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Donnerstag, 26.11.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. Oktober 2020

Schwedische Akademie wieder vollzählig

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat zwei neue Mitglieder aufgenommen. Damit werden die verbleibenden offenen Stellen in dem 18-köpfigen Gremium nach jahrelangen Kontroversen besetzt. Ausgewählt wurden die Autorin und Journalistin Ingrid Carlberg und der Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer Steve Sem-Sandberg. Die Akademie war 2018 in eine Krise gestürzt. Der Skandal, der für mehrere Rücktritte gesorgt hatte, drehte sich um das damalige und inzwischen ausgetretene Mitglied Katarina Frostenson und ihren wegen Vergewaltigung verurteilten Mann Jean-Claude Arnault. Ihm war außerdem vorgeworfen worden, die Gewinner des Literaturnobelpreises vorab ausgeplaudert haben.

New Yorker Philharmoniker starten erst Mitte 2021 wieder

Nach der Metropolitan Opera haben auch die Philharmoniker in New York aufgrund der Coronavirus-Pandemie ihre komplette Saison abgesagt. Nach eigenen Angaben sollen nach Absprache mit Gesundheitsexperten bis einschließlich Mitte Juni 2021 keine regulären Konzerte stattfinden. Es sei das erste Mal in der fast 180-jährigen Geschichte des Orchesters, dass eine gesamte Saison abgesagt worden sei. Die Konzerthalle der Philharmoniker in Manhattan ist aufgrund der Pandemie seit März geschlossen.

Gesetzentwurf für neues Urheberrecht vorgelegt

Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform vorgelegt. Das Gesetz soll Nutzerrechte und Vergütungsansprüche der Urheber auf Upload-Plattformen wie etwa YouTube regeln, wo Nutzer eigene Inhalte, beispielsweise Videos, hochladen können. Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zu den Zwecken der Karikatur oder der Parodie werde erlaubt, heißt es. Künftig sollten zudem Verwertungsgesellschaften kollektive Lizenzen für die öffentliche Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Werke vergeben. Die EU-Richtlinien zum Urheberrecht sollen bis Sommer 2021 in deutsches Recht umgesetzt werden. Kritiker von Uploadfiltern warnen vor Zensur, weil die Filter auch legale Inhalte blockieren könnten.

Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet

Mit einem virtuellen Festakt ohne Publikum hat die Frankfurter Buchmesse begonnen, die bis Sonntag komplett digital unter dem Motto "Signals of Hope" stattfindet. Gastland ist Kanada. Regierungschef Trudeau erklärte in einer Videobotschaft, Bücher seien eine große Stütze, um den harten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu entfliehen. Kulturstaatsministerin Grütters sagte, Lesen bewahre vor der Enge des Denkens und Wahrnehmens und davor, die eigene Weltsicht für das Maß aller Dinge zu halten. Lesen schütze vor Dogmatismus und Fanatismus und damit vor demokratiezersetzenden Giften, die der Zersplitterung pluralistischer Gesellschaften Vorschub leisteten.

Virologe Drosten hält Schillerrede 2020

Mit der Schillerrede wird jährlich an den Geburtstag von Friedrich Schiller erinnert. Am 8. November hält sie Christian Drosten, der Leiter der Virologie an der Berliner Charité. Das teilte das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit. Es wies darauf hin, dass Friedrich Schiller nach seinem Medizinstudium kurzzeitig als Regimentsmedicus der württembergischen Armee arbeitete und die Medizin sein philosophisches Denken prägte. Die Schillerrede hielten in den vergangenen Jahren der Grünen-Politiker Cem Özdemir, NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, der Umweltwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker und der Literaturmäzen Jan Philipp Reemtsma.

Manga-Zeichner Izumi Mastumoto gestorben

Im Alter von 61 Jahren ist der japanische Manga-Zeichner Izumi Mastumoto nach langer Krankheit gestorben. Berühmt wurde er mit den 18 Bänden "Kimagure Orange Road", die er zwischen 1984 und 1987 veröffentlichte - und die auch verfilmt wurden. Schon in der Oberschule hatte Izumi Mastumot sich für Mangas interessiert. Aber lange traute er sich nicht, seine Arbeiten bei Zeitungen einzureichen. Izumi Mastumoto starb bereits am 6. Oktober an den Langzeitfolgen eines Autounfalls, den er 1961 als Dreijähriger überlebt hatte.

