert, unter anderem in der Kategorie "Bestes Musical". Konkurrent in dieser Kategorie ist die Bühnenversion des Film-Klassikers "Moulin Rouge". Bei den Theaterstücken ist "Slave Play", das sich mit der Geschichte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten beschäftigt, in der Favoritenrolle. Ein genaues Datum für die Preisverleihung wurde noch nicht genannt. Die Tony-Awards zählen zu den wichtigsten Theaterpreisen weltweit.

Essener Museum zeigt nie präsentiertes Richter-Bild

Das Museum Folkwang in Essen zeigt ab kommenden Monat mit dem Gemälde "Himmel" ein Werk von Gerhard Richter, das bislang nie der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das großformatige Bild wird dem Museum von einer Essener Privatsammlung als Leihgabe ein Jahr lang zur Verfügung gestellt. Es war bislang nur aus Abbildungen bekannt. Ein Sammlerpaar hatte es den Angaben zufolge kurz nach seiner Entstehung direkt aus dem Atelier des Künstlers erworben. Das hochformatige Bild stammt aus dem Jahr 1978.

Shakespeare-Übersetzer Frank Günther gestorben

Der renommierte Shakespeare-Übersetzer Frank Günther ist tot. Er sei am Donnerstag im Alter von 73 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Ulm gestorben, teilte der Hartmann & Stauffacher Verlag in Köln mit. Günther hat fast das gesamte Werk William Shakespeares neu ins Deutsche übertragen. Dies seien die heute meistgespielten Fassungen auf deutschsprachigen Bühnen, so der Verlag. "Ich übersetze nicht nur vom Englischen ins Deutsche, sondern auch vom 17. Jahrhundert in die Gegenwart", sagte Günther einmal. Zu Beginn seiner Laufbahn war er selbst als Theaterregisseur tätig gewesen. 2014 veröffentlichte er das Buch "Unser Shakespeare". Günther wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Übersetzerpreis der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung und mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis.

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