Netzwerk zur Erforschung von "Wunderkammern" gegründet

Aus der Ankündigung ist eine Gründung geworden: In Halle an der Saale wurde das "Europäische Netzwerk Vormoderner Museen" aus der Taufe gehoben. Im Fokus steht der wissenschaftliche Austausch über aktuelle Fragen des musealen Umgangs mit sogenannten "Wunderkammern", die in der Spätrenaissance und im Barock auf Kuriositäten-Kabinette folgten. Die Franckeschen Stiftungen Halle verfügen über die einzige vollständig am ursprünglichen Ort erhaltene europäische "Wunderkammer" des Barock. Das russische Museum für Anthropologie und Ethnographie plant den Angaben zufolge im übernächsten Jahr, zum 350. Geburtstag von Zar Peter dem Großen, dessen "Wunderkammer" wiederherzustellen.

Amanuel Asrat aus Eritrea "Autor des Mutes"

Der seit 19 Jahren in Eritrea inhaftierte Dichter und Journalist Amanuel Asrat ist vom britischen PEN ausgezeichnet worden. Ihm wurde in London der Preis "Autor des Mutes" zugesprochen. Nach Angaben von Amnesty International wurde Asrat im September 2001 zusammen mit 16 anderen Menschen inhaftiert, weil er über einen offenen Brief von Kritikern an das eritreische Regime von Isaias Afewerki berichtet hatte. Wo sich Asrat befindet, ist unbekannt. Es ist nicht auszuschließen, dass er nicht mehr am Leben ist. Das sagte sein Bruder bei der Preisverleihung. Laut PEN könnte Asrat auch Anstoß mit seiner Dichtung erregt haben, weil er die negativen Seiten des Krieges mit Äthiopien thematisierte.

E-Book-Lektüre nimmt in Deutschland zu

Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl der Menschen, die per E-Book lesen, um 12 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. 2019 kauften 6,5 Millionen Menschen in Deutschland mindestens ein E-Book. Rund 4,4 Millionen davon waren im Alter von 25 bis 54 Jahren und knapp 1,6 Millionen 55 Jahre und älter. Besonders bei Frauen sind E-Books beliebt. Auch E-Zeitungen und E-Zeitschriften werden laut Statistikamt häufiger gelesen: Die Nutzung stieg innerhalb von zwei Jahren um 5,3 Prozent auf 3,9 Millionen Exemplare.

Donaueschinger Musiktage kurzfristig abgesagt

Morgen hätten sie beginnen sollen: Die Donaueschinger Musiktage. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sieht das Festival nun "keine andere Wahl" als die Veranstaltung abzusagen. Festivalleiter Björn Gottstein sagte, Musiker, Komponisten und Organisatoren hätten in den vergangenen Monaten alles dafür getan, damit das Festival für neue Musik unter strengen Hygiene-Auflagen stattfinden kann. Bereits gekaufte Tickets wollen die Veranstalter erstatten.Vom 15. bis 18. Oktober war ein vielfältiges Festivalprogramm für neue und experimentelle Musik mit 25 Uraufführungen und 4 Klanginstallationen geplant.

Esche neuer Chef der Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Im August kommenden Jahres wird Tilo Esche Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt in Brandenburg. Das berichtet "Nachtkritik". Der 53-Jährige Sachse hat das Schauspiel von der Pieke auf gelernt und gründete 1996 in Leipzig das Kinder- und Jugendtheater "Theatrium". 2000 wurde er Intendant am Theater der JungenWelt Leipzig. Derzeit ist er stellvertretender Intendant in künstlerischen Fragen an der Neuen Bühne Senftenberg.

Mexiko will Moctezumas Kopfschmuck zurück

Mexiko bemüht sich erneut darum, den prachtvollen Kopfschmuck des einstigen Azteken-Herrschers Moctezuma aus Österreich wiederzuerlangen. Er habe seiner Ehefrau den Auftrag erteilt, bei einem Besuch in Wien auf die Rückgabe des wertvollen Objekts zu dringen, teilte Staatschef López Obrador auf Twitter mit. Österreich habe das historische Stück komplett für sich vereinnahmt. Die Federkrone besteht aus hunderten Federn des Quetzal-Vogels und ist mit mehr als tausend Goldplättchen besetzt. Nach Ansicht von Historikern hat Moctezuma, der im frühen 16. Jahrhundert herrschte, die Federkrone spanischen Eroberern geschenkt. Diese sollen sie an das Habsburger Herrscherhaus weitergegeben haben.

Deutscher Buchpreis für Anne Weber

Die Schriftstellerin Anne Weber hat den Deutschen Buchpreis 2020 bekommen. Das gab die Jury am Abend in Frankfurt am Main bekannt. Weber wurde für ihren Roman "Annette, ein Heldinnenepos" ausgezeichnet. Das Buch erzählt in Versform die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir. Die Kraft von Anne Webers Erzählung könne sich mit der Kraft ihrer Heldin messen, hieß es in der Begründung der Jury. Das Buch sei eine Geschichte voller Härten, die Weber aber mit souveräner Dezenz und feiner Ironie erzähle. Die Preisverleihung im Kaisersaal des Rathauses Römer fand coronabedingt ohne Publikum statt. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Kein Holocaust-Leugnen mehr bei Facebook

Facebook will künftig Inhalte, die den Holocaust leugnen oder verharmlosen, in seinen Netzwerken verbieten. Die Richtlinien für Hassreden würden entsprechend ergänzt, teilte das Unternehmen mit. Vor zwei Jahren hatte Firmengründer Mark Zuckerberg in einem Interview noch gesagt, obwohl er das Leugnen der Ermordung von Millionen von Juden durch die Nazis abstoßend finde, sollte Facebook solche Inhalte nicht zensieren. Nun erklärte Zuckerberg, seine Haltung habe sich geändert. "Angesichts von Daten, die zeigen, dass antisemitische Gewalt zunimmt, hat sich mein Denken weiterentwickelt, ebenso wie unsere Regeln zu Hassreden", schrieb er auf Facebook.

Dirigent Donald Runnicles in den Adelsstand erhoben

Der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper in Berlin, Donald Runnicles, ist in Großbritannien in den niederen Adelsstand erhoben worden. Königin Elizabeth II. würdigt damit seine Verdienste um die Musik. Der Intendant der Deutschen Oper, Schwarz, teilte mit, man beglückwünsche den Chefdirigenten von ganzem Herzen. Die Liste der Namen war am Freitag veröffentlicht worden. Der 65-jährige Runnicles stammt aus Schottland und ist seit 2009 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper.

Kein Gesetzentwurf in weiblicher Sprachform

Das Bundesjustizministerium hat erstmals einen Gesetzesentwurf komplett in der weiblichen Begriffsform formuliert - und stößt damit auf Widerstand in der Bundesregierung. Das Bundesinnenministerium lehnte den Referentenentwurf ab und forderte eine sprachliche Überarbeitung, wie ein Sprecher sagte. Als Grund gab er Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes an, in dem nur weibliche Sprachformen verwendet werden. Laut Innenministerium sei das generische Maskulinum - also die Verwendung der männlichen Bezeichnung - anerkannt für Menschen von männlichem und weiblichem Geschlecht.

Frankfurter Buchmesse nun doch ohne Publikum

Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr auf dem Messegelände nun doch völlig ohne Besucherinnen und Besucher stattfinden. Der Grund seien steigende Corona-Infektionszahlen in Frankfurt und bundesweit, teilten die Veranstalter mit. Das Bühnenprogramm werde nun nur mit den Autorinnen und Moderatoren stattfinden und im Internet übertragen. Auch die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels werde nun ohne geladenes Publikum stattfinden, aber im Fernsehen live übertragen.

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